Gruselige Erkenntnis

Heute ereilte mich eine gruselige Erkenntnis.
Sie hat etwas mit Politik und Generationen zu tun, ist eher psychologisch als politisch, und geht so:

An die seltsame und absurde Mischung aus Dummheit und Selbstgerechtigkeit, gepaart mit ideologischen Eiferertum und dreisten Lügen, mit denen die Berliner Machthaber (und besonders die grünen Bellizisten) die öffentliche Debatte auf das Niveau eines Lumpenstammtisches reduziert haben, hat man sich fast gewöhnt.

Der politische Diskurs und die Diskussionsfähigkeit generell ist nahezu verschwunden und einer inquisitorischen Meinungsdiktatur gewichen, in der abweichende Standpunkte vom obersten Machthaber höchstselbst als Ketzerei, Kritiker als Ausgeburten der Hölle dämonisiert werden. Gleichzeitig scheint die gesamte politische Elite inklusive ihrer medialen Transmissionsriemen in staatlichen Sendeanstalten und Konzernpresse das alte Sprichwort zu bestätigen, nach dem die Klugen voller Selbstzweifel, die Dummen aber unerschütterlich in ihrer Selbstwichtigkeit und Selbstgerechtigkeit sind.

Die Dummdreistigkeit von Machthabern und Funktionsträgern in Politik und Medien läßt einen meist sprachlos vor Fassungslosigkeit und Fremdscham entweder in Resignation versinken, oder in Wut, oder ruft den starken Wunsch hervor, sich ins Private zu flüchten.

Um zum Punkt zu kommen: Baerbock ist 42 Jahre alt, Ricarda Lang 29, Christian Lindner 44. Sie gehören einer Generation an, die nicht nur in der Politik mittlerweile an den Schalthebeln der Entscheidungsprozesse sitzt. Diese Generation besetzt republikweit Jobs: Ämter, Kanzleien, Büros, Redaktionsräume, Medienzentralen etc. – ÜBERALL sind logischerweise jetzt die 30-50jährigen am Ruder.

Mich packt plötzlich die Einsicht, dass dies die „Toll!“-Generation ist: die Leute, die schon in ihrer Kindheit und Jugend immer nur gehört haben, wie großartig sie sind, die für jeden Schiß in die Windel beklatscht wurden und die von Helikopterelterm rund um die Uhr für Selbstverständliches gehätschelt wurden.

Als Ergebnis halten sie sich für die Allergrößten; sie können keine Fehler machen (und wenn, geben sie diese auf keinen Fall zu), sie haben grundsätzlich recht, und wenn sie erfolgreich irgendeine akademische Ausbildung geschafft haben, sind sie unfehlbar. Dabei fehlt ihnen aufgrund der frühen Verhätschelung und des dadurch massiv aufgeblasenen Egos jeder Sinn für Andere und deren Wohlergehen, also für gesellschaftliche Zusammenhänge.

Es sind natürlich nicht alle so. Ich kenne genügend Leute um die Dreißig bis Mitte Vierzig, die noch alle Latten am Zaun haben und sich tatsächlich mit anderen Gedanken über die Verhältnisse befassen als denen, ob sie erfolgreich „ankommen“, wie sie ihre Schäfchen ins Trockene bringen und wie sie bei größtmöglichem privaten Gewinn sich als funktionierendes Rädchen im imperialistischen Getriebe nützlich machen können.

Aber die zeitgeistige Strömung, der Trend, die generelle Richtung der wahrnehmbaren öffentlichen Selbstdarstellung und Kommunikation vor allem der bekannteren Vertreter dieser Generation scheint mir auf dem durch nichts gerechtfertigtem Selbstbewusstsein zu beruhen, das Leute auszeichnet, die mit der Bestätigung ihrer Egos und viel privilegiertem Bildungszugang zu Charaktermasken geformt wurden, die die Fassade für real und den Wunsch für seine Erfüllung halten.

Dazu passt übrigens bestens die gesamte woke Befindlichkeitsblase, in der besonders Grüne sich bewegen. Darin wird beispielsweise ein biologischer Sachverhalt wie das Geschlecht zum Objekt privaten Wünschens gemacht, oder für jeden quersitzenden Furz jedes privaten Individuums oder seiner Peergroup eine sofortige Identitätskrise ausgerufen, deren gesamtgesellschaftliche Berücksichtigung jetzt unbedingt erforderlich sei, ansonsten spiele man „den Rechten“ in die Hände und sei im Grunde schon selber halber Nazi.

Gesinnungsjustiz: Spenden für Gerichts- und Anwaltskosten

Strafbefehl über 3.500,00 Euro wegen pro-russischer Meinungsäußerung in einer geschlossenen Facebook-Gruppe

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Leute haben angefragt, ob ich

1) Spenden brauche und
2) auf welches Konto sie überweisen können.

  1. Ja, brauche ich.
    Auch wenn ich davon ausgehe, dass ich im Verfahren von dem Vorwurf der „Gefährdung des öffentlichen Friedens“ freigesprochen werde, entstehen Gerichts- und Anwaltskosten.
  2. Bankverbindung:
    Kay Strathus, Postbank, IBAN DE4210010010074058412, BIC PBNKDEFF, BLZ 10010010
    oder paypal.me/kaystrathus

Eine Vormacht, die die lebenswichtige Energie-Infrastruktur des engsten europäischen Verbündeten angreift

Wenn man mal davon ausgeht, das es ein Sabotageanschlag der USA war: eine Vormacht, die die lebenswichtige Energie-Infrastruktur des engsten europäischen Verbündeten angreift (sich also als staatlicher Terrorist betätigt), liefert damit kein Zeichen der Stärke, sondern eines der SCHWÄCHE sowie der Hysterie und der Paranoia.

Ein anderes Thema ist die voraussichtliche Reaktion der Bundesregierung, die – egal wer sie gerade bildet – eingeschworen ist auf die sogenannte „transatlantische Partnerschaft“, die ihr keinen Spielraum läßt für souveräne politische Entscheidungen (so jedenfalls sehen es die politischen Eliten).

Die Regierung wird ihre eigenen Experten- und Geheimdienstberichte haben, in denen vermutlich relativ unverblümt und direkt auf Urheber und Motive der Anschläge auf die Pipelines verwiesen wird. Aber wird sie (öffentlich) dazu Stellung nehmen? Wohl kaum.

Als Bürger in diesem Lande muß man sich darüber klar sein, das man es bei der politischen Herrschaft (neben der offensichtlichen kapitalistischen Verfasstheit des Standorts) mit in Jahrzehnten zu transatlantischer Vasallentreue und Servilität erzogenen Eliten zu tun hat, die Deutschlands elementare Interessen (sofern man in einem bürgerlichen Klassenstaat dieses heikle Wort in den Mund nehmen möchte; besser: die elementaren Interessen der deutschen Bevölkerung) ganz praktisch und de facto an eine ausländische Macht verraten.

Um das festzustellen und zu benennen muß man kein Nationalist oder völkischer Trottel sein. Es genügt, zu verstehen, dass die Regierung und die Interessen, die sie vertritt, noch nicht mal im „normalen“ bürgerlich-kapitalistischem Sinne die des Kapitalstandortes BRD sind (geschweige denn die der hier lebenden Arbeiterklasse), sondern die der USA, der die BRD-Regierung bereitwillig die Interessen des eigenen Landes unterordnet.

Für Kommunisten steht meiner bescheidenen Einschätzung nach dies auf der Tagesordnung (da wir von irgendeiner sozialistischen Umwälzung weit entfernt sind):

Sturz/Absetzung und Anklage der Regierung als landesverräterische Verschwörer

Wiederherstellung der staatlichen Souveränität Deutschlands durch Austritt aus NATO und EU, Auflösung aller Stützpunkte und Nuklearwaffenarsenale der USA auf deutschem Boden

Verstaatlichung der wesentlichen Bereiche öffentlicher Daseinsvorsorge, insbesondere der Energieversorgung

Sofortige Beendigung der Unterstützung der Ukraine, Aufnahme von Gesprächen und Frieden mit Russland

Facebook-Umfrage über Beginn und Ende des Lebens bzw. Bewusstseins

Eigentlich vermiede ich solche esoterischen Debatten, heute aber hat mich ein geflügelter Geist des ernsten Schabernacks geritten und ließ mich folgenden Senf (als Antwort auf eine Frage an mich) dazu geben:

(Name), ich habe nicht gesagt, Ei- und Samenzelle hätten ein Bewusstsein. Jedenfalls nicht so wie du es meiner Einschätzung nach zu meinen scheinst. Ich würde die Formulierung bevorzugen: sie bestehen aus Bewusstsein, so wie alles Lebendige.

Wenn „Bewusstsein“ für dich das ist, was zu sich selber „Ich“ sagt, wirst du das Folgende nicht verstehen bzw. nicht akzeptieren. Ich versuch’s trotzdem:

Ei- und Samenzelle sind lebendig, wenn sie neues Leben erzeugen. Wo also machst du den Beginn des Lebens fest? Du kannst es nicht. Die Kette geht zurück bis zu den ersten elektrischen Impulsen im Urmeer vor Millarden Jahren. Es läßt sich also noch nicht mal sagen wo und wann Leben/Bewusstheit beginnt; die Annahme, dass Bewusstsein mit dem Ende seiner physischen Basis endet ist eine HYPOTHESE, die in einem Bewusstsein entsteht, das sich mit der sehr limitierten Idee des „Ich“ identifiziert und das die Abwesenheit eines Ichs mit der Abwesenheit von Bewusstsein gleichsetzt.

Bewusstsein manifestiert sich als Leben (wenn ihm danach ist), benötigt aber in der physischen Welt die Evolution und die Naturgesetze, um bis an den Punkt zu gelangen, wo es sich selber (wieder-)erkennt. Zwischendurch hat es vom Einzeller bis zum menschlichen Ego alle Stadien der Bedingtheit durchlaufen („Entstehen in Abhängigkeit“ in buddhistischer Terminologie).

Es ist nicht gesagt (und auch nicht nötig), dass ein individuelles Bewusstsein sich selbst so auf den Grund blickt/auf die Schliche kommt, dass es in dem aufgeht, was vor Geburt und nach Tod eines physischen Körpers da ist.

Ich weiß, dass dies alles harte Kost für einen rationalen Verstand ist (ich befinde mich selber im Besitz eines solchen), kann es aber ich nicht anders ausdrücken. Man gerät hier zwangsläufig auf mystisch vermintes Gelände. Hinter den Worten liegt die Bedeutung verborgen, so wie hinter den Erscheinungsformen des Lebens des Bewusstsein. Das kann man nicht beweisen, aber SEIN (schon zu sagen, dass man es erfahren kann, ist falsch, weil Erfahrender, Erfahrenes und der Vorgang des Erfahrens in diesem Punkt eins werden).

Deswegen sind die Naturgesetze das wirkliche Wunder in dieser Welt. Nicht irgendein Budenzauber mit Fischen und Broten oder übers Wasser gehen oder ähnliche Kindermärchen, sondern die Tatsache, dass Bewusstsein sich tatsächlich als Leben manifestiert und dafür all die in der physischen Welt erforderlichen Prozesse durchläuft – bis zu dem Punkt, wo es sich im Individuum selbst zu reflektieren in der Lage ist (nur in der Lage, nicht automatisch!).

Sorry für den mystischen Exkurs, vielleicht spricht es etwas in dir an – vielleicht nicht. Dann nichts für ungut.

Betreutes Denken: gar nicht subtile Warnhinweise

Wie die meistgenutzten Webplattformen genau das, was sie angeblich befördern wollen (Meinungsbildung, Austausch, Information) in Wirklichkeit fürchten und nach Möglichkeit einschränken, einhegen, kontrollieren und überwachen, zeigen die gar nicht subtilen Warnhinweise und virtuellen „Nicht betreten!!“-Tafeln, die sie allenthalben dort aufstellen, wo sie verdächtiges Gedankengut und abweichende Meinungen vermuten.

Dies „Zensur“ zu nennen, wäre natürlich völlig falsch. Immerhin ist es ja keinem verwehrt, die inkriminierten Seiten aufzusuchen. Und vor deren abweichenden Meinungen zu warnen gehört unbedingt zur Freiheit freier Unternehmen im Reich der freien Freiheit dazu!

So prägt sich einem nur mit jedem Besuch einer solchen Seite ein, dass deren Inhalte irgendwie anrüchig sind, dass die Staatsmacht vermittels der BigTech-Konzerne sie für potentiell gefährlich hält, dass man hier im Grunde Aktivitäten nachgeht, die ein anständiger Bürger vermeiden sollte.

Freie Medien in der regelbasierten besten aller alternativlosen Welten: Wat den eenen sin Uhl, is den annern sin Nachtigall.

Gestern in den “Tagesschau”-Nachrichten:

Zwei Meldungen über protestierende Menschen in unterschiedlichen Ländern. Beide Demonstrationen richten sich dem Vernehmen nach gegen die prekäre wirtschaftliche Situation in dem jeweiligen Land.

In Land A sind die Demonstrierenden laut Sprecher normale Bürger, die bessere Versorgung und Freiheit fordern und dabei von der Regierung rigide unterdrückt werden.

Die schlechte Versorgungslage in Land A hat zwar auch irgendwie mit Sanktionen durch die nahegelegenen Supermacht zu tun, wird aber im Wesentlichen der lokalen Regierung angekreidet. Über die Anzahl der Demonstrierenden wird man nicht genau ins Bild gesetzt, man erfährt aber, das es „Gegendemonstrationen“ gab, die natürlich „von der Regierung gesteuert“, also quasi befohlen wurden.

Insgesamt schneidet die Regierung von Land A ziemlich schlecht ab; sie wird „autoritär“, „diktatorisch“ und „unterdrückerisch“ genannt. Der Regierungschef von Land A wird ein paar Sekunden lang eingeblendet; seine vierstündige Rede mit ausführlichen Erläuterungen der Lage des Landes und weitgehendem Eingehen auf berechtigte Anliegen der Bürger wird komplett ignoriert zugunsten eines darübergesprochenen Kommentars, der dem Mann unterstellt, sich an „die Macht“ zu klammern und dem Volk grundlos alle möglichen „Freiheiten“ zu verbieten.

In Land B sieht’s ähnlich aus, dort scheint die Situation aber eine gänzlich andere zu sein: die Protestierenden dort sind laut Auskunft der „Tagesschau“ Plünderer und Randalierer, ein wütender dunkelhäutiger Mob wird beim Abfackeln irgendwelcher Autos oder Supermärkte gezeigt und zur Beruhigung des erschreckten Zuschauers wird angefügt, das „die Sicherheitskräfte“ die Lage mittlerweile im Griff haben.

Mit ganz viel Verständnis für die Notwendigkeit, einen randalierenden Mob in die Schranken zu weisen, werden dann einem dortigen Amtsträger aus Polizei, Justiz oder Politik ganz viel Zeit eingeräumt, seine Einschätzung der Lage zum Besten zu geben. Diese ist klar: „die Randalierer missbrauchen die Freiheit, sowas können wir nicht zulassen, jetzt aber alles wieder ruhig.“

Land B, muss man wissen, ist eines irgendwie freiheitsfeindlichen Verhaltens seiner Regierung absolut unverdächtig, denn dort herrscht genau die Freiheit, auf die es ankommt: die des Geldes, sich zu vermehren. Und zwar in der Hand und auf den Konten der kundigen Experten dieser Kunst, die rein zufällig in den Konzern- und Regierungszentralen des freien Westens beheimatet sind.

Das landschaftlich herrlich in der Karibik gelegene Land A dagegen hat aus denselben Gründen eigentlich gar keine Regierung, die neutral und unschuldig „regiert“, sondern eine „herrschende Partei“. Dortzulande wird nämlich geherrscht statt regiert, und zwar „totalitär“.

Warum? Weil die Staatsdoktrin dort in der freiheitsfeindlichen Todsünde besteht, der freien Vermehrung von Geld und Kapital zugunsten der geplanten Wohlfahrt der Bevölkerung Grenzen zu setzen.

Dieses Vergehen zahlt ihm der freie Westen seit 60 Jahren auf eine Weise heim, die schon das nackte Überleben der dortigen Bevölkerung ziemlich anstrengend macht.

Land B, ganz unten in Afrika gelegen, macht dem wertebewussten Freiheitslager zum Glück keine solchen Schwierigkeiten, da es sich die regelbasierte Ordnung dieser menschheitsbeglückenden Weltordnung ganz zu eigen gemacht hat. So muß den auch dort anfallenden Aufmüpfigen und sonstigen Krawallmachern, die sich nicht an die Regeln halten wollen, gelegentlich eben gezeigt werden, wo der freiheitliche Frosch die Locken hat.

Wenn in Land B die dortigen Hungerleider gewalttätig werden, kann das nur an einer falsch verstandenen Auffassung der Freiheit liegen, die sie ja längst schon HABEN! Analoge Aktionen unzufriedener Bürger von Land A dagegen können nur ein einziger Aufschrei nach Freiheit sein, weil dort die Freiheit erst noch importiert werden muss.

All dies in zwei aufeinanderfolgenden „Tagesschau“-Meldungen von ca. 5 Minuten hinreichend deutlich ins Unterbewusstsein des Medienkonsumenten versenkt zu haben, ist schon eine Leistung. Aber eine, die das staatlich kontrollierte Fernsehen der BRD locker hinkriegt.

Fallstricke des Karrierismus bürgerlicher Charaktermasken

Wenn man schon als bürgerlicher Politiker keine Ahnung vom wirklichen Leben hat, braucht man wenigstens einen eindrucksvollen akademischen Titel. Einen Doktor-Titel zum Beispiel. Das soll dem Durchschnittsuntertanen signalisieren, dass hier ein echt schlaues Kerlchen am Start ist, eine Akademikerin und Absolventin höherer Bildung im Falle von Frau Giffey.

Diese Machthaber ahnen irgendwie, dass ihr Sich-Hochdienen im Parteiapparat, ihr Karrierismus innerhalb der politischen Hierarchie, nicht wirklich als überzeugende Qualifikation durchgeht; sie meinen, sich mit akademischen Weihen schmücken zu müssen, weil sie wissen, dass das Konkurrenzumfeld davon genauso beeindruckt ist wie sie selbst in ihren wichtigtuerischen kleinen Karrieristengemütern.

Da schreibt man dann irgendeinen Schmarrn zusammen, der einem den ersehnten Titel bringen soll, findet einen willigen Betreuer, der das zusammengestoppelte Blabla durchwinkt – und fertig ist die Eintrittskarte in die Kreise mit der höheren Bezahlung.

Und wenn man‘s nicht ganz doof anstellt, kommt man damit sein Lebtag lang durch und keiner merkt‘s. Frau Giffey hat es nicht geschafft; das macht sie zu keiner besseren oder schlechteren Politikerin als andere, nur zu einer dümmeren:

„Das größte Defizit der Doktorarbeit mit dem Titel “Europas Weg zum Bürger – Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft” liegt allerdings nicht in den schlampigen Quellenangaben, und liegt auch nicht in der Frage, ob die Ministerin nun eine “amerikanische Zitierweise” anwandte, die einige der Unsauberkeiten erklären sollte.

Wem dient eine solche Dissertation?

Das eigentliche Problem ist: Franziska Giffey schrieb eine Doktorarbeit über sich selbst. Sie beleuchtete darin die Beteiligung der Zivilgesellschaft an EU-Politik. Als Untersuchungsgegenstand diente ihr Berlin-Neukölln, wo Giffey als Europabeauftragte arbeitete, als die 266-seitige Schrift berufsbegleitend entstand.

Wem dient eine solche Dissertation? Leistet sie einen Beitrag zur politikwissenschaftlichen Forschung, wie es von einer Doktorarbeit zu erwarten wäre? Das ist mindestens zweifelhaft. Am ehesten nützt sie wohl der Verfasserin, die sich in der Folge mit einem akademischen Titel schmücken darf, der auf ihre Glaubwürdigkeit als Politikerin einzahlen soll.“

https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/franziska-giffey-dissertation-zwar-legal-aber-wertlos-kommentar-a-1294259.html

Päpste des Kapitalismus: die Sonne des gesellschaftlichen Reichtums dreht sich um den Planeten des Privateigentums

Egal wie beharrlich und gewalttätig sich die Betreiber und Profiteure der alten Ordnung an ihre Macht über die Gesellschaft, ihre Stellung, ihre Vermögen klammern;

Egal wie „modern“, grün, alternativ, spirituell oder ökologisch sie sich dabei gebärden:

Sie haben mit der Entwicklung der Produktivkräfte zum ersten Mal in der Geschichte der Spezies die Möglichkeit geschaffen, ein reiches Leben ohne Existenzsorgen für alle zu schaffen.

Und dieser Gedanke – einmal gedacht und formuliert – kann nicht mehr un-gedacht werden.

Je schonungsloser die kapitalistische Barbarei ihren Feldzug zur Bereicherung der Wenigen führt (und sie führt ihn gegen die arbeitende Klasse) desto offensichtlicher wird ihre Unfähigkeit, den produzierten Reichtum auch nur ansatzweise den Produzenten zurückzugeben.

Der Gedanke von Engels, Marx und anderen ist in der Welt. Er lässt sich nicht mehr un-denken, er lässt sich nicht mehr zurücknehmen.

Die Produzenten können sich den Reichtum zurückholen, den sie mit ihrer Arbeit erzeugen.

Und sie werden es, auch wenn es noch hundert oder tausend Jahre dauert.

Marx und Engels sind die Keplers und Galileos der Gesellschaftswissenschaft und der politischen Ökonomie:

Auch wenn die Päpste des Kapitalismus all ihre Macht einsetzen, den Leuten einzuhämmern, dass sich die Sonne des gesellschaftlichen Reichtums um den Planeten des Privateigentums dreht, kann keine Macht der Welt eine Idee revidieren, die auf den Tatsachen beruht.

Vor 30 Jahren wurde der Engelssche Gedanke vom Inquisitionsgericht des imperialistischen Papsttums zur Ketzerei erklärt und seitdem in jeder Fernsehsendung, jedem Schulbuch, jeder geschichtlichen Dokumentation als Teufelszeug gebrandmarkt – an den Tatsachen ändert sich jedoch nichts:

Der gesellschaftliche Reichtum entsteht durch die, die ihn durch ihre Arbeit erzeugen und nicht durch diejenigen, die sich die Produkte der Arbeit mittels der institutionalisierten Gewalt des Privateigentums als Kapital aneignen.

Weil das so ist, müssen die privaten Eigentümer für immer fürchten, dass der Gedanke, den Engels und Marx formuliert haben, zum Gedanken derjenigen wird, auf deren Arbeit ihr Reichtum (und damit ihre Macht) beruht.

Nur darum, aus dieser sehr realen Furcht heraus, fällt die Verurteilung und Verdammung jedes kommunistischen Gedankens so unbarmherzig und so erstaunlich fanatisch aus.

Und sie wird umso schärfer und umfassender, je offenbarer der Niedergang einer Gesellschaftsordnung wird, in der das Anwachsen des Reichtums nicht zu einer Verringerung der Armut sondern zu ihrer Vermehrung führt.

Für Freiheit, Demokratie und gegen den russischen Feind: Krieg liegt in der Luft

Meine übliche Reaktion – Sarkasmus, Ironie, Satire – auf die aberwitzige Verlogenheit, mit der die imperialistischen Weltordner in Washington und Berlin samt ihren aggressiven Kettenhunden in Kiew und anderswo den offensichtlich von ihnen gewünschten Waffengang ansteuern und vorbereiten (immer kongenial begleitet und so genießerisch wie russophob kommentiert von der bürgerlichen Hofschranzenpresse) fällt mir schwer angesichts des Momentums, das die Sache inzwischen entwickelt hat.

Eigentlich bin ich nur noch sprachlos gegenüber der berechnenden Chuzpe, mit der die Verhältnisse rund um die Ukraine von den westlichen Propagandamedien auf den Kopf gestellt werden, mit der aus dem Aggressor der Bedrohte und aus dem von allen Seiten und seit Jahren bedrängten, sanktionierten, mit Lügen und Frechheiten provozierten Russland der Schurke in diesem Spiel gemacht wird.

Die Westen will den Krieg. Seine ukrofaschistischen Subordinierten, die in dem Failed State zwischen Polen und Russland am Ruder sind, sowieso. Die Frage ist, ob die imperialistischen Herren bereits jetzt die Gelegenheit gekommen sehen, unter dem Vorwand „der Ukraine gegen Russland beizustehen“, ihren Krieg zu führen. Dass die Führungsmacht der Nordatlantischen Terror-Organisation davon absieht, ihre Kriegsschiffe in das Schwarze Meer zu schicken, nachdem die Russische Förderation mal kurz „die Instrumente gezeigt“ und eine deutliche Warnung ausgesprochen hat, läßt auf einen Kern von Restvernunft in den imperialistischen Zentralen hoffen.

Es gibt die alte Regel aller Propagandisten, dass eine Lüge erstens nur oft genug wiederholt werden und zweitens nur ungeheuerlich genug sein muss, damit sie sich im Bewusstsein der Massen festsetzen und schließlich geglaubt werden kann. Diesem Prinzip scheinen Biden, Merkel & Co zu folgen, wenn sie allen Ernstes von dem Land, dem sie miltäriach, propagandistisch und diplomatisch bis kurz unterhalb der bewaffneten Auseinandersetzung auf die Pelle rücken, einen „Rückzug der Truppen“ fordern – IN RUSSLAND!! Nicht irgendwo auf der Welt, wie es NATO, USA und EU in ihrem alltäglichen Gang von Geschäft und Gewalt praktizieren, sondern in Russland selbst! Würde umgekehrt Russland von den USA verlangen, seine Truppenbewegungen z.b. an der Grenze zu Mexiko oder Kanada sofort zu beenden, kann man sich die Kommentare westlicher Politiker und Presstituierten vorstellen.

Die imperialistischen Staaten unter Führung der USA haben sich – ähnlich wie mit ihren islamistischen Kopfabschneider-Hilfstruppen im arabischen Raum- mit den ukrofachistischen Nationalisten auf einen Handel eingelassen, den sie zwar zu steuern beabsichtigen, bei dem sie aber nicht sicher sein können, dass diese fanatisierten und hochaggressiven Gläubigen und Nationalisten nicht die Hand beißen werden, die sie füttert.

Die Meldung der NATO-Postille aus Hamburg jedenfalls hat es in sich in ihrer vorgeblich harmlos-neutralen, journalistischen Tarnung: „Putin läßt aufmarschieren“ ist angesichts des Aufmarsches der NATO-Kriegsübung „Defender 2021“ rings um Russland ein so starkes Stück professioneller Desinformation, dass sich Sender-Gleiwitz-Vergleiche geradezu aufdrängen.

„Was hat er vor?“ rätselt der „Spiegel“ heuchlerisch, und will die Antwort nicht wissen, die jeder in Russland (und jeder auf der Welt, wenn er‘s denn hören will) kennt: erstens Russlands Interessen verteidigen gegen das westliche Interesse, aus Russland eine abhängige, am besten aufgespaltene, Kolonie westlichen Kapitals zu machen, die nicht mehr als Störenfried westlicher Weltordnungspläne auffällig wird. Zweitens und vor allem aber niemals einen Angriff auf russisches Territorium zuzulassen. Die Krim IST russisches Territorium, egal was die NATO-Imperialisten und erst recht die Ukrofaschisten daherhalluzinieren.

Beide Kriegstreiber kennen hoffentlich die alte russische Weisheit: Russland BEGINNT keine Kriege, es BEENDET sie.

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Edit / 2 Stunden später:

Nachdem ich einen Beitrag im „Vineyard of the Saker“ gelesen habe, erscheint mir meine Einschätzung einer imperialistischen „Restvernunft“ als vielleicht zu optimistisch:

„Then there is this: the US has informed the Turkish authorities that they will not send two USN ships into the Black Sea. This is politically a good sign, but in military terms, this is what the US should be doing if they were preparing for war. Why? Because any USN ship in the Black Sea at the moment of the initiation of a conflict would be sunk withing minutes: not only do the Russians have formidable missiles – Bal and Bastion – they had SIX advanced diesel-electric submarines of the 636.3 class ready to “greet” them. Keep in mind that engaging submarines without air cover is another form of collective suicide.“

Politik modern: Es läuft auf „gefühlte Tatsachen“ hinaus

Die politische Szenerie des späten Kapitalismus, inklusive der PdL, suhlt sich in postmoderner Gefühligkeit.

Für diese ist alles nur noch eine Frage der „Haltung“ und der „Betroffenheit“.

In der BELIEBIGKEIT, nach der alles gleichermaßen gültig, also gleich-gültig, ist, werden sämtliche emanzipatorischen Anliegen und Ansätze, die eine Linke früher mal hatte (Antifaschismus, Verhinderung der kapitalistischen Naturzerstörung, Minderheitenrechte) in ihr Gegenteil verkehrt:

Abziehbilder berechnender Aktions- und Empörungskampagnen, deren Appelle an die „Gerechtigkeits-“ und sonstigen Gefühle bei urbanen Hipstern und der sich selbst irgendwie „fortschrittlich“ vorkommenden Mittelschichten ankommen, weil sie ihnen ihre moralische Konzepte bestätigen, ohne ihren Lebensstandard anzukratzen.

(Von der Verteidigung der Arbeiterklasse gegen ihre Ausbeuter und Peiniger ist gar nicht erst mehr die Rede.)

Aus Sicht der Politprofis (auch) der PdL gehört das Rumreiten auf Moral, Gefühl, Gerechtigkeit, Identität usw. zu der normalen Wählerbetörung, ohne die nichts zu wollen ist im Parlamentarismus.

Sie betrachten sich mit Haut und Haaren als dem bürgerlichen Staat zugehörig, den sie zwar verbessern, „gerechter machen“ usw. wollen, dessen Rahmenbedingungen sie aber nie anzutasten wagen.

Wenn selbst eine einigermaßen gradlinige Sozialdemokratin wie Wagenknecht jetzt von PdL-Karrieristen oder dem Partei-Jungvolk angegiftet wird, weil sie ein paar zutreffende Sätze über den grassierenden IdPol- und Gender-Unfug und die linksparteiliche Abkehr von jedweder Interessensvertretung der Arbeiterklasse gesagt hat, gibt das Auskunft über die inzwischen erreichte Bedeutungslosigkeit dieser Partei (und über das beinharte Klammern an und Spechten auf Pöstchen und Einkommensmöglichkeiten im bürgerlichen Politbetrieb, das die Apparatschiks und Funktionäre dieser Ersatz-SPD antreibt).

Die Partei Die Linke wollte mit dem Entsorgen jedweder proletarischen Interessensvertretung auf einen grünen Zweig kommen; die Proletarier merken aber, dass der Zweig nicht trägt, dass der Stamm morsch ist und dass die Früchte des Baumes, an deren Geruch und Nektar sich die „urbanen Milieus“ und IdPol-Sektierer laben, ziemlich faulig stinken.