Bürgerlicher Staatsidealismus: Selbstverarschung nach Maß

Patrick Baab re-postet dieses Meme auf Facebook:

Das zieht etliche zustimmende und einige kritische Kommentare auf sich. Meiner gehört zur zweiten Gruppe:

Patrik Baab meint es gut, aber seine bürgerlich-idealistische Weltsicht verhindert leider eine klaren Blick auf die Umstände, die er mit solchen Memes zu kritisieren meint.

Die kriegstüchtigen Regierungen, denen von empörten Bürgern verantwortungsloser Umgang mit „unserem Steuergeld“ vorgehalten wird, sind aus staatlicher Sicht (und nur das ist die für sie maßgebliche) sehr verantwortungsvoll bei ihrer Ausstattung des Standortes mit den nötigen Gewaltmitteln und den anhängigen Planungen zu deren Anwendung.

Der Bürger dagegen hält hartnäckig an seinem Idealismus fest, dass die Verwendung „unserer Steuergelder“ irgendwie etwas mit ihm und seinem Wohlergehen zu tun hätte.

Er möchte nichts davon wissen, dass er alle paar Jahre eine Mannschaft von politischen Standortverwaltern ermächtigt, über genau diese Steuereinnahmen so zu verfügen, wie es nach Maßgabe der Staatsinteressen für nötig erachtet wird.

Dass diese Staatsinteressen nicht die seinen und diesen in der Regel diametral entgegengesetzt sind, davon möchte der Bürger erst recht nichts wissen. Auch wenn sein Idealismus ständig von der Realität blamiert wird, möchte er davon nicht lassen.

Sonst müsste er sich nämlich eingestehen, dass weder Staat noch Ökonomie in seinem Interesse eingerichtet sind. Und dann würde er, als vernünftiges Wesen, tätig werden, um die Verhältnisse so zu ändern, dass sie ihm an seinesgleichen nützen.

Und das – so haben es ihm diejenigen, die die Steuergelder unter anderem für Aufrüstung und Krieg und grundsätzlich für die solide Profitabilität des Standortes einsetzen, von klein auf an erzählt – wäre ja Kommunismus, also verboten und überhaupt gegen die Menschnatur, die uns innewohnt und die andauernd nach ganz viel Kapitalismus („Freiheit“) und Ermächtigung seiner politischen Manager („Demokratie“) verlangt.

Das Gute am Bösen btw. man kann aus allem etwas lernen und die richtigen Schlüsse ziehen

Faschisten watscheln über Leichen.
Das gibt Applaus von ihresgleichen.
Die Klugen seh‘n es voller Graus
und ziehen ihre Schlüsse draus.

So gruselig das Elend auch ist, das auf der vom Imperialismus bespielten politische Bühne zu bestaunen ist, so verkommen und ungehemmt massenmörderisch die Taten und die Statements der westlichen Anführer und ihrer Claquere auch sind, so deutlich wird das Ausmaß der ideologischen, moralischen und menschlichen Verrottung dieser Eliten –  inklusive ihrer Lautsprecher in der medialen und kulturellen Sphäre (nicht dass die Epstein-Geschichte das nicht schon umfassend gezeigt hätte). 

Aber – ich bediene mich hier mal einer beliebten imperialistischen Propaganda-Redewendung – der unprovozierte, völkerrechtswidrige brutale Angriffskrieg, der momentan von den USA und Israel gegen den Iran geführt wird, zeigt die armseligen, durch und durch ideologisch korrumpierten Parteigänger der Epstein-Bourgeoisie mit heruntergelassenen Hosen. Und dieser Anblick ist gleichzeitig abstoßend und lächerlich, denn die mentale Kurzpimmeligkeit, die verlogene Doppelmoral dieser Flachzangen, von deutschen Regierungsvertretern über Jusos, „Die Linke“, ganz zu schweigen von den willfährigen kriegsbejubelnden Sudelmedien, tritt nun in all ihrer peinlichen Häßlichkeit zutage.

Plötzlich ist für alle Welt zu sehen, dass ihr ganzes Gerede von Werten, vom Völkerrecht, ihr ganzes moralisches Gesülze über verurteilenswerte Verstöße gegen die hehren Grundsätze und Werte des Verkehrs zwischen Staaten, dass all das nur berechnendes Geheuchel war und ist. 

Diese Dummbratzen denken nicht für zwei Pfennig selbst. Sie bejubeln die Ermordung eines Staatsoberhauotes und des zweithöchsten Repräsentanten des schiitischen Islam, sie begrüßen den in jeder Hinsicht illegalen Überfall auf einen souveränen Staat, auf das UN-Mitglied Iran, sie applaudieren der gezielten Ermordung staatlicher Amtsträger der Islamischen Republik, weil sie ihr kenntnisloses gratismoralisches Pharisäertum an die Stelle einer sachlichen, nüchternen, kontextuellen Betrachtung gesetzt haben.

Ich rede hier von den deutschen Möchtegernimperialisten und ihrem medialen Hofstaat, also von einer Gruppe ausnehmend unintelligenter Unsympathen, die ihre eigenen Märchengeschichten glauben, weil ihnen die grundsätzliche Verfasstheit der imperialistischen Weltordnung  einleuchtet und sie sich damit identifizieren. Ich rede NICHT von den wirklichen Entscheidungsträgern, den Strippenziehern aus Finanzkapital und militärisch-industriellem Komplex der amerikanischen Epstein-Bourgeoisie,  also von denjenigen, die die globalen Verwertungsketten nach ihrem Bedürfnis und ihrem Gusto mittels der amerikanischen Militärmacht beaufsichtigen und ordnen. 

Es ist, als sei jede Hemmung verschwunden; nicht nur die Hemmung, zur Erlangung der eigenen politischen Ziele tödliche Gewalt und hinterhältige Angriffskriege einzusetzen (hinterhältig, weil der Gegner durch Verhandlungen im Glauben gewiegt wird, dass eine friedliche Lösung möglich ist, während der Angreifer den bereits feststehenden Militärschlag plant) . 

Vor allem die Hemmung, dies dem Publikum mit allzu offensichtlichen Lügen („Demokratie“, „Responsibility to protect“ etc.) zu verkaufen. Heute gibt es die Rücksichtnahme nicht mehr, mit der einst darauf geachtet wurde, die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen idealisierender Propaganda und mörderischer Handlung nicht so auffällig tief werden zu lassen. Heute ist alles egal, die Devise lautet „Wenn ich dich bestehlen oder umbringen will, dann mache ich es, WEIL ICH ES KANN und weil es meinen Interessen nützt. Eine Begründung dazu brauche ich nicht, weil es selbsterklärend ist.“

Und das ist in gewisser Hinsicht gut, denn es zeigt den Imperialismus als das räuberische Ausbeutungs- und Terrorsystem, das er ist – und seine Fürsprecher als die gewissenlosen, bis ins Mark korrupten Komplizen dieser Ordnung die sie sind. Ob genügend Leute das auch tatsächlich so wahrnehmen, also HINGUCKEN und die richtigen Schlüsse ziehen, steht auf einem anderen Blatt. Die perfekte, professionelle und unablässige Propaganda sitzt tief, mit der der imperialistische Überbau die endlosen Kriege und die auf Gewallt basierende Weltordnung der Epstein-Bourgeoisie als Dienst an der Menschheit verkaufen, als alternativlosen Einsatz für „unsere Werte“, für „Freiheit und Demokratie“. 

Gut möglich, das sich der kollabierende westliche Imperialismus noch eine Weile hält, dass er für die Globale Mehrheit sogar noch gefährlicher und tödlicher wird. In die Enge gedrängte, tödlich verwundete Tiere werden nicht friedlicher, sondern wütender und aggressiver. Aber dass die westliche Weltherrschaft nach vier- oder fünfhundert Jahren an ihr Ende gekommen ist, dass die globale Dominanz des inzwischen US-geführten Imperiums nicht mehr (bzw. nur um den Preis eines Weltkriegs) aufrecht gehalten werden kann – diese Einsicht ist bei den Leuten angekommen. 

Jedenfalls bei denen, die sich die Mühe machen, sich eigenständig ihre Informationsquellen zu suchen, was heute für jeden möglich ist. Die Bequemlichkeit, sich nur aus Staats- und Konzernmedien zu „informieren“, sich also von der bizarren Propaganda das Kollektiven Westens aufs Glatteis führen zu lassen, ist eine Haltung, die absichtlich darauf verzichtet, Dingen auf den Grund zu gehen und sie zu verstehen. Die Ausrede „Das konnten wir ja nicht ahnen“ wird diesmal nicht mehr gelten. 

Westmarxistischer Kindergarten vs kommunistische Analyse

Im deutschen westmarxistischen Internet barmen trotzkistische Witzfiguren wie Fabian Lehr im Einklang mit der imperialistischen Propaganda über die armen Iraner rum, die von bösen Mullahtyrannen ihrers Menschenrechtes auf Unterordung unter die westliche Weltordnung beraubt werden, weshalb man sich über die Ermordung des Obermullahs gerne auch mal ein bißchen freuen darf, weil jetzt die „Arbeiter*innen des Iran“ endlich Revolution (natürlich gendergerecht und LBGTQ-konform) machen können.

Manchmal bezeichnen sich diese von Karl Marx als „Bürgersozialisten“ verspotteten Traumtänzer sogar als Kommunisten.

Wenn das Schmunzeln über solche Wolkenkuckucksheim-Linken etwas abgeklungen ist, kann man sich zur Abwechslung mal eine richtige Kommunistin anhören. Nämlich die famose, brillante und überaus gescheite Joti Brar, Co-Vorsitzende der CPGB-ML.

Hier erläutert sie im Gespräch mit Garland Nixon einige der historischen Hintergründe des Iran-Konfliktes, der Aufteilung der arabischen Halbinsel durch den britischen Imperialismus und die Rolle des schiitischen Islams als „Befreiungstheologie“ Westasiens, analog zur katholischen Befreiungstheologie in Lateinamerika.

Take a listen:

Der Eifelphilosoph interpretiert die Welt nur, es kömmt aber darauf an, sie zu verändern

Der Eifelphilosoph ist ein recht gescheiter und belesener älterer Herr, der anscheinend in der Eifel lebt und gelegentlich seinen Senf zur allgemeinen Weltlage und speziell den deutschen Verhältnissen auf Facebook veröffentlicht.

Seine Beiträge sind in der Regel sehr lesenswert, nachdenklich und klug. Stets aber bleiben seine Beobachtung Erklärungen und Analysen stecken in dem Idealismus des bürgerlichen Subjekts, dass daran verzweifelt, wie die ökonomische und politische Realitäten des Kapitalstandortes seine hehren Vorstellungen von Freiheit und Demokratie ständig blamieren.

Und diesen Umstand erlaube ich mir gelegentlich zu kritisieren:

Ein „Like“ für die insgesamt treffsichere Bestandsaufnahme – die allerdings gegen Ende konterkariert wird durch die leider typischen Staatsidealismen liberaler Demokraten:

„Hier bestimmt nur einer, wieviel ich arbeite: und das bin ich. Das regele ich vertraglich mit dem Arbeitgeber, als freier Bürger in einem freien Land.“

Das ist ideologisches Wunschdenken. Diese idealen Verhältnisse erträumen sich bürgerliche Gemüter, deren Ideal einer gerechten, demokratischen freien Marktwirtschaft ständig an der Wirklichkeit der realen kapitalistischen Verhältnisse blamiert wird:

Wer wieviel arbeitet bestimmt in einer modernen Konkurrenz- und Klassengesellschaft mitnichten der einzelne Lohnabhängige, sondern der Zwang zum Geldverdienenmüssen. Und der fällt an einem kriegsbereiten Kapitalstandort wie der BRD, dessen ökonomische Prosperität durch die Erfordernisse dieser von den Herrschenden verordneten Kriegstüchtigkeit immer härter zulasten der Lohnabhängigen aus, da die sinkende Kapitalverwertungsrate nunmal ihre Verarmung zugunsten der Aufrüstung und dercKriegsvorbereitung erfordert.

Darum ist es auch falsch, den Machthabern Unfähigkeit, Versagen, Schlafmützigkeit gegenüber  Welt-Trends, Planungsinkompetenz usw vorzuwerfen. Die Standortverwalter planen im Gegenteil sehr präzise und aus ihrer Sicht stringent strategisch für den nunmehr dritten Anlauf des deutschen Imperialismus zu der Wucht und Größe, die ihm im Verständnis der wesentlichen Teile der herrschenden Klasse zukommt und zusteht. 

Man kann kritisieren, dass der in die geopolitische und welthistorische Ecke gedrängte Imperialismus –  zumal der chronisch zu kurz gekommene deutsche, dessen Ambitionen weit über seine Möglichkeiten hinausgehen – in seiner lethalen Krise Züge eines Tech-Feudalismus annimmt, dass er immer bürgerfeindlicher und autoritärer wird, dass seine Zielsetzungen und Absichten für die lohnarbeitende Bevölkerung äußerst unverträglich sind. 

Aber man hat damit immer noch nicht verstanden, was der politökonomische Gehalt dieser Zustände ist. Von welcher Seite man die Sache auch betrachtet, wenn man ehrlich ist, landet man immer bei dem, was politisches Handeln in der Klassengesellschaft antreibt: bei der Eigentums- und damit der MACHTfrage. 

Dass Deutschland nicht auf einmal von lauter unfähigen Politdeppen beherrscht wird, die zwar wollen aber nicht können, könnte man schon dem Umstand entnehmen, dass es offensichtlich keine Rolle spielt, welchem „politischen Lager“ die regierenden Kriegstreiber angehören. Die mal wieder alternativlose Notwendigkeit des Aufrüstungs-, Kriegs-, Verarmungs- und Deindustrialisierungskurses wird ja bekanntlich von allen Parteien geteilt, und auch die selbsternannte „Alternative“ eilt zur Zeit mit Siebenmeilenstiefeln in Richtung „Verantwortung für Deutschland“, also Machtbeteiligung und damit Kompatibilität mit der Agenda der Eliten, die den politischen Kurs des deutschen Imperialismus bestimmen. Und das sind nach Lage der Dinge immer noch die üblichen Verdächtigen, also die Besitzer der Produktionsmittel, die finanzkapitalistischen Eliten, die Netzwerke der Superreichen, der Konzerne und der „Investoren“, kurz: die Epsteinklasse, unsere Bourgeoisie.

Wollen wir die loswerden, jedenfalls ihre politische Macht brechen und ihr die Möglichkeit nehmen, unser aller Leben zu bestimmen und zu kontrollieren und uns demnächst für ihren Krieg gegen Russland zu verheizen? Oder wollen wir sie nur untertänig (also durch Wahlen) darum ersuchen, doch bitte nicht so „unfähig“ zu sein und unseren Idealen einer gerechten bürgerlichen Ordnung zu entsprechen, auf die sie, wenn’s hart auf hart kam, immer schon geschissen haben und eher einen Faschismus installieren, als unsere Interessen zu berücksichtigen? 

Klärung der Verhältnisse durch NATO und ukrainische Stellvertreter: Vernichtung der Ukraine in ihrer bestehenden Form oder Kapitulation Russlands

Nachstehend in Übersetzung die wesentlichen Auszüge aus Scott Ritter‘s neuestem Substack-Artikel „The Flamingo Effect”.

Der Text befasst sich mit dem britisch-amerikanischen Angriff auf die strategische Waffenproduktionsstätte in Votkinsk (ausgeführt unter dem fadenscheinigen Cover eines ukrainischen „Flamingo“-Cruise Missile Einsatzes), eine Eskalation des NATO-Kriegs gegen Russland, die in ihrer Tragweite und ihrer wohl ebenso leichtfertigen wie beabsichtigten Provokation Russland ganz sicher zu einer Reaktion zwingen wird.

Es dürfte mittlerweile auch dem Naivsten klar sein, dass der Kollektive Westen (sowohl die „Vermittler“ spielenden Amerikaner als auch die offen komplett russophob auftretenden Europäer) an keiner Stelle von ihrem Ziel ablassen, Russland die strategische Niederlage zuzufügen, die sie seit spätestens 2014 planen und umsetzen. Dafür wollen sie auch einen direkten Krieg mit Russland in Kauf nehmen, der nach Lage der Dinge schnell in den Dritten Weltkrieg und die Zerstörung Europas münden wird.

In der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 2026 feuerte die Ukraine eine Mittelstreckenrakete auf das Maschinenbauwerk Wotkinsk ab, eine strategische Verteidigungsindustrieanlage in der Republik Udmurtien, etwa 1.300 Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt. Die mit einem 1.000 Kilogramm schweren Sprengkopf ausgestattete Rakete traf ein Gebäude, in dem sich die Werkstatt 19 befindet, eine wichtige Werkstatt für Galvanisierung und Stanzen. Hier führen russische Techniker die Metallstanz- und Umformprozesse im Zusammenhang mit der Herstellung von Raketenkörperelementen sowie die galvanische Bearbeitung von Teilen durch, einschließlich der Aufbringung von Schutz- und Funktionsbeschichtungen und der Oberflächenvorbereitung für die weitere Montage. Die Werkstatt 19 spielt eine entscheidende Rolle bei der Herstellung einiger der strategisch wichtigsten ballistischen Raketen Russlands. Der Sprengkopf der Flamingo riss ein 30 mal 24 Meter großes Loch in das Dach des Gebäudes und setzte dessen Inneres in Brand. Mindestens 11 Arbeiter wurden bei dem Angriff verletzt.

Es ist nicht bekannt, inwieweit der Angriff auf Werkstatt 19 die Fähigkeit Russlands beeinträchtigt hat, strategisch wichtige Raketen wie die Interkontinentalraketen (ICBM) Topol-M und Yars sowie die U-Boot-gestützte ballistische Rakete Bulava herzustellen. Die Raketen Iskander und Oreshnik werden im Werk in Wotkinsk hergestellt, ebenso wie die Forschung und Entwicklung an nachfolgenden strategischen Trägersystemen wie der Interkontinentalrakete Kedr.

(…)

Russland steht an einem Scheideweg.

Kurzfristig muss Russland eine Lösung für die Bedrohung durch Flamingo für Wotkinsk und andere strategische Verteidigungsindustrien im Ural finden, die nun von Angriffen bedroht sind (z. B. eine Produktionsstätte für Feststoffraketenmotoren in Perm). Angesichts der Rolle, die Europa bei der Entwicklung, Finanzierung und Herstellung von Flamingo spielt, würde eine Reaktion, die sich auf Angriffe auf Ziele innerhalb der Ukraine beschränkt, keine grundlegende Veränderung bewirken.

Die Raketen würden weiterhin gebaut und auf strategische Ziele tief im Inneren Russlands abgefeuert werden.

Wenn Europa nicht ein für alle Mal davon abgehalten wird, der Ukraine diese Art von militärischer Hilfe zu leisten, läuft Russland Gefahr, einen Tod durch tausend Schnitte zu sterben.

Aber dann stellt sich die größere Frage, was mit der Ukraine selbst geschehen soll. Russland befindet sich derzeit in langwierigen „Friedensverhandlungen“ mit der Ukraine unter der Aufsicht der Vereinigten Staaten, die nun – dank des Angriffs auf Wotkinsk – als kaum mehr als ein Deckmantel für die Ukraine entlarvt wurden, um militärische Kapazitäten aufzubauen, mit denen sie das strategische Hinterland Russlands angreifen kann, um Russland zu zwingen, den Konflikt zu Bedingungen zu beenden, die weniger günstig sind als die zuvor von Präsident Putin festgelegten.

Wenn der russisch-ukrainische Konflikt unter solchen Bedingungen endet, dann wird Russland genau das zugestanden haben, was es im Dezember 2021 noch als rote Linie bezeichnet hatte – die Stationierung von NATO-nahen Mittelstreckenraketen auf ukrainischem Boden.

Dies würde in jeder Hinsicht eine strategische Niederlage für Russland bedeuten.

Es ist höchste Zeit, dass Russland aufhört, sich an solchen selbstzerstörerischen Maßnahmen zu beteiligen. Die Vereinigten Staaten sind in dieser Hinsicht kein vertrauenswürdiger Verhandlungspartner – der versuchte Mordanschlag auf Präsident Putin am 29. Dezember 2025 durch 91 ukrainische Drohnen, die von der CIA zu ihrem Ziel gelenkt wurden, sollte diese Tatsache unterstreichen. Die fortgesetzte Anwendung von Sanktionen durch Präsident Trump, die darauf abzielen, die russische Wirtschaft zu lähmen, sollte nicht als „Business as usual“ betrachtet werden, sondern vielmehr aus der Perspektive ihres derzeitigen Urhebers, Finanzminister Scott Bessant, der sich solche Sanktionen als „Russland in die Knie zwingen“ vorstellt, also als einen buchstäblichen Akt der Kapitulation.

(…)

Die Trump-Regierung strebt keinen für beide Seiten vorteilhaften Frieden mit Russland an, sondern möchte einen strategischen Sieg über Russland erringen, genau wie zuvor die Biden-Regierung.

Wenn dies vor dem Flamingo-Angriff auf Wotkinsk noch nicht klar war, gibt es jetzt keine Entschuldigung mehr dafür, dass es nicht schmerzlich offensichtlich ist.

Einfach ausgedrückt unterstreicht der Angriff auf Wotkinsk die Tatsache, dass die Ukraine in ihrer derzeitigen Form nach Beendigung des Konflikts nicht weiter bestehen darf. Wie der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew betont hat, ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein „grüner Käfer“, der „zerquetscht“ werden muss.

Das Gleiche gilt für die gesamte bestehende ukrainische Regierung. Es gibt keine Wahl, die die Missstände in der Ukraine unter den bestehenden Rahmenbedingungen beheben könnte – General Valerii Zaluzhny, der vom Vereinigten Königreich favorisierte Kandidat als Nachfolger von Selenskyj, ist ein Banderist, und Kirylo Budunov – Amerikas auserkorener Nachfolger – ist ein Terrorist, der russisches Blut an seinen Händen hat.

Wenn die Ukraine unversehrt überlebt, dann auch das Raketenprogramm FP-5 Flamingo, was bedeutet, dass Russland nie wieder ohne die Angst vor einem ukrainischen Angriff schlafen gehen kann.

Das FP-5 Flamingo muss vollständig vernichtet werden.

Und um das zu erreichen, muss auch die Ukraine in ihrer derzeitigen Konfiguration vernichtet werden.

Dies ist die eigentliche Definition einer existenziellen Frage für Russland.

Eine Frage, die auch eine angemessene Antwort an Europa erfordert.

Alles andere würde als nichts weniger als eine Kapitulation Russlands interpretiert werden. 

https://open.substack.com/pub/scottritter/p/the-flamingo-effect

Ein wunderbarer Morgen in der besten aller Welten

Alles wie immer auf der wertewestlichen Titanic. Das Bordorchester spielt das beliebte Potpourri „Hurra, uns geht‘s so gut, solange wir in den Urlaub fahren und uns Flachbildschirme leisten können!“, während jeder versucht, sich am Buffet möglichst viel in die (Backen-)Taschen zu stopfen, bevor die anderen es tun, „denn so ist der Mensch nun mal!“.

Völkermord in Gaza? Unterstützung der Nazi-Terroristen in der Ukraine? Kriegsvorbereitung gegen Russland? Schrankenlose Ausplünderung und Erpressung aller, die sich nicht wehren können, ob Staaten der globalen Mehrheit oder die lohnarbeitende Klasse in den imperialistischen Kernländern? Alles egal, solange man die eigene Schnauze in den Futtertrog des Imperiums stecken kann und dort noch ein paar Krümel findet. Und solange man sich den Lippenstift der Entertainment-Industrie aufs eigene kleine Gierschnäuzchen malen kann.

Ich bin froh dass ich so alt bin und das Elend nur noch als Beobachter verfolgen muss. Dass ich wegen Armutsrente arbeiten muss bis ich in die Kiste steige, ist verkraftbar im Vergleich zu dem, was auf die jüngeren Generationen zukommt. Es sei denn, sie wehren sich gegen die imperialistische Gesamtverarsche, der sie rund um die Uhr unterzogen werden. Aber danach sieht’s nicht us.

Wie man sieht, bin ich heute Morgen wieder bestens gestimmt.

Fünf Minuten Gruselfahrt in der ARD-Geisterbahn

Ich hab eben 5 Minuten in die Verblödungssendung „Caren Miosga“ hineingeschaut und sah meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

Die anwesenden Imperialismuszäpfchen und akademischen Machtnutten aus Politik, Medien, Hochschulbetrieb und Think-Tanks waren sich alle einig, dass „Europa“, also „wir“, im Kern aber das nationale WIR des deutschen Imperialismus, zur Erlangung „unserer“ Souveränität die Atombombe brauchen.

Erstaunlich daran war, dass der diesbezüglich noch vergleichsweise Zurückhaltendste der gruseligen Runde der CDU-Politiker Laschet war – die übrigen Gesprächsteilnehmer hätten wohl am liebsten sofort Deutschland umfassend nuklear bewaffnet.

Nicht dass hier nicht schon massenweise Nuklearwaffen rumliegen, nämlich diejenigen der transatlantischen Vormacht (der neuerdings ja nicht mehr so recht über den Weg zu trauen ist), aber es geht den Standortnationalisten natürlich explizit um nukleare Bewaffnung unter DEUTSCHER Kontrolle.

Den unappetitlichsten Eindruck hinterließ – neben dem bei all diesen Figuren vorhandenem Einverständnis bzw. der vollständigen Identifikation als Staatsbürger mit der Regierungsagenda von Aufrüstung, Kriegsplanung und militaristisch-reaktionärem Staatsumbau – die aufdringlich dumme Moderatorin, die mit schulmädchenhafter Intelligenzsimulation und Bedenkenträgerei nicht in Frage zu stellende Katechismen idiotischen Untertanentums aufsagte, wie in dem lapidar dahergesabbelten Nebensatz „Nun gibt es ja die russische Bedrohnung…“

Sie sagte das im Ton einer so unverrückbaren wie selbstverständlichen Feststellung eines Sachverhaltes, dessen Realität jeder kennt und teilt, so wie man beim Blick aufs Thermometer bei Minusgraden feststellt, dass es kalt ist.

Denn davon sind sie alle überzeugt, davon gehen sie alle aus – jedenfalls in der Öffentlichkeit, auch wenn man bei Doofmariechen wie Miosga unterstellen muss, dass sie diese Lüge tatsächlich glaubt.

All diese Talkshows und „Diskussion“ vortäuschenden Runden gegenseitiger Bestätigung und verständnisvoller gemeinsamer Erwägung, wie man die regierungsamtliche Kriegsvorbereitung gegen Russland nun am besten umgesetzt kriegt – all das ist auf der Lüge von der russischen Bedrohung aufgebaut.

Ich möchte gerne diese Welt (und den dystopischen Albtraum einer Republik, die solche „Diskussionsrunden“ als meinungsbildende Propaganda fürs Massenpublikum inszeniert) verlassen. Ich weiß nur nicht, wohin.