Campino: Bequemes Lakaiendasein als kulturschaffender Höfling der Machthaber

Merkel-Fan Andreas Frege („Campino“) als Hofmusikant der biederen Mittelschichtsspießer, die sich für Punks halten, steckt bis Oberkante Unterlippe in dem Sumpf von Bereicherung, Korruption und schlichter Abgreiferei, den die „Erfolgreichen“ im werteorientierten grünen Imperialismus als ihr natürliches Biotop empfinden.

Sein Bruder Michael, Anwalt und Insolvenzverwalter, hat sich im Zusammenhang mit der Abwicklung der deutschen Lehmann Bank Filiale um mehrfach dreistellige Millionenbeträge bereichert und auch Klein-Andy ist nicht auf Dornen gebettet.

Im Düsseldorfer Nobelviertel Oberkassel nennt er eine solide Altbau-Villa sein eigen, aus der heraus er freilich bequem sein Lakaiendasein als kulturschaffender Höfling für die deutschen Machthaber in die Welt hinausposaunen kann.

Punk als Rebellion war mal – heutzutage dient man sich der Herrschaft als Sprachrohr an und wird in seiner propagandistischen Sprachregelung umso ununterscheidbarer von dieser, je tiefer man im Rektum der Obrigkeit steckt.

„Spieglein, Spieglein mit dem Rücken zur Wand, wer ist das größte Fake News Blatt im Land?”

Das Fake-News-Magazin „Spiegel“ tut es schon wieder:

Eben noch reumütig Besserung gelobt, weil ein In-House Fake News Produzent enttarnt wurde, der es mit der „Spiegel“-üblichen Faktenerfindung zugunsten der NATO-Kriegsziele ein wenig übertrieben hatte – schon wird die nächste ausgedachte Gruselgeschichte im selben Stil (einer Mischung aus NATO-PR, Meinungsartikel und Lügen) ins Blatt gehoben.

Thema mal wieder der syrische Präsident, der trotz aller Bemühungen der imperialistischen Mächte und ihrer Hofpresse einfach nicht ins Gras beißen oder wenigstens abtreten will. Diesmal sind seine Kinder das Ziel der Stänkereien des Hamburger Sudelblattes:

dass sich hinter deren „netten Gesichtern“ einfach nur eine „schreckliche Familie“ verbergen kann, ist dem ehemaligen Nachrichtenmagazin glasklar.

Ebenso wie der Fake Fact, dass „Assad Syrien ins Chaos gestürzt hat“ – dass das syrische „Chaos“ ein von außen, nämlich vom Westen, seinen Armeen und seinen Söldnern, geführter Krieg ist, der wegen der geostrategischen und energiepolitischen Agenda der NATO-Mächte geführt wird, braucht da nicht zu interessieren.

Offensichtlich hat die Ankündigung des US-Präsidenten, seine Truppen aus Syrien zurückzuziehen, den militärisch-industriellen Komplex, die einschlägigen transatlantischen Think-Tanks und die angeschlossene freiheitlich-demokratische Presse in helle Aufregung versetzt und die journalistischen Zäpfchen im Rektum des westlichen Kriegsbündnisses beim „Spiegel“ sehen sich in der Pflicht, vor solchen voreiligen Rückzügen mit Hinweis um das erwiesene Umtermenschtum des Bösen Diktators („Spannt sogar die eigenen Kinder zu seinen Gunsten ein und die sehen perfiderweise dabei auch noch nett aus!“) zu warnen.

„Weltspiegel“-Propaganda

Meine Herren. Gerade nebenbei ARD-“Weltspiegel” beim Bügeln mitgehört. Danach muss ich glaub’ ich duschen gehen, um all den Schmutz, die Hetze und die russophobe Propaganda abzuspülen. Zuerst ein 20-minütiger Bericht über einen (dem Anschein nach psychisch gestörten) Querulanten, der sich mit pro-ukrainischen Schildern in Moskau hinstellt und das für politischen Protest hält. Der also Partei ergreift für ein Regime, das in Russland, so wie die deutschen Faschisten, den Feind sieht und die russische Bevölkerung im Donbass mit Krieg terrorisiert.

Dass der Provokateur dafür im Einklang mit russischen Gesetzen Lagerhaft aufgebrummt bekommt, gilt ihm und der empörten Berichterstatterin als “Folter”, “immer noch wie die Gulags der Sowjetunion” usw. Dass der Mann mittlerweile durch Gerichtsbeschluss freikam, kann der Bericht allerdings nicht verschweigen.

Anschließend ein ähnlich verstrahlter “Die gefährlichen und merkwürdigen Russen sind nun mal unberechenbar und eigentlich immer noch Kommunisten”-Bericht über eine Feier zum 64. Todestag Stalins. Unaufhaltsam und schleichend, jeden Tag in neuen Variationen, tröpfelt die anti-russische Propaganda aus den Medien – so wird der Krieg vorbereitet.

Abt. Frontberichte aus der Vorkriegszeit

Beim Abendbrot MDR Kultur angestellt, es läuft ein Themenabend “Litauen”. Ausgiebig wird die West-Orientierung des Landes und seiner baltischen Nachbarn beschworen, gewürdigt und mit geschichtklitternden Fakten (“Litauen ist ja katholisch wie Polen, somit also immer schon ein Teil des Westens…”) “untermauert”.

Dass das Land sich mangels Masse und eigenem Gewicht im imperialistischen Zweckbündnis der EU seit Jahr und Tag als russophober Wadenbeisser der NATO hervorzutun versucht, erklärt ein professoraler Interviewpartner wie folgt: Litauen hätte “berechtigte Ängste” angesichts der “ja nun doch massiven Konzentration von militärischen Kräften Russlands in der Region”. Dass diese Maßnahme Russlands vielleicht eine REAKTION ist auf den zunehmend dreisteren Aufmarsch der NATO vor Russlands Westgrenze, auf die Eingemeindung der baltischen Staaten in das westliche Kriegsbündnis, auf die bellizistische Rhetorik, das Säbelrasseln, die Kriegshetze insbesondere der baltischen Mini-Staaten – geschenkt, mit diesen Informationen will man den MDR-Kultur-Hörer offensichtlich nicht überfordern.

Dann wird´s allerdings ganz bizarr: die betont ahnungslose Interviewerin fragt den Experten, ob er den militärischen Aufmarsch – nein, nicht der NATO, sondern Russlands – etwas detaillierter beschreiben könnte. Die Antwort des wackeren Mannes: Ja, da wären also in der Enklave Kaliningrad “unglaublich viele Luftabwehrraketen stationiert” – schöner kann sich der kriegslüsterne NATO-Narrativ von der “russischen Gefahr” ja gar nicht blamieren, aber gehört hat´s sicher wieder keiner: defensive Maßnahmen Russlands gegen die zunehmend aggressive Bedrohung durch die NATO – Luftabwehrraketen in Kaliningrad! Klarer Beleg für russische Aggression!! – müssen auch noch herhalten als Begründung für den Kriegskurs der NATO.

Ich muss an meinen Großvater denken, dem seine antifaschistische Arbeit Gestapo-Haft und Zwangsrekrutierung für das Strafbataillon 999 eingebracht hatte und der mir gelegentlich sagte: “Ich wusste doch, dass Hitler Krieg bedeutet. Jeder der es wissen wollte, konnte es wissen. Aber es wollte kaum jemand wissen.”

Ich fühle mich heutzutage ähnlich.