Die Geschichte vom bösen Roderich

Der Roderich, der Roderich,
Das war ein arger Wüterich!
Gab Ukraine Geld und Waffen
um doch den Endsieg noch zu schaffen.
Die schlugen damit Russen tot,
im Donbass litt man große Not.
Und höre nur, wie bös er war:
Er wollte „Taurus“ liefern gar!

Im Osten stand ein großer Bär,
der schätzte Ruh‘ und Frieden sehr.
Da mit Sanktionen her sich schlich
Der bitterböse Roderich;
Und piekst den Bär, der knurrte sehr,
Und sanktioniert ihn immer mehr.
Da biß der Bär ihn in das Bein,
Recht tief bis in das Blut hinein.
Der bitterböse Roderich,
Der schrie und weinte bitterlich. —
Jedoch nach Hause lief der Bär
als ob Sanktionen gar nichts wär.

Ins Bett muß Roderich hinein,
Litt vielen Schmerz an seinem Bein;
Und Onkel Donald sitzt dabei
Und gibt ihm bitt’re Arzenei.

Der Bär an Rod’richs Tischchen saß,
Wo er den Gaspreis-Kuchen aß;
Aß auch die gute Erdölwurst
Und trank den Wein für seinen Durst.
Sanktionen hat er ausgelacht
Und Rod‘rich in die Laken macht.

„Der Johnny kommt!! Ach nee, der Russe!!“

Achja, unsere Politiker…

Johnny Nasepuhl ist einer der unterhaltsamsten von ihnen. Ein Comedian, der uns das schmerzlich vermißte 360-Grad-Lenchen und ihre legendären Beiträge zur deutschen Humorkultur dann doch allmählich vergessen lässt.

Johnny hat, im Gegensatz zu seiner Vorgängerin, das betreten-gravitätische Gesichtsfaltenvertiefen bei seinen Stand-up Auftritten einfach noch besser drauf, und sein sorgenvoll-bedenkenträgerischer Dackelblick, während er sinnfreie Fantasiesätze aufsagt, ist unbezahlbar.

Von daher gilt Johnny‘s „Der Russe kommt“-Nummer von 2025 bereits jetzt als neuer Klassiker politischen Kabaretts, die unter Experten und Fans zurecht Kultstatus genießt.

Man muss ihm einfach wünschen, dass sein Einsatz an der Humorfront demnächst mit einem einträglichen Posten bei Rheinmetall, Airbus Defence & Space oder KNDS belohnt wird.

Screenshot

Einfach fühlen (statt denken)

Ein Plakat, das einem derzeit in Düsseldorf häufig begegnet. Es bewirbt ein Benefizkonzert, das wohl alle Jahre wieder veranstaltet wird. Interessant in diesem Zusammenhang ist weniger die Veranstaltung selber als der Slogan des Veranstaltungsortes, der renommierten Düsseldorfer Tonhalle: „Einfach fühlen“ soll man das Dargebotene, was immer das auch gerade ist.

Und das scheint mir symptomatisch für den gesamten gefühligen Zeitgeist, der sich freiwillig vom Denken, erst recht vom Nachdenken, verabschiedet hat, um ganz im Hier und Jetzt, im Moment, im Genuss des Augenblicks aufzugehen (im Grunde einer Losung von Esoterikern und sonstig spirituell Bewegten).

„Einfach fühlen“ – das Leben ist hart genug! Die Zumutungen, die von allem Seiten auf einen einstürmen, multiplizieren sich ständig, es wird immer schwieriger über die Runden zu kommen. Krieg liegt in der Luft und gerade hier wird von Staat und Regierung gefordert, das Denken einzustellen und sich ganz aufs Gefühl, nämlich die Moral, zu verlassen. Wie die geht, buchstabiert einem die Regierung vor: „Der Russe ist böse und darum brauchen wir Krieg.“

Das sollen wir „einfach fühlen“. Leider – aus Regierungssicht – tun das immer noch viel zu wenige Deutsche, wodurch es an der geforderten Kriegsbereitschaft mangelt. Dem abzuhelfen, haben Staat, Kapital und Nation die botmäßigen und willfährigen Medien eingespannt, bzw.. diese kommen freiwillig und mit (Geschütz-)Feuereifer herbei geeilt, um die Bundesbürger entsprechend zu bearbeiten.

„Einfach fühlen“, dann wird’s schon mit dem Endsieg.

Rente: Gnadenbrot für ausgediente Lohnarbeiter, immerzu mit (zu hohen) Kosten verbunden

„Immer weniger aktiv Berufstätige sollen immer mehr Rentner finanzieren – das KANN doch gar nicht funktionieren!“ und „Der Generationenvertrag ist das Grundprinzip der umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherung!“ hört man Propagandaopfer bürgerlicher Ideologie oft sagen. Auch „Linke“. 

Sie sollen sich das Rentensystem als eine Art kollektiver Wohltätigkeitsveranstaltung vorstellen, bei der die fitten Jungen aus Einsicht (und ein bißchen Zwang durch den Lohnabzug für die Rentenversicherung) und Nettigkeit der älteren Generation großzügig den Lebensunterhalt spendieren.

Der GEGENSTANDPUNKT weiß es besser:

„Die Hoheit über das kapitalistische Gemeinwesen besteht eben darauf, dass die gesellschaftliche Gesamtsumme der durch Erwerbsarbeit verdienten Löhne gefälligst leisten muss, was dieser Lohn erklärtermaßen in keinem Einzelfall leistet, nämlich auch über das Erwerbsende hinaus das Leben zu finanzieren. 

Dieses Kunststück soll per Ergänzung dieser Unzulänglichkeit um ein gigantisches Umverteilungsverfahren gelingen, welches keineswegs „die Generationen“ untereinander ausgemacht haben, sondern mit dem der Sozialstaat alle Generationen als Einzahler und Leistungsempfänger auf sich bezieht und sie damit untereinander in den Gegensatz stellt, den er ihnen verordnet. 

Dass es das immer weniger tut, kann der Einrichter dieser Verhältnisse an dem seit Jahrzehnten alljährlich anwachsenden Zuschuss an Haushaltsmitteln ablesen, den er seiner gesetzlichen Rentenversicherung als zweite Finanzierungsquelle neben dem Umlageverfahren spendieren muss, damit die überhaupt weiterwirtschaften kann. 

Diese notorisch zu stopfende Finanzierungslücke behandelt die Hoheit sachgemäß nicht als den Offenbarungseid über den Widerspruch des Erwerbsmittels, das sie dem Großteil ihres fleißigen Volkes verordnet, sondern als ein Problem, welches einer Lösung durch immer neue, auch mal „tiefgreifende“ Reformen bedarf. 

In jedem Fall bleibt es dabei, dass die erwerbsabhängigen Generationen jüngeren Alters die Seite am Widerspruch des Lohns auszuhalten haben, dass dieser zwar durch allerhand staatliche Abzüge kräftig beansprucht wird, aber dabei keineswegs zu teuer werden darf für diejenigen, die ihn bezahlen und die durch steigende „Lohnnebenkosten“ von ihrer sozialen Tat der Schaffung von Arbeitsplätzen abgeschreckt würden. 

Und dieselben erwerbsabhängigen Gestalten älteren Semesters haben auszubaden, dass die für ihren Lebensabend abgezwackten Teile der notorisch beschränkten Löhne bloß nicht zu groß ausfallen dürfen, damit diese für die Jüngeren überhaupt noch als Lebensmittel reichen. Auch mit Rente bleiben die Lebensnotwendigkeiten des Alters eben eine Kost, die der Lohn weder hergibt noch verkraftet.“

https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/herbst-reformen#artikeltext

Kriegspoesie

Man sieht hier drei Politgestalten
wie Sie Panzerbilder halten.
Sie zeigen gern die Bilder her –
Die Rüstungsfirma freut es sehr.
An ihrem Grinsen lässt sich ahnen
dass sie bereits den Einsatz planen.

Der Ausdruck hohler Dümmlichkeit
belegt, wie freudig kriegsbereit
sich diese Säbelrassler geben –
es ist ja schließlich nicht IHR Leben
das gerne sie zum Opfer bringen
wenn sie den Endsieg neu erringen.

Deutscher Vizepenner zu Besuch in China

Schwer vorstellbar, dass Klingbeil NICHT absichtlich den Besoffener-Penner-Look zum Antrittsbesuch bei den extrem protokollbewussten Chinesen gewählt hat.

Der Mann ist Minister und Vizekanzler der BRD, hat also genügend Leute bei der Hand, die ihn briefen können (und müssen!) über grundlegende diplomatische Gepflogenheiten im Umgang mit auswärtigen Amtsinhabern, insbesondere mit den Vertretern einer 5000-jährigen Zivilisation und Weltmacht, von der die BRD in mancherlei Hinsicht abhängig ist.

Der muss einen GRUND dafür gehabt haben, dort wie ein Penner aufzukreuzen. Womöglich wollte er seinen Gastgeber mit seinem Auftritt signalisieren, wie wenig er auf Gepflogenheiten Wert legt und wie egal ihm sein Äußeres ist. Das allerdings hätten ihm seine Asien- und Chinaexperten vorher stecken können, das so etwas in China ganz ganz schlecht ankommt.

Die andere Möglichkeit ist, dass der Mann einfach dumm wie Brot ist, dass in seiner Umgebung und Entourage ebenfalls keinerlei Experten mehr vorhanden sind und dass die gesamte deutsche Politik auf dem kulturellen und intellektuellen Niveau von Schulhofrüpeln aus Problemvierteln angekommen ist.

How to argue with Pro-Capitalist Cultists

Jeder, der schon einmal mit Marktwirtschaftsgläubigen diskutiert hat, wird die Erfahrung gemacht haben, dass diese mit oft religiöser Inbrunst die kapitalistische Ideologie, die kapitalistisch beherrschten Verhältnisse verteidigen. Und zwar auch Leute, die eher die Geschädigten dieser Ökonomie sind.

Der nachfolgende Artikel des Filmemachers Peter Joseph ist eine interessante und praktische Handreichung für die Argumentation mit denjenigen kapitalismusgläubigen Zeitgenossen, die sich vielleicht noch einen Restfunken von Kritikfähigkeit erhalten haben (was zugegebenermaßen bei Gläubigen sehr selten ist).

Aber man darf ja die Hoffnung nicht aufgeben – oder vielleicht doch, dann wie ein schlauer Mensch einmal sagte: „Hoffnungslosigkeit ist eine Kampfposition“.

„Wir haben eine der zerstörerischsten Kräfte, die die Menschheit je geschaffen hat, normalisiert und zu unserem Gott gekrönt: die wettbewerbsorientierte, gewinnorientierte Marktwirtschaft. Sie ist so tief verinnerlicht, dass Kritik daran als Blasphemie aufgefasst wird. Und wie alle Religionen verteidigen ihre Anhänger sie nicht mit Beweisen, sondern mit Glauben – dem Glauben, dass ihre unsichtbare Hand über eine magische Weisheit verfügt, dass ihr Chaos sich irgendwie „selbst reguliert“ und dass ihre Anreize auf natürliche Weise zum sozialen Wohl beitragen. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Ein ehrlicher Blick auf die Welt um uns herum sollte ausreichen, um dies zu beweisen.

(…)

Die Tragödie besteht nicht nur in Unwissenheit. Es ist ein tiefgreifender Mangel an Systemkompetenz und eine kulturelle Psychologie, die Kritik am Markt mit einem Angriff auf die persönliche Identität gleichsetzt. Die meisten Menschen wurden darauf konditioniert, die Marktstruktur als natürlich, ewig und gleichbedeutend mit Freiheit zu betrachten. Sie erkennen nicht, dass sie eine Maschine verteidigen – eine Maschine, die sie ebenso ausbeutet wie die Biosphäre.

Auf der anderen Seite steht ein kultähnliches Glaubenssystem, das die Menschen an der Mythologie der Märkte festhalten lässt, selbst wenn alle verfügbaren Beweise dem widersprechen. Dieser Artikel skizziert diese Struktur, erklärt, warum sie fortbesteht, und schlägt vor, wie man mit denen argumentieren kann, die sie mit religiöser Inbrunst verteidigen.“

https://open.substack.com/pub/peterjoseph/p/how-to-argue-with-pro-capitalist