Wie’s mal wieder nichts wurde mit dem Waldkommunismus

Im Wald wurde mal wieder der Kommunismus vorbereitet.

Die Igel, wie immer für jeden Scheiss zu begeistern, wollten sofort den Schritt in den vollendeten Kommunismus machen.

Fjodor von den Fuchs-Pionieren ließ sich von der Igelbegeisterung anstecken und wollte unbedingt Kommissar für das Hühner- und Gänsewesen werden, aber die anderen durchschauten seinen Trick und bestimmten ihn erstmal zum Platzwart der Waldlichtung, auf der sie sich immer trafen.

Die Hasen begrüßten den Igel-Vorschlag im Prinzip, gaben aber zu bedenken, dass die Tiermassen ja alle noch die alten Verhältnisse gewohnt waren und vielleicht nicht sofort zum kommunistischen neuen Tier werden könnten.

Der Bär, ein erfahrener alter Haudegen, der schon alles gesehen hatte, lehnte lässig an der Pilzhütte des Wald-Gebietssekretariats und dachte sich seinen Teil.

Nur der Hirsch verstand wieder gar nichts und merkte noch nicht mal, dass Hugo der Hamster, der auf seinem Kopf saß, mal wieder inkontinent war. Aber Hirsche sind halt blöd.

Das reichlich ausgegebene Bier tat ein Übriges und so wurde es mal wieder nichts mit dem Waldkommunismus.

Aus dem Märchenland des betreuten Denkens: „BILD“ erklärt uns den Kapitalismus

Nachdem die „BILD am Sonntag“ sich gestern sorgenvoll und stellvertretend für uns alle gefragt hatte, ob wir am Ende etwa „nicht fleißig genug“ wären (und die Frage gleich mit der „Wahrheit über Arbeit in Deutschland“ beantwortet), legt sie heute nach und teilt uns mit, was wir sowieso bereits ahnten, wenn wir uns in Freundes- und Bekanntenkreis und auf Arbeit so umschauen und umhören: „Immer mehr Deutsche plötzlich pleite“!

Schreck lass nach, wie denn das? Sind etwa „immer mehr Deutsche“ plötzlich übermütig geworden und verjubeln die schöne Kohle für teure Urlaube, Luxusklamotten und schnelle Autos? Sind wir ein Volk von Zockern, die am Roulette-Tisch die soliden Facharbeiter-, Angestellten- und Beamtengehälter versenken?

Beinahe: „immer mehr Deutsche“ sind nämlich finanzielle Hallodris, die einfach nicht mit Geld umgehen können! „Konsumkredite, Dispos und finanzielle Unwissenheit belasten immer mehr Menschen“, stellt das Blatt fest. Ganz schlimm: „17 Prozent schauen nicht mal auf ihr Konto!“

Damit ist klar, dass diese Hans-guck-in-die-Luft-Pleitiers an ihrem Bankrott im Grunde selbst schuld sind. Vor allem aber steht fest, dass LOHNARBEIT auf gar keinen Fall etwas damit zu tun haben könnte, dass es den Leuten flächendeckend immer weniger möglich ist, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen – die Insassen der „Schuldenfalle“ sind verantwortungslos und faul! Sonst würden sie ja regelmäßig auf ihr Konto schauen und, statt Konsumentenkredite aufzunehmen, einfach mal fleißig Überstunden machen für ihre Anschaffungen!

Womit wir wieder bei der bangen Frage vom Sonntag wären: „Sind wir nicht fleißig genug?“

„BILD“ wäre aber nicht „BILD“, wenn die Zeitung nicht auch Hoffnung verbreiten und den deutschen Faulenzern erklären würde, was man tun kann: „So kommen Sie aus dem Minus“ werden wir direkt angesprochen. Und zwar nicht von einem beliebigen „BILD“-Redakteur, sondern von „Hey_, die KI von BILD“!

Die „BILD“-KI hat dann auch ein paar Super-Tipps, mit denen wir wieder finanziellen Boden unter die Füße bekommen.

Erstmal: Ordnung halten!
„Sammeln Sie alle Kontoauszüge und listen Sie alle festen Einnahmen und Ausgaben auf. Nutzen Sie Apps oder Tabellenprogramme, um alles übersichtlich zu halten.“

Es folgen allerlei Vorschläge, wo man überall sparen und sich einschränken kann, von Streaming-Abos bis zu Nahrungsmitteln („Verzichte auf Luxusartikel“). Dann, schon als vierter Punkt, kommtt ein derart unschlagbarer Guter Rat, dass man sich unwillkürlich fragt, wieso man nicht selber darauf gekommen ist: „Einnahmen erhöhen“!!

Diese geniale Idee hat das Zeug zum Wirtschaftsnobelpreiskandidaten, so simpel und auf der Hand liegend ist sie! Falls jemand sogar mit dieser einfachen Idee Schwierigkeiten hat, erläutert die Bild-Zeitung dem Schuldnerklientel nochmal, wo da anzusetzen ist: „Überlegen Sie, ob ein Nebenjob oder Überstunden möglich sind“.

Womöglich unterschätzt das Fachblatt für Volkserziehung an dieser Stelle aber seine proletarische Leserschaft. Im besten Deutschland, das wir je hatten, ist nämlich jedem, der seine proletarische Haut zu (Arbeits-)Markte tragen muss, eines klipp und klar – der Satz „So kommen Sie aus dem Minus“ enthält in sich schon die Gewißheit: „Jedenfalls nicht durch Lohnarbeit“.

Vorteile des Alter(n)s? Einen gibt‘s.

Einer der ganz wenigen Vorteile des Alter(n)s ist der Abstand zum weltlichen Treiben. 

Die erleichternde Gewissheit, dass die Zeit der Einbettung in die spezies-übliche Beschäftigung mit Selbstfindung und -behauptung, mit Beruf und Karriere, mit Nistbau und Brutpflege vorüber ist, entschädigt für die Zipperlein und Beschwernisse, denen das alternde körperlich-geistige Vehikel unterworfen ist. 

Insbesondere entschädigt dieser stets sich vergrößernde Abstand für die zahlreichen und unablässigen Beleidigungen menschlicher Intelligenz, die man permanent ertragen muss, sobald man den unvermeidlichen Begegnungen im Außen ausgesetzt ist. 

Man sitzt in dem lecken Kahn des Alterungsprozesses und wird weiter und weiter abgetrieben vom Kontinent des Machen und Tuns, von der geschäftigen Sinnlosigkeit der menschlichen Ameisen, die in ihrem Treiben unbedingt einen Sinn entdecken und irgendwelche Ziele erreichen wollen – und wenn es die Versorgung und optimale Ausstattung des Nachwuchses ist.

„The party’s over and there’s less and less to say
I got new eyes, everything looks far away“
(Bob Dylan: Highlands)

Hier in Mitteleuropa, auf dem Abstellgleis der Geschichte, auf dem die verrostete Diesellok und die geplünderten Güterwaggons des europäischen Imperialismus zu stehen gekommen sind, scheinen sich die Zumutungen an Vernunft und Verständigkeit durch die öffentliche und politische Sphäre, derzeit täglich zu potenzieren. Immerhin potenziert sich aber auch der eigene innere Anstand zu dem geballten Irrsinn, der ringsum über einen hereinbricht.

Zukünftige „Ukraine“?

Istanbul: Die Clownshow des ukrainischen Dikrators und der ihn steuernden europäischen Machthaber hat deutlich gemacht, dass weder Selenski noch die Europäer einen Friedensschluss in der Ukraine sehen wollen – jedenfalls keinen, der die Realitäten berücksichtigt. Ihre Drogenphantasien von einer strategischen Niederlage und Kapitulation Russlands würden sie natürlich gerne verwirklicht sehen, haben aber keine Chance, dies jemals umzusetzen.

So sieht es danach aus, dass die militärische Sonderoperation weitergehen wird bis all ihre Ziele erreicht sind, eventuell tatsächlich zum „Krieg“ hochgestuft.

Das ukrainische Territorium wird sich dabei mit jedem Mal verkleinern, an dem das Kiewer Regime und seine westlichen Kuratoren erneut eine diplomatische Lösung verweigern.

Zwei Karten, die den möglichen zukünftigen Zuschnitt des bisher als „Ukraine“ bekannten Gebietes zeigen:

DAS SANKTIONSLIED

Wer hierzulande nicht pariert
der wird in Zukunft sanktioniert!

RT auf deinem Telefon?
ZACK! Schon setzt es ne Sanktion!
Russophobie ist dir nicht recht?
Sanktionen rücken dich zurecht!

Das Russland uns EUROPA raubt:
Wir sanktioniern euch bis ihr’s glaubt!
In deinem Oberstübchen wohnen
falsche Gedanken? Dann: SANKTIONEN!

Du magst im Winter nicht gern frieren?
Du PUTINKECHT! Wir sanktionieren!

Doch sanktioniern wir DEMOKRATICH,
und euch Russenfreunden rat‘ ich:
Seid klug und huldigt diesen Vieren,
dann müssen wir nicht sanktionieren:

Die Uschi, Stahmer, Merz, Macron –
sie geben vor den neuen Ton
der heute durch Europa schallt,
in Bürgerköpfen widerhallt,
bis alle nur noch einig blaffen
„Zu den Waffen! Zu den Waffen!“

Wer weiter unsre Politik
bemäkelt und in Zweifel zieht,
der weiß ab jetzt, wohin das führt:
Er wird dann nämlich sanktioniert
bis Ärger, Strafen und Verdruß
ihn heilen von dem Russenstuß,
auf dass er wieder Teil werde
der russophoben Kriegerherde.