Ich liege auf dem Krankenbett kurz vor dem Exitus. Knochen schmerzen, Luft ist knapp – bald ist mit mir wohl Schluss. Ich sehe schon das frühe Grab in das ich steigen muss.
Was bringt mich wieder auf die Beine? Der guten Wünsche leider keine! Doch schleunigst muss ich senkrecht stehen, will der Hund mal Gassi gehen.
Ich weiß nicht, wie es euch so geht – auf MEINEM Auftragszettel steht zur Heilung dieser kranken Welt ganz oben Sozialismus. Doch was rein praktisch leichter fällt sind Drogen und Zynismus.
Das Jahr, es geht zu Ende. Leer sind meine Hände, leer ist auch mein Kopf bis auf sehr viele Bilder (die werden immer wilder) – Ich bin ein armer Tropf. Doch steter Tropf höhlt auch den Stein der dummen Welt Gefüge. Verzeiht mir daher, wenn ich mein‘, Dass mir dies genüge.
Stephan, du bringst mich immer (naja, manchmal) ans Verseschmieden:
Im dunklen Wald ruft laut die Eule: „Der Stephan schwingt die Nazi-Keule!“
Ein jeder bringt den Kopfschutz mit besucht er Stephan Messerschmidt, denn dieser zetert “Ach!“ und „Weh“ über die blaue AfD.
Auf jeden Zweifler geht mitunter besagte Nazikeule runter, Auch wird von Stephan uns erzählt dass jeder, der die Blauen wählt im Grunde selber Nazi ist. Wobei man hier den Sinn vermisst:
Wer Deutschland braun und ärmer macht; wer rüstet, dass es nur so kracht; wer Ukrainer-Nazihorden losschickt, um Russen zu ermorden; wer, „um Demokratie zu retten“, die Bürgerrechte legt in Ketten; Wer gegen jedem, dem das stinkt, den Staatsanwalt zum Einsatz bringt –
DAS, lieber Nazi-Geisterseher, das sind doch nicht die AfDer! Es gibt zur Zeit wohl eine nur die Kriege plant, und Diktatur. Wir wissen‘s doch, es ist kein Scherz: Es ist die Staatsmacht unter Merz.
Faschisten sind heut‘ Demokraten. Frech rühmen sie sich ihrer Taten: die, die sie schon inszeniert (Deutschland deindustrialisiert), und die, die sie grad vorbereiten: KRIEG! So wie alten Zeiten, und zwar gegen den alten Feind – DAS ist‘s, was man mit „Nazis“ meint.
Im dunklen Wald ruft laut die Eule: „Der Stephan schwingt die Nazi-Keule!“
Der Roderich, der Roderich, Das war ein arger Wüterich! Gab Ukraine Geld und Waffen um doch den Endsieg noch zu schaffen. Die schlugen damit Russen tot, im Donbass litt man große Not. Und höre nur, wie bös er war: Er wollte „Taurus“ liefern gar!
Im Osten stand ein großer Bär, der schätzte Ruh‘ und Frieden sehr. Da mit Sanktionen her sich schlich Der bitterböse Roderich; Und piekst den Bär, der knurrte sehr, Und sanktioniert ihn immer mehr. Da biß der Bär ihn in das Bein, Recht tief bis in das Blut hinein. Der bitterböse Roderich, Der schrie und weinte bitterlich. — Jedoch nach Hause lief der Bär als ob Sanktionen gar nichts wär.
Ins Bett muß Roderich hinein, Litt vielen Schmerz an seinem Bein; Und Onkel Donald sitzt dabei Und gibt ihm bitt’re Arzenei.
Der Bär an Rod’richs Tischchen saß, Wo er den Gaspreis-Kuchen aß; Aß auch die gute Erdölwurst Und trank den Wein für seinen Durst. Sanktionen hat er ausgelacht Und Rod‘rich in die Laken macht.
Neuss! Das Elend an der Erft! Neuss! Die Stadt, die jeden nervt, der im Schrank noch alle Tassen, hat und nicht vollendet blöde ist und es nicht fassen kann, dass dieser Ort der Öde überhaupt sich „Stadt“ benennt!
Neuss, das nur Misere kennt! Ein Ort, so langweilig und grässlich, dessen Innenstadt so hässlich, dass ein Laden nach dem andern sich entscheidet abzuwandern und der hier verblieb‘ne Rest gezwungen ist, beim Schützenfest – misslingt‘s ihm, vorher wegzulaufen – drei Tage lang sich zu besaufen.
Neuss, du weißt, ich spreche wahr. “Ich grüße dich, Novesia!“
Wir marschieren hier vereint gen Osten, dort sitzt unser Feind!
Der Russe darf nicht siegen, wir müssen ihn bekriegen!
Was? Er hat uns schon geschlagen?! Egal! Das sind zwar schlimme Sachen, doch die darf keiner bei uns sagen, denn wir müssen weitermachen, auch wenn wir den Krieg verlieren –
Man sieht hier drei Politgestalten wie Sie Panzerbilder halten. Sie zeigen gern die Bilder her – Die Rüstungsfirma freut es sehr. An ihrem Grinsen lässt sich ahnen dass sie bereits den Einsatz planen.
Der Ausdruck hohler Dümmlichkeit belegt, wie freudig kriegsbereit sich diese Säbelrassler geben – es ist ja schließlich nicht IHR Leben das gerne sie zum Opfer bringen wenn sie den Endsieg neu erringen.
„Man muss dagegen arbeiten, man darf sich nicht aufgeben“, sagt mir ein Freund und Genosse, und meint es in aller Freundschaft und Solidarität.
Das klingt in den Ohren eines Menschen, der sich mit dem abmüht, was bürgerliche Psychologen Depression nennen, natürlich wie Hohn, da diese Appelle für ihn zu der Welt gehören, deren absolute und ultimative Sinnlosigkeit ihn erst in den Zustand befördert hat, in dem er steckt.
Einer meiner liebsten Sprüche stammt tatsächlich von der ehemaligen Chefin der evangelischen Großsekte, Margot Kässmann (die ihren Job verlor, weil sie besoffen Auto fuhr, dabei einen Unfall baute und damit „nicht mehr tragbar“ war als Vorsitzende der EKD). Sie kommentierte das Ganze mit dem Satz:
„Man fällt niemals tiefer als in Gottes Hand“.
Das ist ein Juwel der Weisheit; man muss nicht mal gläubig sein, um die Weisheit darin zu entdecken. Nichts Menschliches sollte uns fremd sein, gerade wenn wir uns als Kommunisten bezeichnen…