Horst Mader schrieb: „Einschätzung Für die junge Bewegung ist das ein ernstes Problem. Wer dauerhaft politisch etwas verändern möchte, muss verhindern, dass gewaltbereite Gruppen die eigenen Veranstaltungen dominieren. Das ist auch eine organisatorische Herausforderung, die nicht kleingeredet werden darf. Gleichzeitig wäre es ein Fehler, nun die gesamten Proteste auf brennende Absperrungen zu reduzieren. Die Gewalt muss klar benannt werden. Die Verantwortlichen müssen ermittelt werden. Aber die gesellschaftlichen Forderungen der friedlichen Demonstrierenden verschwinden dadurch nicht. Und eine weitere Frage wird jetzt wichtig: Wie reagieren die Veranstalter selbst auf die Ausschreitungen? Distanzieren sie sich glaubwürdig, und welche Konsequenzen ziehen sie für weitere Aktionen? Daran wird sich zeigen, ob aus dieser ersten großen Mobilisierung eine verantwortungsbewusste und langfristig handlungsfähige Bewegung werden kann.“
Die sollen sich benehmen, sonst werden wir sie zähmen! Protestieren? Soll‘n sie machen. Was verändern? Ist zum Lachen. Das zu verhindern haben wir doch unsern schönen Rechtsstaat hier! Demokratie ist, wenn im Land alles fest in unsrer Hand ist, und somit dieses Staates Walten bleibt wo‘s ist: bei uns, den Alten.
Als Individuen und als Gesellschaft sollten wir1 in der Lage sein, so viel arbeits(zwang)freie Zeit wie möglich zu haben. Zum Beispiel, um uns mit Konzepten wie der Struktur der Raum-Zeit, dem Quantenschaum und dem Fermi-Paradoxon auseinanderzusetzen und um die Neugier und den Erfindungsreichtum unserer Spezies in die kontinuierliche Verbesserung des Lebens für alle auf diesem einzigartigen Planeten zu lenken.
Stattdessen verbringen wir als Einzelne und als Gesellschaft den Großteil unseres Lebens damit, ums Überleben zu kämpfen in einer kapitalistischen Konkurrenzgesellschaft, die nicht nur Reichtum für wenige und Armut für viele schafft, sondern die unvermeidlich zu Kriegen und zur Naturzerstörung führt.
Entweder wir befreien uns vom Kapitalismus als Herrschaftssystem, oder wir sind zum Aussterben verurteilt.
Ich erlaube mir ausnahmsweise mal, das dümmliche „Wir“ zu benutzen, mit dem bürgerliche Ideologen eine irgendwie gesamthaft verantwortliche abstrakte Menschheit für das zivilisatorische Desaster verantwortlich machen, das die barbarische Grühstufe der Menschheitsentwicklung – auch als „Kapitalismus“ bekannt – bewirkt. Man sehe mir das nach.↩︎
Da hinten kommt, ich seh‘s genau, Der Muselmann mit seiner Frau. Man sieht sie durch die Straßen wandern, einer hübsch hinter dem andern.
Sie hinter ihm, und nicht daneben: So museln sie sich durch das Leben und durch die Mühsal dieser Welt, weil solches dem Allah gefällt.
Es zieht die Frau vom Muselmann sich gerne einen Kaftan an; ein Kopftuch muss das Haupt bedecken, denn sie muss ihr Haar verstecken:
„Das Haar bedeck‘ mit züchtig Tuch!“ So steht‘s im dicken Muselbuch, in dem Mohammed aufgeschrieben, was im Gedächtnis ihm geblieben
Von dem, was Gott ihm klar gemacht in mancher bang durchwachten Nacht. Vor allem machte Allah klar: “Die Muselfrau bedeck‘ ihr Haar!
So ziemt es ihr und allen Frommen auf dass sie nicht abhanden kommen! Denn wenn sie ihre Haare zeigt, der Muselmänner Triebkraft steigt, Und ist die Triebkraft erst gestaut, der Muselfreund die Frau dir klaut!“
Das leuchtete Mohammed ein und er trug‘s in die Sure ein als Muselregel Nummer sieben, und dabei ist‘s bis heut geblieben.
Wenigstens haben die durchweg hässlichen und grobschlächtigen (Ausnahme Musiala und Amiri) fußballerischen Repräsentanten des BRD-Imperialismus heute ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Es ist zu wünschen, dass das recht bald auch den politischen Charaktermasken dieses lernresistenten Volkskörpers so ergeht (Russland arbeitet angeblich schon dran).
Gut, wenn der nationale Größenwahn den verdienten Dämpfer verpasst bekommt, und wenn’s nur bei den Kickern ist.
Kaum etwas ist erfreulicher als die betretenen und beleidigten Gesichter der national kostümierten Narren, die um die hemmungslose Identifikation mit ihrer idealisierten Staatsmacht („Nation“) geprellt worden sind, kaum etwas unterhaltsamer als das ratlose Gestammel der „Experten“, die sich um ihr Recht auf deutsche Größe und Erfolge betrogen sehen und im Nachhinein immer schon alles vorher gewusst haben.
Ich habe heute Abend durch Zufall etwas mitkriegen müssen, was ich sonst tunlichst vermeide, nämlich die Nachrichten im staatlich kontrollierten Propagandasender der BRD. Ist so passiert, weil ich in das Spiel Spanien – Cabo Verde reingeschaut hatte; im Anschluss daran kam gleich die „Tagesschau“.
Wenn man seit Jahren entwöhnt ist von derlei Volksverhetzung und -verblödung, empfindet man dabei eine Mischung von Entsetzen und Amüsement, übergehend in Ekel, über die dümmliche und rotzfreche Chuzpe, mit der dieses Format sogenannte Nachrichten für die gleichgeschaltete Volksgemeinschaft aufbereitet.
Immerhin weiß ich jetzt, dass die aktuelle Sprachregelung für die imperialistischen Kernstaaten, die sich in den G7 versammeln, nicht mehr „die größten westlichen Industriestaaten“ ist, sondern jetzt „die größten DEMOKRATISCHEN Industriestaaten“ lautet. Damit ist dem bundesdeutschen Sofadeppen mit einem kleinen Adjektivwechsel untergejubelt, dass alles, was außerhalb der transatlantisch-imperialistischen Epsteinwelt wirtschaftsmäßig unterwegs ist, schon mal auf keinen Fall demokratisch sein kann. Im Gegenteil gehören Nicht-G7-Staaten im Zweifel zu den Autokratien oder – noch schlimmer – Diktaturen, gegen die wir zurecht gerade aufrüsten und Krieg führen oder zu führen beabsichtigen. China und Russland müssen gar nicht mehr erwähnt werden; der gelernte Staatsmedien-Konsument weiß, wer gemeint ist.
Die Vorlesetante hinter dem News-Pult befragt einen Vor-Ort-Journalismussimulanten nach Gesprächsthemen und möglichen Ergebnissen des G-7-Gipfels, speziell aber nach der Reaktion des „Regimes“ – damit ist die Regierung des Iran gemeint – auf Trumps großartigen Erfolg einer Vereinbarung, die den Krieg beenden soll.
Die lächerliche Masche, alles, was sich der imperialistischen Kriegsmaschine zu entziehen versucht oder tatsächlich dagegen opponiert, als Regime statt als Regierung zu bezeichnen, kennt man und überhört es als schmerzfreier Beobachter imperialistischer Propaganda schon fast automatisch – viel interessanter an der Meldung ist jedoch die komplett unkritische Parteinahme und Identifikation der „Tagesschau“-Redaktion mit dem US-Imperialismus und seinen europäischen Vasallen, die in diesem Fall einmal als Gesamtgebilde verstanden werden (sollen).
Dessen universal wohltätiges und vernunftgebotenes Interesse an einer gedeihlichen prosperierenden Weltwirtschaft wird nämlich, so suggeriert uns die „Tagesschau“, andauernd von irgendwelchen fiesen Mullahs, finsteren „Regimen“ und deren Hisbollanten, Hamassiten und sonstigen Allahu-Akbar-Proxies behindert und sabotiert, und zwar durch den naturgegebenen terroristischen Charakter, der diesen Gesellen zu eigen ist.
Dort unten ist jedenfalls wegen all dieser sinnlos bösartigen, also islamischen, vom Iran bewaffneten Freiheitsfeinde immerzu unsere freiheitlich-friedliche Weltordnung in Gefahr, was selbstverständlich einige sehr robuste Antworten erfordert. Diese werden vor allem von unserem amerikanischen Verbündeten gegeben, aber auch die einzige Demokratie im Nahen Osten, der tapfere kleine Judenstaat, ist gerne mit dabei, wenn es darum geht, den Araberhorden ringsum ihre angeborene Lust an Gewalt und Terror auszutreiben.
Ganz schlimm auch eine fürchterlich gruselige Truppe namens Hisbollah, die im Libanon unseren Lieblings-Holocaustopfern, den Israelis, das Leben schwer macht, weshalb diese den Libanon dauerhaft besetzen müssen, um eine Sicherheitszone zu schaffen. Die „Tagesschau“ präsentiert diesen Umstand als so grundvernünftig und keiner weiteren Diskussion würdig, wie wenn man kommuniziert, dass man sich mit Autan einreibt, wenn man in einem Mückengebiet wandert.
Wiederum verdutzt und befremdet die unverhohlene propagandistische Identifikation des staatlichen „Nachrichten“-Propagandaschlachtschiffes mit dem zionistischen Apartheid- und Völkermordstaat und seinen expansionistischen militaristischen Abenteuern.
Zwei-Minuten-Hass: russophobes Highlight der Tagespropagandaschau
Dann aber kommt das Highlight der heutigen Propagandisierung des Volkskörpers: die obligatorischen Zwei-Minuten-Hass gegen den Feind im Osten!
Dieser hat nämlich gestern Nacht – höchstwahrscheinlich aufgrund seiner grundlos bösen und gewalttätigen Russennatur, denn andere oder überhaupt IRGENDWELCHE Gründe für die russischen Angriffe mit Drohnen und Marschflugkörpern erfahren wir nicht – unsere demokratischen Helden in Kiew bombardiert und dabei eine Kloster-Kathedrale beschädigt, die UNESCO Weltkulturerbe ist, darum also für die „ukrainische Identität“ steht – behauptet jedenfalls die Tagesschau.
Tatsächlich ist die historische religiöse Stätte seit Jahren Verfolgung und krimineller Gewalt durch die Kiewer Machthaber ausgesetzt: orthodoxe Mönche wurden vertrieben, Priester inhaftiert, die Stätte wurde entweiht als Plattform für bekannte ukrainischen Nazis wie Dmitro Korchinsky sowie für militärische Zeremonien wie Medaillenverleihungen u.ä. genutzt. Die gestrigen Schäden wurden laut Auskunft russischer Stellen von Kiewer Streitkräften verursacht, entweder durch eine Luftabwehrrakete oder durch vorsätzliche Brandstiftung.
Solche Feinheiten interessieren natürlich die „Tagesschau“ nicht; sie zerrt stattdessen eine „Olexandra“ und eine „Natalja“, jedenfalls nachnamenslose Ukrainerinnen, vor die Kamera, damit sie die Sätze aufsagen, auf die es der Redaktion ankommt und die der Zuschauer wissen soll: Der Russe will die ukrainische Kultur zerstören! Er will die Identität der ukrainischen Nation eliminieren, denn eine Nation ohne Identität lässt sich einfacher auslöschen, beziehungsweise nach Russland absorbieren!
Nachdem so die dämonische Natur das russischen Untermenschen – hinterlegt von beschädigten und brennenden Kathedralenkuppeln aus allen Perspektiven – mal wieder eindeutig belegt ist, kommt noch ein bedenkenträgerischer weiterer „Tagesschau“-Journalismussimulant vor die Kamera. Dabei handelt es sich um einen deutsch-ukrainischen Hardcore-Propagandisten, den mit allen Wassern transatlantischer pro-ukrainischer Gehirnwäsche gewaschenen Wassili Golod, dessen Statements genauso gut direkt aus dem ukrainischen Präsidialbüro in der Bankova stammen könnten. Golod fasst alles noch mal in zwei oder drei einprägsamen Sätzen zusammen und ordnet es damit für den Staatsfunk-Konsumenten so ein, dass dieser die Propagandahäppchen gut verdauen und lange etwas davon haben kann: „Museen, Kulturzentren, Klöster – Russland greift verstärkt die Orte an, die für die historischen Wurzeln der Ukraine stehen…“
Wäre die „Tagesschau“ eine Nachrichtensendung und kein staatliches Propagandaorgan der kriegführenden BRD-Regierung, könnten wir tatsächlich Informationen erhalten über den gestrigen Luftschlag Russlands auf Kiew und andere Orte in der Ukraine.
Die Angriffe galten folgenden Zielen:
JSC „Kiewer Radarwerk“, das Komponenten für unbemannte Langstreckenflugzeuge entwickelt und herstellt sowie militärische Radarsysteme produziert und repariert;
einer Werkstatt für die Produktion und Einsatzvorbereitung (Einstellung) von Lang- und Mittelstrecken-UAVs auf dem Gelände des Dovzhenko-Filmstudios;
LLC „Unmanned Technologies“, die die groß angelegte Montage ausländischer Komponenten für Langstrecken-Angriffs-UAVs durchführt;
JSC „Mayak-Werk“, das Kampfkomponenten für UAVs und Startbeschleuniger für „Flamingo“-Marschflugkörper herstellt;
JSC „Burevestnik-Werk“, das Lang- und Mittelstrecken-UAVs sowie Radargeräte für die Streitkräfte der Ukraine herstellt;
LLC „Ukr Arm Tech“, die Kampfkomponenten (Munition) für UAVs und verschiedene Raketentypen montiert;
JSC „Kyiv Aggregate Plant“ und „Civil Aviation Repair Plant No. 410“, die Luft- und Raumfahrzeuge, Flugzeugturbostrahltriebwerke sowie Komponenten für Lang- und Mittelstrecken-UAVs herstellen;
JSC „New Mail Innovation Terminal“, das Dual-Use-Produkte liefert und lagert, unter anderem für die Herstellung von UAVs, Roboterkomplexen und elektronischen Kampfsystemen;
Darüber hinaus wurden Militärflugplätze in Wasilkow, Uman, Tscherkassy und Krasna Slobodka sowie territoriale Rekrutierungszentren in Kiew getroffen.
Eine Unterhaltung mit Claude über die Wechselwirkung zwischen verschiedenen Quantenfeldern, die sich in der Raumzeit überlagern und überhaupt erst das hervorbringen, was wir als Materie wahrnehmen, entwickelt sich in eine interessante Richtung. Theoretische Physik ist stellenweise so mystisch, dass man ganz trunken davon wird. Hicks.. äh: Higgs!
Ich:
Mich würde ganz grundsätzlich einmal interessieren, wer auf solche Gedanken kommt, wer diese Theorien aufstellt und ausarbeitet. Das ist für mich kaum nachvollziehbar. Also Elementarteilchen, sagst du, gewinnen ihre Masse dadurch, dass sie in eine Wechselwirkung mit dem Higgs-Feld Welt eintreten. Ich meine, wie kommt man auf so etwas? Welche Beobachtungen oder theoretischen Überlegungen bringen einen auf das Konzept eines weiteren Feldes, das dann auch noch den gesamten Raum oder die Raumzeit durchzieht…?
Claude so:
Was Felder überhaupt sind
Das ist der philosophisch spannendste Teil. In der Quantenfeldtheorie, die seit den 1940ern das grundlegende Rahmenwerk ist, sind Felder das Primäre, nicht Teilchen. Teilchen sind nur lokale Anregungen dieser Felder, so wie eine Welle kein eigenständiges Objekt ist, sondern eine Störung im Wasser.
Es gibt für jede Teilchensorte ein eigenes Quantenfeld:
Elektronenfeld
Quarkfelder (mehrere)
Photonenfeld (elektromagnetisches Feld)
Gluonenfeld
und eben das Higgs-Feld
Alle diese Felder durchziehen den gesamten Raum, überlagern sich, wechselwirken miteinander. Was wir als “Materie” wahrnehmen, sind Knotenstrukturen in diesen Feldern.Was das Higgs-Feld besonders macht: Es hat einen sogenannten Vakuumerwartungswert, es ist auch im leeren Raum nicht null. Alle anderen Felder sind im Vakuum im Grundzustand gleich null. Das Higgs-Feld “hängt” sozusagen dauerhaft auf einem erhöhten Energieniveau, und genau das ist der Mechanismus, durch den Teilchen Masse bekommen.
Woher kommt die Intuition dafür?
Das ist das eigentlich Verblüffende. Mathematiker wie Riemann oder Minkowski entwickelten geometrische Strukturen, ohne irgendeine physikalische Anwendung im Sinn zu haben. Jahrzehnte später stellte sich heraus, dass die Natur genau diese Mathematik benutzt. Einstein hat das für die Gravitation gezeigt, die Quantenfeldtheoretiker für den Rest.
Diese Physiker denken buchstäblich in Symmetriegruppen, Lie-Algebren, Lagrange-Funktionalen. Die Frage ist nicht “was beobachten wir?”, sondern “welche mathematische Struktur ist konsistent und schön genug, dass die Natur sie benutzen könnte?” Das klingt fast mystisch, ist aber empirisch erstaunlich erfolgreich.
Feynman hat das selbst so beschrieben: Er konnte physikalische Probleme bildlich sehen, als bewegte Strukturen im Raum, und die Mathematik war für ihn nur die Sprache, dieses Bild aufzuschreiben. Higgs hingegen war eher der klassische Mathematiker, der die Gleichungen führte.
Die tiefere Frage, die du implizit stellst, warum die Natur überhaupt mathematisch strukturiert ist, ist bis heute offen. Wigner nannte das 1960 “the unreasonable effectiveness of mathematics in the natural sciences”. Niemand weiß wirklich, warum das so ist.