Barack „I’m good at killing people” Obama

Das Relotius-Blatt aus Hamburg druckt Ausschnitte aus der Biografie von Barack „I’m good at killing people” Obama ab und belegt damit, dass die drohnenmörderische kriegsverliebte Lichtgestalt des demokratischen Imperialismus ein noch viel ĂŒblerer selbstgerechter Halunke ist, als man ohnehin schon annehmen musste:

Geschichten die das Leben schrieb: Freitag der 13. und der Handwerkergott

Beim morgendlichen Duschen fĂ€llt mir nach einer Weile auf, das ich noch mehr als sonst „das ganze Bad unter Wasser setze“, wie meine Liebste die paar Spritzer zu nennen beliebt, die bei einem Duschgang ihren Weg nach außerhalb der Wanne finden.

Alarmiert begutachte ich den Duschschlauch, von dem eine verdĂ€chtige Menge Wasser in einem dĂŒnnen Nebenstrahl bestimmungsfremd Ablage, Waschbecken und nĂ€here wie weitere Umgebung einnĂ€sst. Das Ding ist hin, das Duschen muß abrupt beendet werden und die Untersuchung im getrockneten Zustand ergibt eine eindeutige Diagnose: ein neuer Duschschlauch muß her. Auch das nötige Werkzeug – eine Rohrzange – fehlt und muß gekauft werden.

Da ich FrĂŒhschicht habe, die Gattin noch schlĂ€ft und ich unnötige Aufregung am Morgen lieber vermeide, hinterlasse ich eine Nachricht direkt ĂŒber der Mischbatterie der Badewanne:

„Dusche bitte nicht betĂ€tigen. Duschschlauch ist kaputt, ich besorge nachher im OBI Werkzeug und einen neuen Schlauch – Dein Handwerkergott“

Soweit, so gut, die Schicht geht störungsfrei vorĂŒber und auf dem RĂŒckweg stoppe ich beim Baumarkt meines Vertrauens und besorge die benötigten Sachen. Zuhause steht die aufgrund der sanitĂ€ren Notlage ungebadete Frau bereits erwartungsvoll neben der Wanne, wĂ€hrend ich mit professioneller Miene meine Mitbringsel ablege.

Sodann mache ich mich mit Zuversicht und Kompetenz an die knifflige Aufgabe, den völlig verkalkten Schlauchanschluss von der Mischbatterie zu lösen. Nach wenigen Minuten stellt sich das als ein Ding der Unmöglichkeit heraus – entweder habe ich das falsche Werkzeug oder das Teil ist irgendwie auf molekularer Ebene mit dem Metall der Batterie verschmolzen und mit normalen Mitteln nicht mehr loszukriegen.

Zum GlĂŒck hat die Frau eine Verabredung und muss die Wohnung verlassen. „Du machst das mit dem Duschschlauch noch fertig, oder?“ ruft sie mir ermutigend zu und ist verschwunden. Keine 3 Minuten spĂ€ter habe ich mit Hilfe roher Gewalt zwar den Plastikteil des Schlauches losbekommen, das Gewinde allerdings, das ihn am Anschluss der Mischbatterie befestigt, um keinen Millimeter bewegen können.

Fluchend erkenne ich die Grenzen meinen handwerklichen Kompetenz an und beschließe, den einzigen ECHTEN Handwerkergott anzurufen, den ich kenne: den polnischen Superhandwerker P., ein Allroundkönner, der von Trockenbau bis SanitĂ€rinstallation jede handwerkliche TĂ€tigkeit aus dem Eff-Eff beherrscht und jederzeit bereit ist, sich ein bißchen Schwarzgeld dazuzuverdienen.

Zu meinem GlĂŒck hat P. heute tatsĂ€chlich Zeit und verspricht, in ca. anderthalb Stunden zu erscheinen. Ich bin erleichtert und lege mich erstmal fĂŒr eine Runde Mittagsschlaf hin. Nach gefĂŒhlten 5 Minuten – in Wahrheit einer ganzen Stunde – werde ich geweckt durch die RĂŒckkehr der Frau. Ihr erster Gang fĂŒhrt sie ins Bad, um das Resultat meiner ReparaturtĂ€tigkeit in Augenschein zu nehmen.

Als sie feststellt, dass nichts passiert ist, schaut sie mich konsterniert an und fordert eine ErklĂ€rung. „Ich konnte das nicht loskriegen. Nicht mit dem Werkzeug, das ich habe. Völlig unmöglich – da bewegt sich nichts! Ich hab’s versucht, aber keine Chance
“ erlĂ€utere ich ihr den Sachstand.

„Du kannst ja wirklich GAR NICHTS!!“ bricht es aus ihr heraus, wohl angesichts der Vorstellung auf ein zukĂŒnftiges Leben ohne Dusche, in dem sie das Wasser zum Haare waschen einzeln in KĂ€nnchen aus der KĂŒche schleppen muss um es sich anschließend viertelliterweise hĂ€ndisch ĂŒber den Kopf zu gießen.

Die VerĂ€rgerung der Gattin wĂ€chst sekundenweise in eine Dimension höchster ExplosivitĂ€t und Hysterie. „Handwerkergott? Haha!! Und wie stellst du dir das jetzt vor? Willst du das jetzt so lassen oder wie?!?“

Von einer Frau, die keine Zange von einem Hammer unterscheiden kann, lĂ€ĂŸt sich ein universal kompetenter Mann wie ich natĂŒrlich nicht anbitchen. Ich bleibe also cool wie der Nordpol, mit dem Wissen im Hintergrund, dass Super-P. jeden Moment hier auftauchen wird, und antworte lĂ€ssig: „Naja, dann duschen wir eben mal eine Weile nicht. Wird schon gehen
“

Das hĂ€tte ich lieber nicht gesagt, denn nun sprengt die VerĂ€rgerung der Liebsten die Hysterieskala nach Xanthippe und wenn Worte Messer wĂ€ren, hĂ€tte ich jetzt ein zerfetztes Gesicht. Unter Beschimpfungen und FlĂŒchen zieht sie sich in die KĂŒche zum Rauchen zurĂŒck. Ich genieße meinen Informationsvorsprung in Bezug auf die baldige Lösung unseres Duschschlauchproblems noch ein bißchen – schon um zu beobachten, wohin ihr Zorn sie noch fĂŒhrt – und beichte dann, dass unser polnischer Handwerkergott bereits unterwegs ist.

Innerhalb von Sekundenbruchteilen ist die Luft raus aus all der Aufregung und alles ist wieder gut. Fast! Denn jetzt kriege ich noch hinter die Ohren geschrieben: „Du darfst mich nie so hinters Licht fĂŒhren! Das regt mich zu sehr auf!“ Eine Antwort in Richtung „Arbeite lieber mal an deinem Hysterieproblem bzw. ĂŒberprĂŒf mal deine PrioritĂ€ten im Hinblick auf die Wichtigkeit von Dingen“ liegt mir auf der Zunge, aber ich finde, ich habe fĂŒr heute genug Spaß gehabt und muß nicht noch Öl ins fast verloschene Feuer gießen.

Schon klingelt es und unser Superpole steht vor der TĂŒr. Im Handumdrehen hat er mit seinen uralten abgenutzten Rohrzangen (meine frisch gekaufte legt er mit freundlichem Grinsen beiseite und kommentiert „Musst du andere Zange kaufen! Diese hier glatt, brauchst du geriffelt!“) den Schlauch entfernt, alles wieder sachgerecht mit Dichtungen versehen und verschraubt und mir noch ein paar gute Tipps gegen Verkalkung (der Armaturen, nicht meines Gehirns) gegeben.

Als ich ihm Geld geben will, winkt er ab: „Nee, lass sein. Diesmal nicht. NĂ€chstes Mal gibst du wieder Geld, heute nicht!“ Nach ein paar Versuchen, ihn doch zur Annahme eines Geldscheines zu bewegen, gebe ich auf – weiß ich denn, ob der Pole an sich (Ă€hnlich wie der Italiener, besonders der kalabresische) nicht tödlich beleidigt ist durch mein Beharren, ihm Geld zuzustecken? Am Ende so, dass er nie wieder kommt??

So endet dieser Freitag der 13. versöhnlich und finanziell sehr glimpflich. Und ich habe jetzt eine 19,80 teure glatte Rohrzange von Lux-Tools, mit der ich bei jedem SanitÀrfachbetrieb Eindruck schinden kann.

US Election 2020 Harris/Biden first speech

Hab den Auftritt von Harris und Biden mitverfolgt, mit deren ersten Ansprachen als gewĂ€hlte FĂŒhrungsfiguren des US-Kapitalismus.

Nette Frau, freundlicher Àlterer Herr, professionll-emotionale, aber nicht zu kitschige Reden, in denen die aktuellen Eckpunkte des demokratischen Imperialismus (LiberalitÀt, Rassen- und Geschlechtergerechtigkeit, Klimaschutz und PandemiebekÀmpfung) abgearbeitet wurden.

WĂŒsste man nicht (wenn man’s wissen WILL), dass all die wohlklingenden Worte den bunten Zuckerguss darstellen ĂŒber der berechnenden Gewaltherrschaft des westlichen Imperiums bzw. seiner grĂ¶ĂŸten Kapitale, die den Planten bis auf ein paar Ausnahmen immer noch dominiert, wĂ€re man gerĂŒhrt ĂŒber soviel Goodwill, Weltverbesserungs- und MenschheitsbeglĂŒckungsabsichtserklĂ€rungen.

Weiß man aber, und als letzten Satz lĂ€ĂŸt Biden wieder die Redewendung fallen, die er sich scheinbar angewöhnt hat zur Demonstration seiner großmĂ€chtigen Identifikation mit dem militĂ€rischen Gewaltapparat der Supermacht (und der Entschlossenheit zu deren EINSATZ):

„.. and may God bless our troops“.

Wer da genauer hinhört und -sieht, kann sich nur gruseln.

Wenn Befehlshaber ihren Gott beschwören um ihre Kriegsmaschine zu segnen, ist‘s noch immer schlecht ausgegangen fĂŒr diejenigen, die mit Leib und Leben fĂŒr den Erfolg einzustehen haben, den das MilitĂ€r dem (trans-)nationalen Kapital erzwingen und sichern soll.

Geschichten aus dem Pflegeheim: der (bei AmtseinfĂŒhrung) Ă€lteste PrĂ€sident der USA ist interessant, aber nicht so interessant wie Schlagerraten

WĂ€hrend die facebook‘sche Schlaumeierei angesichts irgendwelcher Wahlen im Amiland PurzelbĂ€ume des Besserwissertums schlĂ€gt, muß die werktĂ€tige Bevölkerung, also ich, auch (wieder mal) am Wochenende lohnarbeiten gehen.

Mein Klientel im Pflegeheim interessiert bis auf wenige Ausnahmen nicht, wer beim Ami PrĂ€sident ist oder wird; die meisten haben keine Ahnung, wer wer ist – auch wenn sie den Amtsinhaber irgendwie schon mal im Fernsehen gesehen haben und irgendwie merkwĂŒrdig finden.

Gerade demente Menschen haben ein feines GespĂŒr dafĂŒr, wenn hinter der Fassade von Lug und Trug ein narzisstisch -psychopathisches Nichts steckt (Mr Trump) oder ein bis ins Knochenmark in die imperialistische Weltherrschaftsmafia der US-Oligarchie eingebetteter Berufspolitiker.

Beeindruckt hat sie allerdings das ALTER des Wahlgewinners. Dass ein 77-JÀhriger demnÀchst Chef in Amerika wird, finden alle beachtlich. Vermutlich stellen sie sich die eigene Person als PrÀsident(in) vor.

Nachdem also eine Pflegekraft die Neuigkeit von Bidens Wahlsieg rausgeblökt hatte, wenden wir uns wieder wirklich bedeutsamen Dingen zu, nÀmlich dem Liederraten und -singen.

Im ersten Bild musste ich die ersten zwei Worte des Titels hinschreiben, ehe jemand drauf kam.

Bild 2, eine Sequenz aus drei Bildchen, besteht rĂ€tselmĂ€ĂŸig nur aus der ersten Zeichnung, der Rest entwickelte sich als spontane Story. Obwohl das BilderrĂ€tsel eine vergleichsweise schwierige Abstraktionsanstrengung des Denkens erfordert, wurde der Titel erraten: „Man mĂŒsste Klavier spielen können“ von Johannes Heesters. Die Fortsetzung des Textes („
 dann hat man Erfolg bei den Frauen“) ergab die ĂŒbrigen Zeichnungen: der Klavierspieler hat zwar Erfolg bei den Frauen und kann auch nach dem Konzert eine abschleppen, aber zuhause wartet seine eigene Frau mit dem Nudelholz – womit er nicht gerechnet hatte, denn sie wollte eigentlich zur Schwiegermutter nach Grevenbroich fahren.

Die Songtitel, die die Bilder drei und vier darstellen sollen, wurden nach ein paar Minuten von meiner sangesfesten und textsicheren Runde erraten. Wer tut es ihnen gleich?

Geschichten aus dem Pflegeheim: Corona-Alarm!

Um die Mittagszeit taucht der Einrichtungsleiter unvermutet im Heim auf. Das alleine signalisiert schon, dass irgendein Notfall vorliegen muss, denn normalerweise ist er – wie die gesamte Leitung – wochenends zuhause.

Er bittet mich, in die Chatgruppe des Sozialen Dienstes die Info zu schreiben, dass ab sofort kein Mitarbeiter mehr seinen Wohnbereich zu verlassen hat, dass auch im Haus nach Möglichkeit nicht rumgelaufen wird und das vor allem der Wohnbereich 1 auf keinen Fall betreten wird. Letzterer steht nĂ€mlich mit Wirkung ab jetzt unter KomplettquarantĂ€ne – Grund natĂŒrlich: ein bestĂ€tigter COVID-19-Fall bei einem Bewohner.

Damit sind also die Zeiten vorbei, in denen wir hoffen konnten, dass der Corona-Kelch an unserer Einrichtung vorbeigehen wĂŒrde. FĂŒr die Bewohner des betroffenen Wohnbereiches bedeutet die VollquarantĂ€ne Zimmerarrest und Besuchsverbot. FĂŒr die Mitarbeiter wird der Job damit auch nicht einfacher. Eigentlich mĂŒssten jetzt alle – zumindest Bewohner und Mitarbeiter des betroffenen Wohnbereiches – getestet werden.

Die an COVID-19 erkrankte Person ist bereits vor 4 oder 5 Tagen getestet worden und hat sich seitdem im Wohnbereich und im Speisesaal unter die Leute gemischt und vermutlich das Virus munter weitergegeben.

Interessant nun die Reaktion des zustĂ€ndigen Gesundheitsamtes. Wie mir der Einrichtungsleiter erzĂ€hlt, will man dort sofort den gesamten Wohnbereich in QuarantĂ€ne schicken, inklusive der Mitarbeiter. Auf Nachfrage des Einrichtungsleiter, was mit 24 Bewohnern ohne Pflege und Betreuung passieren sollte, rudert das Gesundheitsamt zurĂŒck und akzeptiert die jetzige Lösung, bei der die Pflege- und BetreuungskrĂ€fte weiterhin, allerdings unter nochmals verschĂ€rften Schutzmaßnahmen, zur Arbeit zu kommen haben.

Was den dringend gebotenen Test fĂŒr Bewohner und Mitarbeiter betrifft, winkt das Amt gleich ab: man komme schon jetzt nicht nach mit den Tests und könne das derzeit einfach nicht leisten. Keine KapazitĂ€ten!

In der Sprachlosigkeit ob dieser Nachricht fĂ€llt mir die Volksrepublik China ein, die mal eben 9 Millionen Menschen – GRATIS!! – innerhalb von 5 Tagen testen kann. Das muss diese kommunistische Kommandowirtschaft sein, die „den Menschen“ so furchtbar in seinem Recht auf freies Unternehmertum und GescnĂ€ftemachen unterdrĂŒckt

Geschichten aus dem Pflegeheim: ReinigungskrĂ€fte brauchen keinen Kaffee! – Teil 2

Die Sache geht in die nÀchste Runde. Nach dem Einrichtungsleiter greife ich mir heute auch die PDL (Pflegedienstleiterin), eine osteuropÀische macht- und karrierebewusste Dame, die hausweit im Ruf einer strengen und ungnÀdigen Chefin steht.

Psychologisch geschickt komme ich ihr mit improvisiertem Lean Management und Marketing Blabla: “Frau G., manchmal wiegen die Vorteile von Sparmaßnahmen nicht den Imageschaden auf, den sie verursachen
”

Damit habe ich schon mal ihre Aufmerksamkeit. Dass ihre an die ReinigungskrÀfte gerichtete Kaffee-Regelung so weite Kreise zieht, ist ihr sichtlich unangenehm. Sie versucht sich zu rechtfertigen:

“Die sind aber nun mal von einer Fremdfirma! Da mĂŒsste die Fremdfirma fĂŒr den Kaffee sorgen. Vor allem aber bedienen die sich in ihren Pausen an den Kaffeeautomaten in der KĂŒche – wo sie eigentlich keinen Zutritt haben – und halten keinerlei Hygieneregeln ein.”

Damit hat sie tatsĂ€chlich einen gĂŒltigen Punkt, denn wie alle Mitarbeiter und Bewohner sind auch die ReinigungskrĂ€fte im Zuge der Corona-Schutzmaßnahmen auf die Wohnbereiche aufgeteilt worden und sollen nur in “ihren” Wohnbereich arbeiten. Daran halten sie sich zwar, aber in den Pausen sitzen sie all in oder vor der Cafetria, ohne Mundschutz und dicht beieinander, rauchen, ratschen und trinken Kaffee (bis vor kurzem).

Trotzdem lass ich nicht locker: “Ja, schon klar, aber das kann man ja klar kommunizieren und regeln. Es ist doch wohl kein Problem, wenn die KĂŒche den Putzfrauen morgens zwei oder drei Kannen Kaffee hinstellt, so wie den Wohnbereichen auch, oder? Wissen Sie eigentlich, wieviel Kaffee wir tĂ€glich wegschĂŒtten, weil keiner den trinkt?”

Die PDL ist noch nicht ĂŒberzeugt und will wohl auch aus Prinzip erstmal nicht nachgeben. Sie zieht ab, aber ich sehe, dass es in ihr arbeitet.

Beim Mittag begegnet sich Einrichtungsleitung samt Verwaltung und mir in der Cafeteria. Diesmal bringt die PDL das GesprĂ€ch von sich aus auf das Kaffeethema. Sie spricht den Einrichtungsleiter darauf an, mit Verweis auf mich und den Imageschaden, den ich ihr untergejubelt habe: “Die sprechen schlecht von uns! Das ist nicht gut
”

Der Chef ist erstmal abwehrend und meint allen Ernstes: “Wissen Sie, was die uns jĂ€hrlich kosten? Soll ich Ihnen mal die Rechnungen zeigen?”

Zu seiner Überraschung antworte ich: “Ja, gerne. Lassen Sie mal sehen. Denn dass die Diakonie eine Fremdfirma mit den Reinigungsarbeiten betraut, liegt ja wohl ausschließlich daran, dass sie keine Tariflöhne fĂŒr HauswirtschaftskrĂ€fte bezahlen und die Putzarbeit so billig wie möglich outsourcen will. Stimmt’s?”

Das verschlĂ€gt ihm erstmal die Sprache und er bringt sich außer Reichweite in sein BĂŒro.

Beim Mittagessen dann richtet die PDL das Wort an die KĂŒchenchefin:
“Frau K., haben die Reinigungsleute eine Kaffeemaschine? Könnten Sie fĂŒr die zusĂ€tzliche Kaffeekannen bereitstellen?
„Ja, das ist möglich”, antwortet die KĂŒchenfrau sachlich und faktisch.

Jetzt mischen sich andere Schlauberger aus der Verwaltung ein und verteidigen die unsĂ€gliche Kein-Kaffee-fĂŒr-die Putzfrauen-Regelung mit dem Argument, dass sie sich ja auch nicht, wenn sie beispielsweise in eine Behörde oder ein GeschĂ€ft kamen, dort am Kaffee bedienten.

Ich sehe, dass hier jetzt ein argumentativer Schlussstrich und eine milde Zurechtweisung fĂŒr die UntertanengemĂŒter der neoliberalen Beutelschneiderdiktatur erfolgen muss und sage: “Leute! Macht jetzt mal keine Doktorarbeit daraus, wir reden hier von ein paar Tassen Kaffee fĂŒr die Frauen, die tĂ€glich hier alles sauber halten! Jeder hier weiß, dass die Frauen von JEDEM – ob Bewohner oder Mitarbeiter – als Teil der Mitarbeiterschaft angesehen werden. Wollt ihr echt so kleinlich und schĂ€big sein und denen einen Kaffee verwehren? Ihr habt wohl lange nicht mehr die frommen Losungen durchgelesen, die hier ĂŒberall an den WĂ€nden hĂ€ngen
”

Damit ist das Thema fĂŒrs Erste durch und dem Anschein nach wird es ab demnĂ€chst auch wieder Kaffee fĂŒr die Reinigungstruppe geben.

Geschichten aus dem Pflegeheim: ReinigungskrÀfte brauchen keinen Kaffee!

Morgens um 7.30, wĂ€hrend ich in Vorbereitung fĂŒr einen weiteren langen Vormittag in der „Tagesgruppe Demenz“ den Kaffee-Vollautomaten anwerfe um mich mit einem Cappucino zu versorgen, spricht mich eine der ReinigungskrĂ€fte an, die stĂ€ndig in allen Bereichen der Einrichtung Böden wischen, staubsaugen, GelĂ€nder und HandlĂ€ufe sĂ€ubern, Bewohnerzimmer reinigen usw. (und das alles unter den verschĂ€rften Auflagen des Corona-Desinfektionsregimes.

„Kannst du mir bitte auch einen Kaffee machen?“ fragt die Kollegin.

„Ja klar“, antworte ich.

„Den brauch ich ganz dringend jetzt, sonst schlaf ich gleich wieder ein“, ergĂ€nzt sie (Arbeitsbeginn fĂŒr die Putztruppen-FrĂŒhschicht ist 6:30 morgens). „Wir dĂŒrfen hier nĂ€mlich keinen Kaffee mehr trinken.“

Ich glaube, ich habe mich verhört. „Wie bitte? Wieso das denn?“, will ich wissen.

„Der ist fĂŒr die Bewohner und die Mitarbeiter da, nicht fĂŒr uns, hat die PDL* gesagt“, klĂ€rt mich die Kolegin auf.

„Ja und? Ihr seid doch auch Mitarbeiter
“, entgegne ich.

„Nee, wir sind Fremdfirma.“

Ich fasse es nicht. Der Kaffee, um den es geht, wird hundertliterweise den ganzen Tag ĂŒber auf allen Wohnbereichen gekocht, zur VerfĂŒgung gestellt und von allen getrunken. In der Regel bleibt massenweise ĂŒbrig von dem GebrĂ€u, das geschmacklich eher in Richtung BatteriesĂ€ure geht.

Nicht umsonst habe ich eine private Kaffeemaschine auf der Arbeit, um nicht auf den Einrichtungskaffee angewiesen zu sein. Dennoch habe ich selten etwas Übleres und Kleingeistigeres gehört als diese Neuigkeit der sparsamen PDL. Wobei die Anweisung wohl nicht auf deren Mist gewachsen ist, sondern vermutlich als Anweisung des Diakonievorstandes umgesetzt wird.

Ich kann mich den ganzen Vormittag ĂŒber kaum beruhigen ĂŒber soviel bornierte SchĂ€bigkeit und greife mir den Einrichtungsleiter, sobald ich seiner ansichtig werde.

„Hören Sie mal, mit ist da das und das zu Ohren gekommen. Ist das wahr?“

Der Chef bejaht.

„Das glaub ich jetzt nicht! Ist Ihnen das nicht peinlich?“ frage ich. „Das kann doch wohl nicht wahr sein, dass die Frauen, die sich hier tĂ€glich den Arsch aufreißen, damit es hier sauber ist, noch nicht mal von dem schlechten Kaffe trinken dĂŒrfen, den wir hier haben.

Und das in einer Einrichtung, in der an jeder Ecke heilige SprĂŒche und christliche Menschenbilder hĂ€ngen? Chef? Denken sie mal ganz scharf darĂŒber nach und sprechen Sie ein Machtwort. Da ist die PDL glaube ich ein bißchen ĂŒbers Ziel hinausgeschossen
“

Der Chef ist etwas betreten und murmelt was von „Ja, die sind nunmal von einer Fremdfirma, und außerdem haben die eine Kaffeemachine im Keller
“ (er weiß ganz genau, dass der Arbeitstakt der ReinigungskrĂ€fte kaum Pausen zulĂ€sst, geschweige denn einen Gang in den Keller, um zu versuchen, irgendeine verstaubte alte Kaffeemaschine wieder in Gang zu setzen).

„Ja, ich ĂŒberleg es mir noch mal..“ und weg ist er. Mir scheint, er hat etwas fluchtartig Reißaus genommen.

Ich werde die Kaffeefrage weiter verfolgen.

*PDL = Pflegedienstleitung

Geschichten aus dem Pflegeheim: KĂŒchendienst!

In einem durch die Coronamassnahmen ohnehin schon ausgedĂŒnnten Angebot wird der Soziale Dienst bestimmungswidrig fĂŒr Hauswirtschaftsaufgaben eingesetzt, sobald irgendwo jemand krank oder in Urlaub ist oder der Dienstplan am Wochenende noch mehr Personalknappheit vorsieht.

Die geplanten kulturellen, kĂŒnstlerischen und sonstigen Betreuungsangebote fĂŒr die Bewohner mĂŒssen dann eben ausfallen. Heute also keine Mal- und Kreativrunde, weil der Kunstgeragoge KĂŒchendienst hat.

Alles zu Lasten der Bewohner und zur Schonung der Diakoniekasse (HauswirtschaftskrĂ€fte einzustellen wĂŒrde Tariflohn kosten; die KĂŒchendienste machen i.d.R. die billigst entlohnten FSJ.er oder Praktikanten).

Aus Bequemlichkeit haben viele keine neuen Handys fĂŒr die Regierungs-App!

Echt mal jetzt! Bequeme Faulpelze ihr!

Und es soll ja noch schlimmer als gedacht sein:

Manche sind ja sogar zu bequem, sich eine neue Wohnung zu kaufen oder wenigstens zu mieten, wenn sie keine haben oder aus der alten rausfliegen.

Und die oberfaulen Bequemlichkeitsapostel liegen trĂ€ge zu Hause rum oder verstopfen den ÖPNV statt sich ein neues Auto zu kaufen! Aus reiner Bequemlichkeit!!

Das sind bestimmt all die Leute, deren Gewöhnung ans Nicht-Arbeiten schon Kanzler in spe Fritz „Blackrock“ Merz gerechterweise aufs Korn genommen hat