Das Gute am Bösen btw. man kann aus allem etwas lernen und die richtigen Schlüsse ziehen

Faschisten watscheln über Leichen.
Das gibt Applaus von ihresgleichen.
Die Klugen seh‘n es voller Graus
und ziehen ihre Schlüsse draus.

So gruselig das Elend auch ist, das auf der vom Imperialismus bespielten politische Bühne zu bestaunen ist, so verkommen und ungehemmt massenmörderisch die Taten und die Statements der westlichen Anführer und ihrer Claquere auch sind, so deutlich wird das Ausmaß der ideologischen, moralischen und menschlichen Verrottung dieser Eliten –  inklusive ihrer Lautsprecher in der medialen und kulturellen Sphäre (nicht dass die Epstein-Geschichte das nicht schon umfassend gezeigt hätte). 

Aber – ich bediene mich hier mal einer beliebten imperialistischen Propaganda-Redewendung – der unprovozierte, völkerrechtswidrige brutale Angriffskrieg, der momentan von den USA und Israel gegen den Iran geführt wird, zeigt die armseligen, durch und durch ideologisch korrumpierten Parteigänger der Epstein-Bourgeoisie mit heruntergelassenen Hosen. Und dieser Anblick ist gleichzeitig abstoßend und lächerlich, denn die mentale Kurzpimmeligkeit, die verlogene Doppelmoral dieser Flachzangen, von deutschen Regierungsvertretern über Jusos, „Die Linke“, ganz zu schweigen von den willfährigen kriegsbejubelnden Sudelmedien, tritt nun in all ihrer peinlichen Häßlichkeit zutage.

Plötzlich ist für alle Welt zu sehen, dass ihr ganzes Gerede von Werten, vom Völkerrecht, ihr ganzes moralisches Gesülze über verurteilenswerte Verstöße gegen die hehren Grundsätze und Werte des Verkehrs zwischen Staaten, dass all das nur berechnendes Geheuchel war und ist. 

Diese Dummbratzen denken nicht für zwei Pfennig selbst. Sie bejubeln die Ermordung eines Staatsoberhauotes und des zweithöchsten Repräsentanten des schiitischen Islam, sie begrüßen den in jeder Hinsicht illegalen Überfall auf einen souveränen Staat, auf das UN-Mitglied Iran, sie applaudieren der gezielten Ermordung staatlicher Amtsträger der Islamischen Republik, weil sie ihr kenntnisloses gratismoralisches Pharisäertum an die Stelle einer sachlichen, nüchternen, kontextuellen Betrachtung gesetzt haben.

Ich rede hier von den deutschen Möchtegernimperialisten und ihrem medialen Hofstaat, also von einer Gruppe ausnehmend unintelligenter Unsympathen, die ihre eigenen Märchengeschichten glauben, weil ihnen die grundsätzliche Verfasstheit der imperialistischen Weltordnung  einleuchtet und sie sich damit identifizieren. Ich rede NICHT von den wirklichen Entscheidungsträgern, den Strippenziehern aus Finanzkapital und militärisch-industriellem Komplex der amerikanischen Epstein-Bourgeoisie,  also von denjenigen, die die globalen Verwertungsketten nach ihrem Bedürfnis und ihrem Gusto mittels der amerikanischen Militärmacht beaufsichtigen und ordnen. 

Es ist, als sei jede Hemmung verschwunden; nicht nur die Hemmung, zur Erlangung der eigenen politischen Ziele tödliche Gewalt und hinterhältige Angriffskriege einzusetzen (hinterhältig, weil der Gegner durch Verhandlungen im Glauben gewiegt wird, dass eine friedliche Lösung möglich ist, während der Angreifer den bereits feststehenden Militärschlag plant) . 

Vor allem die Hemmung, dies dem Publikum mit allzu offensichtlichen Lügen („Demokratie“, „Responsibility to protect“ etc.) zu verkaufen. Heute gibt es die Rücksichtnahme nicht mehr, mit der einst darauf geachtet wurde, die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen idealisierender Propaganda und mörderischer Handlung nicht so auffällig tief werden zu lassen. Heute ist alles egal, die Devise lautet „Wenn ich dich bestehlen oder umbringen will, dann mache ich es, WEIL ICH ES KANN und weil es meinen Interessen nützt. Eine Begründung dazu brauche ich nicht, weil es selbsterklärend ist.“

Und das ist in gewisser Hinsicht gut, denn es zeigt den Imperialismus als das räuberische Ausbeutungs- und Terrorsystem, das er ist – und seine Fürsprecher als die gewissenlosen, bis ins Mark korrupten Komplizen dieser Ordnung die sie sind. Ob genügend Leute das auch tatsächlich so wahrnehmen, also HINGUCKEN und die richtigen Schlüsse ziehen, steht auf einem anderen Blatt. Die perfekte, professionelle und unablässige Propaganda sitzt tief, mit der der imperialistische Überbau die endlosen Kriege und die auf Gewallt basierende Weltordnung der Epstein-Bourgeoisie als Dienst an der Menschheit verkaufen, als alternativlosen Einsatz für „unsere Werte“, für „Freiheit und Demokratie“. 

Gut möglich, das sich der kollabierende westliche Imperialismus noch eine Weile hält, dass er für die Globale Mehrheit sogar noch gefährlicher und tödlicher wird. In die Enge gedrängte, tödlich verwundete Tiere werden nicht friedlicher, sondern wütender und aggressiver. Aber dass die westliche Weltherrschaft nach vier- oder fünfhundert Jahren an ihr Ende gekommen ist, dass die globale Dominanz des inzwischen US-geführten Imperiums nicht mehr (bzw. nur um den Preis eines Weltkriegs) aufrecht gehalten werden kann – diese Einsicht ist bei den Leuten angekommen. 

Jedenfalls bei denen, die sich die Mühe machen, sich eigenständig ihre Informationsquellen zu suchen, was heute für jeden möglich ist. Die Bequemlichkeit, sich nur aus Staats- und Konzernmedien zu „informieren“, sich also von der bizarren Propaganda das Kollektiven Westens aufs Glatteis führen zu lassen, ist eine Haltung, die absichtlich darauf verzichtet, Dingen auf den Grund zu gehen und sie zu verstehen. Die Ausrede „Das konnten wir ja nicht ahnen“ wird diesmal nicht mehr gelten. 

Westmarxistischer Kindergarten vs kommunistische Analyse

Im deutschen westmarxistischen Internet barmen trotzkistische Witzfiguren wie Fabian Lehr im Einklang mit der imperialistischen Propaganda über die armen Iraner rum, die von bösen Mullahtyrannen ihrers Menschenrechtes auf Unterordung unter die westliche Weltordnung beraubt werden, weshalb man sich über die Ermordung des Obermullahs gerne auch mal ein bißchen freuen darf, weil jetzt die „Arbeiter*innen des Iran“ endlich Revolution (natürlich gendergerecht und LBGTQ-konform) machen können.

Manchmal bezeichnen sich diese von Karl Marx als „Bürgersozialisten“ verspotteten Traumtänzer sogar als Kommunisten.

Wenn das Schmunzeln über solche Wolkenkuckucksheim-Linken etwas abgeklungen ist, kann man sich zur Abwechslung mal eine richtige Kommunistin anhören. Nämlich die famose, brillante und überaus gescheite Joti Brar, Co-Vorsitzende der CPGB-ML.

Hier erläutert sie im Gespräch mit Garland Nixon einige der historischen Hintergründe des Iran-Konfliktes, der Aufteilung der arabischen Halbinsel durch den britischen Imperialismus und die Rolle des schiitischen Islams als „Befreiungstheologie“ Westasiens, analog zur katholischen Befreiungstheologie in Lateinamerika.

Take a listen:

Danke für nichts, Imperialismus

600 € Nachzahlung an den Erdgas Versorger für das vergangene Jahr.

Ein Blick in die Vertragshistorie zeigt mir, dass ich 2018 mit 45 € monatlichem Abschlag begonnen habe. 2019 ging das auf 60 € Monatsabschlag. Der neue Abschlag, der mir jetzt angekündigt wird, beläuft sich auf 187 €.

Danke, Imperialismus, danke für eure Scheißkriege, mit denen ihr das Leben normaler Leute so schwierig macht, dass man nicht weiß, wie man über die Runden kommen soll, ohne auf elementare Annehmlichkeiten des Lebens zu verzichten.

Danke für nichts, Scheiss Epsteinklasse.

Küchentratsch

Meine 2 Cent zum kollektiven Irrsinn in einer gewalttätigen, kriegslüsternen Welt.

Einer Welt, in der (jedenfalls im Kollektiven Westen) die Epstein-Bourgeoisie die Regeln bestimmt, ändert, abschafft, und nach ihrem Macht- und Profitinteresse schaltet und waltet, wie es den privaten Kapitalbesitzern beliebt.

Traurig, aber wahr.

Youth is wasted on the young

Es gibt so viel zu wissen, dass es nicht möglich scheint, alles wissen zu können – so unendlich ist der Bereich dessen, was gewusst werden kann (oder theoretisch gewusst werden könnte).

Trotzdem denkt man, wenn man jung ist, dass man alles weiß.

Wenn man älter wird, merkt man, dass man immer weniger weiß.

Schließlich kommt man zu der Einsicht, dass man gar nichts weiß (ich rede hier von den elementaren, unbeantwortbaren Fragen der Existenz, nicht von wissbaren Fakten von Quantenphysik bis politischer Ökonomie).

„Youth is wasted on the young
they don’t know what to do with it
until the song is sung“

Der Eifelphilosoph interpretiert die Welt nur, es kömmt aber darauf an, sie zu verändern

Der Eifelphilosoph ist ein recht gescheiter und belesener älterer Herr, der anscheinend in der Eifel lebt und gelegentlich seinen Senf zur allgemeinen Weltlage und speziell den deutschen Verhältnissen auf Facebook veröffentlicht.

Seine Beiträge sind in der Regel sehr lesenswert, nachdenklich und klug. Stets aber bleiben seine Beobachtung Erklärungen und Analysen stecken in dem Idealismus des bürgerlichen Subjekts, dass daran verzweifelt, wie die ökonomische und politische Realitäten des Kapitalstandortes seine hehren Vorstellungen von Freiheit und Demokratie ständig blamieren.

Und diesen Umstand erlaube ich mir gelegentlich zu kritisieren:

Ein „Like“ für die insgesamt treffsichere Bestandsaufnahme – die allerdings gegen Ende konterkariert wird durch die leider typischen Staatsidealismen liberaler Demokraten:

„Hier bestimmt nur einer, wieviel ich arbeite: und das bin ich. Das regele ich vertraglich mit dem Arbeitgeber, als freier Bürger in einem freien Land.“

Das ist ideologisches Wunschdenken. Diese idealen Verhältnisse erträumen sich bürgerliche Gemüter, deren Ideal einer gerechten, demokratischen freien Marktwirtschaft ständig an der Wirklichkeit der realen kapitalistischen Verhältnisse blamiert wird:

Wer wieviel arbeitet bestimmt in einer modernen Konkurrenz- und Klassengesellschaft mitnichten der einzelne Lohnabhängige, sondern der Zwang zum Geldverdienenmüssen. Und der fällt an einem kriegsbereiten Kapitalstandort wie der BRD, dessen ökonomische Prosperität durch die Erfordernisse dieser von den Herrschenden verordneten Kriegstüchtigkeit immer härter zulasten der Lohnabhängigen aus, da die sinkende Kapitalverwertungsrate nunmal ihre Verarmung zugunsten der Aufrüstung und dercKriegsvorbereitung erfordert.

Darum ist es auch falsch, den Machthabern Unfähigkeit, Versagen, Schlafmützigkeit gegenüber  Welt-Trends, Planungsinkompetenz usw vorzuwerfen. Die Standortverwalter planen im Gegenteil sehr präzise und aus ihrer Sicht stringent strategisch für den nunmehr dritten Anlauf des deutschen Imperialismus zu der Wucht und Größe, die ihm im Verständnis der wesentlichen Teile der herrschenden Klasse zukommt und zusteht. 

Man kann kritisieren, dass der in die geopolitische und welthistorische Ecke gedrängte Imperialismus –  zumal der chronisch zu kurz gekommene deutsche, dessen Ambitionen weit über seine Möglichkeiten hinausgehen – in seiner lethalen Krise Züge eines Tech-Feudalismus annimmt, dass er immer bürgerfeindlicher und autoritärer wird, dass seine Zielsetzungen und Absichten für die lohnarbeitende Bevölkerung äußerst unverträglich sind. 

Aber man hat damit immer noch nicht verstanden, was der politökonomische Gehalt dieser Zustände ist. Von welcher Seite man die Sache auch betrachtet, wenn man ehrlich ist, landet man immer bei dem, was politisches Handeln in der Klassengesellschaft antreibt: bei der Eigentums- und damit der MACHTfrage. 

Dass Deutschland nicht auf einmal von lauter unfähigen Politdeppen beherrscht wird, die zwar wollen aber nicht können, könnte man schon dem Umstand entnehmen, dass es offensichtlich keine Rolle spielt, welchem „politischen Lager“ die regierenden Kriegstreiber angehören. Die mal wieder alternativlose Notwendigkeit des Aufrüstungs-, Kriegs-, Verarmungs- und Deindustrialisierungskurses wird ja bekanntlich von allen Parteien geteilt, und auch die selbsternannte „Alternative“ eilt zur Zeit mit Siebenmeilenstiefeln in Richtung „Verantwortung für Deutschland“, also Machtbeteiligung und damit Kompatibilität mit der Agenda der Eliten, die den politischen Kurs des deutschen Imperialismus bestimmen. Und das sind nach Lage der Dinge immer noch die üblichen Verdächtigen, also die Besitzer der Produktionsmittel, die finanzkapitalistischen Eliten, die Netzwerke der Superreichen, der Konzerne und der „Investoren“, kurz: die Epsteinklasse, unsere Bourgeoisie.

Wollen wir die loswerden, jedenfalls ihre politische Macht brechen und ihr die Möglichkeit nehmen, unser aller Leben zu bestimmen und zu kontrollieren und uns demnächst für ihren Krieg gegen Russland zu verheizen? Oder wollen wir sie nur untertänig (also durch Wahlen) darum ersuchen, doch bitte nicht so „unfähig“ zu sein und unseren Idealen einer gerechten bürgerlichen Ordnung zu entsprechen, auf die sie, wenn’s hart auf hart kam, immer schon geschissen haben und eher einen Faschismus installieren, als unsere Interessen zu berücksichtigen? 

Geschichten die das Leben schrieb: Alle tanzen munter in den Faschismus hinein, alle wollen auf Kreuzfahrt

Als Fernsehfeind komme ich nur selten in die Verlegenheit, die serielle Verdummung der Bevölkerung durch Propaganda, Ablenkung, Betäubung und Konsumaufforderungen mitzubekommen, aus denen das Zeug besteht, das aus den Flachbildaltaren in deutschen Wohnzimmern quillt. Wenn ich jedoch gelegentlich eine Lampe anschalten, einen Vorhang oder ein Fenster öffnen bzw. schließen will, kann es vorkommen, dass ich mich in die von meiner Liebsten dominierte Fernsehzone begebe. Dann kann es passieren, dass ich im Vorübergehen die stummen Bewegtbilder mitbekomme, die auf dem Fernsehschirm zu sehen sind. Stumm, weil die Gattin aus Rücksicht auf mich Kopfhörer benutzt, wenn sie sich der rituellen Berieselung durch staatlich gelenkte und Konzernmedien hingibt.

Heute ist wieder so ein Moment. Im ZDF läuft gerade irgendein Werbeblock zwischen zwei vorabendlichen Unfugssendungen. Aus dem Augenwinkel kriege ich zehn oder fünfzehn Sekunden mit. Es handelt sich offensichtlich um Werbung für einen Kreuzfahrtangebot namens „Bella Vita“.

Gezeigt wird ein hochhausgroßes Kreuzfahrtschiff, das in einer idyllischen Küstenlandschaft – vermutlich Mittelmeer – unterwegs ist und in den Sonnenauf- oder untergang hinein fährt. Romantische Berge, spiegelglattes Meer, bestes Wetter, die ganze Idylle eines sorgenfreien Lebens wird in einem einzigen Kameraschwenk eingefangen.

Nun kommt das Oberdeck ins Bild, wo einige Leute an großzügig verteilten Tischen sitzen. Die Kamera zoomt näher heran und zeigt uns ein junges Paar, wie die anderen abgebildeten Passagiere in ihren frühen Dreißigern, luftig und elegant in abgestimmt dezente Farbtöne gekleidet, angenehm anzuschauen und unglaublich guter Dinge.

Es handelt sich um ein oder zwei Handvoll Personen, die auf diesem Oberdeck, in der milden Luft eines sommerlichen Morgens oder frühen Abends, bei einer Tasse Kaffee oder Wein das gepflegte Nichtstun genießen. Man wundert sich, wieso auf so einem riesigen Schiff, auf so einer großen Fläche nur zehn oder zwölf Leute zu sehen sind. Die gesamte Szenerie erinnert eher an das Deck einer Luxusyacht, die ihre vermögenden Passagiere zwischen zwei Galas von A nach B bringt, als an ein Angebot für die Massen.

Die Protagonisten selber sind durchweg gut aussehend, mit dem Erscheinungsbild der seltsamen werbetypischen Mischung aus Durchschnittlichkeit und Attraktivität. Auch der Kellner, der hinzukommt, um den Passagieren zu servieren, ist aus der selben Altersgruppe, ein gut aussehender Bursche, der sich anscheinend unbändig freut, dass er diesen tollen Job ergattert hat und nun seinesgleichen zuvorkommend und mit eleganter Leichtigkeit zu Diensten sein darf.

Alle scheinen diese Kreuzfahrt, diese Szenerie und diesen Moment aufs Äußerste zu genießen. Man merkt das daran, dass sie alle von einem offenbar kaum aushaltbaren tiefen Glück erfüllt sind: sie strahlen unablässig um die Wette, werfen den Kopf zurück, die Frauen schütteln das gut gepflegte, wallende Haupthaar, jeder zeigt bei fröhlichem Lachen die perfekten Zähne, und durch die Bank sind alle dermaßen gut drauf, dass man sich als Zuschauer im Grunde gezwungen fühlt, sofort bei diesem Anbieter anzurufen und eine ähnliche Kreuzfahrt zu buchen. 

Ob die werbepsychologischen Feldstudien der Marktforscher und Marketingexperten diesem Unternehmen nahelegten, dass genau solche Bilder und Aufnahmen das Unterbewußte, die Sehnsüchte, die Wünsche der Zielgruppen ansprechen und bedienen? Alles, was ich in den wenigen Sekunden, die ich von dem Werbeclip mitbekommen habe, sehen konnte, war extrem professionell gemacht, alles entsprach den Glanzbildern aus Urlaubsprospekten, alles hatte den überall propagierten und absolut verlogenen Zuckerguß jener dümmlichen Oberflächlichkeit, die Geld für Glück und Dauergrinsen für Freude hält.

Es mag sein, das das, was in mir Brechreiz auslöst, bei anderen Leuten den Kaufimpuls bewirkt, den sich die werbetreibenden Unternehmen davon versprechen. Schließlich lautet eines der ältesten Paradigmen der Werbebranche: Wenn du ein Produkt oder eine Dienstleistung verkaufen willst, bewerbe nicht das Produkt oder die Dienstleistung, sondern appelliere an das Unterbewusstsein, sprich die Wünsche und Träume der Leute an.

Funktioniert das noch in einer Zeit des Niedergangs, des knapperen Geldes, des immer ungemütlicheren Lebens in der Vorkriegszeit? Vielleicht da erst recht. 

Die flüchtige Betrachtung solcher Werbefilmchen (und der genauere Blick auf das westliche Imperium in seinem hoffentlich finalen Stadium) versetzt mich in einen Zustand verwunderter Hoffnungslosigkeit. Nein, es vertieft diesen Zustand nur, der ja wie ein Hintergrundrauschen dieser Ära ist. Alle tanzen munter in den Faschismus hinein, alle wollen wenigstens ein Zipfelchen vom guten Leben mitkriegen, alle fordern ihr gutes Recht ein, sich umfassend verdummen und verarschen zu lassen. 

Die Zeit der Monster

Die Trump Administration wendet gegenüber Kuba das Gaza-Szenario an: komplette Blockade, inklusive Lebensmittel, Medikamente, Treibstoffe. Die Bevölkerung soll so massiv verelendet und für ihren Widerstand gegen die Epsteinklasse bestraft werden, dass das gesamte normale Leben im Zielgebiet der imperialistischen Aggression kollabiert und Millionen Menschen zum Kampf ums nackte Überleben gezwungen werden.

Den Schritt zum offenen Völkermord durch Bombardierungen und Krieg haben die Amerikaner nicht nicht getan, aber beim Aushungern der Bevölkerung sind sie dem israelischen Vorbild zum Verwechseln ähnlich.

Dass all das zu hundertprozentig völkerrechtswidrig ist, spielt keinerlei Rolle mehr. Sowohl USA wie Israel scheren sich weder um internationales Recht noch um humanitäre Mindeststandards. Sie spotten darüber und bezeichnen UN und Menschenrechtsaktivisten und -gremien als naive Utopisten, die in ihrer Schwäche und Nutzlosigkeit dem Recht des Stärkeren nichts entgegensetzen können.

Dies ist die Zeit der Monster.

Substack-Post von Trita Parsi

Screenshot

Ein wunderbarer Morgen in der besten aller Welten

Alles wie immer auf der wertewestlichen Titanic. Das Bordorchester spielt das beliebte Potpourri „Hurra, uns geht‘s so gut, solange wir in den Urlaub fahren und uns Flachbildschirme leisten können!“, während jeder versucht, sich am Buffet möglichst viel in die (Backen-)Taschen zu stopfen, bevor die anderen es tun, „denn so ist der Mensch nun mal!“.

Völkermord in Gaza? Unterstützung der Nazi-Terroristen in der Ukraine? Kriegsvorbereitung gegen Russland? Schrankenlose Ausplünderung und Erpressung aller, die sich nicht wehren können, ob Staaten der globalen Mehrheit oder die lohnarbeitende Klasse in den imperialistischen Kernländern? Alles egal, solange man die eigene Schnauze in den Futtertrog des Imperiums stecken kann und dort noch ein paar Krümel findet. Und solange man sich den Lippenstift der Entertainment-Industrie aufs eigene kleine Gierschnäuzchen malen kann.

Ich bin froh dass ich so alt bin und das Elend nur noch als Beobachter verfolgen muss. Dass ich wegen Armutsrente arbeiten muss bis ich in die Kiste steige, ist verkraftbar im Vergleich zu dem, was auf die jüngeren Generationen zukommt. Es sei denn, sie wehren sich gegen die imperialistische Gesamtverarsche, der sie rund um die Uhr unterzogen werden. Aber danach sieht’s nicht us.

Wie man sieht, bin ich heute Morgen wieder bestens gestimmt.

Fünf Minuten Gruselfahrt in der ARD-Geisterbahn

Ich hab eben 5 Minuten in die Verblödungssendung „Caren Miosga“ hineingeschaut und sah meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

Die anwesenden Imperialismuszäpfchen und akademischen Machtnutten aus Politik, Medien, Hochschulbetrieb und Think-Tanks waren sich alle einig, dass „Europa“, also „wir“, im Kern aber das nationale WIR des deutschen Imperialismus, zur Erlangung „unserer“ Souveränität die Atombombe brauchen.

Erstaunlich daran war, dass der diesbezüglich noch vergleichsweise Zurückhaltendste der gruseligen Runde der CDU-Politiker Laschet war – die übrigen Gesprächsteilnehmer hätten wohl am liebsten sofort Deutschland umfassend nuklear bewaffnet.

Nicht dass hier nicht schon massenweise Nuklearwaffen rumliegen, nämlich diejenigen der transatlantischen Vormacht (der neuerdings ja nicht mehr so recht über den Weg zu trauen ist), aber es geht den Standortnationalisten natürlich explizit um nukleare Bewaffnung unter DEUTSCHER Kontrolle.

Den unappetitlichsten Eindruck hinterließ – neben dem bei all diesen Figuren vorhandenem Einverständnis bzw. der vollständigen Identifikation als Staatsbürger mit der Regierungsagenda von Aufrüstung, Kriegsplanung und militaristisch-reaktionärem Staatsumbau – die aufdringlich dumme Moderatorin, die mit schulmädchenhafter Intelligenzsimulation und Bedenkenträgerei nicht in Frage zu stellende Katechismen idiotischen Untertanentums aufsagte, wie in dem lapidar dahergesabbelten Nebensatz „Nun gibt es ja die russische Bedrohnung…“

Sie sagte das im Ton einer so unverrückbaren wie selbstverständlichen Feststellung eines Sachverhaltes, dessen Realität jeder kennt und teilt, so wie man beim Blick aufs Thermometer bei Minusgraden feststellt, dass es kalt ist.

Denn davon sind sie alle überzeugt, davon gehen sie alle aus – jedenfalls in der Öffentlichkeit, auch wenn man bei Doofmariechen wie Miosga unterstellen muss, dass sie diese Lüge tatsächlich glaubt.

All diese Talkshows und „Diskussion“ vortäuschenden Runden gegenseitiger Bestätigung und verständnisvoller gemeinsamer Erwägung, wie man die regierungsamtliche Kriegsvorbereitung gegen Russland nun am besten umgesetzt kriegt – all das ist auf der Lüge von der russischen Bedrohung aufgebaut.

Ich möchte gerne diese Welt (und den dystopischen Albtraum einer Republik, die solche „Diskussionsrunden“ als meinungsbildende Propaganda fürs Massenpublikum inszeniert) verlassen. Ich weiß nur nicht, wohin.