Theaterprobe und Uraufführung: kommunistisches Lob des Absurden


Dichtet, musiziert und malt!
Auch wenn keiner euch bezahlt!
Tanzt und sprecht und deklamiert
was auf der Seele euch pressiert!
Selbst wenn die Kunst ganz brotlos ist –
Alles andre ist doch Mist!

Macht in der Welt der Konkurrenz
euch lieber einen faulen Lenz
mit Zeit und Raum für das Absurde.
Ich sage euch: Nur damit wurde
und wird in euch die Einsicht reifen
durch die wir diese Welt begreifen:

Nämlich als die Theaterprobe
fürs Primitive und fürs Grobe,
in der die Menschen ausprobieren –
nicht sehr verschieden von den Tieren –
ein Dasein, das erbärmlich ist,
wo einer stets den andern frisst.

Die Uraufführung kommt erst dann
wenn jede Frau und jeder Mann
die Muße hat und freie Zeit
für künstlerischen Zeitvertreib.
Wenn selbst die Arbeit, die man braucht,
von jener Art ist, die nicht schlaucht.

Der Kampf um Obdach, Lohn und Brot 
bringt manchen Reichtum, andren Not. 
Die „andren“ sind die große Masse. 
Doch bilden sie vereint die Klasse,
die diese Mühsal stoppen kann
und Freiheit bringt dem Arbeitsmann.

Das ist absurd! rufst du mit Runzelstirn.
Ich hätt’ vom Leben keinen Dunst!
Genau! Lass das Absurde dir in‘s Hirn
und widme dich erst mal der Kunst!

Ode an den Kanzler, verfasst in der Hölle*

Das Brett vorm Kopf aus dickem Holz:
So kennt man Bundeskanzler Scholz!

Auf seine Volksverachtung stolz:
CumEx-Mitverschwörer Scholz!

Wer speit gen Russland Gift und Galle?
Scholz, die rückgratlose Qualle!

Wer lässt sich mit devotem Nicken
Von Biden gern von hinten …umarmen?

Der deutsche DEINDUSTRIALISIERER:
Olaf Scholz, der Rohrkrepierer.

* „Gefallene Engel aus der Hölle“: Scholz beschimpft Demonstranten
Bei einer Wahlkampfveranstaltung in München wurde Olaf Scholz von anwesenden Demonstranten ausgebuht – darauf reagierte der Bundeskanzler mit sonderbaren Beschimpfungen, sprach von „gefallene[n] Engel[n], die aus der Hölle kommen“.

Zwei Oden an das Fischbrötchen

Ode an das Fischbrötchen I

Es steht in seinem Bötchen
der wack‘re Fischersmann.
Er fängt für unsre Brötchen
so viel er fangen kann:

Hering, Dorsch, Makrele,
Alles was Flossen hat.
Rein ist seine Seele,
er macht die Menschen satt.

Er verhilft der Sprotte
Und manchen andrem Fisch
zum Date mit ihrem Gotte
(und uns zum Mittagstisch).

Des Herings Zweck und Schicksal tat
der Herr einst so verkünden:
„Du seist, als Matjes mit Salat,
im Fischbrötchen zu finden!“

Und damit dies passieren kann
schuf Er sogleich den Fischersmann.

Dieser sorgt von früh bis spät
für unsere Ernährung.
Und wenn’s mit ihm zu Ende geht
erfährt er höchste Ehrung.

Wird ihm zum Grab das kühle Naß
ist die Belohnung süß:
Auf gradem Weg betritt er das
Fischbrötchenparadies.

+++++++++++++++++++++++++++++

Ode an das Fischbrötchen II

Der Fisch hat keine Pfötchen
Drum landet er im Brötchen

Russe böse, Russe schlecht, Russe übel, WIR gerecht!

Zwischen den Fussballspielen gibt es „heute“ Nachrichten. Zum Glück hab ich in weiser Voraussicht dessen, was da auf mich zukommt, den Ton abgestellt und schaue nur ab und zu auf die News-Filmchen, die die Nachrichten begleiten.

Auch so wird klar: das sind keine Nachrichten, das ist der verfilmte „Völkische Beobachter“; eine geballte Ladung Propaganda für das NATO-Imperium, dessen Tage gezählt sind und das anscheinend deswegen seine Informationskriegsführung nocheinmal potenziert und ins komplett Aberwitzige steigert.

Ohne auf einzelne Meldungen dieses irren Kaleidoskops von wertewestlicher Hetze einzugehen, habe ich mal den essentiellen Content des heutigen Nachrichtenüberblicks poetisch zusammengefasst. Vielleicht sollte ich der „heute“-Redaktion anbieten, einfach allabendlich diese Verse vorzutragen.

Das würde haargenau dieselbe Botschaft kürzer und prägnanter übermitteln:

Rätselhafte Fauna

Man forschte jüngst am Meisenherz
und fand: es ist aus Eisenerz.

Erstaunlich auch die Hundeleber:
Hundert Prozent Sekundenkleber!

Beim Frosch besteh‘n die beiden Lymphen
(er hat nur zwei) aus Seidenstrümpfen.

Ganz anders das Gedärm vom Adler:
Alsterwasser, Spezi, Radler.

Und beim Wiedehopf die Milz
besteht fast nur aus Korn und Pils.

(wird fortgesetzt)

Klagelied der imperialistischen Politiker und Medien über China

Der Chines‘, zumal sein Staat,
ist ein schlimmer Autokrat;
Geld und Macht, modernste Waffen
sich erfolgreich anzuschaffen

Hat er leider hingekriegt
uns sogar im All besiegt
All dies aber bloß und nur
weil: BÖSE DIKTATUR!

Bei ihm herrscht nämlich das verkehrte
System, denn ohne unsre WERTE
die seit zweihundertfünfzig Jahren
Garanten unseres Wohlstands waren

– Also Sklaverei und Kriege
Kolonialismus, Bomben, Lüge,
Erpressung, Putsche und Sanktionen
und das Blut von zig Millionen –

ist vor allem eines klar:
Der Chines‘ ist die GEFAHR!
Man will uns dort nicht länger dienen
als lukrative Arbeitsbienen.

Volksrepubliks-Kriterium
ist nicht unser Imperium
sondern ein angenehmes Leben
für seine Leute (das sind viele!).

DAS können wir ihm nicht vergeben
und suchen schon mal Erstschlagsziele
um diesem frechen Asiaten
so richtig einen reinzubraten.