Nach dem CHINESEN, der bekanntlich nicht nur die Corona-Pest über die Welt brachte (dass das Virus aus einem US-Biowaffenlabor entwichen sein soll, wie der chinesische Außenministerium jetzt nahelegt, ist natürlich eine typisch kommunistische Verschwörungstheorie) zeigt sich nun auch der IRANER von seiner ganzen antiwestlichen wertefeindlichen Seit.
Er hat nämlich das Coronavirus erstens nicht unter Kontrolle , zweitens tut er nichts und obendrein gibt er drittens noch dem Ausland die Schuld! Das liegt natürlich daran, dass der Iraner keine Regierung, sondern ein REGIME hat.
Während z.B. die italienische Regierung den Coronavirus voll unter Kontrolle hat und die deutsche Regierung handelt dass es kracht, herrscht beim Perser – typisch Mullahs! – das nackte Chaos.
Fehlt nur noch der Russe. Bei dem wird das Virus erst recht endgültiger Beweis für die ganze unverbesserlich-bolschewistische Verschlagenheit dieses Menschenschlages sein. Zum Glück ist die freiheitsverteidigende Abwehrmaßnahme “Defender 2020” an der iwanesischen Westgrenze nur eingefroren, so daß wir bei Bedarf den Russen vom Corona- und vom Putinvirus gleich mit befreien können.
Feindwort bei Leuten, die sich für ideologiefrei halten. Keine Ideologie zu haben, unideologisch an die Sachen heranzugehen, ist ihre Ideologie. Ideologen sind nur die anderen – und die sind durch diesen Zustand bereits so abqualifiziert, dass man sich jede Erörterung der Inhalte ihrer Ideologie im Grunde ersparen kann.
Dass das Wort bloß „Ideenlehre“ bedeutet und einfach die Ausstattung mit Anschauungen, Werten usw. bezeichnet, die sich ein Verstand im Laufe seines Daseins unter dem Einfluß seiner Umwelt und seiner Erfahrungen so zurechtlegt, ist unseren ideologiefreien Ideologen zu einfach – für sie ist „Ideologe!“ ein Kampfbegriff, der den begrenzten geistigen Horizont des so Benannten kennzeichnen soll.
Die Ideologie, derzufolge Kapitalismus die natürliche Ordnung des Menschen und seiner Wolfsnatur sein soll und als solche auch noch gleich den alternativlosen Endzustand der menschlichen Geschichte darstellt, weist empört die Unterstellung zurück, Ideologie zu sein: gerade sie nimmt sich ja die Freiheit, die Welt unideologisch anzuschauen, ohne die Scheuklappen einer bestimmten Ideologie – und kommt so frei und vorurteilslos zu dem Schluss, dass nur die kapitalistische Ordnung der Welt dem freien, nicht von einer Ideologie eingezwängten Bürger gemäß ist.
So hat sich das bürgerliche Gemüt ganz ideologiefrei zu der Erkenntnis vorgearbeitet, dass es in dieser wunderbaren Welt der (Ideologie-)Freiheit bestens aufgehoben ist und singt, frei wie ein Vögelchen, das Lied der Freiheit noch, während die Käfigbesitzer schon im Kochbuch blättern.
Bei der Verteilung der häuslichen Aufräum- und Putztätigkeiten übernimmt die Frau freiwillig und aus Neigung den Löwenanteil der Aufgaben. Ich selber sehe von mir aus wenig nlaß, diesen Zustand zu ändern, da mir ohnehin (vermutlich biologisch bedingt) der Röntgenblick für einzelne Staubkörnchen und Wasserspritzer fehlt.
Gelegentlich jedoch bewegt diese im Grunde ideale Ordnung der häuslichen Dinge meine Herzenskönigin zu gewissen Anmerkungen, die im schlimmsten Falle sogar in An- bzw. Aufforderungen an mich gipfeln, meinen überschaubaren Anteil an der Hausarbeit aufzustocken.
Da mir Frieden und Harmonie im täglichen Leben heilig ist, gehe ich natürlich darauf ein und versuche, mit wohldosierten Wisch-, Putz- und Aufräumeinsätzen größeres Ungemach zu vermeiden.
Beim heutigen Betreten des Arbeitszimmers fallen mir Staubschichten und Vasenwasserflecken auf einer schwarzen Schrankoberfläche auf. DIE Gelegenheit für einen unaufwändigen, aber wirkungsvollen Reinigungseinsaz!, denke ich mir, räume die Oberfläche leer und putze sie vorschriftsmäßig mit einem feuchten Mikrofasertuch ab.
Nach dieser Großtat muss ich mich natürlich erstmal erholen und begebe mich in meinen Lieblingssessel, um ein bisschen zu zeichnen. Als ich den Tee-Nachschub aus der Küche holen gehe, sehe ich die Frau im Arbeitszimmer eben diese Oberfläche wischen, die ich gerade selber toppi-toppi in Ordnung gebracht habe.
„Da musst du nicht putzen, das hab ich vorhin schon gemacht!“ rufe ich ihr non-chalant und beiläufig zu, um den Eindruck zu erwecken, dass solche Tätigkeiten alltägliche Selbstverständlichkeiten für mich sind. Aber anstatt beschämt den Putzvorgang zu unterbrechen, belehrt mich die Gattin über putztechnische Versäumnisse meinerseits: „Ja, die Oberfläche vielleicht. Aber zum Putzen gehört auch, dass man das Zeug was draufsteht abwischt…“
Ich kontere: „Boah, ich putze hier nie wieder irgend was!“
Ganz klar ein Naturphänomen, genau wie “Arbeitslosigkeit”, “Altersarmut”, “Mietpreisexplosion” und andere leider so unvermeidliche wie naturgegebene Erscheinungen wie Regen, Schnee und Wind, die einzeln und wahllos an verschieden Stellen der Erdoberfläche auftreten.
Da all diese Phänomene aus dem Nichts auftauchen, jedesmal völlig überraschend sind und “der Mensch”, also “wir alle”, rein gar nichts dagegen tun kann, ist angesichts allfälliger Opfer jedesmal ganz viel Trauerbekundung und Kerzenhalten angesagt.
Mehr kann man nicht tun – das aber ganz ausgiebig und medial begleitet von einem Tsunami aus Sondersendungen, Betroffenheitsbekundungen und Aufrufen zum “Zusammenstehen!” und “Sich nicht spalten lassen!”.
Dass der 100-jährige Verschluss der NSU-Akten, die faschistischen Netzwerke in Polizei, Armee und Justiz, der staatsoffizielle Umgang mit Fremden (von den Nützlichkeitserwägungen für “die Wirtschaft” bis zur Asylgesetzgebung für Unerwünschte) etwas mit solch rätselhaften Geschehnissen wie oben beschrieben zu tun haben könnten – das würden nur unverbesserliche Verschwörungstheoretiker, oder schlimmer noch: Kommunisten, behaupten.
Schon auf der morgendlichen Runde mit dem Hund sehe ich verkleidete Menschen auf den Straßen: Gruppen von Frauen, die in Ganzkörper-Hühnerkostümen in Vorfreude auf den heute fälligen Altweiberfrohsinn das gemeinsame Gackern üben; Jungmännerhorden in einfallsloser Alibi-Kostümierung, fest entschlossen, sich bereits am Morgen die Kante zu geben und akustisch dominierend durch raues, neandertalerhaftes Gröhlen.
Dazwischen lauter Figuren mit irgendwelchen Insignien ernsthaftester Spaßbereitschaft wie blauen oder regenbogenfarbigen Perücken, Gesichtsbemalung usw. Selbst die rumänische Inhaberin des Friseursalons an der Ecke erscheint heute in Prinzengarden-Uniform und irgendeine Zigarettenmarke macht Werbung mit dem Satz “Mutig: an Fasching in Köln ‘Helau!’ rufen” – kurzum: es ist “Altweiber”, wie der Faschingsprofi abkürzt, und ich bin in Düsseldorf. Es gibt also kein Entkommen.
Oder doch? Immerhin ist die eigene Wohnung faschingsfreie Zone.
Ich habe mich jedoch getäuscht: zurück von der Hunderunde empfängt mich die Gattin mit der Aufforderung, Radio anzumachen und der Frage, ob ich Berliner mitgebracht hättte. Auf meinen fragenden Blick hin erläutert sie mir die Sachlage: “Heut’ ist Karneval! Da muss man WDR2 oder Annette Düsseldorf (damit ist – lustig, lustig – der private Idiotensender Antenne Düsseldorf gemeint) hōren, weil die die Karnevalsmusik und die Reportagen von Altweiber bringen! Und man muss Berliner essen und Sekt trinken!”
Sie ist eben Düsseldorferin durch und durch, und hat somit das Karnevals-Gen per rheinländischer Sozialisation implantiert bekommen. Zur Arbeit ist sie gleich garnicht gegangen bzw. macht einen Home-Office-Tag. Aber selbst wenn sie zur Arbeit ginge, würde dort nicht gearbeitet, sondern mit Sekt und Berlinern bis Mittag gefrühstückt und danach bis Feierabend weiter gesoffen.
Ich beuge mich der häuslichen Gewalt und füge mich in mein Schicksal, während der lokale Radau-Sender Hardcore-Frohsinnsmusik dudelt.
Nachdem die Frau ihre Morgentoilette beendet hat, höre ich zu meiner Erleichterung “So, jetzt kannst du das Radio abdrehen…” und freue mich schon, aber der zweite Teil des Satzes ernüchtert mich gleich wieder: “… jetzt wird der Fernseher angemacht!”
Ich bringe gerade noch ein entnervtes Stöhnen zustande und kriege zur Antwort: “Kennst du das nicht? Du weisst wohl nicht, was man an Karneval macht!”
Rheinland und Karneval: eine Mischung, der man in diesem Landstrich im Februar unmöglich entgehen kann. Auch in der „Tagesgruppe Demenz“ steht heute, zwei Tage vor Altweiber, eine „Bunte Runde zu Fasching“ auf dem Programm. Allerdings schere ich mich um das ausgedruckte Programm so gut wie nie und mache mit den Leuten das, was mir gerade einfällt und was zur Tagesstimmung meiner Schützlinge passt. Auch die dementiellen Eigenarten meiner Runde erlauben ein großzügiges Vernachlässigen konventioneller Gewohnheiten und jahreszeitlicher Fest- und Feiertage – wobei andrerseits berücksichtigt werden muss, dass gerade solche Fixpunkte wie Fasching, Ostern, Weihnachten etc. wichtig sind für den Erinnerungs- und Orientierungsrahmen dementer Menschen.
Obwohl ich persönlich der Ansicht bin, dass der sparsam faschingsmäßig dekorierte Tagesgruppen-Raum genug Tribut an die Jahreszeit ist, mache ich eine Konzession an die Fünfte Jahreszeit und lese ein seniorentaugliches Jeckengedicht vor. Darin geht es um einen Dicken und einen Dünnen namens Hans und Franz, die ihre Hosen vertauscht haben. Aus der Geschichte entspinnt sich ein Gespräch am hinteren Ende der Tafel, zwischen Frau K. Und Frau C.
Die beiden Sitznachbarinnen sind beide ausgesucht freundlich, waren vormals offenbar eher feine Damen und behandeln sich gegenseitig mit Zuvorkommenheit und Höflichkeit. Frau K.s Wortfindungsstörungen sind so massiv, dass sie bereits in der Mitte jedes Satzes, den sie sagen will, den Faden verliert und die Worte nur noch immer leiser und immer unverständlicher aus ihrem Mund heraus taumeln lässt. Zum Schluß sitzt sie dann meistens mit offenem Mund und erstauntem Blick da, so als ob sie einem entschwindenden Geist hinterherschaut.
Frau C. dagegen beherrscht die Kunst der Täuschung über ihre Demenz in scheinbarer Vollkommenheit. Sie hat sich ein paar Floskeln angewöhnt, mit denen sie souveräne Gesprächsteilnahme simuliert – bei einer ersten Begegnung mit ihr durchaus erfolgreich. „Selbstverständlich“, „Allerdings“, Ja, natürlich“ oder „Das will ich meinen!“ sind ihre Standardsätze, mit denen sie nahezu jedes Gespräch bestreitet (was nicht heisst, dass sie nicht in der Lage ist, in gegebenen Situation durchaus entschieden ihren Willen zu bekunden, z.B. wenn es ums Essen geht).
Die beiden Frauen haben scheinbar irgendein Detail des Jeckengedichtes mit ihrer persönlichen Geschichte in Bezug gebracht, und Frau K. erzählt ihrer Nachbarin, dass ihr Vater oder Vetter, der Soundso, ja auch bei der Bundesmandarine gewesen sei und dort… Woraufhin Frau K.s bis dahin schon sehr üppiger Redefluss abstirbt und die Zuhörer im Ungewissen lässt, welche Abenteuer der Verwandte auf hoher See alles bestanden haben könnte. Nicht so Frau C. Sie nickt verständnisvoll und sagt so etwas wie “Ja, klar, meiner auch. Da kann man ja auch nichts machen.“ Die unerschütterliche Normalität, mit der sie auf Frau K.s verkümmernde Satzbauversuche antwortet, gibt Frau K. Wiederum das Gefühl, als vollwertige Gesprächspartnerin wahrgenommen zu werden, was ihr sehr gut tut (sehr oft bringen Pflege- und Betreuungskräfte nicht die Geduld auf, die nötig ist, um Frau K.s zeitlupenartigem Sprechstil zuzuhören, geschweige denn, um daraus etwas Sinnenhaftes zu entnehmen).
Die paar Satzfetzen reichen mir jedenfalls, um sogleich mein Flipchart in Aktion zu bringen und die fantastische Steilvorlage der „Bundesmandarine“ aufzugreifen. Aus Hans und Franz aus dem Jeckengedicht wird Großadmiral Hans-Franz von Kanz, der als Sohn ostelbischer Landjunker früh die Miltärlaufbahn einschlug und, ganz wie sein Vater und Großvater, bereits in jungen Jahren in der Reichs-, und später Bundesmandarine diente. Der Aufgabenbereich der Bundesmandarine ist klar definiert: sie beschützt die Weltmeere vor Piraten, Haifischen und den anderen Mandarinen und Orangen, die im Auftrag fremder Staaten auf See rumschippern. Genau besonders hat es die heldenhafte Bundesmandarine auf die Portemonnaie-Piraten von Panama abgesehen, die zwar nur im Panamakanal ihr Unwesen treiben, dafür aber ganz besonders perfide und diebisch sind und so gut wie jeder alten Dame Panamas schon mal den Geldbeutel geklaut haben.
An dieser Stelle unterbricht mich Frau H., die bis dahin mit aufmerksamem Schweigen und gebanntem Blick zugehört hat, mit dem Ausruf: „Wirklich? Ist das wirklich passiert?“
Hier tut sich ein grundsätzliches Dilemma für mich auf: einerseits will ich die Leute nicht mit erflunkerten Geschichten belügen, bzw. ihnen diese als Wahrheit verkaufen. Andrerseits lese ich ihnen auch Märchen vor, die mindestens genauso fantastisch sind. Zudem fragt Frau H. Nicht, weil sie den Wahrheitsgehalt der Piratengeschichte anzweifelt, sondern weil sie wissen will, ob diese Piraten wirklich so diebisch sind wie beschrieben. Immerhin hat sie ohne Umschweife die Existenz einer Bundesmandarine akzeptiert. Im Interesse der Kontinuität meiner Geschichte antworte ich also „Ja klar! Aber mittlerweile sorgt ja die Bundesmandarine für Ruhe und Ordnung dort unten!“, und DAS ist das, was Frau H. und die anderen hören wollen und was der Sache die Bedrohlichkeit nimmt.
Wir wenden uns wieder Hans-Franz von Kanz zu, der leider ein bißchen unterbelichtet ist, was aber nichts macht, da er dank seines adligen Stammbaums schon immer für einflußreiche Posten vorgesehen war. Jedenfalls hat er ein paar Sprachstörungen, die ihn immer die Sätze falsch aussprechen lassen – das kennen meine Leute ja gut von sich selbst. Wenn von Kanz zum Beispiel einen markigen Satz vom Stapel lassen will, kommen ihm die Worte ganz falsch aus dem Munde, und alle lachen dann. Da lacht auch meine demente Runde, denn den Spruch vom deutschen Wesen kennen sie natürlich alle im Original.
Großadmiral von Kanz aber merkt gar nicht, dass sein Wortsalat ihm subversive Aussagen in den Mund legt (meine Schützlinge auch nicht). Schon ist der Vormittag wieder vorbei und in der Kajüte unserer Tagesgruppe bringt der Maat das Pökelfleisch.
Die sogenannte „Linke“ hat sich für den Platz an den Fleischtöpfen des bürgerlichen Parlamentarismus nach und nach aller Reste irgendeiner sozialistischen Programmatik entledigt und sich bis zur Kenntlichkeit entstellt zu einer weiteren bürgerlichen Partei, deren Anliegen die bessere Verwaltung des nationalen Kapitalstandortes ist.
Sie hat unter der Riexinger-Kipping-Mobbokratie konsequent jede Widerlichkeit des bürgerlichen-parlamentarischen Politbetriebes übernommen, imitiert oder im Schielen auf Machtbeteiligung berechnend mitgemacht: vom DDR-Bashing über Privatisierungen, von Russophobie bis zum Frieden mit der NATO/Gegnerschaft zur Friedensbewegung (Ausnahmen ausgenommen).
Der Preis dieser Anpassung ist nicht etwa die Aufnahme der PdL in den Zirkel der etablierten Sachwalter der Klasseninteressen der Bourgeoisie; sie gilt immer noch als „SED-Nachfolger“ und damit als Schmuddelkind der großdeutschen BRD-Demokratie.
Die Parteien, in deren selbstverständliche Rotation der staatlichen Administrationsämter die PdL so gerne aufgenommen werden würde, bleiben im Prinzip unter sich und honorieren die Selbstentblößung und Sozialdemokratisierung der „Linken“ bestenfalls berechnend und mit dem oberlehrerhaften Hinweis, für „Regierungsfähigkeit“ und „Verantwortungsübernahme“ in Deutschlands erfolgreichem Kapitalismus müssten sich die linken Schmuddelkinder noch viel mehr um die Entsorgung sämtlicher Reste irgendwie antikapitalistischer und anti-NATO-Positionen entsorgen.
Jetzt ist der thüringische Ministerpräsident Ramelow, ein durch und durch sozialdemokratischer Politprofi, durch eine demokratisch formell astreine parlamentarische Intrige abgewählt und durch den Chef einer 5%-Partei ersetzt worden ist, der sich von den im Thüringer Landtag vertretenen Faschisten (mit-)wählen läßt.
Ohne allzu große Sympathie mit diesem linken Vertreter des BRD-Besatzungsregimes auf dem Gebiet der DDR zu haben: der Mann ist reingelegt worden, er ist zum Opfer derselben Machenschaften, Intrigen und Mauscheleien geworden, die bürgerlichen Parlamentarismus ausmachen und die die PdL nach Kräften idealisiert, indem sie über die knallharten Gegensätze und Machtverhältnisse einer Klassengesellschaft die Illusion schürt und nährt, mit den richtigen, also „linken“, Teilhabern an der Verwaltung des Kapitalismus wäre irgendwie dessen Verbesserung drin.
Wer mit dem Teufel tanzt, muß sich nicht wundern, wenn er nach Schwefel riecht.
Das Kindermagazin „Bento“ der Hamburger NATO-Gazette „Spiegel“ ist alarmiert: auf Netflix läuft eine neue norwegische Serie an, die sich mit Umweltproblemen und Klimawandel beschäftigt und dabei anscheinend „Kapitalismuskritik“ übt.
Das ruft die Volkserzieher unseres demokratischen Meinungsführerfachblattes auf den Plan, denn wie Kapitalismuskritik zu gehen hat, weiß der „Spiegel“am besten:
„Ragnarök“ will gern eine Parabel auf aktuelle Klimaprobleme und deren Verursacher sein. Das wird aber leider mit Thors Vorschlaghammer vermittelt: Arm gegen Reich, Gut gegen Böse – es gibt keine Zwischentöne.“
Für die Zwischentöne weiß sich der „Spiegel“ im Bunde mit der Ikone der Klimabewegung, deren „Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass“-Harmlosigkeit in Bezug auf jeden echten Kampf gegen die Naturzerstörung durch den globalen Kapitalismus sie bekanntlich zur begehrten Dialogpartnerin der Big-Time-Naturzerstörer und ihrer politischen Handlanger gemacht hat:
„Kapitalismuskritik ist gut und wichtig, wird in “Ragnarök” aber leider auf eine so platte und naive Art praktiziert, dass es einen glatt aus den von Kinderhand produzierten Sneakern haut. Das ist nicht nur schade, sondern gefährlich. Die reale Greta Thunberg redet nicht nur mit den Eliten, sondern ist mahnendes Vorbild für ihre und andere Generationen, die gemeinsam durch ihr Konsum- und Wahlverhalten die Klimakatastrophe mitverantworten.“
Puh, das war knapp: fast wären jugendliche Netflix-Konsumenten jetzt einer FALSCHEN Kapitalismuskritik aufgesessen. „Bento“ bzw. „Spiegel“ erteilen einem gewissen Unbehagen über die Schlechtigkeit der Welt zwar ihren gönnerhaften Segen („… Kapitalismuskritik ist gut und wichtig“), stellen aber klar, dass solche Kritik auf keinen Fall zu verwechseln ist mit einer, die die kritisierten Schäden durch Entmachtung der Schädiger beendet.
Wirkliche Kritik in der Welt, die den „Spiegel“ und „Bento“ Journalisten ihr Gehalt bezahlt, wendet sich nämlich nicht an die Urheber der kritisierten Zustände (und wenn, dann nur als Bittsteller und um „mit den Eliten“ zu „reden“), sondern macht die Geschädigten verantwortlich: DIE sollen gefälligst ihr Konsumverhalten ändern, den Gürtel enger schnallen, die Richtigen wählen – denn dann können „Unternehmen … ihre klima- und umweltschädlich hergestellten Produkte und Dienstleistungen einfach einpacken“.
Unterm Strich stelle ich fest: wenn ein Status-Quo-Gehirnwäscheblatt wie der „Spiegel“ soviel Einwände gegen eine Netflix-Serie hat, muß ich mir die mal ansehen. Samstag Nachmittag bis zum Topspiel der Bundesliga gerettet!