Es ist immer gleichzeitig erhellend und unterhaltsam, Scott Ritter zuzuhören. Als ehemaligem US-Marine ist ihm eine drastische und deutliche Sprache zu eigen, die oft durchzogen ist von dem sehr amerikanischen, breitbeinigen Dicke-Eier-Auftreten, das man von den Amis oft zu hören kriegt.
Abgesehen davon ist und bleibt Scott ein kenntnisreicher Analyst internationale Beziehungen, vor allem denjenigen, die sich (vermutlich) hinter den Kulissen abspielen. Man muss nicht alles zu 100% für bare Münzen nehmen, was er so redet. In dem jedoch, was er hier über Europas verhängnisvollen Weg in die Bedeutungslosigkeit (und das ist schon sehr schmeichelhaft ausgedrückt) sagt, steckt mehr als ein Körnchen Wahrheit:
„Europa muss begreifen, dass, wenn die Zeit gekommen ist und es zum Zusammenbruch kommt – und es wird einen Zusammenbruch geben –, ihr nicht auf Augenhöhe mit Amerika darüber verhandeln werdet, wie ein Europa nach dem Zusammenbruch aussehen wird. Amerika wird euch die Bedingungen diktieren, und diese Bedingungen werden euch nicht gefallen.
An alle Europäer da draußen, die sich die Nase zuhalten und sagen: „Wir werden niemals russische Energie kaufen!“, lasst mich euch verraten, wie eure Zukunft schon jetzt aussieht. Ihr werdet in russischer Energie versinken, denn das ist euer einziger Weg, an Energie zu kommen – erschwingliche Energie in ausreichender Menge, um euren erbärmlichen Kontinent zu retten.
Und Amerika wird die Kontrolle darüber haben. Welche Gewinne auch immer erzielt werden – sie werden nicht nach Europa fließen. Sie werden in die Vereinigten Staaten fließen. Wir besitzen euch. Wir werden euch immer im Griff haben. Und ihr habt einen fatalen Fehler begangen, indem ihr den Mann vor den Kopf gestoßen habt, der zumindest die Folgen eures Zusammenbruchs hätte abmildern können, denn ihr befindet euch gerade im freien Fall.
Ihr befindet euch im freien Fall. Und wisst ihr, die andere Sache ist, dass niemand auf der Welt diesen Verlust betrauert. Man könnte meinen, die Leute würden sagen: „Oh, es ist eine Schande, das mitanzusehen, wisst ihr, das Fundament der globalen Kultur.“ Nun, das ist die eurozentrische Sichtweise, dass sich alles um Europa dreht. Aber heute, in einer multipolaren Welt, kratzen sich die Menschen am Kopf und sagen: „Hm, Europa war so etwas wie ein kolonialer Kontinent, der um die Welt zog und schreckliche Dinge tat.“
Weltweit herrscht viel Groll gegen euer Europa, und das spielt sich heute auf den Straßen ab, wenn die Einwanderer strömen und sich nicht assimilieren wollen. Es gibt diesen biblischen Ausdruck: „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“ – und dieser Sturm fegt gerade über Europa hinweg, und ja, ihr habt eine Statue aufgestellt … alle Europäer sollten sich um diese Statue versammeln und sich fotografieren lassen, solange sie noch können, und sich für einen Moment gut fühlen, denn die Hölle kennt keinen Zorn wie den einer verschmähten Frau – außer dem eines verschmähten Narzissten.
Und wenn man den bösartigsten Narzissten der Welt verspottet, wird man den Preis dafür zahlen. Es ist dumm, diese Statue aufzustellen. Nein, es ist ein immer wiederkehrendes Thema, dieser Moralismus: Sie tun Dinge, durch die sie sich tugendhaft und überlegen fühlen, die aber letztendlich zu einem schlechteren Ergebnis für sie selbst führen. Und das war auch Teil des Problems bei ihrem Umgang mit den Russen. Sie glauben, sie hätten die moralische Überlegenheit, sie hätten die Gerechtigkeit auf ihrer Seite, also verhalten sie sich auf eine Weise, die so destruktiv ist und keinen Sinn ergibt.“
Da gibt’s nicht viel zu erzählen. Alle hatten Spaß und freuten sich an den bunten Herbstblättern und den lustigen Wesen, die daraus entstanden, begleitet von Wiener Walzer und Schlager aus den Jahrzehnten 1940-1980.
Ein kurzweiliger Nachmittag für Leute, die bis auf wenige Ausnahmen aus der Arbeiterklasse kommen, es nie einfach hatten im Leben und auf ihre alten Tage behandelt werden wie die ausgedienten, nicht mehr profitabel einsetzbaren Kostgänger, die sie aus Sicht eines kriselnden Klassenstaates sind.
Zum Schluß freuen sich alle über ihre Werke, bewundern die Ausstellung an der Schrankwand und ziehen stolz von dannen, um zum Abendessen die abgezählten Wurst- und Käsescheiben auf Billigbrot zu verzehren, die im Tagesbudget von 5 Euro pro Person drin sind. Dazu Kräuter- oder Früchtetee aus kleinen Thermoskannen, in denen immer viel zu viele Beutel das ganze Abendessen lang drin hängenbleiben.
In den alten Büchern steht, was weise ist: Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit Ohne Furcht verbringen. Auch ohne Gewalt auskommen, Böses mit Gutem vergelten Seine Wünsche nicht erfüllen, sondern vergessen, Gilt für weise. Alles das kann ich nicht: Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
Am Anfang steht die ziellose Zeichnerei am iPad. App: SketchBook Pro mit einem weichen Bleistift aus den Standard-Tools. Grok macht daraus dann eine etwas plastischere, sepia-farbene Version. Diese wird mit in PicsArt mit einem der bordeigenen Tools („KI-Expand“) in ein Querformat gebracht, das zurück an Grok geht.
Ab dem Punkt ist der Verlauf des Filmes Zufall bzw. abhängig von den Ideen oder Bildern, die in meinen Gedanken erscheinen. Und diesem Fall legte die höhlenartige Szenerie ein paar Monster oder Dämonen nahe, die sich dort tummeln. Von Dämonen ist es nicht weit zu Engeln, von unten nicht weit zu oben und die Vereinigung der komplementären Aspekte der conditio humana lag ja schon in dem Milarepa-Zitat mehr, das ich unter die Zeichnung geschrieben hatte.und der Wunsch nach Friedlichkeit und einem Ende der finsteren Zeiten, in denen wir leben müssen, liegt in der Luft – in einer Welt, in der schon wieder „das arglose Wort töricht ist und eine glatte Stirn auf Unempfindlichkeit hindeutet“, wie der große Brecht dichtete.
Ach ja: die Prompts für Grok ließ ich mir von Claude, meinem getreuen KI-Assistenten, sachgerecht im Regisseurs- und Cineastenjargon formulieren.
“What appears as a demon, what is called a demon, what is recognized as a demon, exists within a human being himself and disappears with him.” ― Milarepa
So bellizistisch und russophob wie die „SZ“ sich inzwischen gibt, ist kaum anderes zu erwarten als solche hysterische Schlagzeilen über die symbolische Geste von AfD und BSW in Richtung Diplomatie und Frieden.
Insofern aber auch ein schöner Ausdruck des Wahnsinns, der die herrschende Klasse und ihre Hofmedien reitet: die unbedingte Kriegsbereitschaft des deutschen Imperialismus ist mittlerweile so unumstößlich, dass schon die ANDEUTUNG einer Abweichung vom Kriegskurs des ultimativen Verrats verdächtigt wird.
Schon verminderter Speichelfluss beim Ertönen des „Putin!!!“-Glöckchens lässt unsere Pawlow‘sche Pressefront kaltschweißig werden und „den Umsturz des europäischen Staatensystems“ wittern.
Die infantile Limitierung auf das eigene Freund-Feind-Denken ist das eigentlich Gruselige daran.
Es hat aber auch etwas Shakespeare-mäßiges. Ein epochales Drama archetypischen Ausmaßes. Das Ringen der Kräfte des Guten mit den Mächten der Finsternis, von letzteren dargestellt als umgekehrtes Verhältnis, in dem SIE die Guten und der Feind der Dämon und Aggressor ist. Monumentale Korruption, Gier, Hass, Mord, Krieg und sagenhafte Abgründe menschlicher Verrohung und Verkommenheit.
Und DROGEN. Die Ukraine wird in späteren Geschichtsbüchern das sein, was Sodom und Gomorra im Alten Testament sind. Wenn Selenskij bei seiner Flucht zurückblickt, wird er zur Kokain-Säule erstarren.
Der moraltriefende Freund und Förderer ukrainischer Nazis und israelischer Völkermörder Johnny Whatafool lügt entweder berechnend oder er glaubt seine provokativen Lügen wirklich. In beiden Fällen disqualifiziert er sich selbst für ein Amt, das Gespräch, Verständigung, Diplomatie gerade auch mit Staaten erfordert, die gegensätzliche Interessen haben.
Die aktive Dämonisierung und die arroganten Unverschämtheiten, die dieses Knittergesicht in Richtung der Russischen Föderation und ihres Präsidenten ausspuckt (eines Präsidenten übrigens, der im Gegensatz zur Lachnummer Wadephul und der republikweit zutiefst unbeliebten Bundesregierung eine überwältigende Zustimmung im eigenen Land genießt) sind eine berechnende Maßnahme, mit der jeder Art von Gespräch, Verhandlung oder auch nur Kontakt eine Absage erteilt werden soll. Das Ziel ist die Fortsetzung des ukrainischen Koalitionskraches der Westmächte gegen Russland. Dazu betreibt Wadephul eine Feindbildpflege, die an die anti-bolschewistische Propaganda der Hitlerfaschisten erinnert.
Schaut in sein Gesicht. Schaut euch das verkniffene, verbitterte, hasszerfressene Knittergesicht dieses Mannes an, der verkündet, dass „Russland immer unser Feind“ sein würde.
Die einzige Grausamkeit, die hier am Werk ist, ist diejenige des Schicksals:
Diesen mental herausgeforderten Giftzwerg in ein öffentliches Amt zu setzen – und noch in eines, das Intelligenz und Gesprächsbereitschaft erfordert – ist das Schlimmste, was man dem überforderten und hasserfüllten Husumer Russenfresser antun konnte.
Es ist eine Fokusumkehr. Der Fokus geht von den Mitteln zum Zweck und wieder zurück.
Die FASCHISTISCHE Unterdrückung, Überwachung, Zensur, Verfolgung und Bestrafung wurde – jedenfalls in Westdeutschland – als eine Art gemeine, aber grundlose Boshaftigkeit von „den Nazis“ vorgestellt. Die Nazis waren, unter der Führung des Mannes mit dem Bärtchen, wie Aliens über die Deutschen gekommen und haben die armen, unschuldigen Deutschen dann irgendwie gekapert.
Der ZWECK des faschistischen Staates, seine imperialistische Außenpolitik, die Unterstützung für Diktatur und Vernichtungskrieg aus den Reihen der Hochfinanz und des Industriekapitals – all das wird wohlweislich verschwiegen, und der ganze Faschismus wird dargestellt als ein Betriebsunfall durch die leider völlig unerklärliche Machtversessenheit böser Menschen.
Die DEMOKRATISCHE Unterdrückung, Überwachung, Zensur, Verfolgung und Bestrafung dagegen ist im Grunde gut, weil gegen Demokratiefeinde gerichtet, und schon deswegen berechtigt. Sie wird begründet mit dem Schutz der DEMOKRATIE – die nämlich ist der höchste aller Werte und so etwas wie der essentielle Ausdruck des Wahren und Guten. Darum ist sie das optimale System der gesellschaftlichen Organisation.
Gleichzeitig ist DEMOKRATIE – ebenso wie auf der Negativseite das rätselhafte Phänomen der sogenannten Nazis – eine Art mysteriöser, archetypischer Wert, den wir glücklicherweise in Deutschland genießen können, den uns aber (und hier schließt sich der Kreis) „die Nazis“ beziehungsweise ihre heutigen Nachfahren (womit im Wesentlichen alle gemeint sind, die das Regierungshandeln irgendwie kritisieren) vermiesen wollen.
Das geht natürlich gar nicht. Deswegen müssen wir uns – WEGEN UNSERER WERTE! – mit allen Mitteln (auch mit denen, die die FEINDE UNSERER WERTE einst benutzten) dagegen wehren.
„Keep You doped with religion and sex and TV And you think your so clever and classless and free“ (John Lennon: Working Class Hero)