Geschichten die das Leben schrieb: der 60+ Bonus

Die Frau so (fährt sich mit der Hand durch die Haare): „Boah ich hab echt ne dicke Mähne.. nicht mehr so spiddelige Haare wie früher! Vielleicht gibt’s ab 60 einen Bonus!“

Ich: „Von wem? Vom lieben Gott? Vom Leben?“

Die Frau (überzeugt): „Ja, man kriegt schöne Haare. Man wird zwar dicker, kriegt Hüftspeck, aber dafür schöne Haare!“

Realistische Publikation der US-Armee zur SMO, August 2022

Ein Beitrag auf „Naked Capitalism“ beschäftigt sich mit einem realistischen Artikel über die russische Spezialoperation in der Ukraine, der in einer Armee-internen Publikation der US-Marines (oder US-Navy, bin mir nicht sicher) veröffentlicht wurde. Die Einschätzungen, die dem westlichen Mainstream-Narrativ zu 100% entgegengesetzt sind, rufen natürlich sofort das entrüstete Gebarme der einschlägigen NATO-gläubigen Meinungsinquisitoren und Rechtgläubigkeitsverteidiger hervor.

Lesenswert allerdings, dass es eben auch im kollektiven Westen Stimmen gibt, die das tatsächliche Kriegsgeschehen sachlich kommentieren. Ist aber ohnehin unter Militärs vermutlich eher anzutreffen als unter Politikern und Medien.

Über Trotzkismus und andere bürgerliche Ideologien anhand der Klassikerlektüre „Wie der Stahl gehärtet wurde“

Einige Passagen des Buches befassen sich mit dem Kampf der Partei und der jungen Sowjetunion gegen die innerparteiliche Opposition der Trotzkisten. Besonders in den Jahren nach 1924, nach dem Tod Lenins, versuchte die von Trotzki (später im Bunde mit Sinowjew und Kamenew) geführte Opposition in einem erbitterten Machtkampf, die Partei zu übernehmen und die begonnen Maßnahmen des sozialistischen Aufbaus rückgängig zu machen oder zu verlangsamen.

Ihre Begründung: es sei zu früh dafür, das Volk wäre noch nicht reif, der Sozialismus könnte nicht ohne die Weltrevolution – die ausgeblieben war – errichtet werden, die Bolschewiki würden eine Parteidiktatur des Bürokratismus und der Willkür ausüben. Letzteres bezog sich auf die Parteidisziplin der Kommunistischen Partei, die die Mitglieder darauf festlegte, einmal gefasste Beschlüsse gemeinsam zu tragen und zu vertreten – das konnte und wollte die trotzkistische Minderheit nicht hinnehmen. Sie sah sich in allem der Parteimehrheit überlegen und war für die Durchsetzung ihrer Positionen nicht nur bereit, die Partei zu zerschlagen, sondern auch mit den Feinden der Sowjetunion zusammenzuarbeiten, um die ihrer Meinung nach falsch geführte und sich fehlentwickelnde Sowjetunion zu zerstören.

Das Buch zeigt, wieviel Raum – im Gegensatz zur Behauptung der bürgerlichen und trotzkistischen Propaganda – damals jahrelang dieser Opposition eingeräumt wurde, wie versucht wurde, in Gesprächen und mit Appellen an das gemeinsame Interesse die betreffenden Genossen einzubinden und von ihrem zerstörerischen, spalterischen Kurs abzubringen.

Es scheiterte letztlich daran, dass die Gegnerschaft der Trotzkisten unversöhnlich, ihr Hass auf die Mehrheitsbeschlüsse der Partei, auf Stalin so groß, ihre Selbstgerechtigkeit und Besserwisserei so immens waren, dass dem Sowjetstaat nichts übrig blieb, als sie zu isolieren, aus der Partei auszuschließen und sie schließlich wie die Feinde der Sowjetunion und des Sozialismus zu behandeln, die sie de facto waren.

Im Buch wird diese jahrelange Fehde der verschiedenen Positionen innerhalb der Kommunistischen Partei literarisch angerissen und verarbeitet. Die heute zugänglichen Dokumente belegen, dass die Fraktionskämpfe erstens tatsächlich vor allem eine Auseinandersetzung war, die in Diskussionen, Plenen und Versammlungen geführt wurde.

Das änderte sich zweitens erst, als die „Opposition“ zu einer wurde, die nicht nur eine Minderheitsmeinung über den Kurs der sozialistischen Entwicklung im ersten Arbeiter- und Bauernstaat der Welt vertrat, sondern zu einer wurde, die die Existenz dieses Staates beseitigen wollte und zu Terrorismus und Sabotage griff. Dann erst kamen Gerichte und Tribunale ins Spiel und gewährleisteten durch mitunter scharfe Maßnahmen und harte Urteile (darunter auch etliche „ungerechte“, unbegründete, unfundierte) den ungestörten Aufbau des „Sozialismus einem Lande“.

Über die Schörfe und die Hörte dieses Vorgehens gegen eine tödliche Gefahr für die gerade erst unter ungeheuren Opfern gegründete Sowjetunion haben bürgerliche Gemüter ein eindeutiges Urteil parat: „Furchtbar! Entsetzliche Diktatur! Schauprozesse! Unrechtsurteile!“ wissen sie Bescheid.

Nie haben sie je ein ähnliches Verdikt parat für die alte Ordnung der Sklaverei, der Leibeigenschaft, der Ausbeutung bis aufs Blut, des Hungers und der Kriege, die den Völkern von ihren kapitalistischen und feudalen Herren aufgezwungen wurde (und heute wieder aufgezwungen wird).

Aber den ersten Versuch der Abschaffung dieser Verhältnisse, der zwangsläufig nicht mit irgendeinem marxistischen Zauberstab eine ideale kommunistische Gesellschaft aus dem Traumbuch des Bürgersozialisten sein konnte; der von Anfang an der Todfeindschaft und der gewaltsamen Bekämpfung durch die gesamte alte Welt ausgesetzt war; der einen Kampf auf Leben und Tod zu führen hatte gegen ganze Armeen von äußeren und inneren Feinden – DIESEN Versuch messen sie an den komfortabel zarten Verhältnissen ihrer gesicherten Mittelschichtsexistenz in den etablierten kapitalistischen Demokratien des späten 20. oder beginnenden 21. Jahrhunderts.

The quintessential Ostrowski


“Der Kampf für die Befreiung der Menschheit” ist immer noch nötig; manche meiner Freunde würden sagen: er wird für immer nötig sein, weil er eine Utopie ist und eine freie Menschheit unmöglich ist. Wegen der menschlichen Natur, die bekanntlich für alles herhalten muss, was kapitalistische Ausbeutung und imperialistischer Krieg anrichten.“

Früher hätte ich das unterschrieben; heute denke ich, dass es u.a. das Verdienst und Vermächtnis von Marx, Engels, Lenin und anderen ist, aufgezeigt zu haben, dass der Kampf für die Befreiung der Menschheit keine Utopie ist, sondern praktische Notwendigkeit.

Kommt einem das bekannt vor?

Ein reaktionäres west-ukrainisches Regime, für zahlreiche Verbrechen verantwortlich, füllt die Reihen seiner Soldateska mit Zwangsrekutierten, die gar nicht kämpfen wollen, um sie in einen Krieg zu schicken, in dem ausländische Interventionsmächte und ukrainische Nationalisten für einen ukrainischen Staat kämpfen, der sich durch Fremdenhass und Antikommunismus auszeichnet.

Die geschilderten Vorkommnisse ereigneten sich vor ca. hundert Jahren, in den Zeiten des Bürgerkrieges in der Sowjetunion. Simon Petljura war der Anführer der „Ukrainischen Volksrepublik“, die von 1917 – 20 als nur von den „Mittelmächten“ (Deutschland, Österreich, Ungarn und noch ein paar) anerkanntes antikommunistisches Projekt existierte und die gegen die ukrainische Sowjetrepublik (Sitz in Charkow) Krieg führte.

Klar, das der Nationalistenführer Petljura, dessen Truppen zahlreiche Massaker und anti-jüdische Pogrome verübten, in der heutigen Ukraine als Gründungsvater ukrainischer Eigenstaatlichkeit verehrt wird.

Aus: “Wie der Stahl gehärtet wurde“ von Nikolai Ostrowski

Die fetten Jahre sind vorbei? Die der fetten Lügen anscheinend nicht.

Die fetten Jahre sollen also vorbei sein. Fragt sich nur, für wen. Sicher nicht für die Oberschicht, die Politiker, die Unternehmer und ihre Erfüllungsgehilfen des mittleren bis oberen Managements. Und für die wirklich Reichen, die Milliardäre, die Firmenerben, die Couponschneider, die Chefs der privaten und institutionellen „Investoren“ schon gleich nicht.

Aber für uns, für die lohnarbeitende oder arbeitslose Masse, ja, da sind die „fetten Jahre“ – die in Wahrheit nie fett waren, sondern immer ein Sich-Abstrampeln im Konkurrenzkampf ums Zurechtkommen – definitiv vorbei. Und MÜSSEN für uns vorbei sein, damit es der Oberschicht weiter gut geht.

Deswegen sparen auch nicht „wir“, sondern die, die uns das Sparen verordnen, zwingen uns dazu, damit sie weiterhin ihre Geschäfte machen können, ihre Gewinne sprudeln und damit SIE garantiert an nichts sparen müssen (außer an den Löhnen und dem Lebensunterhalt der arbeitenden Klasse).

Das sollten wir ändern.

Die Ideen von Marx und Engels sind da, die Partei ist weit und breit nicht zu sehen, und die Menschen?

Individuum und Kollektiv, Unterschiedlichkeit und Einheit. Ob es wieder so kommen wird, dass die Menschen „zusammengeschweißt durch gemeinsame Ideen, durch die Ideen der Partei, die Ideen von Marx und Lenin“ werden?

Die Ideen von Marx und Engels sind da, die Partei ist weit und breit nicht zu sehen, und die Menschen?

Vereinzelt, entwurzelt, verängstigt und mit ihrem Zurechtkommenmüssen beschäftigt. Kann die Idee, die Dinge in die eigenen Hände zu nehmen, die Ausbeuter zu entmachten und einen eigenen Staat zu organisieren, noch einmal, aufs Neue, die Menschen zusammenschweißen?

Es sieht nicht danach aus, aber ich kann mich täuschen. Ich MÖCHTE mich täuschen.

Geschichten die die Sowjetunion schrieb: die Arbeiterklasse an der Macht

Zitat aus einem Buch, das 1953 geschrieben wurde. Die Zeilen atmen den Geist einer Zeit, in dem das Sowjetvolk voller Optimismus in die Zukunft blickte. Der Krieg war überstanden, der deutsche Faschismus unter unmenschlichen Opfern besiegt, und obwohl der kapitalistische Westen mit seinem Kalten Krieg den heißen Krieg der Nazis gegen die Sowjetunion fortsetzte, war man sich der eigenen Stärke bewusst, hatte sogar noch weitere Freunde und Verbündete gewonnen durch den neu entstandenen sozialistischen Block.

Noch interessanter als die historische Einordnung ist jedoch die Atmosphäre eines grundsätzlich anderen Lebens- und Arbeitsgefühls, die jedes Kapital des Buches ausstrahlt. Eine Atmosphäre, in der die Arbeitermacht im Staat so selbstverständlich verankert ist wie das Selbstbewusstsein der Arbeiter als Herren der Produktion. Ein Staat, in dem diejenigen, die den Reichtum der Gesellschaft produzieren, gleichzeitig diejenigen sind, denen der ganze Laden gehört und für die die kapitalistenfreie Ordnung eingerichtet ist.

Und das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht im Vergleich zum Leben im Kapitalismus:

Wer im Kapitalismus aufwächst, für den ist das, was ihm in der Form von „der Wirtschaft“, als gesellschaftlicher Reproduktionsprozess gegenübertritt, zwangsläufig etwas Fremdes, nicht ihm Gehörendes, etwas, in dem er sich gegen andere durchsetzen muss – nicht um einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen zu stiften oder zu fördern, sondern um sich selber einen Lebensunterhalt zu sichern, indem er diejenigen, denen „die Wirtschaft“ gehört, reicher macht.

Die grundlegende Eigenschaft, das grundsätzliche Verhältnis des einzelnen Menschen zur Produktion im Kapitalismus ist das der Getrenntheit, der Entfremdung, der Scheidung in Besitzende und Besitzlose. Es liest sich aus heutiger Sicht fast utopisch, was in den frühen 1950er Jahren in der Sowjetunion bereits seit Jahrzehnten verwirklicht war: eine Staatsmacht in den Händen und im Interesse der Arbeiterklasse, ein Arbeiten für den Erfolg dieses einmaligen – und ERSTMALIGEN – Schrittes in der Menschheitsgeschichte, die Organisation der materiellen Produktion als geplante Anstrengung durch und für diejenigen, die die Arbeit machen.

Dass seit der Chruschtschow-Ära diese Vision eines sozialistischen Staates nach und nach zu Lippenbekenntnissen verkam, dass Bürokratismus, Karrierismus, Schlendrian, Korruption und Anbiederung an den Kapitalismus (Anbiederung, wohlgemerkt, im Gegensatz zur Nutzbarmachung kapitalistischer Elemente z.B. durch die Kommunistische Partei Chinas) Einzug hielt und letztlich dazu beitrug, dass der Sozialismus in Europa vorläufig scheiterte – das ist mir bekannt.

Gerade deshalb aber ist das Buch auch heute noch eine Quelle für Inspiration und Hoffnung. Was schon einmal realisiert war, kann wieder entstehen, kann neu erstehen, angepaßt an die Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts.

Hass und Hetze für Freiheit und Demokratie: Desinformationskrieger warnen vor Desinformation

Auf der Suche nach dem korrekten Namen des Herausgebers des “Sakers” (https://thesaker.is) ist diese Website in den Suchergebnissen aufgetaucht.

Ihre Information über das Saker-Blog ist ein derogativer Hetzartikel , eine Art herablassend-überhebliche selbstgerechte Schmähung, die einen als Leser des „sakers“ erstmal ungläubig stutzen, aber schon ahnen läßt, dass hier wohl Desinformationskrieger des Wertewestens unterwegs sind.

Und richtig: ein Durchklicken der Site gibt den Blick frei auf dasselbe massive ideologische Eifertum in allen Themenfeldern: immer ist der Russe schuld. Das Ganze ist allerdings kein Sektenportal irgendeines russophob durchgeknallten Kalten Kriegers, sondern eine hochoffizielle Website der EU, nämlich ihrer Stelle zur Bekämpfung russischer Desinformation.

Gebt euch das, Leute. Zugegeben, es ist schwer, den fanatisierten paranoiden Irrsinn dieser Texte ohne eine Mischung aus Verdutztheit, Ekel und angewiderter Amüsiertheit zu lesen. Aber es ist wichtig zu wissen, in welchem Geisteszustand die Machthaber des deutsch-europäischen Staatenbundes sich befinden, in welchen absolut wahnwitzigen und doch so seriös und demokratisch-vernünftig daherkommenden Duktus die Ideologen des europäischen Imperialismus ihre Anmaßung und ihre Hybris formulieren.

Es ist gleichzeitig witzig und widerlich, sowohl absurd wie erschreckend:

https://euvsdisinfo.eu/