Eigentlich hab ich meiner Liebsten versprochen, keine staats- und regierungkritischen öffentlichen Kommentare mehr abzugeben, da sie die heutzutage verbreiteten strafrechtlichen Rache- und Zensurmaßnahmen der Machthaber fürchtet. Manchmal aber kann ich nicht anders. Manche Blüten des bellizistischen Unfugs sind so stinhässlich, dass sie kommentiert gehören:
CDU auf Facebook am 20.08.2026
Euer Blackrock-Kanzlerdarsteller und anti-russischer oberste Kriegstreiber hat doch noch nicht mal bei euren eigenen Mitgliedern mehrheitlichen Rückhalt.
Der unfähigste und unbeliebteste Kanzler den die BRD je hatte – der Deutschland für die Interessen seiner globalistischen Finanzkapitalkumpels deindustrialisiert und uns in einen Krieg gegen die größte Nuklearmacht der Erde führen will, ein Nazi-Enkel, der keinerlei Diplomatie, stattdessen nur Konfrontationspolitik gegen Russland kennt, ein Freund des Rüstungskapitals, der mit seiner Unterstützung des korrupten und kriminellen Kiewer Regimes den Krieg wissentlich verlängert und eskaliert.
Merkt ihr eigentlich noch irgendwas in eurer Berliner Machterhaltungsblase? Merkt ihr, dass eure hemmungslose Aufrüstung, euer hysterischer Russenhass und eure lächerliche Feindbildpflege nur eins zur Folge haben: die CDU verschwindet (zu Recht) als Volkspartei und gilt – außer bei eurer Hardcore-Wählerbasis, der Handvoll westdeutscher ZDF-Rentner in ihren Eigenheimen – als Partei des Machterhalts und des Kriegs- und Verarmungskurses, der unter eurer desaströsen Herrschaft immer weiter verschärft wird.
Wisst ihr, dass 87% der Deutschen sich FREUEN, wenn der Kriegskanzler und Nazifreund Merz endlich weg ist? Keiner kann den unsympathischen Kriegstreiber mehr sehen, der mit jeder seiner Äußerungen uns normale Lohnarbeiter als zu faul, zu oft krank, zu früh verrentet usw. beleidigt und niedermacht, selber jedoch wehleidig jeden verklagt, der ihn kritisiert.
Wir freuen uns alle schon auf September, wenn Pinocchio nach den Wahlniederlagen im Osten endlich weggeputscht wird von seinen eigenen Parteifreunden, die um ihre Pfründe fürchten.
Als Individuen und als Gesellschaft sollten wir1 in der Lage sein, so viel arbeits(zwang)freie Zeit wie möglich zu haben. Zum Beispiel, um uns mit Konzepten wie der Struktur der Raum-Zeit, dem Quantenschaum und dem Fermi-Paradoxon auseinanderzusetzen und um die Neugier und den Erfindungsreichtum unserer Spezies in die kontinuierliche Verbesserung des Lebens für alle auf diesem einzigartigen Planeten zu lenken.
Stattdessen verbringen wir als Einzelne und als Gesellschaft den Großteil unseres Lebens damit, ums Überleben zu kämpfen in einer kapitalistischen Konkurrenzgesellschaft, die nicht nur Reichtum für wenige und Armut für viele schafft, sondern die unvermeidlich zu Kriegen und zur Naturzerstörung führt.
Entweder wir befreien uns vom Kapitalismus als Herrschaftssystem, oder wir sind zum Aussterben verurteilt.
Ich erlaube mir ausnahmsweise mal, das dümmliche „Wir“ zu benutzen, mit dem bürgerliche Ideologen eine irgendwie gesamthaft verantwortliche abstrakte Menschheit für das zivilisatorische Desaster verantwortlich machen, das die barbarische Grühstufe der Menschheitsentwicklung – auch als „Kapitalismus“ bekannt – bewirkt. Man sehe mir das nach.↩︎
Da hinten kommt, ich seh‘s genau, Der Muselmann mit seiner Frau. Man sieht sie durch die Straßen wandern, einer hübsch hinter dem andern.
Sie hinter ihm, und nicht daneben: So museln sie sich durch das Leben und durch die Mühsal dieser Welt, weil solches dem Allah gefällt.
Es zieht die Frau vom Muselmann sich gerne einen Kaftan an; ein Kopftuch muss das Haupt bedecken, denn sie muss ihr Haar verstecken:
„Das Haar bedeck‘ mit züchtig Tuch!“ So steht‘s im dicken Muselbuch, in dem Mohammed aufgeschrieben, was im Gedächtnis ihm geblieben
Von dem, was Gott ihm klar gemacht in mancher bang durchwachten Nacht. Vor allem machte Allah klar: “Die Muselfrau bedeck‘ ihr Haar!
So ziemt es ihr und allen Frommen auf dass sie nicht abhanden kommen! Denn wenn sie ihre Haare zeigt, der Muselmänner Triebkraft steigt, Und ist die Triebkraft erst gestaut, der Muselfreund die Frau dir klaut!“
Das leuchtete Mohammed ein und er trug‘s in die Sure ein als Muselregel Nummer sieben, und dabei ist‘s bis heut geblieben.
„Dem Westen steht eine traumatische Erfahrung bevor, da er sich an die neue internationale Machtverteilung anpassen muss und Regeln akzeptieren muss, die von nicht-westlichen Mächten festgelegt oder beeinflusst werden.“ (Glenn Diesen)
Ich übersetze hier mal auszugsweise das Schlusskapitel von Glenn Diesens exzellentem Buch „Der Ukraine-Krieg und die Eurasische Weltordnung“. Wenn man sich mit Hintergründen und Historie, mit Jahrhunderte umspannenden Zeitbögen und zivilisatorischen Entwicklungen beschäftigt und die dahinter stehenden geoökonomischen und -politischen Interessen und Konzepte begreift, erscheint die absolut desaströse und infantile Barbarei umso grotesker, die heutzutage immer noch – wenn auch glücklicherweise im Niedergang – die Weltgeschäfte und -Geschichte bestimmt.
Zum Begriff der „Westfälischen Weltordnung“, die Diesen in dem Buch ausführlich erwähnt und – wohl etwas naiv bzw.. zu idealistisch in Bezug auf die angenommen Vorzüge dieser Ordnung – der hegemonialen Ordnung des westlichen Weltsystems entgegenstellt (wobei Diesen implizit gleichsetzt, dass eine multipolare Ordnung automatisch eine westfälische, also auf gleichberechtigter Souveränität beruhende, Ordnung wäre):
Der Begriff geht auf den Westfälischen Frieden von 1648 zurück, der den Dreißigjährigen Krieg beendete. Daraus wird ein Ordnungsmodell abgeleitet, das bis heute als Grundmuster des internationalen Staatensystems gilt.
Kernprinzipien:
- Souveränität: Jeder Staat hat die alleinige Hoheit über sein Territorium, keine äußere Macht darf sich einmischen
- Nichteinmischung: In innere Angelegenheiten anderer Staaten wird nicht eingegriffen
-Rechtliche Gleichheit der Staaten: Formal sind alle Staaten gleichberechtigte Akteure, unabhängig von Größe oder Macht
- Territoriale Integrität: Grenzen sind unverletzlich, Gebietsansprüche werden nicht mit Gewalt durchgesetzt
Bedeutung: Das Konzept löste die mittelalterliche Vorstellung einer übergeordneten religiösen oder imperialen Autorität (Papst, Kaiser) ab und etablierte den Nationalstaat als zentrale Einheit der internationalen Ordnung. Es bildet bis heute die normative Grundlage des Völkerrechts und der UN-Charta.
Kritischer Punkt: In der Praxis war und ist das Prinzip immer selektiv angewendet worden. Die Kolonialmächte, die dieses Ordnungsmodell für sich beanspruchten, haben es außerhalb Europas systematisch missachtet, kolonisierte Gebiete galten nicht als souverän. Auch heute wird Souveränität von den dominanten Mächten oft situativ ausgelegt, etwa wenn militärische Interventionen mit “Responsibility to Protect” oder ähnlichen Konstrukten begründet werden, während gegenüber anderen Staaten strikt auf Nichteinmischung gepocht wird. Stimmen aus Russland, China und Teilen des Globalen Südens verweisen zunehmend gerade auf die “wertewestliche” Aushöhlung dieses Prinzips, während sie selbst eine strengere, buchstäbliche Auslegung staatlicher Souveränität als Gegenmodell zur unipolaren Ordnung vertreten.
Zusammenfassend lässt sich schließen, dass die Wiederherstellung einer westfälischen Weltordnung nicht nur eine multipolare Verteilung der Wirtschaftskraft erfordert, sondern auch die Achtung der zivilisatorischen Vielfalt, um sicherzustellen, dass der Grundsatz der unteilbaren Sicherheit gewahrt bleibt.
Zu diesem Zweck sollte die internationale Ordnung den ruchlosen Ansprüchen auf zivilisatorische Überlegenheit entgegenwirken, die sich hinter der wohlklingenden Rhetorik universeller Werte und Entwicklungsmodelle verbergen.
Durch dieses Prisma betrachtet können die Bemühungen der USA, die Welt in Demokratie und Autoritarismus zu spalten, eher als Rezept für Hegemonie und souveräne Ungleichheit denn für Harmonie und menschlichen Fortschritt angesehen werden.
Xi Jinping hat daher das hegemoniale Modell der USA zurückgewiesen und stattdessen das westfälische Argument vorgebracht, dass Staaten „davon Abstand nehmen müssen, anderen ihre eigenen Werte oder Modelle aufzuzwingen“. (…)
Der Ukraine-Krieg war eine vorhersehbare Folge einer unhaltbaren Weltordnung und wurde zum Schauplatz für die Gestaltung einer zukünftigen Weltordnung, die entweder auf globaler Hegemonie oder auf westfälischer Mehrparteiengleichheit beruht.
Die Ziele, Russland militärisch, wirtschaftlich oder politisch zu besiegen, indem man es weltweit isoliert, sind alle gescheitert. Die Reaktion der NATO bestand in einer kontinuierlichen Eskalation und theatralischen Gesten. Da die Ukraine durch unermessliches Leid verwüstet wurde und ihre Unfähigkeit, ihre militärischen Ziele zu erreichen, zu einer anerkannten Tatsache geworden ist, besteht die einzig mögliche Lösung des Konflikts darin, dass der Westen die legitimen Sicherheitsbedenken Russlands anerkennt und so das Sicherheitsdilemma entschärft.
Die Schwierigkeit dabei liegt darin, dass dies das Ende der Ära der liberalen Hegemonie bedeuten würde.(…)
Die Hegemonie hat die Rivalität der Großmächte nicht gemildert, sondern es der dominierenden Macht ermöglicht, ohne Rücksicht auf andere zu handeln und die Diplomatie durch die Sprache der Ultimaten zu ersetzen. Was der Öffentlichkeit als „pro-ukrainische“ Politik und „Hilfe für die Ukraine“ verkauft wurde, beinhaltete den Sturz der demokratisch gewählten Regierung ohne mehrheitliche Unterstützung durch die Ukrainer; die Unterstützung einer „Anti-Terror-Operation“ gegen ukrainische Bürger im Osten; die Säuberung der politischen Opposition und den Abbau der Demokratie; die Stärkung militanter Gruppen; die Sabotage von Friedensabkommen, die von Kiew unterstützt wurden; sowie den Druck auf die ukrainischen Streitkräfte, eine verheerende Gegenoffensive zu starten, die kaum bis gar keine Aussicht auf Erfolg hatte.
Ein friedliches Ende des Ukraine-Kriegs ist schwer vorstellbar. (…)
Eine politische Lösung des Krieges erfordert, dass der NATO-Expansionismus und der Zusammenbruch der paneuropäischen Sicherheitsarchitektur als die zugrunde liegenden Ursachen des Krieges angegangen werden.(…)
Die NATO muss entweder eine demütigende Niederlage hinnehmen oder sich direkt auf einen Konflikt einlassen, der schnell zu einem Atomkrieg eskalieren könnte. Der Ukraine-Krieg, der den Planeten in einem atomaren Holocaust zu vernichten droht, ist ein Symptom einer umfassenderen Krise des internationalen Systems.
Nachdem der Westen fünf Jahrhunderte lang die Hegemonie genossen und globale Regeln im Dienste westlicher Interessen geschaffen und durchgesetzt hat, findet nun eine spektakuläre Neuordnung der Machtverhältnisse in der Welt statt. Die globale Mehrheit strebt nach Multipolarität im Sinne einer westfälischen Weltordnung, während der Westen und die Führung in Washington versuchen, ihre dominante Position in der Welt wiederherzustellen. (…)
Da es nicht gelingt, China und Russland mit wirtschaftlichen Mitteln zu Fall zu bringen, werden die Konflikte um die zukünftige Weltordnung weiterhin militärischer Natur sein. Die Angst vor einem Atomkrieg scheint verschwunden zu sein, und Kriege zwischen den Großmächten sind nicht mehr undenkbar. (…)
Dem Westen steht eine traumatische Erfahrung bevor, da er sich an die neue internationale Machtverteilung anpassen muss und Regeln akzeptieren muss, die von nicht-westlichen Mächten festgelegt oder beeinflusst werden. Es sieht jedoch nicht so aus, als würden die USA einen friedlichen Übergang zu einer westfälischen Weltordnung akzeptieren. Der Mangel an politischer Vorstellungskraft in Washington hat zu einer Weltanschauung geführt, in der Chaos die einzige Alternative zur globalen Vorherrschaft der USA ist (…)
Sollte dies weiterhin die Sichtweise des Westens sein, werden wir Zeugen einer großen Tragödie für die Menschheit werden.“
Ich hab dieses Buch tatsächlich von vorne nach hinten, Kapitel für Kapitel, Abschnitt für Abschnitt durchgearbeitet.
Es ist zwar schon Ende 2023 erschienen und ist insofern nicht wirklich aktuell, was das westliche Ukraine-Projekt betrifft – aber das will es auch nicht vorrangig sein (auch wenn seine Voraussagen für den Verlauf des Krieges und die unaufhaltsame Entstehung der multipolaren Weltordnung zutreffend sind).
Es will vor allen Dingen die Entstehung und den historischen Kontext des Ukraine-Konflikts und des strategischen westlichen Weltordnungsvorhabens skizzieren, mit dem die NATO, vor allem aber die USA, den als schwächer gesehenen geopolitische Rivalen Russland auszuschalten beabsichtigten, um sich danach mit umso größerer Wucht ihrem – aus ihrer Sicht – gefährlichsten Rivalen China zuzuwenden.
Dass das alles so gewaltig in die Hose ging, dass sich amerikanische Hegemonie, dass sich Einfluss und geopolitisches Standing der Vormacht selbst und das ihrer europäischen und sonstigen Vasallen jetzt auf einer steilen Rutschbahn in den welthistorischen Abgrund befinden, das war 2023 schon absehbar und ist jetzt überdeutlich und unumkehrbar geworden.
Dieses Buch ordnet den Konflikt in ein historisches Gesamtbild ein und skizziert die gegensätzlichen Weltordnungsvorstellungen, die den europäischen Kontinent (spätestens ab Ende des 19. Jahrhunderts, auch unter massivem Einfluss des aufstrebenden amerikanischen Imperialismus) bestimmt und definiert haben.
Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der sich jenseits und abseits der hechelnden moraltriefenden Empörungsindustrie der westlichen Kriegspropaganda einmal über das Gesamtbild, die Hintergründe und vor allen Dingen die Geschichte dieser Entwicklungen sachkundig machen möchte.
Spoiler: Glenn Diesen ist kein Marxist, sondern einer der sachlichsten und kenntnisreichsten bürgerlichen Gesellschaftswissenschaftler, die sich in diesem Zusammenhang geäußert haben.