Nach der Hunderunde gönne ich mir einen Cappuccino im „Copenhagen Coffee Lab“ am Belsenplatz, nicht weit von meiner Wohnung.
Am Tresen schaut mich die Bedienung mit großen Augen an und sagt: „Wissen Sie, dass Sie in unseren Bewertungen bei Google aufgetaucht sind? Irgendjemand hat da ein Bild von Ihnen reingestellt, mit Namen und allem, und hat echt krasse Sachen dazu geschrieben. Beleidigungen extremster Art. Wir haben das gleich gelöscht, sobald wir’s gesehen haben…“
Ich bin erst mal neugierig: „Wie jetzt? Jemand hat mich hier fotografiert wie ich meinen Kaffee trinke und das Bild in die Google Rezensionen zum Coffee Lab hochgeladen?“
„Nein! Das war ein privates Foto, schwarzweiss, vielleicht aus Facebook. Der das hochgeladen hat, hat dazu geschrieben, dass der Kaffee hier gut ist, dass aber leider Leute wie Sie hierherkommen, dass sie ein Putinversteher und Russenfreund sind, dass Sie erschlagen und erschossen gehören und noch Zeug in der Art…
Ich bedanke mich für das Entfernen des Bildes und des Kommentars und bemerke zur Tresenkraft „Tja, da haben mich die ukrainischen (oder die hiesigen) Nazis wohl auf dem Kieker. Damit müssen wir wahrscheinlich vermehrt rechnen in Zukunft. Ich hoffe, die setzen Ihren Hass und ihre Nazi-Ideologie nicht auch noch bei uns in die Tat um, sonst haben wir hier auch bald ukrainische Zustände…“
Frage mich, ob ich dort noch Kaffee trinken gehen soll – andrerseits: wenn die Ukro-Nazis oder ihre hiesigen geistigen Vettern mich dort aufspüren, tun sie’s auch woanders. Ich bin offenbar zu sichtbar im Internet. Konsequenz: gleich mal die FB-Einstellungen auf standardmäßig „Nur Freunde“ zurücksetzen.
Die Leute, oder besser: die Medien, scheinen in einer Parallelwelt zu leben. In dieser Parallelrealität gibt es grundlos (aber von Natur aus) böse Humanoide – Menschen kann man sie nicht wirklich nennen, da sie, laut unseren Medien, alles Menschliche abgelegt haben und scheinbar Vergnügen und Befriedigung finden in sinnlosen Zerstörungsorgien und sadistischer Gewalt.
Diese Humanoiden (vielleicht sollte man sie aber lieber als Dämonoide bezeichnen) leben in einer Gegend, die einstmals als Lebensraum für das gute deutsche Volk vorgesehen war. Sie heißen „Russen“ und besitzen – nein: BESETZEN!! – leider das flächenmäßig größte Stück Oberflächenterritorium dieses Planeten. Angeführt werden sie von einem rätselhaft irren Despoten, der aus noch nicht mal psychologisch (obwohl wir es dauernd versuchen) erklärbarer Bosheit andauernd in seinem Lande selbst so gut wie alle Leute immerzu unterdrückt, gänzlich falsche Werte, nämlich nicht unsere, sein eigen nennt und der seinem gesamten Volk die Freiheit verwehrt, von werteorientierten demokratischen Unternehmen in RICHTIGE Marktwirtschaft und Diversität eingeführt zu werden.
Außerhalb seines Riesenlandes überfällt, besetzt, annektiert und erobert der russische „Menschen“schlag andauernd andere Länder, die ihm überhaupt nichts getan haben. Auf seinen harmlosen kleinen Nachbarn Ukraine ist der Russe neidisch, weil der Ukrainer sich für die Werte (und die Waffen, ok – aber NUR WEGEN DES RUSSEN!) des Westens entschieden hat und deswegen ein vorbildliches demokratisches und liberales Staatswesen geworden ist. Dieses Land ist sogar so divers und gender-fluid, dass der sympathische Heldenpräsident in Stöckelschuhen umherlaufen und mit seinem Geschlechtsteil Klavier spielen kann. Das hat ihn so beliebt gemacht, dass er auf der ganzen Welt vor Parlamenten Reden halten darf und jeder, der was auf sich hält in der Freien Welt ihn in seiner Hauptstadt Kiew besucht.
Der Russe dagegen mordet und massakriert aus keinem anderen Grund als aus seinen niedrigsten Instinkten heraus ständig Unschuldige, und zwar auch noch mit supergemeiner und irgendwie auch verbotener Munition, sogenannten Flechettes. Noch schlimmer: der Russe ist dermaßen hinterfotzig, dass er diese fiese Munition sogar noch VIER TAGE nach seinem Anzug aus dem Ort Butscha aus einer Zwischendimension verschießen kann (in der ihm die tapfere ukrainische Nationalpolizei, die im Gegensatz zum Russen tatsächlich vor Ort war, nicht ans Leder kann) und somit praktisch durch SCHWARZE MAGIE für Massenmorde sorgt!
Jetzt gibt es aber Leute, die unbesonnen oder böswillig behaupten, dass das absolute Böse, das so klar im Russen zutage tritt, gar nicht existiere; dass es sogar „Nazis“ auf Seiten der mutigen ukrainischen Werteverteidiger gäbe. Solche Leute sind bestenfalls „Versteher“ des Russenpräsidenten (als ob es da etwas zu verstehen gäbe außer der Notwendigkeit, den Satanus russicus zu überwinden – vor allem auch in einem selbst!! – und zu besiegen), schlimmstenfalls absichtliche Unterstützer der dämonischen moskowitischen Horden. Zum Glück haben unsere Anführer genug Gesetze erlassen, die das Verbreiten solcher Fake News und Feindpropaganda ahnden und unterbinden und im Falle eindeutiger Feind-, also Russensender, gleich ganz verbieten.
Trotzdem kann man gar nicht genug aufpassen, denn auch in unserem zuverlässig abwehrbereiten germanischen Volkskörper arbeiten die Krebszellen hartnäckiger Russlandfreundlichkeit leider immer noch im Verborgenen. Nicht hoch genug zu schätzen und zu belobigen ist die patriotische Pflichterfüllung unserer Freien Presse, die unermüdlich und faktengetreu aufklärt über den schwarzen Abgrund, aus welchem Seele, Gemüt, Verstand und „Herz“ (in Wahrheit haben Dömonoide sowas natürlich gar nicht) des Russen besteht.
Am Besten aufpassen tun die „Grünen“, die zum Glück in der Regierung sitzen und drauf achten können, dass dem verdächtig russenfreundlichen Sozen-Kanzler beim Sanktionieren und bei der Wehrhaftigkeit kein Schwächeanfall passiert. Das honoriert ihnen das verständige deutsche Volk mit hervorragenden Umfrageergebnissen bei der „Sonntagsfrage“. Vielleicht wäre die gutausehende und konsequent werteorientierte (genau wie der ukrainische Heldenpräsident!) Frau Baerbock doch der bessere Kanzler gewesen!
Die deutschen Qualitätsmedien, allen voran der bei der neuen „Operation Barbarossa“ so verdienstvolle „Spiegel“, legen sich bereits ins Zeug für eine Ablösung der schwachen Lusche Scholz durch die kernige Außenministerin oder den noch populäreren Wirtschaftsminister. Mit solchen Führerkräften, die sich beim Kriegswaffenliefern und Energieträgerboykottieren keine falsche Bescheidenheit auferlegen, würde die deutsche Wehrmacht, sorry: die ukrainische Armee, bestimmt demnächst wieder vor Moskau stehen!
Hier noch schnell eine „Clown World“ (so nennt Alex Christoforou von „The Duran“ die bizarren Episoden aus dem wertewestlichen Politirrenhaus, die er gegen Ende seiner Videos zum besten gibt):
EU-Ratschef Michel hat beim russischen Präsidenten angerufen und ein bißchen lamentiert. Der „Spiegel“ überschriebt den Bericht über das Telefonat mit „EU-Ratschef Michel scheitert bei Putin-Telefonat mit humanitärem Vorschlag“.
Das NATO-Ostfront-Blatt aus Hamburg zitiert „EU-Kreise“, aus denen es heißt, der EU-Bürokrat hätte mit dem Anruf Putin „seine Erkenntnisse über russische Fehleinschätzungen und Verluste“ mitteilen wollen. Letzterer hätte nämlich ein „Informationsvakuum“, in das Michel (per Telefon!) eindringen wollte.
Dass der „Spiegel“ solche Clownereien ernsthaft als Nachrichten bringt, zeigt die Verzweiflung, in der die westliche Propaganda stecken muß. Ein EU-Bonze aus der zweiten Reihe ruft also beim Präsidenten Russlands an und erzählt diesem, was Russland alles falsch macht, fehleinschätzt und wie hoch die russischen Verluste tatsächlich sind. Bestimmt Informationen, auf die Putin gewartet hat – bekanntlich verfügt Russland ja weder über einen Geheimdienst noch über ein Miltär (auch wenn letzteres gerade die Militäroperation in der Ukraine erfolgreich weiterführt und demnächst beenden wird).
Ich stelle mir das Gespräch so vor:
Michel: „Herr Wladimir, Sie haben da GANZ FALSCHE Informationen von Ihren Generälen und Schlapphüten gekriegt!“
Putin: „Ach ja?“
Michel: „Ja, ehrlich! Also, eurer Armee sind VIEL VIEL mehr Panzer kaputt gegangen und VIEL VIEL mehr Soldaten gestorben, les Sie wissen! Der Shoigu hat Ihnen da echt Mist erzählt!“
Putin: „Nein! Also das ist ja ein Ding! Dann muss ich mir da doch noch mal überlegen mit der Entmazifizierung der Ukraine und doch der NATO die Ukraine überlassen…“
Michel: „Genau! Es haben Sie nämlich TOTAL FALSCH EINGESCHÄTZT, Herr Wladimir! Wir im Westen sind jetzt nämlich alle voll entschlossen und geeinigt und so und auch VIEL VIEL stärker als Sie und Ihre Chinesen! Also geben Sie lieber klein bei, sonst machen wir nämlich Ernst!“
Putin: „Oh weh, also wenn das SO ist, Herr Michel…. Das ändert ja alles! Ich geb dann nachher gleich den Befehl, alle Kriegshandlungen einzustellen und überlasse die Ukraine wieder Herrn Selenskij und den ukrainischen Truppen, falls ich noch welche finde (haha, kleiner Scherz!)… Nee, ernsthaft jetzt. Also, danke für den Tipp und bis bald!“
Michel: „Sehr vernünftig, Herr Wladimir, geht doch!“ (Legt auf)
Putin (legt auch auf), zu Lawrow und Shoigu, die mitgehört hatten: „(Prust!!) Habt ihr DAS gehört, Männer? Ich wusste ja, das der Komödiant in Kiew dauernd auf Drogen ist, aber was nimmt denn dieser Michel?!?“
Lawrow, Shoigu: (wollen antworten, können aber vor Lachen keinen Satz hervorbringen).
Putin: (ruft den Zimmerservice, bestellt eine Runde Wodka).
Die drei Männer kippen den Wodka runter mit dem alten russischen Trinkspruch „Смерть фашизму! Nächstes Jahr in Odessa!“
Die Wehrmachtszeitung für die Ostfront widmet den Aufmacher dem ukrainischen Präsidentenberater Oleksij Arestowisch. Demselben Arestowitsch, der neulich in einem vielgeteilten Video ein paar Wahrheiten über seine ideologischen Botschaften und die Politik seiner Brötchengeber ausplauderte.
“Die Idee der Ukraine, eine der zentralen nationalen Ideen der Ukraine, ist es, sich selbst und andere Menschen so viel wie möglich zu belügen. Denn wenn man die Wahrheit sagt, wird alles zusammenbrechen. Und dann muss man sich etwas anderes einfallen lassen.” (siehe – bzw. höre – Video)
Solche Kleinigkeiten stören ein nationales Qualitätsmedium wie den „Spiegel“ natürlich nicht. Es feiert stattdessen Arestowitsch für seinen Ruf nach immer noch mehr Waffen, Waffen, Waffen.
Ich und etliche andere haben es schon nach „Butscha“ und „Kramatorsk“ vermutet: die nächste Propaganda-Eskalationsstufe und False Flag wird sein „Der Russe hat einen Chemiewaffenangriff gemacht!!“.
Im Autoradio höre ich (mal wieder im Soldatensender DLF) die schreckliche Neuigkeit. Der Sprecher nennt auch die zuverlässige Quelle für diese Anschuldigung: „das ASOW-Regiment, das einigen als extrem nationalistisch gilt“.
Diese tadellose Truppe, die – wiederum laut Sprecher – „die Hafenstadt Mariupol verteidigt“ (spätestens an dieser Stelle nässe ich mich fast ein vor Amüsement) hat eine russische Drohne beobachtet, die irgendein chemisches Zeug auf die Armen ASOW-Kämpfer hat runterrennend lassen.
Es wird dann noch immer absurder, grotesker und so unglaublich durchschaubar gefaked, dass ich lachen muss, trotzdem aber lieber auf WDR3 umschalte, da läuft Klassik.
Ok Leute. Machen wir uns nichts vor. Wir sind demnächst ALLE dran (ich rede jetzt von der hier aktiven nicht NATO-hörigen Filterblase).
Nachstehend die „Straftatbestände“, die als Begründung für Sanktionen gegen Russland bzw. russische Bürger herhalten müssen.
Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieselben „Vergehen“ auch nach innen angewandt werden – gegen Bürger, die nicht durch die Gleichschaltung der Volksgemeinschaft mental zombifiziert worden sind.
Aufgemerkt:
Von den Schöpfern der Euphemismen “Endurteil” und “Sondergerichtsbarkeit”…
MUTMAßLICHE HANDLANGER
Die Sanktionslisten eröffnen einen unglaublichen Abgrund an Formulierungen der neuesten “Straftatbestände”, für die in der wundersamen neuen Welt die außergerichtliche Bestrafung – vorerst mit wirtschaftlichen Mitteln – übernommen wird. (…)
– angeblicher “Gefolgsmann” (der als “Gefolgsmann” von… gilt);
– eng verbunden mit … (eng verbunden mit …);
– Aktivitäten der böswilligen Einflussnahme …;
– subversive Politiken und Aktivitäten;
– beglückwünschte Menschen aus der … Gruppe;
– erklärte offen seine Unterstützung und Freundschaft für …
– gute Beziehungen zu genießen (genießt gute Beziehungen zu …);
– die Verbreitung und Legitimierung aggressiver antiwestlicher Propaganda;
– Die Veröffentlichung einer Zeitung … wurde auch von … als seine Lieblingszeitung bezeichnet;
– verantwortlich für die Unterstützung von Maßnahmen und Politiken … (zuständig für unterstützende Maßnahmen und Politiken …);
– aktiv an … Propaganda teilgenommen, indem sie verzerrte Informationen zum Nutzen von jemandem erstellt und verbreitet haben (aktiv an … teilgenommen) Propaganda durch die Schaffung und Verbreitung verzerrter Informationen im Interesse von );
– Initiator und Hauptverantwortlicher des Fernsehsenders, der als propagandistisch und effektiv gilt, sowie über die Zukunft, das Scheitern der Reformen durch die Behörden diskutiert und die Handlungen der Behörden verspottet und verurteilt (Initiator und Hauptverantwortlicher von …. TV-Kanal … und Eigentümer des Fernsehsenders, sind diese Kanäle die wichtigsten Sprachrohre der … Propaganda und erfüllt damit die Aufgabe ….. In diesen Kanälen wird die Zukunft von …, das Scheitern der Reformen von … und alle Aktionen der …. Behörden lächerlich gemacht oder verurteilt werden);
– nimmt an Sitzungen teil (nimmt an Sitzungen teil ….);
– als CEO der … führenden Multi-Kategorie-E-Commerce-Plattform;
– an einem Treffen … teilgenommen, bei dem die Auswirkungen und Folgen international rechtswidriger Sanktionen erörtert wurden, und eine Einladung zur Teilnahme an einem solchen Treffen erhalten. die Auswirkungen des Vorgehens nach der Veröffentlichung von …. zu diskutieren. Sanktionen. Die Tatsache, dass er zur Teilnahme an diesem Treffen eingeladen wurde …. );
– ist in Wirtschaftszweigen tätig, die eine wesentliche Einnahmequelle für den Staat darstellen ….
Ich bin gerade Rentner geworden und hatte mir eigentlich vorgestellt, die lohnarbeitsreduzierte Zeit (Armutsrentner wie ich sind gezwungen, so lange sie physisch und psychisch können, zu arbeiten, um über die Runden zu kommen) möglichst viele Jahre auszukosten.
Jetzt sieht es so aus, als ob nicht nur meine Lebenszeit auf dieser Erde abrupt verkürzt werden könnte. Nie hätte ich gedacht, dass in meinem eigenen Leben noch einmal Zeiten anbrechen würden wie die, die mir in meiner Kindheit meine Großeltern als vermeintlich ein- für allemal überwunden beschrieben:
Gleichschaltung der öffentlichen Meinung, Verbot abweichender Standpunkte und Medien, Hass und Hetze gegen ein ganzes Volk (und zwar genau dasselbe, das auch ab 1933 schon als der unbedingt zu besiegende böse Feind galt), KRIEG gegen Russland (auch wenn dieser NATO-seitig bisher durch einen Stellvertreter, das ukro-faschistische Regime, ausgefochten wird).
Ich erinnere mich, wie mein Großvater (Antifaschist, Gestapo-Häftling, anschließend ins Strafbataillon 999 gesteckt) mir von seinen Erlebnissen als junger Mann in den 1930er Jahren erzählte: „Wir hatten als Nazi-Gegner keinen leichten Stand. Die Leute waren ja mehrheitlich auf Seiten der Regierung und zufrieden, dass es wieder Arbeit und Brot gab. Die wollten ihre Ruhe und wollten nichts wissen von dem Gestapo-Terror, den Judenverfolgungen, der Ausschaltung der Sozialdemokraten und Kommunisten. Die wussten schon, dass es KZs gab und dass jede Opposition verfolgt wurde, aber das waren wir in deren Augen selber schuld, weil wir gegen den Nazi-Staat waren.“
Der neue demokratische Faschismus hat keine SA-Horden nötig (auch wenn die Übergriffe gegen russische Menschen und Einrichtungen daran erinnern), keine staatliche Kontrolle von Presse und elektronischen Medien (die Gleichschaltung der öffentlichen Meinung besorgen die Massenmedien – als Eigentum weniger Oligarchen und Konzerne – ganz von alleine).
Aufrüstung, Kriegshetze und Kriegsvorbereitung ist allerdings dieselbe wie zu Zeiten, als das deutsche Volk für Führer und Vaterland den Lebensraum im Osten erobern sollte. Es ist, als ob die Phase vergleichsweiser Ruhe und Prosperität (etwa zwischen 1950 und 2015) nur die Verschnaufpause vor dem nächsten Anlauf zur Erledigung einer alten Abrechnung gewesen sei: der Abrechnung mit der russischen Unverschämtheit, überhaupt als Staat und Macht existieren zu wollen, die eigene Interessen in der Welt der imperialistischen Konkurrenz anmeldet.
Deutschland befindet sich im Krieg gegen Russland. Noch wird dieser Krieg von den ukrainischen Stellvertretern ausgefochten, noch ist Deutschlands Rolle die eines domestizierten Hofhundes der imperialistischen Vormacht. Ich kann mir vorstellen, dass der jetzige Kriegszustand in absehbarer Zeit dazu führen wird, dass Leute mit abweichenden Standpunkten nicht nur verbal aus der Volksgemeinschaft ausgestoßen werden. Die mentale Grundlage dafür wird gerade geschaffen: durch die ungezügelte und maßlose Hetze gegen alles, was irgendwie russisch ist oder zu sein scheint.
Für mich am Gruseligsten und Unheimlichsten sind die schier wahnwitzigen Lügen, die mörderische Gewaltbereitschaft (die sich in den Waffenlieferungen an das Kiewer Regime ausdrückt) und der irrationale Hass gegen DEN FEIND, den der Chor der Leitmedien anstimmt und immer lauter intoniert. So müssen sich mein Großvater und seine Genossen gefühlt haben angesichts der Übermacht der offiziellen Propaganda der damaligen Regierung.
Ist die aberwitzige Russophobie, die wir jetzt erleben müssen, Ausdruck der Wut NATOstans über den eigenen Macht- und Kontrollverlust? Man möchte es hoffen.
In Finnland beschlagnahmt die dortige Regierung eine Sendung von Kunstwerken, die russische Museen und Galerien (Galerie Tretyakov, Moskau und die St. Petersburger Eremitage) Museen in Europa und Japan AUSGELIEHEN haben. In kapitalistischen Begriffen und Summen gemessen handelt es sich um Kunstwerke im Wert von ca. 46 Mio Dollar. Wie verzweifelt müssen die Machthaber in NATOstan sein, dass sie kulturelle Schätze wie diese Kunstwerke konfiszieren, statt sie den russischen Museen vereinbarungsgemäß zurückzugeben?
Die britische Nationalgalerie benennt das Gemälde „Russische Tänzer“ von Edgar Degas um in „Ukrainische Tänzer“. Kann man noch tiefer sinken? Kann man intellektuell und zivilisatorisch noch schlimmer verwahrlosen? Ein 120 Jahre altes Gemälde eines französischen Impressionisten wird instrumentalisiert für den Krieg gegen Russland, als Treibmittel der Russophobie auch der kulturellen Elite eines Westens, der sich etwas einbildet auf seine „Werte“?
„Mene mene tekel upharsin“ schrieb die Flammenschrift an die Wand im Palast des Belsazar. Inhaltlich bedeuten die Worte etwa „Deine Herrschaft geht zuende; du wurdest gewogen und für zu leicht befunden“. Ich sehe ähnliche Zeichen an den Wänden der westlichen Hybris. Bevor die Herrschaft dieser desaströsen „Zivilisation“ abtritt, zieht sie jedoch alle Register eines untergehenden Systems und läßt in ihrem letzten Selbstbehauptungsversuch alle Hüllen demokratischer Freundlichkeit fallen.
Davor habe ich Angst, und andrerseits auch nicht; zum einen, weil mein Leben sowieso schon in seinem letzten Viertel angelangt ist und ich nichts zu erwarten oder zu verlieren habe. Zum anderen, weil ich gegen alle Hoffnung darauf vertraue, dass…
Die ASOW-Nazis (und ebenso andere Nazi-Verbände der AFU) sind ja laut dem ukrainischen Botschafter in Deutschland, Herrn Melnyk, „Helden, die ihre Heimat verteidigen“, und Ukro-Präsident Selenskij sagt über sie „Sie sind eben, wie sie sind“.
Wie der gesamte kollektive Westen es schafft, nicht nur beide Augen fest zuzudrücken sondern – erwiesenermaßen – diese faschistischen Kampfgruppen auch noch mit Geld, professionellen Ausbildern und jeder Menge Kriegsgerät zu fördern, muß nicht verwundern, wenn man begreift, dass für den NATO-Block (eigentlich jedoch für die USA) die Ukraine der entscheidende Hebel zur Eliminierung Russlands aus der State Konkurrenz ist.
Wes Geistes Kind die Nazis sind – die nicht nur im ASOW-Bataillon, sondern in den kompletten ukrainischen Armee den Ton angeben, dürften die politischen Entscheider des MATO-Blocks wissen. Sie akzeptieren es und benutzen die Nazis für ihren Zweck der Erledigung Russlands.
Allein an dieser Vorgehensweise zeigt sich wieder, wie wenig die NATO-Seite ihr russisches Gegenüber kennt (anders als umkehrt): Russland wird niemals einen Nazi-Staat dulden, schon gleich nicht im seiner direkten Nachbarschaft.
Einen Krieg unter Zuhilfenahme von Nazi-Truppen ausgerechnet gegen Russland zu führen ist die irrsinnigste Idee, auf die irgendein westlicher Stratege kommen kann. Eine solche Idee ist von vorneherein zum Scheitern verurteilt: eher geht die Sonne im Westen auf als dass Russland sich jemals einem Nazi-Staat ergibt.
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Victor, vicktop55 🇷🇺 Z in seinem Telegram-Kanal:
„Die Frau in dem Video sagt: “Ich bin am 2. März im Krankenhaus gelandet, „dank der tapferen” Kämpfer von Asow, die meine Wohnung im fünften Stock eines fünfstöckigen Gebäudes zerstört haben. Dank dieser “Verteidiger” von Asow haben sie die ganze Stadt zerstört.
Dank der Nachbarn konnte ich ins Krankenhaus gebracht werden. Aber auch hier, im Krankenhaus, landeten unsere “Verteidiger” aus Asow. Als sie vorbeigelaufen sind, habe ich gesagt: Jungs, geht weg, hier sind alle krank. Schaut, hier sind Verwundete, hier sind Kinder. Ich habe mein Bein verloren. Sie sagen: Wir müssen den Feind aufhalten. Ich sage, aber wir sind lebende Menschen. Und sie sagen – und wer seid ihr? Ihr seid Müll. Das war’s.“
Eine Frau wendet sich an einen russischen Korrespondenten: “Danke, dass Sie gekommen sind, dass Sie sich um uns gekümmert haben. Sehen Sie sich an, wie es uns geht, dank dieser „Verteidiger”, die die ganze Stadt ausgerottet haben. Sie haben sich wie Ratten versteckt. Sie haben das Krankenhaus absichtlich zerstört, absichtlich.
Sie haben sich mit Kindern eingedeckt, die verkrüppelt sind. Ihre Leute haben uns rausgezogen, uns rausgezogen. Ich weiß nicht, wie viel Kraft sie hatten, es stellte sich heraus, dass sie so einen Haufen Leute mit mehreren Leuten herausgezogen haben. Und die Soldaten der ukrainischen Armee, die kümmern sich nicht um uns. Ein Mann, der kam, um seine Verwandten im Krankenhaus zu besuchen, wurde dann von einem Scharfschützen erschossen.“
Auf dem Weg in die Küche, zwischen zwei Gläsern Wein, bekomme ich das Fernsehprogramm im WDR mit, das die Liebste konsumiert.
Irgendeine Talk-Runde. Fritz Pleitgen, Intendant des WDR, sagt gerade „…, dass ich ihn für einen Kriegsverbrecher halte….“. Er ist nicht fertig mit seinem Satz, wird aber von tosendem Applaus des Studiopublikums unterbrochen. Ich ahne, von wem die Rede sein muss. Nachdem die Claqueure sich beruhigt haben, fährt Pleitgen fort: „… der seinen friedliebenden Nachbarn, die Ukraine, einfach überfallen hat.“
Ja, das muss es sein: ich bin unerwartet in einem Paralleluniversum debiler Teletubbyhirne gelandet in dem oben unten, links rechts und weiß schwarz ist. Insbesondere aber sind Nazis Demokraten und Waffen bringen Frieden. Es ist inzwischen SO absurd, dass die gesamte „Realität“ weit krasser als in der „Matrix“ eine Simulation zu sein scheint, in der einfach alle Gesetze von Logik, Intelligenz, Rationalität und Vernunft auf den Kopf gestellt sind und der nackte Wahnsinn regiert.
Jeder Restverstand beim Medienkonsumenten soll nach Möglichkeit ausgeschaltet werden; das Kiewer Regime schreibt anscheinend direkt die Wordings für die Sendezentralen des BRD-Fernsehens und in diesem irren Medientheater ist ohnehin schon alles egal, weil der Kollektive Westen sich kollektiv selber in eine mentale Gummizelle gesperrt hat.
Ich bin nur froh, dass ich noch genügend Weinvorräte habe.