Gesinnungsjustiz

Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Düsseldorf am 15.09.2026 wegen Verstoß gegen § 86 (Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen): Einstellung gegen Geldbuße (aber eine saftige)

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Heute um 13:00 Uhr fand die Hauptverhandlung statt. Zu meiner Überraschung verlas die Staatsanwältin als Anklage nur die „Straftat“ nach § 86 (Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) und nicht den in der Vorladung erwähnten Verstoß gegen § 188 (Verleumdung und Beleidigungen von Personen des politischen Lebens).

Das lag, wie mir der Richter erklärte, daran, dass der Bundeskanzler keine Strafanzeige gestellt hatte. Mir wurde die Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben, und ich ergriff sie, um auf die Kriegsvorbereitungen der Bundesregierung und die Analogie in deren öffentlichen Äußerungen – „Russland im Zustand der Barbarei“ (Merz/Himmler), „ Herstellung von Kriegstüchtigkeit“ (Pistorius/Goeebels) – hinzuweisen. Ich fragte, ob nach der strafrechtlichen Verfolgung von antifaschistischen Postings in der Konsequenz auch Geschichtsbücher, „GEO“-Sonderausgaben über die NS-Diktatur und ähnliches auf den Index gesetzt würde.

Der Richter unterbrach mich mehrfach und sagte mir, er wäre nicht hier, um zu diskutieren oder sich Rhetorik und Polemik anzuhören, sondern um die Fakten festzustellen. Ich antwortete ihm, dass das ganze Verfahren ein politisches sei und demzufolge ausschließlich um Diskussion, Rhetorik und Polemik, also um Meinungsäußerung und deren strafrechtliche Verfolgung, ginge.

Mein Anwaltsgenosse bat daraufhin um ein Rechtsgespräch und ich musste mich für dessen Dauer aus dem Saal entfernen. Nach 20 Minuten kam der Genosse wieder raus und berichtete folgendes:

Man macht uns den Vorschlag, gegen eine Geldbuße von 1500 Euro das Verfahren einzustellen. Staatsanwaltschaft und Richter sind offensichtlich „von oben“ angewiesen, streng vorzugehen. Die Staatsanwältin ist vom „Polizeilichen Staatsschutz“. Sie hat klargemacht, dass wir bei Ablehnung des Deals im Folgeverfahren nicht nur wegen § 86, sondern auf jeden Fall auch wegen Verstoß gegen § 188 vor Gericht stehen würden. Denn auch wenn Merz mich in diesem Fall nicht angezeigt hätte, würde es die Staatsanwaltschaft tun, da die Ahndung von solchen Verleumdungen im öffentlichen Interesse läge.

Die Aussichten, in einem weiteren Verfahren gegen die sehr entschlossenen Inquisitoren der Staatsanwaltschaft (und den kooperierenden Richtern) zu bestehen, liegen laut Anwalt bei nahe Null. „Die sind scharf, die wollen keine Kritik an der Faschisierung und an Merz zulassen“. Die Strafen würden sich im Fall einer (absehbaren) Niederlage vor Gericht dann verdoppeln, auf 3.000 Euro Geldbuße und rund 2.000 Euro Anwaltskosten, plus Gerichtskosten.

Daraufhin entschlossen wir uns zähneknirschend, das „Angebot, dass man nicht zurückweisen kann“, anzunehmen und in den sauren Apfel der Strafzahlung und der an mir hängenbleibenden Anwaltskosten zu beißen.

In meinem Schlusswort versäumte ich nicht, die Anwesenden davon in Kenntnis zu setzen, dass sie nur aufgrund der erpresserischen Macht von noch weitergehenden Geldforderungen gegen einen Armutsrentner wie mich meine Einwilligung zu diesem faulen Handel erhalten. Ich wies darauf hin, dass dieser Gerichtsbeschluss selbstverständlich meine Einstellungen und Haltungen nicht beeinflussen wird, sondern im Gegenteil meine Kritik an Staat und Regierung nur bestätigt. Ich verabschiedete mich mit den Worten. „Ich hoffe,dass in Deutschland eine Zeit kommt, in der politische Verfahren wie dieses Geschichte sind und wo abweichende Meinungen und Kritik an der Regierung nicht mehr mit dem Strafrecht verfolgt werden. Schönen Tag noch.“


Fazit:

Ich muss jetzt 1.500 € an die Staatsmacht zahlen, was ziemlich exakt der Betrag ist, den wir derzeit auf unserem Soli Konto haben. Ich beantrage deshalb die Komplettentnahme zu diesem Zweck.

Meinen eigenen regelmäßigen Beitrag zum Soli Konto werde ich auf 20 Euro verdoppeln, damit wir in Bälde wieder zumindest einen Grundstock an Liquidmitteln aufbauen können.

Auf den Anwaltskosten von rund 1000 € bleibe ich sitzen. Mit dem Anwaltsgenossen habe ich vereinbart, dass er mir eine Ratenzahlungs-Rechnung über 100 € im Monat schickt. Auch die sind bei meinen Armutsrentnerverhältnissen nur sehr schwer zu stemmen. Wer trotz der harten Zeiten Geld übrig hat und sich veranlasst fühlt, mich hierbei zu unterstützen ist natürlich herzlich willkommen.

Lieber hätte ich die 30 Tagessätze à 50 Euro abgesessen und das Geld vom Soli-Konto für die Anwaltskosten verwendet. Das kann ich mir jedoch nicht leisten, weil ich es erstens meinem Hund nicht antun will und weil ich zweitens sonst zuhause massiven Nudelholzalarm kriegen würde.

Richtige, aber zahnlose Kritik

Der WEMEZE-Text ist in seiner Beschreibung der Zustände akkurat, lässt aber den Leser mit der Frage zurück, WARUM das nun alles eigentlich passiert. Weil die handelnden Politiker böse Gesellen sind? Weil die Welt nun mal schlecht ist?

Wie so viele präzise beobachtende Artikel bleibt auch dieser bei der Beschreibung stehen und vermeidet es, sich mit den Ursachen des autoritären Staatsumbaus zu befassen. Da würde er nämlich auf die INTERESSEN stoßen, die sich in einer kapitalistischen Gesellschaft IMMER durchsetzen – aus dem einfachen Grunde, dass Staat und Gesellschaft für und von diesen Interessen eingerichtet sind: kapitalistisches Eigentum, Kapitalvermehrung, unausweichliche Verbindlichkeit der kapitalistischen Eigentumsordnung (und damit der Klassengesellschaft) für alle Bewohner des auf diese Weise beherrschten Territoriums, garantiert von der Staatsmacht.

Diese schönen Verhältnisse sehen auch die Kritiker des autoritären Staatsumbaus – den manche auch „Faschisierung“ nennen – im Normalfall als erstrebenswert, alternativlose, bestmögliche Ordnung usw.

Das macht ihre (richtige) Kritik so zahnlos, so wirkungslos, so ausschließlich auf Empörung und moralische Verurteilung des Kritisierten gerichtet. Sie wollen nicht n die BASIS der von ihnen beschriebenen Zustände, die sie als Fehlentwicklung einer grundsätzlich richtigen Sache sehen. Sie wollen nicht die EIGENTUMSFRAGE stellen. Sie wollen den Kapitalismus behalten – aber der soll doch bitte nicht so rücksichtslos gegen sein Verwertungsmaterial (ob menschlich oder dinglich) sein.

Sie fürchten den Kommunismus (so nennen sie den Sozialismus). Und ohne „Kommunismus“, ohne eine sozialistische Organisation der wesentlichen Teile gesellschaftlicher (Re-)Produktion wird uns der Kapitalismus auf seinem gegenwärtigen Weg mal wieder in einen Krieg führen, von dem diesmal niemand sagen kann, ob und wie ihn irgendjemand überleben wird.

Man muss sich die Eleganz dieses politischen Moments auf der Zunge zergehen lassen, sofern man sich das Schlucken noch leisten kann. Während man dem Publikum weiterhin die Illusion eines komplizierten Reformgeschehens vorspielt, wird im Hintergrund mit bewundernswerter Konsequenz an der einfachsten aller Lösungen gearbeitet: der Entkernung. Nicht laut, nicht dramatisch, sondern mit der Geduld eines Verwaltungsakts, der weiß, dass seine größte Stärke darin liegt, niemanden mehr zu interessieren.

Der autoritäre Umbau kommt nicht im Stiefel daher, sondern im Sparpaket. Er spricht nicht von Macht, sondern von Effizienz, nicht von Kontrolle, sondern von Notwendigkeit. Und wer sich wundert, warum ausgerechnet im Gesundheitssystem gekürzt wird, der hat den feinen Humor dieser Politik noch nicht verstanden. Eine Bevölkerung, die sich ihre seelische Stabilität nicht mehr leisten kann, ist berechenbarer. Wer permanent damit beschäftigt ist, nicht auseinanderzufallen, stellt keine lästigen Fragen mehr nach dem Zustand des Ganzen.

Die Einschnitte bei Psychotherapeutinnen sind daher kein Versäumnis, sondern eine strategische Glanzleistung. Man entzieht der Gesellschaft die Fähigkeit zur Selbstreflexion und verkauft das als Haushaltsdisziplin. Der Bürger wird nicht mehr behandelt, er wird verwaltet. Und wer verwaltet wird, der widerspricht nicht, er funktioniert oder fällt aus der Statistik.

Parallel dazu verschwindet das Transparenzgesetz mit jener Diskretion, die man sonst nur von Absprachen kennt, die besser nie getroffen worden wären. Transparenz ist schließlich gefährlich, weil sie Zusammenhänge sichtbar macht. Ein autoritärer Umbau aber lebt davon, dass alles fragmentiert erscheint, als eine lose Abfolge von Einzelmaßnahmen, die zufällig alle in dieselbe Richtung weisen. Wer das Muster erkennt, hat schon zu viel gesehen.

Dass gleichzeitig die Mittel für ein NSU-Dokumentationszentrum gestrichen werden, ist dabei kein Zufall, sondern ein Bekenntnis. Erinnerung stört. Sie stellt Vergleiche her, wo man lieber Einzelfälle hätte. Sie zwingt dazu, Kontinuitäten zu erkennen, wo man doch so viel Wert darauf legt, alles als notwendige Gegenwartspolitik zu deklarieren. Eine Gesellschaft ohne Gedächtnis ist leichter zu formen, weil sie nicht mehr weiß, was sie verloren hat.

Und so marschieren CDU, CSU und SPD mit bemerkenswerter Einigkeit durch dieses Programm der schleichenden Verrohung, das sich selbst noch als Vernunft ausgibt. Es ist die große Koalition der Entleerung, die sich nicht einmal mehr die Mühe macht, ihre Ziele zu verschleiern, weil sie weiß, dass die Aufmerksamkeitsspanne längst auf Sparflamme läuft.

Lars Klingbeil kommt dabei eine fast tragische Rolle zu, wenn Tragik nicht voraussetzen würde, dass jemand die Lage erkennt. Er führt seine Partei nicht in den Untergang, er verwaltet ihn. Und man muss ihm zugestehen, dass er das mit einer Konsequenz tut, die in ihrer Schonungslosigkeit fast wieder Respekt einflößt. Es ist die Ehrlichkeit des Abrisses, der nicht mehr so tut, als wolle er renovieren.

Am Ende bleibt eine Ordnung, die niemand beschlossen hat und die doch alle betrifft. Sie wächst nicht aus Überzeugung, sondern aus Gewöhnung. Und genau darin liegt ihre Stärke. Der autoritäre Umbau braucht keine großen Gesten, solange er die kleinen Schritte besitzt, die niemand mehr zählt. Wer noch mitzählt, gilt bereits als Störung. Und Störungen werden, wie man weiß, früher oder später beseitigt, ganz im Sinne einer Politik, die sich selbst für alternativlos erklärt und damit jede Alternative zum Verdacht macht.

Zum Original-Posting (Facebook)

Der Weg in den (digitalen) Faschismus

Der Weg in den Faschismus:

Heute komplett technologisch, smart, algorithmenbasiert und natürlich nur, „um die Demokratie zu schützen“.

Davon hätten sich braunhemdtragende und parolengrölende Primitivlinge aus den 1930ern ein fette Scheibe abschneiden können.

Eines allerdings ist „wie damals“: Die Bereitschaft zum Mitmachen bzw. zum resignierten „Kammanixmachn“ ist in Deutschland nach wie vor ungebrochen.

Es lässt sich 2026 sogar viel eleganter und mit gutem Gewissen mitmachen, weil man das Gefühl haben darf (und soll), dass Faschisierung und militaristisch-reaktionärer Staatsumbau eigentlich etwas ganz anderes sind, nämlich die Stärkung der Demokratie, und dass man sogar als gesinnungsschnüffelnde Meldemuschi, Polizist oder Staatsanwalt diesmal auf der Seite der Guten, also der demokratischen Verteidiger „unserer liberalen Werte gegen Rechts!“ steht.

„Was hier entsteht, ist die deutsche Variante jenes Überwachskapitalismus, den die Tech-Oligarchie weltweit durchsetzt. Nicht mit Stiefeln und Hakenkreuz, sondern mit Verträgen, Cloud-Anbindungen und dem wohlfeilen Versprechen, dass der Zweck – „die Sicherheit“ – alle Mittel heiligt. Es ist die Kapitulation der Politik vor der Technologie, die Kapitulation des Rechts vor der Effizienz.

Das Menschenbild, das hier propagiert wird, ist das des gläsernen Bürgers: folgsam, durchschaubar, jederzeit kontrollierbar. Wer sich dieser totalen Transparenz verweigert, macht sich automatisch verdächtig. Die Umkehrung von Freiheit ist perfekt, denn plötzlich muss derjenige seine Unschuld beweisen, der nicht überwacht werden will.

Die vermeintliche Zäsur, vor der wir angeblich stehen, entlarvt sich bei genauerem Hinsehen als das, was sie in Wahrheit ist: keine Revolution, sondern eine Konsolidierung. Der Überwachungsstaat, der sich heute mit Palantir-Software und KI-gestützten Analysesystemen auftürmt, ist keine neue Gruppe, die plötzlich die Macht an sich reißt – er ist die logische Vollendung jener Kräfte, die unsere Wirtschaft seit dem Zeitalter des Computers leiten. Die Tech-Oligarchen erfinden nichts Neues. Sie perfektionieren nur ein altes Versprechen.

Thiel recycelt dabei die Ideologie der „konservativen Revolution“ der Weimarer Zeit. Bei ihm treffen Oswald Spenglers Untergangsrhetorik und Carl Schmitts Freund-Feind-Denken auf milliardenschwere Finanzkraft, um den faschistischen Staat von heute zu bauen.“

https://perspektive-online.net/2026/03/palantir-feilt-am-faschistischen-ueberwachungsstaat-deutschland-guckt-es-sich-ab

Zum Tag des Sieges: »Runter die Fahne!«

Möchtest du vielleicht erfahren,
Wie vor achtzig, neunzig Jahren
Hitlers Nazis sich benahmen
gegenüber Russenfahnen?

Du musst keine Bücher lesen
oder damals dort gewesen.
Den Geist des Führers sieht man zieh‘n
durch das heutige Berlin.

»Runter die Fahne!«

Am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park wird ein Mann von Einsatzkräften der Berliner Polizei abgeführt.

Sein »Verbrechen«: das Mitführen einer russischen Flagge und einer Fahne mit einer Friedenstaube

(Junge Welt auf X)

Nazi-Propaganda damals und heute

„Totale Dekommunisierung“, so wie es die Waffen-SS vorgemacht hat: die heutige Ukraine editiert einfach alte Nazi-Propagandaplakate und macht – unter dem Beifall ihrer europäischen Sponsoren in London, Paris, Berlin und Brüssel – dort weiter, wo ihre historischen deutschen Vorgänger aufhören mussten.

WER die faschistische Barbarei dieser historischen deutschen Vorgänger beendete, ist bekannt. Unter unglaublichen Opfern haben die Völker der Sowjetunion die braune Pest besiegt und vernichtet.

Der heutigen neonazistischen Ukraine und ihren eurofaschistischen Förderer wird es genauso gehen.

„Hey Leute! Traut euch! Zeigt das an! Jetzt auch digital!!“

Kein Scherz:

Die Frau, die hier in bestem Infantildeutsch zur Denunziation aufruft und die Bevölkerung auffordert, Leute, „die den gesellschaftlichen Konsens verlassen“ bei der Staatsanwaltschaft zu melden, wird neue Justizministerin der BRD.

Sonja Eichwede heißt das Mädel und das Video ist kein DeepFake eines erklärten SPD-Hassers sondern eine ernstgemeinte Stellungnahme einer Überzeugungstäterin, die anscheinend auf einen Streich Baerbocks und Faesers Banalität des Bösen noch toppen will.

Bademäntel bereitlegen!

faschisierung #denunziantentum #spdfuerpolizeistaat

„Ist das noch unsere Demokratie oder ist das IHRE?“

Auf X fragt ein enttäuschter und empörter Demokratie-Fan angesichts all der offenkundigen Einschränkungen demokratischer Rechte, der Annullierung von Wahlen, der juristischen Verfolgung unliebsamer Kandidaten etc. rhetorisch in die Runde:  

„Ist das noch unsere Demokratie oder ist das IHRE?“

Ich sah mich zu einer Antwort veranlaßt:

Das ist die Demokratie, auf die kapitalistisch konditionierte Untertanen nichts kommen lassen wollen – egal wie oft sich ihr IDEAL einer repräsentativen, einzig der Menschennatur  entsprechenden Regierungsform immerzu an der REALITÄT von Klassengesellschaft und Bourgeoisherrschaft blamiert.

DEMOKRATEN wollen auf diese perfekte Form bürgerlicher Herrschaft nichts kommen lassen. 

Sie fordern von ihrer Obrigkeit die Erfüllung der Ideale ein, die demokratische Politiker den Bürgern zwar verkünden, aber nicht naiv genug sind, sie auch zu glauben. 

Demokratische Politiker mögen diese Ideale vielleicht in Sonntagsreden beschwören, sind aber in der praktischen Ausübung ihrer Herrschaft über die Klassen- und Konkurrenzgesellschaft viel zu realistisch, um ihre Machtsusübung an irgendwelchen Idesken messen zu lassen.

Demokratische Untertanen wiederum werden daran nicht irre, sondern nehmen die kapitalistische Realität, die so offenkundig den Idealen der Sonntagsreden Hohn spricht, erst recht zum Anlass, auf ihren Idealen und ihrer guten Meinung von der Demokratie zu bestehen.

Damit sind sie die geeignete Manövriermasse ihrer demokratischen Führer. Diese bestätigen ihnen gerne diese gute Meinung von der Demokratie, schieben die ungemütlichen Begleiterscheinungen kapitalistischer Herrschaft auf die Regierung (sofern sie gerade in der Opposition sind) oder (sofern sie gerade an der Regierung sind) kreiden sie der Opposition an, die alles verbockt hat als sie noch Regierung war.

Wenn alle Stricke reißen, findet sich auch stets ein Fall höherer Gewalt (Klimakrise! Erderwärmung!!) oder ein äußerer Feind (Putin! China! Trump!! PUTIN!!!), der am zunehmend erschwerten und teureren Leben und dem „Niedergang der Demokratie“ schuld ist.

So sind alle Dinge in der Demokratie bestens geordnet: 

Selbst die permanent Geschädigten dieser Herrschaftsform wollen auf keinen Fall von ihrem Lob der Demokratie ablassen – und ehe sie sich angesichts all der Katastrophen, Verarschungen und Zumutungen, mit denen ihre  herrschende Klasse sie konfrontiert, sagen „Dann entmachten wir die eben, nehmen den Laden in die eigenen Hände und organisieren eine geplante und effiziente Ökonomie, die allen ein anständiges Leben ermöglicht!“, wählen sie bei der nächsten Wahl erneut Leute, von denen von vornherein klar ist, dass DAS, WAS NIE ZUR WAHL STEHT auch weiterhin unangetastet bleibt: der Kapitalismus und die Klassenherrschaft der Bourgeoise.

Demokraten unter sich eben.

Faschisierung auf dem Vormarsch: Artikel 5 GG nur noch Makulatur, Regierungskritik wird gnadenlos abgestraft.

Egal ob man die Aussagen und die Formulierungen dieser Rentnerin billigt oder nicht: das noch amtierende Ampelregime unter Olaf dem Vergeßlichen und Robert dem Schwa**Kopf bedient sich bei der Verfolgung abweichender Meinungen und der Kritiker ihres desaströsen Regierungshandelns einer willfährigen Justiz, die mit massiven, wohl abschreckend gedachten Strafen Leute verfolgt, die es wagen, der Obrigkeit zu widersprechen.

Die nötigen Gesetze hat sich die Regierung selber geschaffen (§§ 130 und 140, „Hassrede“ etc) und eine einsatzbereite Gedankenpolizei von NGOs, KI-Startups und freiwilligen Meldemuschis steht ebenfalls bereit, Dissidenten und unbotmäßig Bürger zu denunzieren.

Wer diese Parteien wählt, soll sich bitte hinterher nicht beschweren, dass er nichts gewusst hat.

Artikel zum Thema, Berliner Zeitung

Süße, heilige Censur, laß uns geh‘n auf deiner Spur

„Aus den genannten Gründen und den aufgeführten Meinungen anderer Autor:innen lässt sich das Buch in die Kategorie ‚Medien an den Rändern‘ einordnen, eine Anschaffung in einer Bibliothek sollte gründlich geprüft werden. Empfehlenswert ist, hier eine enge Kontextualisierung vorzunehmen. Hierbei könnte man Hinweise im Buch hinterlegen, die z.B. aus einem QR-Code oder zuverlässigen Quellen bestehen, die auf fachlich fundierte Rezensionen oder Stellungnahmen von medizinischen Institutionen verweisen.“

„Dies ist ein Werk mit umstrittenem Inhalt. Der Inhalt dieses Werks ist unter Umständen nicht mit den Grundsätzen einer demokratischen Gesellschaft vereinbar. Dieses Exemplar wird aufgrund der Zensur-, Meinungs- und Informationsfreiheit zur Verfügung gestellt“.

Solche Empfehlungen gibt der Berufsverband Information Bibliothek, BIB, ein Verband der Bibliothekare, an seine Mitglieder, also an die Bibliothekare, die in öffentlichen anderen Büchereien arbeiten. Inhaltliche Bewertung von Büchern ist zwar überhaupt nicht die Aufgabe von Bibliothekaren, aber in Zeiten der Verengung des Meinungskorridors auf die offizielle Regierungsdarstellung als einzig zulässiger Meinung fühlt sich offenbar jede Berufsgruppe berufen, in vorauseilendem Gehorsam die staatliche Zensurpolitik zu unterstützen.

Damit geben die Schmalspurgemüter aus Politik und unterordnungsbeflissenen Berufsgruppen zu Protokoll, was sie vom Leser, folglich von der Bevölkerung, halten:

Diese wird als zur richtigen Meinung zu erziehende Masse betrachtet, die zwar scheinbar schlau genug sind, bei entsprechender abweichender Lektüre auf dumme eigene Gedanken zu kommen, aber eben auch dumm genug, sich von Vorschriften, Hinweisen und Einhegung abweichender Meinungen in Form „kontextueller Hinweise“ (sprich: vom Regierungsnarrativ als korrigierend erhobener Zeigefinger) ihre Weltsicht formen zu lassen.

Immerhin trauen sie sich noch nicht, verdächtige Bücher gleich ganz zu verbieten, schließlich möchte man die verfassungsrechtlich vorgegebene Illusion von Meinungsfreiheit aufrechterhalten. Wenn die dann auch noch endgültig und offiziell gefallen ist (spätestens zum Kriegseintritt gegen Russland), werden BIB und andere Beufsverbände sicherlich freudig und willig die dann fälligen Verbote umsetzen. Nur zum Schutz von Freiheit und Demokratie, versteht sich.

Artikel zum Thema im Blog von Norbert Häring: https://norberthaering.de/propaganda-zensur/berufsverbhand-information-biblio/

Handlungsempfehlungen des BIB: https://www.bib-info.de/berufspraxis/medien-an-den-raendern

Schwachkopf professionell

Ich möchte unserem hervorragenden und kompetenten Wirtschaftsminister Dr. Robert Habeck hier einmal beistehen. Ich möchte betonen, wie gut ich verstehen kann, dass Dr. Habeck persönlich den 64-jährigen Rentner angezeigt hat, der dieses furchtbare Meme geteilt hat.

Man muss wissen, dass der Dr. Habeck dadurch schlimm beleidigt wurde. Und deswegen hat der Dr. Habeck sich zurecht in die Phalanx der GRÜNEN-Politiker eingereiht, die vor lauter Beleidigungen kaum noch den Überblick behalten können, wen sie schon angezeigt haben und wen noch nicht.

Unsere Demokratie kann viel verkraften, gegebenenfalls sogar mal abweichende Meinungen! Aber dass einer herausragenden politischen Persönlichkeit wie dem Dr. Habeck vermittels dieses Memes eine so böse Beleidigung angetan wird, dass kann eben – und MUSS!!! – strafrechtliche Folgen haben.

Wo kämen wir da hin, wenn sich jeder einfach über Politiker lustig machen würde?! Das wären untragbare demokratische Zustände, und davor bewahre uns der Dr. Habeck und die Staatsanwaltschaft!!