Kriegsbegeisterte deutsche Edeljournaille will mehr „Russen töten“

FAZ-Journalist Michael Martens fragt ukrainischen Machthaber, wie man ihm dabei helfen kann, „mehr Russen zu töten“:

Das ist die Geisteshaltung der deutschen politischen und journalistischen Eliten. Wäre das Setting nicht eindeutig im 21. Jahrhundert angesiedelt, könnte es so auch eine Pressekonferenz aus dem Jahr 1941 sein, in der der Frontreporter des „Völkischen Beobachters“ den OUN-Führer Bandera fragt, wie man ihm beim Russenmetzeln unterstützen kann.

Sie WOLLEN den Krieg gegen Russland, und sie werden uns in diese von Anfang an verlorene Auseinandersetzung – in die sie uns mit jedem Tag, mit jeder neuen Meldung, hysterischer hineinhetzen – führen, weil ihnen kein anderer Weg mehr bleibt, um ihr kollabierendes, faulendes, neoliberales westliches Hegemonialsystem zu retten – und weil sie viel zu viel reales und politisches Kapital in ihren Krieg gegen Russland investiert haben.

Mangels ausbleibendem Widerstand seitens der schafsmäßig folgsamen deutschen Bevölkerung bleibt nur die Hoffnung auf die (unterhalb der Nuklearschwelle) überlegene Militärtechnik der russischen Streitkräfte und die völlige Unfähigkeit der westlichen Kriegstreiber, ihre vielbeschworene Hochrüstung so umzusetzen, dass sie ernsthaft daran denken könnten, es mit Russland aufnehmen zu können.

Politische Ökonomie von Gefühlssozialisten: Schuld an allem ist die Gier

„“Gierige Manager“, das Hauptwerk von Karl Marx, jetzt endlich neu aufgelegt, als schreiendes Hörbuch – und garantiert ohne Kommunismus!

Verfolgen Sie mit, wie Marx seine berühmte Zauberformel G – W – G‘ entwickelt: Gier – Wirtschaft – mehr Gier.

Geplant ist auch eine Wiederveröffentlichung seiner Polemik: „Vergessene aller Länder – wenn ihr sparsam seid, seid ihr die Dummen!“ Sie beginnt so: „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Kämpfen zwischen Gierigen und Ehrlichen, an die wieder niemand denkt.“

Lesen Sie nächste Woche: Hat Martin Schulz recht? Führt der Weg in den Sozialismus nur über die kollektive Aneignung der Produktionsmittel?“

(Danilel Kulla auf Facebook, Januar 2017)


Eins, zwei, drei, vier,
Schuld an allem ist die Gier
Fünf, sechs, sieben, acht,
Weil Reichtum nun mal gierig macht

Die Marktwirtschaft ist uns schon recht,
doch zu viel GIER bekommt ihr schlecht.
Der Manager muss sich bescheiden,
Dann können wir ihn bestens leiden.

NATO-Sprachregelungen: Angriffskrieg auf die Intelligenz des Lesers

Seit Jahren in den Ohren liegt
Die Presse uns mit „ANGRIFFSKRIEG!“:
Das Wort hat jeder hier im Ohr
Man wirft es gern dem Russen vor!

Man sagt, es ist total verkehrt,
Wenn der sich gegen Nazis wehrt
Und NATO in der Ukraine.
Zum bösen Spiel die gute Miene:

DAS soll er machen, und am besten
Sich ausverkaufen an den Westen.
Der Russenkrieg ist deshalb SCHLECHT,
Nur UNSRE Kriege sind gerecht.

„Angriff“ gibt es bei uns nie,
Wir sind ja für Demokratie.
Belgrad, Kabul und Teheran
Die haben uns sehr wehgetan,

Auf unsre Werte frech gepfiffen,
Weshalb wir sie dann ange….
Halt, nein, ein Angriff war das nie!
Die Schuld hatten natürlich DIE:

Durch Eigensinn uns provozieren?
Da müssen wir halt bombardieren.
Dass dies nicht „Angriffskriege“ sind
Das weiß bei uns noch jedes Kind,

WIR: die Guten. DIE: die Bösen.
So steht‘s in der „FR“ zu lesen.
Denn ANGRIFFSKRIEG, jetzt gebt fein acht,
Ist nur, wenn es der Russe macht!

Die Krise hat die Urlaubsorte erreicht: Ein ganz merkwürdiges Jahr

Seit wir vor einer knappen Woche in unserem Urlaubsort in der holsteinischen Probstei, wo wir seit sieben Jahren unseren Jahresurlaub verbringen, angekommen sind, fällt uns auf, dass es hier seltsam leer ist.

Viele Ferienwohnungen sind gar nicht belegt, das Hotel neben unserem Ferienhaus, in dessen Restaurant man morgens die Gäste frühstücken sieht, hat kaum Urlauber im Frühstückssaal, der Strand wirkt selbst am Wochenende geräumig und keineswegs so voller Badegäste wie sonst. Das ist einerseits angenehm, weil man mehr Platz am Strand hat und der Ort nicht so quirlig und belebt ist wie sonst – andrerseits wirkt es mitten in der Sommersaison sehr ungewohnt.

Heute, beim ersten Gang mit dem Hund, unterhalten wir uns über dieses Phänomen. „Ich schätze, die haben hier einen Rückgang von 20 – 25% im Tourismus, so wie das hier aussieht“, sage ich. Die Liebste hält das noch für untertrieben: „Nee, guck doch mal, hier ist doch kaum einer – das müssen um die 40% weniger Leute sein!“

Nun sind solche subjektiv empfundenen Veränderungen natürlich keine Erhebung mit belastbaren Zahlen, aber klar ist, dass deutlich weniger los ist als in den Vorjahren. Wir beschließen, eine zuverlässige Quelle zum Thema zu befragen und begeben uns zum einzigen Supermarkt des Örtchens, dem legendären „Edeka Alpen“. Dort sitzt morgens seit Jahr und Tag eine Rentnerin auf der Bank vor dem Markt, trinkt ihren Kaffee, den sie ab und zu in der angeschlossenen Bäckerei nachschenken lässt und raucht sich eine (manchmal auch mehrere).

Die Dame ist eine wettergegerbte Camperin aus Hamburg, die ihren Wohnwagen das ganze Jahr über auf dem Campingplatz „Grasbleek“ stehen hat und dort von Mai bis September residiert. Sie ist ca. achtzig Jahre at, kommt schon seit über zwanzig Jahren hierher und zählt im Grunde als Einheimische – jeder kennt sie, sie kennt jeden und von ihrem Platz vor dem „Edeka Alpen“ kommentiert sie mit verschiedenen Sitznachbarn schonungslos die Lage und die Leute.

Ich setze mich neben sie, während die Liebste im Markt ein paar Einkäufe erledigt. „Kommt mir das nur so vor, oder ist es hier tatsächlich viel leerer geworden?“ frage ich sie nach dem üblichen Austausch der Begrüßungs- und Höflichkeitsfloskeln (die aus einem kurzen „Moin!“ bestehen).

„Ja, ist wirklich so. Dieses Jahr ist das ganz merkwürdig. Das ist beinah nur halb so viel sonst.“ Sie weist auf den großen leeren Parkplatz, auf den wir gucken. „Kein einziges Auto. Der war sonst voll um diese Jahreszeit. Es ist Hochsaison und kaum jemand ist da. Die leben ja vom Tourismus hier – das werden die zu spüren kriegen!“

Auf Nachfrage berichtet sie, dass es auf ihrem Campingplatz ähnlich ist. Am Wochenende kämen immer noch ein paar Einheimische aus der Umgebung, aber ansonsten ist ein enormer Rückgang an Besuchern zu verzeichnen. „Ich war noch nie so viel alleine in meinem Wohnwagen wie dieses Jahr. Ganz merkwürdig.“

„Die Leute haben kein Geld mehr. Die Alten, die die immer da waren, die sterben weg. Aber die Jungen? Die müssen arbeiten… wenn sie Arbeit haben!“ fügt sie hinzu. „Das ist ein ganz merkwürdiges Jahr“, wiederholt sie noch einmal und zündet sich noch eine Zigarette an.

Ja, es ist ein merkwürdiges Jahr. Finde ich auch. 

Väterliche Botschaft: Nichts haut einen Seemann um

Heute Morgen stand ich mit meinem Hund am Strand, es nieselte, der Wind sorgte für eine ostseeuntypische, relativ starke Brandung, und mir kam das Lied „Nichts haut einen Seemann um“ von Udo Lindenberg in den Sinn.

Unser Vater hatte durch seinen letzten Wunsch, dieses Lied bei seiner Trauerfeier zu spielen, dafür gesorgt, dass es unlöslich mit der Erinnerung an ihn verbunden ist. Heute morgen war das auch so, aber es war mehr als Erinnerung: es war die Präsenz seines Wesens als Mensch – weniger in der Rolle des Vaters,  sondern als der Mann, der er war, mit all seinen Aspekten, Fähigkeiten, Vorlieben und Schwächen.

Die tiefe innere Verbundenheit mit ihm ging in dem Moment nicht nur von mir zu ihm, sondern auch von ihm zu mir. So, als ob wir etwas essenziell Gemeinsames miteinander teilen (was natürlich nahe liegt, da ich zu 50% aus seinem genetischen Material gemacht bin).

Jedenfalls war es ein berührender und schöner Moment der Würdigung des Mannes, der mein Vater war. Oder in gewissem Sinne immer noch ist und immer bleiben wird.

Vor ein paar Tagen hab ich in einem dieser KI-Physikvorträge Richard Feynman darüber reden gehört, dass aus quantenmechanischer Sicht die Unterscheidung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft keinen Sinn hat, und dass auf gewisse Weise jeder Augenblick im Leben jedes Menschen in seiner eigenen quantenphysikalischen Realitätsblase erhalten ist – nicht „bleibt“, sondern IST. Dass also die Toten niemals von uns gehen, sondern auf eine Weise weiter existieren. Oder so ähnlich.

Das erscheint mir sehr einleuchtend. Es würde erklären, warum man nahe Verwandte auch (vielleicht gerade) nach ihrem Tod solcherart wahrnimmt, dass die „Erinnerung“ mehr ist als ein paar Gedächtnisinhalte und Bilder. Fast ist es so, als könnte man sie (bei Eltern wahrscheinlich logischerweise) erst als die Menschen sehen, die sie jenseits ihrer Elternrolle waren, wenn sie nicht mehr unter uns sind.

Geschichten die das Leben schrieb: grüne Bekenntniskrimis

Neuer Trend im Unterhaltungsliteraturmarkt: grün-woke Haltungs- und Bekenntniskrimis!

Die Liebste ist unterwegs mit dem Hund zu einer letzten Runde. Auf der Terrasse der Ferienwohnung liegt einer von etwa 20 oder 30 Krimis auf dem Tisch, deren Lektüre ihr Urlaubshobby ist. Aus lauter Langeweile greife ich mir das Buch, betrachte mir den Umschlag und blättere ein bisschen drin herum.

Nach kurzer Zeit komme ich zu dem Schluss, dass man heutzutage offensichtlich mit jedem Scheiß Geld verdienen kann und dass jeder talentlose Grüne, der meint, ein Krimiautor zu sein, einen Verlag findet, dessen Zielgruppe anscheinend die „Omas gegen Rechts!“ oder die „Grüne Jugend“ ist.

Das holzschnittartige Feindbild des „Zeichen setzenden“ Schreibers passt hervorragend zu dem ungelenk-hölzernen Stil, in dem er seine liberale Erbauungsliteratur verfasst. Russentypische Verschlagenheit und Bosheit der östlichen Freiheits- und Wertefeinde fließt in Nebensätzen in die Geschichte ein; ihre umstands- und kritiklose Absorption wird ohnehin beim Leser vorausgesetzt.

Die unfreiwillige Komik bei der grotesk übertriebenen Schilderung der bösen rechtsextremen Täter – eine ganze Partei gleich, die (subtil, subtil) „AfW“ heißt – entgeht aber vermutlich den ablenkungswilligen Die unfreiwillige Komik bei der grotesk übertriebenen Schilderung der bösen rechtsextremen Täter – eine ganze Partei gleich, die (subtil, subtil) „AfW“ heißt – entgeht aber vermutlich den ablenkungswilligen Strandlektürefans, die sich solche Büchlein kaufen.

Leider gehört meine Liebste auch dazu. „Ich hab schon mehrere Bücher von dem gelesen“, lautet ihre Rechtfertigung dafür, Geld für diesen Schund ausgegeben zu haben.

Eine kurze kritische Literaturbesprechung durch mich – allerdings versehen, mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass ich außer den Klappentexten nur wenige Teile des Buches gelesen hätte und ihr keinesfalls den Spaß an der Lektüre verderben wolle – lässt sie dann allerdings das Buch weglegen und zum nächsten greifen: „Das ist ein Dorfkrimi, den kann ich lesen!“ teilt sie mir fröhlich mit und vertieft sich in die nächste Mord- und Totschlagsgeschichte..

„NZZ“ besorgt: Kanzlerautorität bröckelt!

Das schweizerische Bourgeoisblatt „NZZ“ bringt einen Artikel über die Regierungskrise beim nördlichen Nachbarn, den es so einleitet:

Der deutsche Kanzler gilt in der eigenen Partei zunehmend als Belastung, seine Autorität schwindet rasant. Doch noch wagt niemand den offenen Aufstand.

https://www.nzz.ch/deutschland/politik/bundeskanzler-auf-abruf-die-autoritaet-von-friedrich-merz-in-der-cdu-erodiert-ld.10017676

Das verlangt nach einem Kommentar:

Der Mann macht alles richtig. Jedenfalls aus Sicht der Interessen, die hinter ihm stehen und die er vertritt: er organisiert den militaristisch-reaktionären Staatsumbau des deutschen Kapitalstandortes und schlachtet die noch funktionierenden und profitablen Teile der Volkswirtschaft so aus, dass privates Kapital – internationales Finanzkapital vor allem, da kennt er sich als früherer Blackrock-Angestellter aus – optimal davon profitiert.

Das Problem seiner ideellen Auftraggeber (ideell, weil man Leuten wie Merz keine „Aufträge“ erteilen muss; solche „Entscheidungsträger“ haben die neoliberale Ideologie so verinnerlicht, dass sie die entsprechende Politik als eigene Entscheidungen wahrnehmen) ist nur, dass der Finanzkapital-Interessenvertreter, den sie da glücklich ins Kanzleramt bugsiert haben, eine stocksteife, hölzern und schlecht kommunizierende Charaktermaske ist, deren öffentliches Auftreten eher an einen rechthaberischen Konzernchef mit Prostataproblemen erinnert als an einen gewieften Politiker, der die gewohnheitsmäßigen Weichspüler- und Einschleimfloskeln beherrscht, die in diese Berufsgruppe im Umgang mit der Öffentlichkeit üblich und gefordert sind.

Hinzu kommt, dass Merz offensichtlich entweder keine oder die falschen Kommunikationsexperten und PR-Berater um sich hat, oder dass er einfach nicht auf diese hören will bzw. kann. Der Mann ist, was die kommunikationspolitische Außenwirkung betrifft, ein einziges Desaster.  

Die Deutschen wollen keinen Kanzler, der ihnen Krieg und Verarmung zumutet und ihnen dazu noch täglich um die Ohren haut, sie seien erstens zu dumm und zu faul, seine großartige Politik richtig zu würdigen und sie sollten sich zweitens gefälligst mehr anstrengen (Politsprech für: mehr Opfer bringen), damit Deutschland wieder groß und mächtig wird.

Die Deutschen wollen einen Kanzler, der ihnen bei der Ankündigung dieser Zumutungen Honig ums Maul schmiert, sie wollen einen Volkstribun, bei dem es menschelt, einen, der wirkt wie jemand, mit dem man auch mal ein Bierchen trinken oder einen Fußball treten kann. Dann machen sie wie immer alles mit und lassen sich in den nächsten Krieg gegen Russland führen. Mit dem unglückseligen Herrenreiter-Pinocchiokanzler allerdings wird das nix.