Des nachts, wenn endlich Schlafenszeit, macht sich der Hundekumpel breit dort wo, quer unten auf dem Bette, ich gerne meine Beine hätte.
Er japst in seinem Hundetraum; ich brauche für die Beine Raum und versuche mich zu strecken – doch der Hund liegt auf den Decken unter denen sonst sein Halter ruht. Von draußen weht ein kalter
Wind hinein ins Schlafgemach. Ich bin müde, aber wach und stelle fest, mit leichtem Grollen: Ich muss mich auf die Seite rollen, Und meine Beine so verbiegen dass sie auf Bettes Kante liegen,
Halb auf dem Holz, dem unbequemen – jetzt ist ein Seufzer zu vernehmen. Danach ein zweiter, doppelt schwer, die Pfoten zucken hin und her. Er schnauft, bevor er, halb erwacht, es sich erneut gemütlich macht.
Sogleich schläft er dann wieder ein Mit seinem Kopf auf meinem Bein. Jetzt darf ich mich noch nicht mal rühren Um meinen Fellfreund nicht zu stören.
So bringt ein Hund, obwohl ganz brav Sein Herrchen oftmals um den Schlaf.
Mein Hund musste heute zum Check-Up zum Tierarzt. Die Höchststrafe für ihn. Er lässt zwar brav alles über sich ergehen, führt sich aber auf, als wenn man ihn direkt zur Schlachtbank führen würde. Um seinen Stress ein bißchen zu mildern, bot ich ihm vorher einen CBD-Riegel an. Solche Dinger werden in den Futterläden als Beruhigungs-Snacks für Hunde verkauft, die von der Sylvesterknallerei gestresst sind.
Er war aber schon zu aufgeregt, um den Riegel zu essen, weil es zur ungewohnten Mittagszeit raus ging. Jedenfalls lief alles glatt, der Kamerad ist in Topform, und als wir wieder zuhause waren, ließ er sich dann endlich den Hanf-Riegel schmecken.
Was soll ich sagen: selten erschien mir der Kumpel so gechillt und gleichzeitig etwas fahrig wie auf der abendlichen Runde. Sein Radius blieb klein, dafür uferten die Untersuchungen von Markierungen anderer Hunde, Sandhaufen an Baustellen und dergleichen zu ausgiebigen Schnüffelorgien aus, die sich immer weiter in die Länge zogen und nach Abschluß direkt von neuem begonnen wurden.
Er wirkte, als sähe (bzw. rieche) er alles mit erweiterter Wahrnehmung und müsste erstmal die vielfältig intensivierten sensorischen Eindrücke verarbeiten.
Zu meiner Überraschung kam er noch 40 Minuten freiwillig mit nach Hause, während er sich sonst wie ein Löwe in die Leine wirft, um nicht die Treppenstufen zum Hauseingng mitkommen zu müssen.