Wer den Krieg will ist nicht die Bevölkerung

Ich stelle fest, dass bis auf die Berliner Politiker und die eingebetteten Medien niemand, keine Sau, wirklich ausnahmslos NIEMAND, die Kriegshysterie teilt.

Keiner will kriegstüchtig sein, keiner will Krieg mit Russland. Jeder – fast jeder, einige wohlbestallte Großverdiener vielleicht nicht so – sieht und spürt, dass die Deindustrialiserung, die brutalen Preiserhöhungen v.a. für Energie, aber auch für nahezu alle Lebenshaltungskosten, dass die marode Infrastruktur und das weitgehend dysfunktionale Gesundheitswesen Deutschland jetzt schon zu einem ungemütlichen Ort machen.

Es scheint – soweit mein subjektiver Eindruck aus a) der Mehrheit der Kommentare in den Sozialen Medien, die ich konsultiere (Facebook, X, YouTube, Substack, Boosty…) und b) im beruflichen und privaten Umfeld – dass die offiziellen Verkünder der neuen deutschen Kriegstüchtigkeit, also Regierung und „Leitmedien“, ziemlich alleine dastehen in ihrem Bemühen, den wenig kriegsbereiten Bürgern die Einsicht in den anstehenden Krieg gegen Russland zu vermitteln.

Die Leute haben – wiederum meinem subjektiven Eindruck nach – ein ganz gutes Gespür dafür, dass all diese unerquicklichen Umstände etwas mit der Kriegspropaganda zu tun haben. Auch wenn sie nicht darauf kommen, dass Kriegsvorbereitung und Sozialabbau zwei Seiten einer Münze sind, ist vielen klar, dass sie mit dem Säbelgerassel und der russophoben Feindbildpflege vor allem abgelenkt werden sollen von den stetig sich verschlechternden Lebensbedingungen in Deutschland.

Lebe ich in einer abgeschotteten Bubble oder trifft der Eindruck zu, dass die Kriegspropaganda im Wesentlichen eine Übung von Regierung und Medien ist, die die ALLERMEISTEN Leute einfach nicht glauben?

Das würde mir Hoffnung geben. Hoffnung, dass wir sie aufhalten können, bevor sie ihre feuchten Träume vom erneuten Krieg gegen Russland wahrmachen können.

Die vier Meere

Die Nordsee ist ein wildes Wasser. 
Ihre Fluten sind viel nasser 
als die der Ostsee beispielsweise: 
die ist dagegen lahm und leise.

Und erst die Südsee! Faul und stumm
plätschert sie in den Tropen rum.
All diese Meere kennt man bestens. 
Doch was ist mit der See des Westen?

Die Westsee wird gern totgeschwiegen
und das kann nur an einem liegen:
Im Gegensatz zu and‘ren Meeren 
Liegt sie im vagen Ungefähren.

Dort wo, weit hinterm Horizont
(und auch davor) das Rätsel wohnt,
das letzte Wort, der Grund des Seins,
wo aufgehoben „deins“ und „meins“,
wo schaurig-tief der Abgrund gähnt
und ewig-still die Leere stiert –
drum wird die Westsee ignoriert,
verleugnet, nirgendwo erwähnt.

Jetzt wisst ihr es. Doch wisst ihr NICHTS!
Das ist der Zweck dieses Gedichts.

Zwei Seiten einer Münze

‪Diese Politik versammelt allerdings 75% der deutschen Wähler hinter sich. ‬

‪Der Punkt dabei ist, dass denen einleuchtet, dass erstens die Reste des Sozialstaats geschleift werden müssen und zweitens Krieg gegen Russland ansteht, wobei das erste aus dem zweiten folgt. ‬

‪Eine Mehrheit der deutschen Wähler ist tatsächlich genügend propagandisiert, um das dazugehörige Feindbild zu akzeptieren, oder zumindest nicht zu opponieren.‬

‪Und ganz grundsätzlich leuchtet ALLEN, also nahezu 100% der Bürger, fälschlicherweise ein, dass der Staatserfolg auch ihr Erfolg ist und dass die Garantie für einen erfolgreichen kapitalistischen Staat nun mal die wuchtige Kapitalvermehrung am Standort ist – die nötigen Opfer dafür zu bringen, sind sie anscheinend bereit.‬

Fragen und Antworten

„Was macht Friedrich Merz besser als Angela Merkel?
Was macht die CDU-Regierung besser als die Ampel?
Was ist seit Merz’ Amtsantritt tatsächlich besser geworden?“

Das fragt sich und die Leserschaft ein X-User. Da hab ich eine Antwort drauf:

Die Frage ist, FÜR WEN er Dinge besser oder schlechter macht.

So allgemein formuliert sind Fragen wie deine oben gestellten nutzlos, weil sie von einem falschen „Wir“ ausgehen. Die politische Herrschaft einer Konkurrenzgesellschaft BEAUFSICHTIGT die freie Konkurrenz und hat zu gewährleisten, dass die GARANTEN des kapitalistischen Erfolges der Nation, also die Unternehmerschaft, optimale Standortbedingungen vorfinden. Das geht schon unter „normalen“ kapitalistischen Bedingungen regelmäßig einher mit der tendenziellen SCHÄDIGUNG der Interessen der Lohnarbeiter, die sich zwar für den Kapitalstandort nützlich machen sollen, aber eben die Unternehmen auch nicht geschäftsschädigend viel kosten dürfen – erst recht in Zeiten von Krise und Krieg.

BESSER:

Aus Sicht seiner finanzkapitalistischen Kumpane und der globalistischen Eliten ist Merz und seine Regierung ein Glücksgriff, mit dem die Reste des BRD-Sozialstaates auftragsgemäß geschreddert und mittels einer gigantischen Privatisierung so viele Bereiche der Volkswirtschaft wie möglich der privaten und institutionellen Bereicherung geöffnet werden.

Vor allem der militärisch-industrielle Komplex, der primär von der Verschuldungsorgie der Merz-Regierung profitiert, dürfte ebenfalls die Dinge zum Besten gewendet sehen.

SCHLECHTER siehts dagegen aus für die lohnabhängige Bevölkerung, die systemüblich für Aufrüstung, Krieg und Gewinnoptimierung der besitzenden Klasse geradezustehen hat.

Die spürt schon jetzt täglich, was es bedeutet, wenn die Herrschaft Krieg auf die Tagesordnung gesetzt hat: Verarmung, Zensur, generell eine zunehmende Verschärfung der Umstände, in denen die zurechtkommen müssen, die außer ihrer Arbeitskraft nichts besitzen, mit dem sie in der Konkurrenz der freien Eigentümer im Kampf uns finanzielle (demnächst dann ums tatsächliche) Überleben bestehen können.

Schöne Neue Berufswelt

Ich lese immer öfter, als Jobbeschreibung bzw. berufliche Tätigkeit von Leuten, „Content Creator“, manchmal auch „Digital Content Creator“ (das noch dümmere „Influencer“ dagegen ist keine Selbstdefinition, sondern ein medial geprägter Begriff, der anscheinend für Leute benutzt wird, die mittels aufdringlicher Zurschaustellung ihrer Konsumpräferenzen viel Geld auf Social Media Plattformen verdienen oder dies versuchen).

Was für ein bescheuerter Beruf ist das eigentlich, „Content Creator“? Da kann man sich doch auch gleich als „Producer of Used Air“ oder „Anyway-it-doesn’t-matter-anymore Creator“ bezeichnen…

Ich stelle mir da immer Late-Twens und Mittdreißiger vor, die in ihren Jugendzimmern oder im Hobbykeller von Mamas und Papas Haus sitzen und deren Selbstwichtigkeit in keinerm Verhältnis zu ihrer Relevanz (egal wie viel „Follower“ sie haben mögen) steht.

Erinnert mich jedenfalls an den Fachbegriff “Waste disposal facility management specialist“ für „Klofrau“.