Schöne Spielwiese für Grafiker und Freunde geometrischer Formen und Muster, von Stellan Johansson, einem schwedischer Kreativdirektor und Markendesigner in den Bereichen Spiele, Animation, 3D und visuelle Identität:




Ein paar Beispiele der interessanten Formen (und Muster, und Visualisierungen), die man in unendlichen Varianten auf bookofshapes.com erstellen kann:












Anlässlich meines Erlebens einer weiteren Sonnenumrundung des dritten Planeten (und damit eines weiteren Schrittes in Richtung Abschied von dieser Welt) besuchte mich mein Bruder – und trotz aller betrüblichen Begleiterscheinungen dieses idiotischen Zeitalters verbrachten wir eine kurzweilige und angenehme Zeit miteinander.

„Israelfeindliche Beleidigung“ scheint ein neuer Straftatbestand zu sein.
Scheinbar ist irgendein Zionist mit IDF-Pulli am Rheinufer unterwegs gewesen und hat sich konsequenterweise ein paar Bemerkungen anhören müssen, in deren Gefolge ein Gerangel entstand zwischen Anti-Zionisten und Passanten, die meinten, da eingreifen zu müssen.
Die „RP“ macht daraus „offenen Judenhass in Düsseldorf“. Dem Artikel ist noch nicht mal zu entnehmen, ob der Mann mit dem IDF-Pulli Israeli war oder nicht, die Zeitung weiß aber sofort, dass Anstoßnahme an solch offener Parteinahme für ethnische Säuberung und Genozid nur „Judenhass“ sein kann.
So geht Framing. Die deutschen Weißwäscher des israelischen Apartheid-Regimes bedienen sich der mörderischen Vergangenheit Deutschlands, um die mörderische Gegenwart Israels über jede Kritik erhaben zu machen. Das Abwürgen von Kritik an Besatzung und ethnischer Säuberung in Gaza und der Westbank (zu der Deutschland neben ideologischer und moralischer Unterstützung jede Menge Waffen und Kriegsgerät beisteuert) wird für so wichtig gehalten, dass der Staatsschutz schon bei solchen Vorfällen aktiviert wird.
Wie beim NATO-Krieg gegen Russland wird keine noch so geringe ideologische Aufweichung der Heimatfront geduldet und die Volksgemeinschaft auf klare Feindbilder eingeschworen – zur Not mit Staatsanwaltschaft und Politischer Polizei.

Nichts geht über ein schönes Feindbild, auf das man alles projizieren kann, was man selber plant und treibt.
Und alle paar Tage jubelt man dann dem Publikum unter, das der Feind SCHON WIEDER und IMMER MEHR von seinen Feindseligkeiten auftischt. Weil er so feindselig ist. Warum ist er so feindselig? Na, Weil er der FEIND ist! Und sowieso schon immer WAR!!
Das Publikum nickt erschrocken und gruselt sich auf seinen Sofas noch ein bißchen mehr. Und Vater sagt zur Mutter: „Wie gut, dass unsere Demokratie beinunseren Herrscheen so gut aufgehoben ist! Da schnellen wir doch gerne den Gürtel NOCH ENGER, um den FEIND abzuwehren!“
NZZ,
geh zu Bett.

In dieser Welt läuft alles falsch. Die Brutalen herrschen, die Dummen regieren, Rücksichtslosigkeit und Inhumanität sind die Tugenden, die für das Fortkommen in der Konkurrenzgesellschaft verlangt werden.
„Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ sprach Adorno. Leider können wir nicht anders, als es zu versuchen. Leider – weil Adorno Recht hat und schon der Versuch zum Scheitern verurteilt ist.
Man braucht seine gesamte innere Kraft (sofern vorhanden), um in einer Welt des Wahnsinns, umgeben von bewusst- und machtlosen kapitalistisch konditionierten Untertanen, nicht selber irre zu werden.
Diese Perle aus meinem Skizzenbuch entstand an einem Vormittag in der „Tagesgruppe“, die wir eine Zeitlang für acht bis zehn demente Bewohner der Pflegeeintichtung eingerichtet hatten.
Die Texte sind von einer fast neunzigjährigen Rumäniendeutschen. Viel mehr sagte sie nicht, nur gelegentlich dies. Oft stand sie dabei auf und deklamierte die Sätze wie eine eindringliche Rezitation, fast wie eine Warnung. Dann setzte sie sich wieder hin und versank in der unergründlichen terra incognita ihres inneren Erlebens.

Den Bildtransfer auf eine Gel-Druckplatte wollte ich immer mal mit den Pflegeheim-Bewohnern in unserer „Mal- und Kreativrunde“ machen. Das ist eine relative einfache (und deshalb beliebte) Technik im Mixed-Media-Bereich, um Fotos, Grafiken oder Texte direkt in einen Monodruck einzuarbeiten. Das Prinzip basiert darauf, dass die feuchte Acrylfarbe auf der Platte die Druckerschwärze bzw. den Toner des Papiers anlöst und das Motiv beim Abziehen auf der Platte zurückbleibt.
So weit, so simpel. Außer dass es gar nicht so simpel ist. Das Prinzip schon; das Material – Gelplatten, Farbwalzen, Acrylfarbe, Zeitungsausschnitte oder Laserausdrucke, sonstiger Kram (Blätter, Federn, Stoffe, Blasenfolie usw,) für Texturen – hat man schnell beisammen. Aber man merkt schnell, dass die Sache nicht auf Anhieb so klappt, wie man es sich wünscht und vorstellt.
Die Abfolge der einzelnen Schritte ist schwierig zu merken für Leute wie mich, mit Rechts-Links- bzw. Vorher-Nachher-Schwäche, zumal man sich immer gewahr sein muss, dass das „Negativ-Bild“ auf der Gelplatte die gespiegelte Version von dem ist, was man auf dem Papier sehen will, das man bedruckt.

Außerdem wird in mehreren Farbaufträgen gearbeitet, zusätzlich kommt es auch noch darauf an, wie dick oder dünn der erste Farbauftrag ist (derjenige, der das Bild annehmen soll), wieviel Druck man beim Pressen des Bildes anwendet usw. Und man braucht am besten ein Atelier, eine Werkstatt oder so etwas ähnliches. Farbwalzen und Gelplatten müssen gereinigt werden, Acrylfarben-Tuben oder -Becher stehen und liegen rum, die ganze Angelegenheit ist mit reichlich Farbspritzern, Abfällen, Wassergespritze und kreativem Chaos versehen. Man sollte Arbeitskleidung tragen.
Kurzum, es kann jede Menge daneben gehen. Also hab ich mal einen Gelli-Print Workshop bei Boesner besucht. Viel schlauer bin ich jetzt nicht. Als Ergebnis der fünf Stunden Werkeln hab ich die Erkenntnis mitgenommen: Schnelle Erfolge gibt es eher nicht. Man muss sich an die Technik gewöhnen und den geeigneten Zugang dazu selbst rausfinden – indem man experimentiert und sich häufig mit der Sache beschäftigt.





