Generationen und Traditionen

Aus gegebenem Anlaß möchte ich daran erinnern, auf welche Geisteshaltung wir bei den Führungsfiguren der gegenwärtigen Berliner Regierung treffen.

Wer mir erzählen will, dass die Wortwahl zufällig ist, dass die „Kriegstüchtigkeit“ sich nur zufällig gegen denselben Feind wie damals richtet und dass diesmal aber ganz sicher nur „westliche liberale Demokratie und Freiheit gegen russische Autokratie“ statt die „abendländische Kultur und Zivilisation gegen die jüdisch-bolschewistische Gefahr“ verteidigt werden – dem hätte ich eine Brücke zu verkaufen.

Am kommenden Dienstag habe ich vor dem hiesigen Amtsgericht zur Hauptverhandlung zu erscheinen, weil ich auf der russischen Plattform vK ein Meme eines italienischen Genossen geteilt habe. Darauf ist der Bundeskanzler und sein Vorgänger aus den 1930-40er Jahren zu sehen; im Begleittext steht „Germany rebranded, their elites hijacked Germany’s future. Same as WW2, building an army to expand eastward for its „Lebensraum“, aiming at 75 trillion dollars of Russian natural resources. Nazi yesterday, Nazi today.“

Dadurch fühlte sich der jetzige Bundeskanzler – nachdem ihn erst eine Polizeikommissarin darauf aufmerksam machte; diese wiederum hatte die Aufgabe, die flächendeckende Gesinnungsüberwachung der Sozialen Medien per KI auszuwerten – so verleumdet, dass er mir zur Strafe 1.500 Euro Bußgeld aufbrummen möchte. Derselbe Bundeskanzler, der in Russland in Himmler‘scher Diktion „Barbarei“ ausmacht und dessen Kriegsminister in Gobbel‘scher Wortwahl von „Kriegstüchtigkeit“ redet.

Derselbe Bundeskanzler auch, der 2004 in einer Rede bei der Nominierungsversammlung für den CDU-Bürgermeisterkandidaten in Brilon zur Abwahl des amtierenden SPD-Bürgermeisters aufrief und sagte, es erfülle ihn „mit tiefem Grausen“, dass ein Sozialdemokrat im Rathaus sitze — „das muss beendet werden“.

Merz verwies auf seinen eigenen Großvater Josef Paul Sauvigny, der zwanzig Jahre lang (1917 bis 1937) Bürgermeister von Brilon gewesen war, und würdigte anerkennend dessen lange Amtszeit. Später nannte er ihn eine „beeindruckende Persönlichkeit“ und „erfolgreichen Bürgermeister“.

Josef Paul Sauvigny war SA-Mitglied und NSDAP-Mitglied. Die Sauerländer Zeitung schrieb am 2. Juli 1937 anlässlich Sauvignys Amtsende: „Sein Amt verwaltete er stets im nationalsozialistischen Geiste.“ Sauvignys selbst sprach nach der Machtübertragung an die Faschisten „von einer Kraft, die uns leitet“, beschwor „den Willen, der uns eint“ und bezeichnete Hitler als „Führer, der uns ruft, vergessend des Parteienhasses von gestern“. Am 1. Mai 1933 hielt er zudem eine Rede auf Hitler; während seiner Amtszeit wurden in Brilon zwei Straßen nach Hitler und Göring benannt.

Ich bin fast gleichaltrig mit Merz. Eine meiner nachhaltigsten Prägungen in der Kindheit und Jugend war die antifaschistische Einstellung meiner Großeltern und die Erzählungen meines Großvaters über den Hamburger Widerstand, seine Gestapo-Haft und seine anschließende Verurteilung zum Kriegsdienst im „Strafbataillon 999“, in dem Antifaschisten sich zu „bewähren“ hatten (er desertierte in Nordafrika, begab sich in britische Kriegsgefangenschaft und führte die antifaschistische Arbeit unter den deutschen Kriegsgefangenen fort. Die übrigens nichts davon wissen wollten – sie hätten lieber geendsiegt).

Wiederum: wer mir erzählen will, dass die familiären Umstände und überlieferten Einstellungen keine Auswirkungen auf Haltungen und Einstellungen der nachfolgenden Generationen haben, dem hätte ich eine weitere wunderschöne Brücke zu verkaufen.

Geschichten die das Leben schrieb: das saubere Treppenhaus

Das 120 Jahre alte Vierparteienhaus, in dem wir zur Miete wohnen, hat im vergangenen Jahr den Besitzer gewechselt. Die neuen Eigentümer: eine regionale adlige Sippe mit umfangreichem Immobilienbesitz sowie vermutlich diversifizierten sonstigen „Kapitalanlagen“, die ihr ein leistungsloses Einkommen von beträchtlichem Umfang ermöglichen. Unser Wohnhaus wurde erworben, um das Portefeuille abzurunden, den Bestand an Mietshäusern zu arrondieren und damit eine weitere Einkunftsquelle zu erschließen.

Eine Hausverwaltungsfirma wickelt die Kommunikation mit den Mietern ab und schickt uns ein Schreiben, in dem eine Erhöhung der Nebenkosten um ca 85 Euro monatlich für die Treppenhausreinigung angekündigt wird:

„Da es in der Vergangenheit wiederholt zu Unstimmigkeiten unter den Hausbewohnern hinsichtlich der Treppenhausreinigung gekommen ist, haben sich die Eigentümer dazu entschieden, die Reinigung künftig durch eine Reinigungsfirma durchführen zu lassen.“

Keinem von uns Mietern sind irgendwelche „Unstimmigkeiten“ bekannt, jeder hat bisher regelmäßig seinen Bereich des Treppenhauses gereinigt und alle waren‘s zufrieden. Die offensichtlich an den Haaren herbeigezogene Begründung für diese Nebenkostenerhöhung ist letztlich aber egal, da Vermieter dank der staatlichen Protektion ihrer Einkommensgrundlage grundsätzlich das Recht haben, solche Kosten den Mietern aufzuhalsen. Das lässt uns die Hausverwaltung in ihrem Schreiben auch gleich wissen:

„Da die Kosten für die Treppenhausreinigung gemäß den bestehenden Mietverträgen als umlagefähige Betriebskosten vereinbart sind, werden die hierfür anfallenden Kosten zukünftig entsprechend auf die Mietparteien umgelegt.

Die Gesamtkosten für die Reinigung belaufen sich auf 289,00 € netto monatlich und werden entsprechend der jeweiligen Wohnfläche (m²) auf die einzelnen Mietparteien verteilt.“

Eine Erhöhung der monatlichen Wohnkosten um durchschnittlich 85 € ist ein Betrag, der für den Durchschnitrsverdiener – unsere Hausgemeinschaft besteht ausschließlich aus solchen – nicht ohne weiteres wegzustecken ist. Dementsprechend fallen auch die Reaktionen so aus, dass jede Partei (zusätzlich zum wütenden, aber ohnmächtigen Zähneknirschen über eine weitere Teuerung der allgemeinen Lebenshaltungskosten) überlegt, wie man an das zusätzliche Geld kommt.

Wir selber könnten es einigermaßen leicht stemmen, wenn wir weniger im Biomarkt und mehr im Supermarkt einkaufen und, wie mir die Liebste sofort heldenhaft verkündet, „Wenn ich weniger Klamotten kaufe!“. Alternativ könnte ich zusätzliche Stunden in der Pflegeeinrichtung arbeiten, so dass ich rund 100 € mehr im Monat hätte.. jedenfalls theoretisch, denn durch die brutalstmöglich gestiegenen Spritkosten muss ich mittlerweile nicht 100 € sondern 150 € pro Monat dafür ausgeben, dass ich mich auf eigene Kosten zur Arbeitsstelle bringe.

Die Nachbarin im Erdgeschoss ist verbeamtete Lehrerin und wird sich vielleicht einige Tage von ihren drei oder vier Urlauben im Jahr streichen, wenn überhaupt. Sie wird sich ärgern, aber ansonsten kein Problem haben mit den Mehrkosten.

Die Familie im ersten Stock – zwei Teenager-Kinder, beide Eltern berufstätig – zieht sofort die Konsequenz: die Frau, Erzieherin, stockt ihre Wochenstunden auf. Anders bekommen sie die Mehrkosten nicht in den Griff, da sie letztes Jahr bereits eine Mieterhöhung schlucken mussten.

Am härtesten trifft es die Nachbarin unter uns, eine etwa 75jöhrige alleinstehende Frau, die seit 35 Jahren im Haus wohnt. Sie hatte mir schon 2019/20, zu Beginn der Teuerungswelle, erzählt, dass jeder zusätzliche Euro höhere Miet-, Neben- oder Energiekosten schmerzhaft für sie ist, da ihre Rente gerade für Miete, Lebensmittel und ein paar Versicherungen ausreicht. Seitdem sind die reinen Wohnkosten für uns alle um rund 10-15% gestiegen, von der generellen Teuerung speziell für Energie ganz abgesehen. Sie wird sich also einschränken müssen.

Das Besondere an DIESEM Kostenanstieg ist seine Unnötigkeit. Er verdankt sich ausschließlich einer Laune bzw. der Willkür der Eigentümer. Sie entscheiden über eine kostenträchtige Maßnahme, bei der die Mieter keinerlei Mitspracherechte, dafür aber die gesamten Kosten zu tragen haben. 

Ähnlich wie bei der Abwälzung der Gebäudeversicherung – mit der die im Privatbesitz des Eigentümers befindliche Immobilie gegen Schäden aller Art abgesichert werden soll – auf die Mieter nehmen die Vermieter sich diese Freiheit (besser: diese Frechheit) heraus, WEIL SIE ES KÖNNEN. 

Denn selbstverständlich haben sie die Gesetze auf ihrer Seite, mit denen das private Eigentum – und zwar insbesondere das, welches sich durch Verzinsung, Rendite, Pacht oder Miete immer weiter vermehrt – geschützt wird. 

Geschichten die das Leben schrieb: grüne Bekenntniskrimis

Neuer Trend im Unterhaltungsliteraturmarkt: grün-woke Haltungs- und Bekenntniskrimis!

Die Liebste ist unterwegs mit dem Hund zu einer letzten Runde. Auf der Terrasse der Ferienwohnung liegt einer von etwa 20 oder 30 Krimis auf dem Tisch, deren Lektüre ihr Urlaubshobby ist. Aus lauter Langeweile greife ich mir das Buch, betrachte mir den Umschlag und blättere ein bisschen drin herum.

Nach kurzer Zeit komme ich zu dem Schluss, dass man heutzutage offensichtlich mit jedem Scheiß Geld verdienen kann und dass jeder talentlose Grüne, der meint, ein Krimiautor zu sein, einen Verlag findet, dessen Zielgruppe anscheinend die „Omas gegen Rechts!“ oder die „Grüne Jugend“ ist.

Das holzschnittartige Feindbild des „Zeichen setzenden“ Schreibers passt hervorragend zu dem ungelenk-hölzernen Stil, in dem er seine liberale Erbauungsliteratur verfasst. Russentypische Verschlagenheit und Bosheit der östlichen Freiheits- und Wertefeinde fließt in Nebensätzen in die Geschichte ein; ihre umstands- und kritiklose Absorption wird ohnehin beim Leser vorausgesetzt.

Die unfreiwillige Komik bei der grotesk übertriebenen Schilderung der bösen rechtsextremen Täter – eine ganze Partei gleich, die (subtil, subtil) „AfW“ heißt – entgeht aber vermutlich den ablenkungswilligen Die unfreiwillige Komik bei der grotesk übertriebenen Schilderung der bösen rechtsextremen Täter – eine ganze Partei gleich, die (subtil, subtil) „AfW“ heißt – entgeht aber vermutlich den ablenkungswilligen Strandlektürefans, die sich solche Büchlein kaufen.

Leider gehört meine Liebste auch dazu. „Ich hab schon mehrere Bücher von dem gelesen“, lautet ihre Rechtfertigung dafür, Geld für diesen Schund ausgegeben zu haben.

Eine kurze kritische Literaturbesprechung durch mich – allerdings versehen, mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass ich außer den Klappentexten nur wenige Teile des Buches gelesen hätte und ihr keinesfalls den Spaß an der Lektüre verderben wolle – lässt sie dann allerdings das Buch weglegen und zum nächsten greifen: „Das ist ein Dorfkrimi, den kann ich lesen!“ teilt sie mir fröhlich mit und vertieft sich in die nächste Mord- und Totschlagsgeschichte..

Geschichten, die das Leben schrieb: Lieber pleite mit der schönsten Frau als sparsam mit einer schlecht gekleideten

Die Liebste kommt am Ende eines langen Arbeitstages, der um 5:00 Uhr morgens begann und mit der letzten Runde mit dem Hund  endete, zur Tür herein. Der Hund stürzt sich nach Hundeart auf mich, als hätte er mich Jahre nicht gesehen. Die Frau nicht – sie wischt sich den Schweiß von der Stirne, kickt sich die Schuhe von den Füßen und setzt diverse Taschen und Beutel ab. 

„Ich hab was eingekauft!“ verkündet sie, „Obwohl ich eigentlich pleite bin.“ Damit weiß ich schon mal, dass sie nicht Lebensmittel oder Drogerieartikel besorgt hat, sondern irgendetwas für ihr eigenes Wohlbefinden, also Kleidung oder Kosmetik.

„Bekleidung, oder?“ frage ich überflüssigerweise.
„Ja! Komm mal her. Ich werde die schönste Frau an der Ostsee!“ Die Gattin steht vor dem riesigen Ganzkörperspiegel neben dem Kleiderschrank, hat sich inzwischen bis auf die Unterwäsche entkleidet und schlüpft nun in niedliche graue Strand-Shorts, die unten an den Beinöffnungen in weißen Spitzenbordüren enden, und in ein ärmelloses Nichts von einer Sommerbluse mit einer großen Stoffblume auf der rechten Schulter.

Sie zupft ein bißchen an den neu erworbenen Kleidungsstücken herum, dreht sich vor dem Spiegel in allerlei Positionen, um die Wirkung des Outfits zu überprüfen und fragt mich auffordernd. „Ist doch toll, oder?!“

Natürlich ist das keine Frage, sondern mein Stichwort für ein solides, anerkennendes, keinesfalls jedoch zu überschwängliches, sondern faktisch begründbares, ehrliches Lob ihrer Erscheinung. Tatsächlich sieht sie hinreißend aus in dem Fummel, sozusagen zum Stehlen süß.

Ich lobe ihre Neunschaffung und preise ihre Erscheinung in wohl bedachten und -gewählten Worten. Nach einer Weile frage ich. „Und kostenmäßig? Was hast du in dem Laden gelassen? So dreistellig, oder?“ Zufällig weiß ich nämlich, dass „der Laden“ zu den nicht ganz preisgünstigen Edelboutiquen unseres Nobelstadtteils gehört. 

„Will ich überhaupt wissen, was das gekostet hat?“ setze ich hinzu, nachdem sie mit einem Kopfnicken und einem affirmativem „Mmm…“ die Frage nach der Dreistelligkeit beantwortet hat.

„Nee, willst du nicht. Du willst eine schöne Frau, das kostet eben.“

„Die oder keine!“ war und ist seit jeher das Leitmotto meiner Verbindung mit dieser Vertreterin des anderen Geschlechts. Darum ist bei mir auch diesmal wieder Kritikfähigkeit, Rationalität und Kostenbewusstheit ausgesetzt und ich freue mich mit ihr über die fesche Neuanschaffung für ihre Garderobe.

Geschichten, die das Leben schrieb: die Hitze, die Fenster und der immobilienbesitzende Adel

In der Hitzehölle unserer Dachwohnung, die wir das Glück haben, im linksrheinischen Düsseldorfer Edelviertel Oberkassel bewohnen zu dürfen (für teures Geld natürlich), sind die alten Fenster inzwischen vom Verschleiß im Mitleidenschaft gezogen.

Diejenigen Fenster, die zur Südwestseite zeigen –  die also die meiste Sonne abkriegen – lassen sich nur noch sehr schwer, oft nur mit allerlei Tricks, und manchmal überhaupt nicht mehr öffnen. Undicht sind sie zum Teil auch noch. Immerhin schickt die Hausverwaltung auf unsere Beschwerde hin umgehend einen Handwerker, der sich der Sache annehmen soll.

Dieser – ein sympathischer bosnischer Serbe – untersucht die Problemfenster von vorn bis hinten, von innen und von außen, wobei er sich lebensgefährlich mutig auf die Dachschräge begibt, und zieht dann sein Fazit: „Da ist nichts mehr zu machen. Da fehlen Teile; die sind auch einfach zu alt, diese Fenster. Die müssen ausgetauscht werden und zwar vor dem Winter.“

Er will alles dokumentieren und der Hausverwaltung beziehungsweise direkt den Eigentümern zur Kenntnis bringen. Denn diese sind diejenigen, die die aus ihrer Sicht unerwünschte Ausgabe zu stemmen haben. Während der Mann sein Handwerkszeug zusammenpackt, fachsimpeln wir ein bisschen über Ausgaben, Kosten und deren Bedeutung für die verschiedenen Gesellschaftsschichten.

„Das sind ja Adlige“ klärt er mich auf, „Die haben viele Häuser; ich bin bei dreien davon beschäftigt, da gibt’s immer was zu tun. Die haben schon ganz schön hohe Kosten…“

Diese Art, sich den Kopf der Grundrente beziehenden Eigentümerklasse zu zerbrechen, kann ich nicht unwidersprochen lassen: „Naja, die haben Kosten, vielleicht manchmal auch hohe – aber die haben sie, weil sie hohe Gewinne machen wollen mit den Häusern!“

Das Haus, in dem wir wohnen, hat erst im vorletzten Jahr den Eigentümer gewechselt und gehört jetzt einer Familie, deren Einkommensgrundlage der Immobilienbesitz ist. Jede Ausgabe für die diversen Mehrfamilienhäuser, jede Investitionen in ihre Renditeobjekte, wird von den Besitzern marktwirtschaftsgerecht als Abzug vom Gewinn betrachtet.

„Klar haben die keine Lust, einen Großteil der jährlichen Miete, die sie von uns für diese Dachbude abkassieren, für neue Fenster auszugeben. Die wollen ja möglichst viel Geld verdienen mit ihrer Immobilie und möglichst wenig reinstecken…“

Der serbische Hsndwerker nickt zustimmend. „Die haben einfach andere Maßstäbe als Leute, die normal Geld verdienen. Die machen sich immer nur Sorgen wie sie ihr Gekd vermehren, nicht ob‘s reicht…“

Ich bin einigermaßen platt über die einfachen Worte, mit denen der Mann das Grundprinzip kapitalistischer Verhältnisse nahezu marxistisch auf den Punkt bringt. Die Arbeiterklasse weiß ziemlich genau, wie der Hase läuft! Sie weiß, wer in dieser feinen Welt des freien Eigentums stets der Gewinner und wer der Verarschte ist. Warum nur zieht sie nie die naheliegenden Schlüsse aus diesem Wissen?

Für einen Grundkurs in politischer Ökonomie und Klassenanalyse ist es aber definitiv zu heiß, und der Genosse Handwerker muss auch zu einem weiteren Einsatz.

Er bekräftigt nochmal, dass er die Gesamtsituation der Fenster in unserer Dachwohnung den Eigentümern zur Kenntnis bringen wird, wünscht mir alles Gute zum Überstehen der Hitze in der Wohnung (die er gerade eine Dreiviertelstunde lang selbst erleben konnte) und wir verabschieden uns freundlich. 

Geschichten die das Leben schrieb: Häuslicher Hitzedialog 

Die Frau sitzt im heimischen Home-Office vor ihren finanzkapitalistischen Tabellen, Wichtig-Wichtig-Emails und -Videokonferenzen und sonstigen Zahlenakrobatikaufgaben, die ihre Tätigkeit als Controllerin so mit sich bringt; ich lungere auf dem Bett und döse zwischen gelegentlichen Checks von Weltmeisterschafts- und Weltkriegsinfo immer wieder ein. In unserer Dachwohnung ist es solide 28 Grad warm und außer gelegentlichen Gängen zum Klo oder zum Kühlschrank besteht keine Veranlassung, sich zu bewegen.

Wir sind beide von der Lohnarbeit ausgelaugt, erst recht unter den Umständen der derzeitigen Hitzewelle, und mehr als urlaubsreif. Urlaub allerdings muss in einer kapitalistischen Konkurrenzgesellschaft teuer bezahlt werden, steht also nicht jedem als planbare Regenerationsoption zur Verfügung. 

„Wir müssen bis Monatsende das Geld für den Urlaub überweisen!“ ruft die Frau überflüssigerweise aus ihrer Schaltzentrale im Arbeitszimmer, denn der Termin dieser bedrohlich näherrückenden Deadline ist mir natürlich bekannt. Das Problem ist, dass das für diese Zahlung veranschlagte Geld, ein mehrfach vierstelliger Betrag, erstmal in Form der jährlichen Lohnsteuerrückzahlung auf unser Konto eingehen muss. 

Ein Anruf bei der IDL ist fällig. Dieser verdienstvolle Verein – die „Interessengemeinschaft der Lohnsteuerzahler NRW e.V.“ – wirft uns den jährlichen Rettungsring in das Haifischbecken des örtlichen Finanzamtes. Das Telefonat ergibt, dass man zwar die Unterlagen an das Finanzamt übergeben hat, allerdings weiß keiner, wie schnell dort gearbeitet wird und wann der Bescheid kommt. Der freundliche Mitarbeiter der Düsseldorfer IDL bietet jedoch an, im Finanzamt anzurufen („Lassen Sie mich das machen, ich hab da andere Möglichkeiten und spreche deren Sprache!“) und mir bis morgen den Stand der Dinge mitzuteilen – sofern er etwas rauskriegt.

Ich teile der Liebsten die Sachlage mit. Eine Controllerin schaut auf Kontostände und Zahlungsziele natürlich nicht wie das Kaninchen auf die Schlange, sondern leitet aus dem Stand schadensbegrenzende Maßnahmen ein. „Dann muß ich eben im schlimmsten Fall mein Konto überziehen, wenn das Steuergeld nicht rechtzeitig da ist“ konstatiert sie, und fügt an: „Also, ich buche keinen Urlaub mehr, bei all den Kosten, die jetzt überall anfallen! Ich genieße diesen Urlaub noch; aber das war‘s dann, für nächstes Jahr buchen wir da nichts mehr!“

Der Wechsel vom „Ich“ zum „Wir“ verdeutlicht, dass hier die Richtlinien der Fiskalpolitik für die gesamte gemeinsame Haushaltskasse abgesteckt werden. „Wir können dann ja mal zwei Wochen spontan irgendwo hinfahren, aber ein ganzer Monat Ostsee ist nicht mehr!“

Dann entdeckt sie mal wieder ein weiteres bisher ungenutztes Sparpotential: das Auto! „Das Auto ist ein Faß ohne Boden! Das kostet alleine an Versicherung über tausend Euro im Jahr!“ Ich sage lieber nichts; ich will ungern auf den Komfort des Pendelns mit dem eigenen Kfz verzichten, schaue aber vorsichtshalber auf rheinbahn.de schon mal nach den Verbindungen von zuhause zur Arbeit. Die Fahrplanauskunft bestätigt meine Befürchtungen: mit öffentlichen Verkehrsmitteln verlängert sich mein (einfacher) Arbeitsweg von zwanzig Minuten auf eine dreiviertel bis zu anderthalb Stunden – je nach Verbindung.

Ich spiele den Desinteressierten und bitte die Frau „Bring mir mal bitte so ein grünes Aloe-Getränk aus dem Kühlschrank!“. Sie holt es, bringt es mir ans Bett und kommentiert: „Das wird auch abgeschafft. Du bist im Unterhalt zu teuer. Du kriegst ab jetzt Leitungswasser zu trinken!“

Der fidele Spruch signalisiert mir, dass die Gelddramatik der Liebsten mitnichten den Humor verdorben hat. Und richtig: „Ich geh mal zu den Schwulen und besorge mir eine neue Körpercreme. Das brauch‘ ich jetzt, noch all den nervigen Geldsachen!“ „Die Schwulen“ sind die sympathischen und offen homosexuellen Betreiber der Parfümerie an der Ecke. Im Unterschied zum betont seriösen Inhaber der luxuriösen Teuer-Parfümerie an der ANDEREN Ecke (bei dem die Frau natürlich auch Stammkundin ist) führen sie ihr Business betont smart und zeitgemäß, streamen Kosmetik-Tips auf Instagram oder Facebook und sind insgesamt eine andere Generation von Geschäftsleuten.

„Bleib am besten auf dem Bett liegen und rühr dich nicht weg, da kannst du am wenigsten Schaden anrichten!“ zwitschert die merkwürdigerweise bestens gelaunte Gattin. „Ich geh jetzt spazieren und komm vielleicht nicht wieder!“

Das kann ich nicht auf mir sitzen lassen und entgegne: „Alles klar, mach‘s gut! Sorg‘ bitte dafür, dass die Miete weiter überwiesen wird. Ich nehme mir dann eine Jüngere!“

Die Frau: „Haha. Meinst du, du kriegst noch eine ab?“

Ich: „Was denkst du denn? An jedem Finger fünf, wenn ich wollte…!“

Sie: „Ja? Wen denn? So Achtzigjährige, aus deinem Heim?“

Damit ist die Sache geklärt. – ich will gar keine andere, solange ich so offensichtlich die Richtige abgekriegt habe.

Geschichten, die das Leben schrieb: der Verarmungstrend ist bei der bürgerlichen Mittelschicht angekommen

In den letzten Wochen und Monaten macht sich nicht nur die gefühlte Teuerung verstärkt bemerkbar (man merkt es z.B. am Einkaufswagen, den man mit 100 Euro nur noch zur Hälfte füllt im Vergleich zu dem, was noch vor ein oder zwei Jahren dafür zu bekommen war), sondern eine Extra-Ausgabe jagt die nächste:

  • Die Nachzahlung der Nebenkosten geht ins fast Vierstellige. Die Nebenkostenvorauszahlung wird deswegen vom Vermieter gleich mal um zusätzliche 100 Euro im Monat angepasst.
  • Das Auto muss nicht nur über den TÜV, sondern hat diverse Macken, da die alte Möhre mittlerweile auch schon 17 Jahre hinter sich hat . Wieder ein niedriger vierstelliger Betrag dahin.
  • Meine eigene Blödheit bzw. lohnarbeitsbedingte Überarbeitung hat mich in den letzten 6 Wochen knapp 400 Euro Blitzer-Bußgeld gekostet.
  • Einige Bekleidungsstücke und Schuhe mussten neu angeschafft werden: 300 Euro dahin (bei mir), dies allerdings nur ein Bruchteil des Betrags, den die Liebste („Das MUSSTE ich einfach kaufen, sieht toll aus, oder?!“) für Betuchung investiert hat. 

Inzwischen aber stellen wir fest, dass unsere Konten nicht nur viel schneller leer werden als früher, dass also „immer mehr Monat am Ende des Geldes übrig bleibt“, sondern dass der Geldabfluss jetzt dauerhaft den Zustrom übersteigt. Die Konten sind bis auf eine kurze Phase direkt nach Gehalts-, Lohn- oder Renteneingang fast permanent am Anschlag oder überzogen.

Das ist erstaunlich, denn laut KI stehen wir mit unserem kumulierten Haushaltsnettoeinkommen recht gut da:

„Euer Äquivalenzeinkommen liegt knapp oberhalb der Mittelschicht, also im Bereich der sogenannten “oberen Mitte” oder unteren Oberschicht.

Die Einkommensungleichheit in Deutschland, gemessen am Gini-Koeffizienten, beträgt laut aktueller Datenlage rund 0,31 für verfügbare Haushaltseinkommen.  Auf der Verteilungskurve dürftet ihr in etwa im 75.–80. Perzentil liegen, also besser als rund drei Viertel aller Haushalte in Deutschland.

Fazit in der Praxis: Ihr lebt komfortabel über dem Median, habt keine finanziellen Engpässe bei normalen Lebenshaltungskosten, gehört aber nicht zur eigentlichen Einkommenselite (die erst jenseits des 90. Perzentils beginnt). Gerade im Rhein-Ruhr-Raum, wo die Lebenshaltungskosten moderat sind verglichen mit München oder Frankfurt, ist das eine solide, entspannte Ausgangslage.“

Die Frau, ihres Zeichen Diplom-Betriebswirtin und Controllerin bei einem internationalen Finanzdienstleister, sieht uns aber bereits mit einem Bein unter der Rheinknie-Brücke lebend und mit dem anderen am Hungertuch nagen. Sie läutet eine neue Zeit äußerster Haushaltsdisziplin ein und bestimmt, dass „ab jetzt die Moppen zusammengehalten werden!“

Sogleich lässt sie ihren Worten Taten folgen, erfaßt sämtliche Ausgaben in einem Haushaltsbuch, und verkündet mir schon nach ein paar Tagen, dass ihr die Augen geöffnet worden seien. Nämlich wie schnell das Geld weg geht und für wieviel Unsinn man es ausgibt. Vor allem aber dafür, wie teuer alles geworden sei! Deswegen würden hinfort nur noch die wirklich nötigen Dinge eingekauft, vor allem aber – das gilt mir – „kein Scheiß im Internet bestellt!“

Als armutserprobter Proletarier bin ich natürlich abgebrühter als die Liebste, habe mich aber zwischenzeitlich an das komfortable Mittelschichtsleben gewöhnt, in dem man fast immer finanziellen Spielraum hat und auch mal eben 50 Euro auf den Kopf hauen kann, ohne groß drüber nachzudenken.

Jetzt allerdings sind ganz neue Töne zu vernehmen seitens meiner berufsbedingt Controlling-affinen Gattin: das Auto ist ein einziger Kostenfaktor! Die Versicherung! Die Steuern! Der Unterhalt! Für den Urlaub könnten wir uns doch auch eins leihen und warum ich das Auto für den Arbeitsweg nutze, will sich ihr ebenfalls nicht recht erschließen – sie fährt ja auch per ÖPNV zur Arbeit, und ich hätte es doch viel kürzer als sie. 

Jetzt wird’s also ernst und geht direkt an meine essentiellen Bequemlichkeiten: mit Bahn und Bus in die Pflegeeinrichtung fahren und – zusätzlich zu der Zumutung, mit streng riechenden Idioten unentrinnbar in stickigen Zügen und (noch schlimmer) Bussen eingepfercht zu sein – auch noch jedesmal zehn Minuten oder mehr zu den jeweiligen Haltestellen zurücklegen zu müssen? Das ist ein Dasein, das mir nicht erstrebenswert erscheint. Es gilt, dieses Disaster abzuwenden.  Mein schwaches Gegenargument ist, dass so ein altes Auto doch noch vergleichsweise günstig sei. Wir sollten es doch fahren, bis es auseinander fällt, fände ich. Und außerdem müsse man wirklich keine Vollkaskoversicherung bei so einer alten Kiste bezahlen. 

Damit beiße ich allerdings auf Granit bei meiner Liebsten, die ihre finanz- und betriebswirtschaftliche Expertise einem Versicherungskonzern zur Verfügung stellt: „Ach ja? Denk doch mal vor ein paar Jahren, als du den Wagen fast geschrottet hast. Hätten wir keine Vollkasko, hätten wir jetzt kein Auto mehr!“ Dem kann ich schlecht widersprechen. Ich hoffe, dass das Thema erstmal in Vergessenheit gerät und ich weiter mit dem Auto zur Arbeit fahre.

Aber auch sich selbst schont sie nicht, denn eine Controllerin hat vor allem sachlich, neutral und ohne Ansehen der Person zu agieren. Ihre Ausgaben für die Volksdroge Alkohol haben sich in letzter Zeit bereits deutlich reduziert (ich selber, habe ganz damit aufgehört), jetzt aber macht sie Nägel mit Köpfen oder hört sich jedenfalls so an: „Ich glaube, ich komm nicht drum herum: ich muss mit der Raucherei aufhören.“

Sie hat nämlich festgestellt, dass sie jeden Monat mehrfach dreistellig für die schädlichen Nikotinstengel ausgibt. Da ich diese Ankündigung allerdings seit vielen Jahren immer mal wieder höre, ist mein Glaube gering, dass dem diesmal Taten folgen werden. Immerhin ist Nikotin nicht nur eine Droge, die fest in Kreislauf und Stoffwechsel der Abhängigen eingebunden, sondern die eben auch eine Kompensation für alles mögliche, vor allen Dingen aber für jede Art von Stress ist. 

Zur Feier all diese Entscheidungen und als Inauguration der neuen Zeiten , die jetzt in unserer privaten Volkskommune anbrechen, geht sie runter zum Kiosk an der Ecke, kauft sich eine Flasche italienischen Rotwein und raucht sich erstmal eine. „That’s my girl!“ denke ich bei mir und sinniere über die seltsamen Zeiten, in denen wir leben und die schlechter statt besser, dümmer statt intelligenter, gefährlicher statt friedlicher werden. Vor allem aber teurer.

Was macht angesichts der immer ungemütlicheren Vorkriegszeiten diejenige Gesellschaftsklasse, die keinen Puffer, keine Substanz, keine Ressourcen hat, auf die sie zur Abfederung der permanenten Kostensteigerungen in allen Lebensbereichen zurückgreifen kann? Einfache Antwort: den Lebensunterhalt kürzen, verarmen.

Die bürgerliche Mittelschicht ist noch nicht ganz so weit, aber ich habe das Gefühl, sie ist sind auf dem Weg dorthin.

Geschichten, die das Leben schrieb: Deutschland dein Gesundheitswesen

Nach dem Arbeitsunfall am Montag, bei dem mich ein aggressiver Tisch unvermittelt ansprang und mir seine Kante gegen Knie und Schienbein donnerte, füllte ich die vorgeschriebene Unfallmeldung auf der Arbeitsstelle aus und meldete mich für meine Dienste am Mittwoch und Freitag erst mal arbeitsunfähig.

Da ich den von der Hausarztpraxis genannten D-Arzt, der für solche Arbeitsunfälle zuständig ist, innerhalb von zwei Tagen nicht erreiche und die Beschwerden im Rahmen bleiben bzw. sich nicht wesentlich verschlimmern, belasse ich es dabei und hoffe, dass ich bis zum Ende der Woche wieder im wahrsten Sinne des Wortes auf den Beinen stehe.

Weit gefehlt. Die letzten beiden Tage sind geprägt von zunehmenden Beschwerden beim Gehen und Stehen, die Nächte von intensivem Ruheschmerz im angeschwollenen Knie. An Schlaf ist nicht zu denken und heute, in der zweiten Nacht, in der ich stundenlang wieder nicht weiß, wo ich mich vor Schmerzen hintun sollte, googel ich dann mal auf einschlägigen Medizinportalen die Faktenlage. Auch ziehe ich meinen künstlich intelligenten Kumpel Claude zu Rate, der mir folgendes hinter die Ohren schreibt:

2:00 Uhr
Daraufhin begebe ich mich also auf die Suche nach einer Notaufnahme. Richtig: auf die Suche, denn auch in einer Landeshauptstadt wie Düsseldorf ist das garnicht so ohne, wie sich herausstellen wird.

Die private Schön-Klinik, die bei mir um die Ecke gelegen ist, weist mich bei meinem Anruf sofort ab und schnoddert mir zu, ich solle doch am Montag mal bei einem Orthopäden anrufen.

2:30 Uhr
Als Nächstes fahre ich ins 3km entfernte St. Martinus-Hospital. Dort erfahre ich, dass der Notarzt gerade mit einer komplizierten OP beschäftigt ist, und „das kann bis um 8:00 Uhr dauern“. Ich bedanke mich und verlasse den Laden.

2:45
Ich lege die kurze Strecke zum EVK, dem evangelischen Krankenhaus, zurück, wobei ich in einer 30 km Zone mit der sagenhaften Geschwindigkeit von 39 km/h geblitzt werde. Das Krankenhaus genießt einen ausgezeichneten Ruf und empfängt mich mit weitgehend leeren Räumlichkeiten, auch in der Notaufnahme, und einer angenehmen Atmosphäre. Man behandelt mich freundlich, weist mir einen Platz zu und versichert mir, dass mich gleich jemand versorgen würde..

Nach einer halben Stunde werden in einem Zimmer mit der Aufschrift „Ersteinschätzung“ meine Daten erfasst und ich werde wieder in den Wartesaal komplimentiert: „Die Ärztin ruft sie gleich auf!“

Ich nehme erleichtert auf den unbequem Bänken Platz, wo ich es aber nicht lange aushalte, weil mir das Knie wirklich zu schaffen macht. Also wanke ich irgendwie durch den Saal, ziehe mir in meiner Verzweiflung für teures Geld ein „Kinder Bueno“ aus dem Automaten und harre der Dinge, die da kommen. Nach einer weiteren halben Stunde erscheint die Pflegekraft erneut und sagt, es täte ihr leid, aber die Ärztin müsse jetzt eine OP durchführen. Ich sollte doch morgen ab 9:00 Uhr noch mal kommen, da wäre Schichtwechsel und wahrscheinlich würde es dann nicht so lange dauern.

4:00
Ich fahre nach Hause.

Geschichten die das Leben schrieb: Abendgedanken

Wenn ich mir abends die Kopfhörer aufsetze und die relevanten Podcasts – beginnend meistens mit Alexander Mercouris von The Duran – anhöre, lasse ich gerne auf dem großen Bildschirm irgendeinen angenehm anzuschauenden 4K-Screensaver laufen. Diesmal fiel meine Wahl auf „Europe 4K – Scenic relaxation“, eine anderthalbstündige Abfolge der schönsten Landschafts- und Küstenaufnahmen Europas.

Mit der Sendung Mercouris‘ im Ohr, in der die immer wilder eskalierende Vorkriegssituation seziert wird, und den wunderbaren Bildern aus allen Ecken Europas im Blick wird mir düster ums Gemüt.

Düster über den Irrsinn der hiesigen Machthaber (und der hinter ihnen stehenden Epstein-Klasse), unseren von der Natur so üppig gesegneten Kontinent nicht nur mit ihrem Dreckskapitalismus, ihrer hemmungslosen Umverteilung des Reichtums von unten nach oben im Griff zu haben.

Mir wird schwer ums Herz nicht nur wegen der ganzen verlogenen Zensur und dem orwell‘schen Doppeldenk („Die Dinge sind nicht wie sie sind, sondern so, wie wir es euch sagen“), die inzwischen in Europa herrschen, oder wegen der Folgen der von der herrschenden Klasse zur langfristigen Sicherung ihrer Macht ins Werk gesetzten Massenimmigration, die den Kontinent verändert hat (und meistens nicht zum Besseren).

Am schwersten drückt mir die Aussicht auf die Seele, dass all diese lächerlichen, gestörten, narzisstischen, diese so eitlen wie inkompetenten politischen Eliten Europas bereit sind, unseren Kontinent und das Auskommen und Leben seiner Bevölkerungen zu opfern für ihren Krieg gegen Russland, für ihre komplett hysterische Russophobie, für ihre Machtbehauptung und für den EINZIGEN Zweck ihres dystopischen supranationalen Staatenbundes EU, für das EINZIGE, bei dem sie noch alle an einem Strang ziehen: die Feindschaft gegenüber Russland.

Die zelebrieren sie wie ein Hochamt, die hauen sie ihren Bevölkerungen jeden Tag, rund um die Uhr, um die Ohren und dieser Wahn ist das Banner, hinter dem sie uns scharen wollen, um in den Krieg zu ziehen. 

Geschichten die das Leben schrieb: Leberwurstbrot beugt Popokakaalarm vor!

Wenn man einen zotteligen Hund hat, achtet man darauf, dass dessen Ausscheidungen sauber abgesetzt werden können und man den Kumpel nicht nach dem Spaziergang in die Badewanne setzen muss.

Zu diesem Zweck ist es vorteilhaft, die Darmflora des vierbeinigen Freundes mit ballaststoffreicher Nahrung zu stabilisieren, zum Beispiel Körnerbrot. Körnerbrot allerdings ist nicht gerade die Lieblingsspeise von Hunden. Lecker Leberwurst obendrauf macht es aber schon akzeptabler.

Mein Hund jedoch ist ein ganz schlauer – oder versuchts zumindest zu sein – und bemüht sich nach Kräften, die Leberwurst von den Brotstückchen abzulecken. Weil ihm das aber nicht gelingt, weil zu viel von der schmackhaften Leberwurst auf den einzelnen Stückchen übrig bleibt, isst er das Brot notgedrungen mit – was der Zweck der Übung war.