Das was es meint. Hauptsächlich am Beispiel der medialen Replikatoren imperialistischer Ideologie festgemacht. Die ganz bürgerliche Medienmischpoke kriegt ihr Fett weg.
Ich so: “Dass man am 8. Mai hierzulande überhaupt arbeiten muss, statt zu feiern, ist schon mal scheisse…“
Kollegen so (ahnungslos glotzend): „Hä?“
Ich: „Leute! TAG DER BEFREIUNG VOM FASCHISMUS! Schon mal davon gehört, dass an diesem Tag die faschistische Wehrmacht und der ganze Nazi-Spuk endgültig besiegt war?“
Kollegen unisono: „Achso, murmel, murmel, jaja, schon gut“ (Gedankenblasen: „Jetzt fängt der schon wieder mit seinen linksradikalen Agitation an, seufz“).
Ich: „Ihr seid echt die Ahnungslosen. In der DDR war das ein Feiertag, und selbst heutzutage wird es – zum Beispiel auf meiner vorigen Arbeitsstelle in Weimar – als besonderer historischer Tag gewürdigt…“
Junger Kollege, gerontopsychiatrische Fachkraft und nicht dumm: „Ja, aber das war doch nur wegen der Russen und der DDR da ein Feiertag. Für die Deutschen war das doch eine Niederlage.“
Mein Kommentar zu einem grundbescheuerten Text auf der liberal-freiheitlich-anständigen anti-rassistischen Facebookseite „Hooligans gegen Satzbau“:
Hilfloser Versuch, dem berechtigten Unmut der Leute (nicht nur im Annektionsgebiet) über die Herrichtung ihres Landes zum BRD-Protektorat mit Dauerniedriglöhnen mit den abgestandenen neoliberalen Floskeln von der „Demokratie“ als einzigem Hort von Selbstverantwortung und Lebenschancen zu kommen, in dem es leider „keine Sicherheit“ und „keine Garantie“ geben könne und – dümmer geht immer – „keinen der für euch denkt und für euch lenkt“.
Als ob nicht jeder großdeutsche Lohnabhängige ganz genau diejenigen kennenzulernen gezwungen ist, die für ihn denken und lenken: die heißen nämlich „Vorgesetzte“, „Chef“, „Firmenleitung“ usw.
Und wird der Lohnabhängige im Reich der Freiheit von der Freiheit befreit, sich für einen Dienstherrn nützlich zu machen, erfährt er erst recht, wer da ziemlich umfassend für ihn denkt und lenkt: nämlich das Jobcenter, das Sozialamt und andere Einrichtungen der staatlichen Armutsbetreuung.
Texte wie dieser läppische Moralappell lesen sich wie Pfeifen im Walde von Blinden, die sich verlaufen haben und jedes „Huhu“ eines Käuzchens fürchten; vor lauter Unverständnis und Desorientiertheit sagen sie sich und anderen ihren marktwirtschaftlichen Katechismus von „Freiheit! Selbstverantwortung! Jeder seines Glückes Schmied!“ auf.
NICHT tauglich ist der Text als Hinweis an die Verarschten und Enteigneten im Osten, dass die Unterstützung einer protofaschistischen völkischen Partei wie der AfD ein Fehler ist, wenn sie ihre Interessen gegen diejenigen durchsetzen wollen, die ihnen Land und (Volks-)Eigentum geraubt und sie in die BRD-Kapitalverwertung eingegliedert haben.
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Der Text von „Hooligans gegen Satzbau::
Wer heute im Osten die AfD wählt, hat die vor 30 Jahren errungene Freiheit nicht verstanden. Damals wolltet ihr im Osten dasselbe haben, was es im Westen gab. Ihr wolltet all die tollen Produkte, ihr wolltet reisen. Dass der Preis dafür die Sicherheit ist, kam euch damals nicht in den Sinn. Die Sicherheit, dass es zwar nicht viel, das aber wenigstens zuverlässig gibt. Unter der Woche arbeiten, am Wochenende Würstel grillen. Die perfekte Kleinbürgerlichkeit.
Auf einmal hattet ihr die große Freiheit, mit allem was dazugehört. Aber so habt ihr euch das doch nicht vorgestellt. Eure kleine Wochenend-Grillwurst-Welt ist plötzlich in Gefahr, weil mit der großen Freiheit eben nichts mehr selbstverständlich war. Vielmehr müsst ihr euch nun auf dem Spielfeld der Demokratie bewegen, die so viel mehr zu bieten hat, als euch lieb ist. Sie macht euch nun Angst und ihr versteht das alles nicht. Ihr versteht die Draufsicht auf dieses Land nicht, auf Europa und die Welt. Genauso wenig, wie ihr sie damals verstanden habt. Ihr wolltet einfach nur mehr haben. Nichts anderes wollt ihr jetzt. Mehr für euch, und das mit Sicherheit. All das, was euch angeblich zusteht. Doch so läuft es in einer Demokratie nunmal nicht. Es gibt keine Garantien und keine Sicherheit.
Keinen, der für euch handelt und entscheidet. Keinen, der für euch denkt und euch lenkt, aber genau das scheint es ja zu sein, was ihr wollt. Und weil ihr das nicht zugeben könnt, bezeichnet ihr die Freiheit als Diktatur, eure Unfähigkeit als Unterdrückung, eure Unwissenheit als Indoktrination. Dabei liegt es nur an euch! Eure Neid-getriebene Weltsicht ist es, die euch beschränkt. Nicht der Fremde, der hier „nicht hingehört“ und nicht der Andere, der „mehr hat als ich“. Der Neid – damals wie heute – ist es, der euch verdirbt. Zum großen Leidwesen der Nicht-AfD-Wähler, die es im Osten sehr wohl auch gibt. Liebe Nicht-AfD-Wähler, gebt noch nicht auf. Redet, überzeugt, diskutiert, seid lauter als das Bier und die Würstel.
Dass das in Thüringen als Schlagzeile erscheint, ist kein Zufall. Der Thüringer als solcher lebt und stirbt für die Bratwurst, die er auf dem Rost zubereitet (nicht, wie der kulturlose Wessi, auf dem “Grill”).
Wenn da jetzt – wie das seriöse Faktenmagazin BILD-Zeitung berichtet – der Chines (ohnehin schlitzäugig per Natur und schwer kommunismusverdächtig) kommt und ihm, also dem Thüringer, die Bratwürste und Brätel wegkauft, ist Alarmstufe Rot im grünen Hobbitland zwischen Suhl und Nordhausen.
Immerhin unterhält das bizarre Bundesland in der Mitte Deutschlands das einzige Bratwurstmuseum der Welt (https://www.bratwurstmuseum.de).
Als Heranwachsender in einer aus der Arbeiterklasse in die bürgerliche obere Mittelschicht aufgestiegenen Familie konnte ich weder mit den Werten meiner Eltern etwas anfangen noch meinen Platz in der Gesellschaft sehen und finden, in der sie und alle anderen sich scheinbar so zuhause fühlten.
Ich durchlief die Schule, bestand mit sowenig Aufwand wie möglich das Abitur und begann – mangels anderer Ideen und unter Ausnutzung einer gewissen künstlerischen Begabung – ein Grafik-Studium, das ich ganze drei Semester durchhielt. Von da an reihte sich ein Gelegenheitsjob an den nächsten, darunter auch hochkarätige bzw. besser bezahlte, als ich einige Jahre für Versicherungskonzerne (u.a. in Portugal) tätig war. Im Grunde war aber mein ganzes Leben, und darin insbesondere die Gelderwerbstätigkeiten, nur die Kulisse meiner Selbstfindungsversuche. Es spielte keine Rolle, womit ich Geld verdiente, solange ich in meinem selbstgewählten Lebensumfeld, das der Alternativentwurf zur Monotonie der bürgerlichen Tristesse sein sollte, bleiben und meine Suche nach der Wahrheit des Ganzen fortsetzen konnte.
Für die kapitalistische Version der Normalität hegte ich schon immer tiefste Verachtung, aber auch die sozialistische Variante war mir wegen ihrer Spießigkeit und Beengtheit ein Graus, auch wenn ich für ihre sozialen Errungenschaften Respekt hatte. Ein Staat allerdings, in dem es keinen Raum für gute Musik, gute Drogen und die Erforschung des menschlichen Geistes gab, erschien mir nicht wünschenswert. Das galt zwar auch für die BRD, aber im sozialistischen Staatswesen im Osten vermutete ich noch weniger Verständnis für mein dringlichstes Anliegen: die radikale individuelle Freiheit zur Sinnsuche in alle Richtungen.
Als in den 1970er-Jahren im BRD-Kapitalismus sozialisierter Jugendlicher konnte ich also gar nicht anders, als in den 1980ern beim Guru in Indien bzw. In Oregon, USA, zu landen.
Die Suche schien erfüllt, der Sinn sich in realer Gestalt vor mir zu manifestieren und ich blieb diesem mystischen Ort – in Oregon, in Poona, in Wahrheit aber in mir selbst – bis in die 2000er-Jahre treu. In all der Zeit spielte die berufliche Tätigkeit eine völlig untergeordnete Rolle, nämlich die des Gelderwerbs für den höheren Zweck: der Reise nach Innen und zur Erfüllung meiner menschlichen Bestimmung, der Erleuchtung und des ewigen Glücks.
Es war mir im Grunde egal, womit ich Geld verdiente, Hauptsache es reichte irgendwie, um meinem eigentlichen Streben nachzugehen. Im selben Maße, wie der Job irrelevant war (von “Beruf” konnte und wollte ich nicht einmal sprechen; normale bürgerliche Erwerbsbiographien mit ihrem erbarmungswürdigen Stolz auf irgendwelche Ausbildungen und Karrieren erschienen mir lächerlich und unwesentlich im Vergleich zu den hohen und hehren Anliegen, denen ich mich verschrieben hatte!), war mir auch das Gefüge der äußeren Welt egal, die soziale Struktur der Klassengesellschaft, die Einteilung in Herrschende und Beherrschte, in arm und reich usw.
Mein Fokus war nahezu ausschließlich bei der INNEREN Wirklichkeit, alles Äußere reduzierte sich in meiner Wahrnehmung auf eine kontinuierliche Fata Morgana illusionärer Erscheinungen, die ernst zu nehmen nur weltliche Narren fertig brachten.
Das änderte sich erst mit dem Quereinstieg in ein Berufsfeld, das – wie sich herausstellte – sowohl meiner „sozialen Ader“ wie meinen künstlerischen Neigungen Raum zur Entfaltung bot: der sozialen Betreuung alter und dementiell veränderter Menschen. Zum ersten Mal spürte ich in ganz normaler (Lohn-)Arbeit einen Sinn. Erst durch diese konkrete Arbeit mit und für Menschen, die auf Hilfe durch Dritte angewiesen sind, öffnet sich für mich der Zugang zu der Realität der wirklichen sozialen – und damit menschlichen – Sphäre der bestehenden Gesellschaft. Damit natürlich auch der unmittelbare Einblick in diejenigen Bereiche der gesellschaftlichen Reproduktion, die sich dem unerbittlichen Gesetz der Verwertbarkeit weitgehend entziehen und vom bürgerlichen Staat als Kostgänger der Kapitalakkumulation durchgefüttert werden müssen.
Mit der Einbindung in ein Berufsfeld, das mir entspricht, in dem ich mich wohl fühle, und in dem ich die paar Fähigkeiten und Begabungen, die mir in die Wiege gelegt wurden – plus die, die ich mir angeeignet habe – nutzbringend für andere einsetzen kann, hat sich mein Blick auf das Verhältnis Individuum/Gesellschaft, Einzelner/Kollektiv gewandelt. Nicht in dem Sinne, das jetzt die Gesellschaft, das Kollektiv „wichtiger“ als der Einzelne geworden wäre, sondern dass endlich eine Balance eingetreten ist, eine Balance jedenfalls in meiner inneren Wahrnehmung.
Beide gehören zueinander. Sie sind komplementär, sie bedingen sich gegenseitig. Mir wurde die Täuschung klar, die darin liegt, die gesellschaftliche Wirklichkeit auszublenden zugunsten einer inneren Erforschung – die für ein menschliches Wesen wichtig und erforderlich ist, die aber nicht die Einbettung des Individuums in den sozialen Verbund ignorieren darf (was sie in meinem Fall mit Gewissheit tat). Auch das reflexionslose Mitmachen im sozialen Räderwerk einer gegebenen Gesellschaftsordnung gehört übrigens zu dieser einseitigen Ignoranz; das Individuum muss die Gesellschaft radikal in Frage stellen und die Gesellschaft muss dem Individuum insoweit Schranken setzen, als niemand sich auf Kosten anderer bereichern und, ja, „selbst verwirklichen“ kann.
Um mich herum lauter weltkluge Menschen. Sie eilen zu ihren wichtigen Gelderwerbstätigkeiten, sie sprechen wichtige Sachen in ihre Telefone, dass der und der soundsoviel Geld hätte/bekäme/zu zahlen hätte, dass man in dieses oder jenes JETZT! investieren solle…
Sie sind alle so klug und wissen genau Bescheid, wie man sich – und alle anderen Waren dieser Welt – verkaufen muss, wenn man es zu etwas bringen will.
Sie richten ihren Ehrgeiz darauf, im Getriebe der Konkurrenzgesellschaft gut geschmiert zu sein und gut zu schmieren. Weltklugheit eben!
Fehlt mir leider völlig; ich werde aus dieser Welt nicht schlau. Und je länger ich mir das alles anschaue, umso dümmer komme ich mir – oder die Welt mir – vor.
Wenn man sich mit DDR-Gegnern auf Diskussionen einlässt, muss man damit rechnen, dass man es mit GLÄUBIGEN zu tun bekommt.
Das Abwägen, die sachliche Betrachtung, das Vergleichen von Errungenschaften und Fehlern – all das ist nichts für Leute, die sich entschieden haben, dass es sich bei dem 1949 begonnen (und 1989 durch die Konterrevolution beendeten) antifaschistischen Sozialismusversuch auf dem Gebiet der DDR nur um eine fiese und im Grunde völlig unerklärliche Unterdrückungsunternehmung handelte, bei der grundlos ein herzensgutes Volk an seinem unternehmerischen Drang, seinem gesunden Reichtumserwerb und überhaupt seinem menschennatürlichen Freiheitsdurst gehindert wurde.
Das Erstaunliche ist für mich, dass vergleichbare Ungerechtigkeiten, Mangelerscheinungen, Fehler dem einen System (Sozialismus) als Nachweis seiner grundsätzlichen Untauglichkeit und Widernatürlichkeit ausgelegt werden, während sie bei dem anderen System (Kapitalismus) immer nur als Kollateralschäden einer unschlagbar guten und effizienten Ordnung verstanden werden.
Ein kürzlicher Thread hat mir all das mal wieder vor Augen geführt und mich zum Versuch einer Illustration dieses Phänomens inspiriert:
Es fällt jedenfalls schwer, dem mentalen Jucken NICHT nachzugeben und flapsig oder unhöflich zu werden, wenn man mit Antikommunisten diskutiert (wobei „diskutieren“ eigentlich unzutreffend ist, den ein Diskurs setzt zwei sich und die historischen Tatsachen respektierende Gesprächspartner voraus).
Die Verneinung von Faktizität, die fast immer zutiefst subjektiv-emotionale Bekenntnishaftigkeit der Ideologen der „Freiheit“ (womit immer die bürgerliche Eigentumsordnung, vulgo Kapitalismus, gemeint ist) , verleitet zu verbalem facepalming, oft auch Sarkasmus (der gerne als Zynismus missverstanden wird).
Ich selber stelle fest, dass ich die DDR umso entschlossener verteidige, je mehr ich diese emotional-hysterische anti-faktische Gläubigkeit bei meinem Gegenüber spüre. Dass ich selber zu DDR-Zeiten unter Garantie mit der Staatsmacht aneinandergeraten wäre, steht auf einem anderen Blatt – Kritik am deutschen Sozialismusversuch gab es schon vor der Konterrevolution und das war auch nötig, bei aller grundsätzlichen Solidarität mit dem Sozialismus als gesellschaftliche Reproduktionsform.
Was mir die Fußnägel aufrollt, ist die explizite Weigerung speziell von Antikommunisten und DDR-Dissern, sich mit historischen Fakten und klassengesellschaftlichen Machtfragen zu befassen; stattdessen höchst individuell, subjektiv (und durch und durch den ideologischen Narrativ der Herrschenden Klasse wiederkäuend), einen Staat, eine Eigentumsordnung, ein Gesellschaftssystem auf ein paar negative Erscheinungen zu reduzieren und auf dieser fiktiven Basis ein eschatologisches Verdammungsurteil zu fällen.
Was dies so absurd macht, ist vor allem der offenkundige Logikbruch, der Widerspruch zu der ebenso grundsätzlich-gläubigen ZUSTIMMUNG zum Imperialismus in seiner demokratisch-kapitalistischen Form: dieser nämlich kann Fehler haben und begehen soviel er will, er kann buchstäblich in Blut waten und Leichenberge auftürmen, er kann Millionen und Abermillionen von Bewohnern dieses Planeten mit Not, Elend, Krieg und Terror überziehen – niemals würde das einen Antikommunisten zum Infragestellen der kapitalistischen Ordnung veranlassen.
Das Konzept von „Bedürftigkeit“, das die Leistungseliten kolportieren, zeigt gerade deren eigene Bedürftigkeit: indem sie die Verlierer ihrer Gesellschaftsordnung, die Erniedrigten und Beleidigten, die vom Kapitalerfolg abhängig gemachten Normalos, als „bedürftig“ einsortieren, sobald diese für den Kapitalverwertungsprozess nicht mehr gebraucht werden und der staatlichen Armutsverwaltung unterstellt werden, zeigen die Herren der Welt nur, wie abhängig von und bedürftig nach der Dienstbarkeit der Nicht-Besitzenden sie sind.
Leider ist den Nicht-Besitzenden das in keiner Weise klar; ihr Sinnen und Trachten richtet sich ausschließlich aufs Zurechtkommen in den von ihrer Obrigkeit eingerichteten Verhältnissen; ihr Streben ist nicht die Beseitigung dieser Ordnung, sondern deren Ausnutzung für den eigenen Erfolg – dass das in der Regel und mehrheitlich per definitionem zum Scheitern verurteilt ist, beirrt demokratische Untertanen in keiner Weise, da sie gelernt haben, jeden Misserfolg als eigenes Versagen zu definieren.
Politiker aus Staaten, die “der Westen” (sprich: USA, EU und NATO) gerade auf seiner Feindschafts- und Abschussliste hat, handeln immer aus Machthunger, Bösartigkeit und Unterdrückungsgelüsten, oft auch aus schierer Gier nach persönlicher Bereicherung. Ihre Entscheidungen bezüglich des Staatswohls und bezüglich der Stellung ihres Landes in der Staatenwelt sind grundsätzlich von ihren schweren psychologischen Defekten bestimmt, niemals von der Rationalität und der dem Staatswohl verpflichteten Vernunft, die unsere westlichen Staatsmänner und -frauen auszeichnet.
Darum sind politische Führer aus Ländern, die sich nicht in die westliche Ordnung einfügen, auch nicht Staatschefs, Präsidenten, Ministerpräsidenten usw., sondern “Machthaber”, “Herrscher”, “Autokraten” und “Diktatoren”. Ihre Regierung ist ein “Regime”, eine “Diktatur”, ihr Land ein “Unrechtsstaat”.
Rücken sie auf der westlichen Abschussliste weiter nach oben, wird auch schon mal der direkt auf ihren psychopathologischen Zustand deutende Zusatz “irre” oder “blutrünstig” vorangestellt. Ganz bedenklich wird es für den so kategorisierten Staatsführer und sein Gemeinwesen, wenn die Schlagzeilen-Tatbestände “Schiesst auf sein eigenes Volk” oder “Lässt sein eigenes Volk hungern” hinzukommen.
Dann ist in der Regel über kurz oder lang die Bekehrung des betroffenen Volkes zur “Demokratie” und für den Staatsführer ein Platz im Gefängnis oder auf dem Friedhof fällig .
Anmerkung: Ist der entsprechende Politiker allerdings ein “Freund” des Westens und fügt sich in die NATO-Weltordnung ein, ganz besonders, wenn er ein guter und zahlungskräftiger Abnehmer westlicher Rüstungsgüter ist, kann er so blutrünstig und irre sein wie er will, sein Volk kann hungern oder bombardiert werden – er bleibt ein (vielleicht “schwieriger”, aber:) Partner der “Internationalen Staatengemeinschaft”, wie die Selbstbezeichnung von USA/EU/NATO lautet.
Die führenden Politiker des Westens dagegen sind allesamt wohlmeinende ehrliche Arbeiter am Gemeinwohl, die sich schweren Herzens auch in die Niederungen der politischen Machtspiele begeben müssen, um uns allen ein sicheres Leben zu ermöglichen.
Für diese hervorragenden Vertreter abendländischer Gesamt-Vernunft gilt auch bei unübersehbaren Psychomacken die Unterstellung, dass diese unter Umständen das Regieren etwas schwer machen mögen – niemals aber die “Demokratie”, die diese Politiker regieren, irgendwie zur Diskussion stellen könnten. Denn die ist schließlich der Weisheit letzter Schluss, der Endpunkt menschlicher Geschichte und unantastbare Welt- und Gesellschaftsordnung wenn nicht von Gottes, dann aber von Ratios Gnaden.
Es gibt nichts danach.
Was immer sich menschheitshistorisch noch tun wird, wird immer nur den im Prinzip erreichten paradiesischen Endzustand der Geschichte optimieren und von seinen bedauerlicherweise hier und da noch auftretenden Unzulänglichkeiten reinigen.
Die kapitalistischen Verhältnisse an den Idealen blamieren, die man sich von genau denselben Verhältnissen macht: die Glanzleistung des bürgerlichen Verstandes, um es in diesen Verhältnissen auszuhalten.
(Aus einem Facebook-Thread auf der FB-Seite des Auswärtigen Amtes)
Selten wurde die erratische, unseriöse und völkerrechtlich zumindest extrem fragwürdige Außenpolitik der BRD so kenntlich wie bei der Anerkennung des Statthalters der US-Konzerninteressen als „Interimspräsident“ Venezuelas.
Natürlich ist es eine Beleidigung der Intelligenz des kritischen Bürgers, dass die Berliner Machthaber sich anmaßen, im Namen „Deutschlands“ hier ohne Not (aber mit ganz viel berechnendem Mitmachenwollen beim imperialistischen Weltaufteilen) ein Land zu destabilisieren, einer Invasion und einem Bürgerkrieg Vorschub zu leisten und das Ganze mit wohlklingenden, aber hohlen Phrasen von „demokratischen Wahlen“, „verfassungsmäßiger Ordnung“ usw. zu rechtfertigen.
Soweit eigentlich nichts Neues; spätestens seit dem aktiv von der BRD beförderten Putsch in der Ukraine, mit der das Land endgültig in den Einflussbereich und unter Kontrolle der EU gebracht werden sollte, sind entsprechende Machenschaften des AA ja virulent.
Was im konkreten Fall Venezuelas so offenbar wird, ist das Ausmaß an Zynismus und Verlogenheit, mit dem die offiziellen Repräsentanten Deutschlands mit zweierlei (dieses Wortspiel sei gestattet) Maas messen: dieselben Maßstäbe wie für Venezuela an Partnerstaaten und Verbündete der BRD angelegt müsste ja mindestens zur Folge haben, dass z.B. für absolutistische Folter-Diktaturen wie Saudi-Arabien sofort ein Gegenkönig anerkennt wird, der „freie und faire Wahlen ein(zu)leiten“ hätte. Auch im Fall der Ukraine, deren korruptes oligarchisches Regime die eigene Bevölkerung bekriegt und frieren lässt, müssten die wackeren Menschenrechtler im AA – nähme man ihre Sorgen um Venezuelas Menschenrechtssituation ernst – auf sofortigen Regime Change bestehen.
Tun sie natürlich nicht, und jeder weiß, dass die Einmischung westlicher Mächte unter dem Titel „Demokratie und Menschenrechte“ ein Euphemismus ist für „Wir brauchen vor Ort eine Regierung, die unseren Interessen entspricht und den Reichtum eures Landes unseren Konzernen zur Ausbeutung überlässt, statt davon der Bevölkerung Wohltaten zu spendieren“.
Dem AA wie der Regierung in Berlin gebührt in jedem Fall dank dafür, dass sie den reinen zynischen machtpolitischen Gehalt ihres Agierens (vom Versuch des Mitmischens in fremden Weltgegenden namens der EU bis hin zur berechnend servilen Unterordnung unter die Ansagen aus Washington) so deutlich wie selten gemacht hat.
Eine persönliche Frage, die ich mir in diesem Kontext oft stelle, ist die nach der Geisteshaltung und dem Gewissen der brav und wasserdicht formulierenden Lohnschreiber in solchen Behörden: ich bin davon überzeugt, dass auch studentische oder akademische Mitarbeiter einer Facebookredaktion im AA recht genau wissen, dass sie (um es klar zu sagen) hauptsächlich Propaganda verbreiten. Dass sie ein komfortables Gehalt dafür beziehen: geschenkt. Was mich fasziniert ist die mentale Verdrehung, der Selbstbetrug aus Rationalisierung, Selbstgerechtigkeit und einer aus dem Abglanz der Macht gespeister Chuzpe, mit der diese Auftragsschreiber die Stimme ihres Herrn wiedergeben.
Oder, um es mit John Lennon zu formulieren: „How do you sleep at night?“