Tara is closely related to Chenrezig* (Avalokitsvara), the Bodhisattva of Compassion. One story of her origin says that she was born from Chenrezig’s compassionate tears. People also think of her as the female manifestation of Chenrezig, or his consort.
Though all the manifestations of Tara share the characteristic of compassion through this connection to Chenrezig, it is White Tara who is most closely linked to his essential compassionate nature.
Her pure compassion for our suffering, which is thought to be greater even than a mother’s love for her child, is symbolized in images of White Tara by her white color. Her whiteness also indicates the “undifferentiated truth of the Dharma.“
* Chenrezig ist der tibetische Name für den Bodhisattva des Mitgefühls, dessen Sanskrit-Name Avalokiteshvara ist. Er symbolisiert das Mitgefühl aller Buddhas und ist in verschiedenen Formen wie einer mit tausend Armen Darstellung bekannt, um allen Wesen zu helfen, die Leiden erfahren.
“Abandon your notions of the past, without attributing a temporal sequence! Cut off your mental associations regarding the future, without anticipation! Rest in a spacious modality, without clinging to [the thoughts of] the present. Do not meditate at all, since there is nothing upon which to meditate. Instead, revelation will come through undistracted mindfulness — Since there is nothing by which you can be distracted.”
“Death holds up an all-seeing mirror, ‘the mirror of past actions’, to our eyes, in which the consequences of all our negative and positive actions are clearly seen and there is a weighing of our past actions in the light of their consequences, the balance of which will determine the kind of existence or mental state we are being driven to enter.”
“The after-death state is very much like a dream state, and its dreams are the children of the mentality of the dreamer”
― Padmasambhava, The Tibetan Book of the Dead. First Complete Translation
Vor langer Zeit, als die Tiere noch sprechen konnten, lebten im Südwald drei Freunde: der Bär Bruno, der Fuchs Fredo und der Hase Hugo. Das Ungewöhnliche an ihrer Freundschaft war nicht nur, dass sie überhaupt Freunde wurden – denn normalerweise jagt der Bär den Fuchs und der Fuchs den Hasen. Das Besondere an ihrer Freundschaft war, dass alle drei, so oft sie konnten, zusammen Ausflüge und Wanderungen machten, denn sie waren neugierig, was in Wald und Welt so vor sich ging. Der Fuchs, der der Schlaueste von ihnen war, sagte gerne „Wenn wir immer nur im Wald bleiben, werden wir alle selber Blätter, verfärben uns im Herbst und vergammeln schließlich auf dem Waldboden!“. Das verstanden die anderen beiden zwar nicht, aber es hörte sich sehr klug an, und sie bewunderten den Fuchs dafür.
An einem gemütlichen Herbsttag machten sie sich auf, um zunächst ihre gemeinsame Patentante Edda die Eule zu besuchen. Edda war waldweit bekannt für ihre Weisheit, die sie gerne mit jedem teilte, der zu ihr kam und sie um Rat frage. Aber die drei Freunde wollten nicht um Rat fragen, sondern bei der Patentante lecker essen und trinken. Edda war nämlich, mehr noch als für ihre eulenmäßige Weisheit, für ihre Kochkunst und ihre Kekse berühmt. Das lag daran, dass viele Eulen weise sind (eigentlich die meisten), aber nur wenige können richtig gut kochen und backen.
Nach einer langen Wanderung durch den herbstlichen Wald kamen die drei Freunde schließlich am Haus der Eule an. Es war gerade Vollmond, und darum flogen alle möglichen Hexen und Gespenster umher und wollten die Wanderer erschrecken. Aber diese lachten nur, denn Gespenster können GAR NICHTS machen, weil sie keinen Körper haben. Selbst wenn sie direkt durch einen durchfliegen, spürt man höchstens einen kühlen Luftzug und das war‘s. Und die Hexen waren erst recht ein Witz, denn jeder im Südwald wusste, was es mit dem Besenritt der Hexen auf sich hatte: sie konnten nur mit FURZ-ANTRIEB fliegen. Damit erzeugten sie den Rückstoß, der sie in der Luft hielt und mit dem sie manövrierten. Sie mussten extra deswegen ständig nur Linsen und Bohnen essen und pupsten im Grunde ohne Unterlaß. Weil den Hexen das selber ziemlich peinlich war, zischten sie immer nur in der Luft hin und her, aber landeten erst, wenn sie wieder zu Hause waren und schnell aufs Klo konnten.
Edda die Eule begrüßte die Wanderer und wedelte mit der Speisekarte rum, auf der all die leckeren Sachen aufgeschrieben waren, die es gleich geben sollte. „Esst erst mal was, ihr müsst doch hungrig wie die Bergziegen sein!“ sagte sie. Das ließen sich Bruno, Fredo und Hugo nicht zweimal sagen. Im Handumdrehen saßen sie am gedeckten Tisch und hauten rein, dass es eine Art hatte – sogar die Rucksäcke vergaßen sie abzulegen, so hungrig waren sie. „Tante Edda, das ist so lecker, davon wird sogar eine Bergziege satt!“, brummte Bruno der Bär zufrieden. Und Fredo der Fuchs wischte sich die Schnauze und sagte: „Lieber eine Mahlzeit auf dem Tisch als eine Speisekarte in der Pfote!“, was wieder mal ein Beweis seiner Klugheit war. Hugo der Hase aber sagte gar nichts; er konnte nicht mehr sprechen, so pappsatt war er.
Jedenfalls spachtelten die drei, bis sie nicht mehr konnten und Tante Edda freute sich, dass es allen so gut schmeckte. Zum Schluss waren sie so vollgefressen, dass sie sich kaum noch bewegen konnten und ganz schön müde wurden. „Müd und satt, wie schön is dat!“ konnte Bruno der Bär, dem vor lauter Müdigkeit immer wieder die Augen zufielen, gerade noch grunzen. Das ist bei Bären nichts Seltenes, weil Bären eigentlich immer müde sind, besonders wenn’s in Richtung Herbst und Winter geht, wo sie am liebsten nichts anderes als Winterschlaf machen. Aber vorher schlagen sie sich den Bauch richtig voll, denn so will es das Bärengesetz.
Tante Edda hatte das natürlich kommen sehen, denn sie kannte ihre Pappkartons, wie man bei den Tieren sagt. Die kuscheligen Betten waren schon gemacht und schwups! lagen die drei Wanderer müde und zufrieden unter warmen Decken. Es stellte sich aber heraus, dass der Tag und das Erlebte viel zu aufregend und spannend war, als dass sie gleich einschlafen konnten, und so unterhielten sie sich noch über die Abenteuer, die sie erlebt hatten und noch erleben wollten, erzählten sich Witze und und lachten und alberten herum.
Edda die Eule, die ja schon etwas älter und strenger war, aber ein gutes Herz hatte, hörte sich das alles an und lachte sogar manchmal mit. Da sie nicht nur weise war, sondern in ihrem langen Leben auch ein bisschen Zauberei gelernt hatte, sprach sie hinter vorgehaltenem Flügel einen Flugzauber über die Rucksäcke aus, so dass diese sich erhoben und durch den Raum zu schweben begannen.
Da staunten die drei Freunde nicht schlecht; sie konnten gar nicht mehr aufhören zu kichern, weil sie ja ohnehin schon am Rumalbern waren. „ Ich glaub, mein Rucksack fliegt!“ rief Fredo, und Hugo entgegnete „Ich glaub, mein Rückflug sackt!“. Darüber musste Bruno so lachen, dass er sich verschluckte. Als er sich wieder eingekriegt hatte, wollte er selber auch etwas Witziges sagen und begann „Ich glaub’……äh…. Ich glaub mein Flugzeug ruckelt!!“ und das war für Bärenverhältnisse so brillant, dass er selber ganz beeindruckt war von seiner Witzigkeit. Aber da plumpsten die Rucksäcke alle wieder zu Boden, denn der Flugzauber hielt nur wenige Minuten an, mehr Zauberei beherrschte die Eule nicht.
„Jetzt wird aber mal geschlafen!“, sagte Edda. Das war eigentlich überflüssig, denn die Kameraden wurden nach und nach jetzt so richtig müde. Bruno der Bär versuchte zwar noch, ein Auge aufzuhalten, und Fredo der Fuchs wollte noch einen Witz erzählen, aber er verlor vor Müdigkeit den Faden, und Hugo der Hase war schon eingeschlafen. Auf einmal begann es mitten im Raum zu funkeln und zu glitzern, was von alters her ein Zeichen dafür ist, dass das Sandmännchen im Landeanflug ist. Und richtig, da war es auch schon; es verstreute seinen glitzernden Enschlafsand und im Handumdrehen waren alle tief und fest eingeschlafen, sogar die Eule, die ja eigentlich ein Nachtvogel ist. Aber wenn das Sandmännchen sein Schlafpulver verstreut, hat man keine Chance: man muss einschlafen.
Am nächsten Morgen mit dem ersten Krähengekrächze waren alle wieder putzmunter. Hastdunichtgesehen waren sie auf den Beinen und in den Klamotten. Schnell waren die Rucksäcke umgeschnallt und die drei Freunde verabschiedeten sich von ihrer Patentante, die gar nicht erst fragte, ob sie nicht frühstücken wollten – denn nach dem ganzen Gefresse vom Vorabend waren alle noch satt wie die Walfische nach der Hochzeit.
Natürlich hatten die Waldtiere noch nie im Leben einen Walfisch gesehen und wussten gar nicht, was Walfische essen, schon mal gar nicht bei einer Hochzeit. Aber dass der Walfisch das größte und schwerste aller Tiere war, DAS wussten sie. Fredo der Fuchs, als der Schlaueste unter ihnen, sagte sogar, dass Walfische gar keine Fische wären, aber das konnten die übrigen Waldtiere nur schwer glauben, denn – so der Einwand des Wildschweins – „Wenn sie keine Fische sind, warum heißen sie dann so?“ Zwar galt das Wildschwein bei den anderen Tieren als etwas doof, aber an dieser Stelle waren sie geneigt, ihm Glauben zu schenken, weil selbst der schlaue Fuchs keine Antwort darauf hatte.
Bruno, Fredo und Hugo brachen also auf, denn der Besuch bei Edda der Eule sollte nur ein Zwischenstopp sein auf dem Weg in noch größere Abenteuer: Die Freunde wollten diesmal bis zum Rand des Südwaldes und darüber hinaus wandern, und – wenn das Schicksal es so wollte – in die Menschenwelt gelangen, um dort Neues zu lernen. Damals waren die Menschen den Tieren noch freundlich gesonnen, und noch heute erinnern Sätze wie „Ich hab Hunger wie ein Bär!“ oder „Sei doch kein Angsthase!“ an die lange Verbundenheit mit den Tieren.
Inzwischen waren die Drei schon ein gutes Stück vorangekommen und vermißten nun doch ein gutes Frühstück. „Mann Mann Mann, sind wir blöd gewesen!“ seufzte der Bär. „Wir hätten ja wenigstens einen Kaffee trinken können bei Tante Edda…“ – „Jetzt mach mir bloß keine lange Nase! Mir läuft schon das Wasser in der Schnauze zusammen, wenn ich nur dran denke!“ ließ sich der Fuchs vernehmen und leckte sich die Lippen.
„Haha, du hast doch sowieso schon eine lange Nase…“ kicherte der Hase, der sich nichts aus Kaffee machte und lieber Karottensaft trank. Das fand der Bär schon wieder so witzig, dass er sich fast verschluckte, aber da kamen sie an den Rand des Waldes und der Blick auf die Menschenwelt öffnete sich.
Die Freunde blieben eine Weile stehen und bewunderten den Anblick. Sie schauten sich an und waren stolz, dass sie es so weit geschafft hatten. Jetzt würden Abenteuer auf sie warten, deren Großartigkeit alles bisher Erlebte und Erzählte in den Schatten stellen würde, sogar die Hochzeit der Amsel mit der Drossel, die immerhin so berühmt war, das sogar die Menschen darüber Lieder machten. Das lag freilich nicht an Allerweltsvögeln wie Amsel und Drossel, sondern an einem Vorkommnis, das im ganzen Südwald und darüber hinaus nur als „Der Finkenskandal“ bekannt war. In der betreffenden Zeile des Menschenliedes, das über diese Ereignisse gesungen wird, heißt es etwas unklar „Die Finken, die Finken, die gaben der Braut zu trinken…“.
Aber WAS sie der Braut zu trinken gaben, darüber sagt das Lied aus gutem Grunde nichts. Es hat jedenfalls etwas mit dem „Fiderallala“ zu tun, von dem ebenfalls in dem Lied die Rede ist, aber das ist eine andere Geschichte, und wenn die drei Freunde ihr auf den Grund gegangen sind, werden sie, wenn wir Glück haben, uns davon berichten.
Als Wohnstandort ist Oberkassel äußerst beliebt, da es hier viele der in Düsseldorf begehrten großen Altbauwohnungen gibt und der Stadtteil zugleich eine gute und gehobene Infrastruktur bietet. Die in Rheinlage liegenden Wohnungen bieten zum Teil schöne Ausblicke auf die Düsseldorfer Skyline und gehören zu den teuersten Wohnlagen der Landeshauptstadt. Oberkassel hat, wie das benachbarte Niederkassel, einen hohen Anteil an japanischen Einwohnern. Die Japaner machen in dem Stadtteil mit 23,5 % die mit Abstand größte Ausländergruppe aus. Die starke, auch internationale Nachfrage nach Oberkasseler Wohnimmobilien führte in den letzten Jahrzehnten zu einem starken Preisanstieg mit einhergehender Gentrifizierung. Dies führte dazu, dass Oberkasseler Immobilien nicht nur zu den teuersten in Düsseldorf, sondern teilweise auch zu den teuersten Immobilien Deutschlands zählen. (Wikipedia)
Als ich in Weimar lebte, dachte ich, ich hätte meinen endgültigen Platz in Deutschland gefunden. Den ersten, der mich auf gewisse Weise mit dem Aufenthalt und dem Leben in Deutschland versöhnt. Erstens weil das Territorium der DDR auch Jahrzehnte nach der Annektion sehr viele mentale Vibrationen der vier Jahrzehnte Sozialismus aufwies, hauptsächlich natürlich in den Interaktionen mit den Arbeitskollegen und Leuten, die von dort stammten.
Zweitens auch, weil die Dichotomie des deutschen Daseins nirgendwo so deutlich zu Tage zu treten scheint wie ausgerechnet in Weimar, der Stadt Goethes, Schillers, Herders, Bachs und all der anderen Geistesgrößen und Künstler, die noch heute das kaum kriegsversehrte Städtchen zu einem lebendigen Museum der höchsten Gipfel des Denkens und der Kunst machen. Auf der anderen Seite das direkt vor den Toren der Stadt, auf der Rückseite vom Ettersberg, gelegene Konzentrationslager Buchenwald. Man hat hier sozusagen die höchsten Höhen und die tiefsten Höllen der menschlichen Erfahrung beieinander. Und zwar dicht beieinander.
In Düsseldorf ist das anders. Hier ist alles Oberfläche, alles Schein, alles Glitzer und Tand, allerdings im linksrheinischen Stadtteil Oberkassel veredelt und mit der Patina behaglicher Bürgerlichkeit versehen, ausgestrahlt von den eleganten, schönen Altbauten, wo kein Haus wie das andere aussieht, wo man sich nicht sattsehen kann an der gepflegten, kreativen und abwechslungsreichen Bürgerarchitektur vom Beginn des 20. Jahrhunderts.
Die Höllenbereiche, die Abgründe der conditio humana lauern hier nicht so offensichtlich gleich um die Ecke. Sie werden nicht quasi auf dem Silbertablett präsentiert wie in Weimar/Buchenwald, sondern verbergen sich hinter der schnöselig-routinierten Abgeklärtheit der Wohlstandsbürger, der betuchten und gutverdienenden Einwohner dieses Stadtteils, in ihrem Gehabe, in den flüchtigen Gesprächsfetzen, die man beim Einkaufen oder Spazierengehen aufschnappt, in den Hipster-Läden, in den die Young Urban Professionals ihr reichlich bemessenes Spielgeld verplempern, in den vollen Restaurants – überall spürt man, gerade jetzt, im beschleunigten Niedergang der kapitalistischen Reichtumsproduktion, den Tanz auf den Vulkan, der hier stattfindet.
Man schaut mit dem Röntgenblick historisch-materialistischer Bildung (sowie der Kenntnis der aktuellen politökonomischen Verhältnisse) in die Abgründe von Ausbeutung, Gewalt und Verlogenheit, die den Reichtum der wirklich Reichen und die immer noch stattlichen Brosamen für die gehobene Mittelklasse und die Erfüllungsgehilfen der Bourgeois-Eliten möglich machen, und man merkt die Fadenscheinigkeit dieses Zustandes, den die Wohlstandsscheuklappen der Oberkasseler ihren Trägern als „Normalität“ suggerieren.
Man spürt allenthalben, in den zunehmend gereizten Reaktionen auf Kleinigkeiten, in Gesprächen und im Stimmungsklima auf Straßen und Plätzen, dass Leute, die etwas zu verlieren haben – und davon gibt’s hier im Viertel mehr als anderswo – schnell ihre bürgerliche Contenance verlieren, wenn‘s ans Eingemachte geht. Das Eingemachte sind die Vermögenswerte, der Einkommenszufluss, die ganze gehobene und bequeme Situation von „Besserverdienern“, deren Welt wenig zu tun hat mit dem immer härter werdenden Daseinskampf der übrigen lohnarbeitenden Klasse. Technisch gesehen ist auch die Mehrheit der Bewohner Oberkassels der Kategorie „Lohnarbeit“ zuzurechnen, minus den Anteil an Freiberuflen, Selbständigen und Unternehmern, die es hier ebenfalls überdurchschnittlich häufig gibt. Nur heißt der Lohn bei ihnen „Gehalt“ und beläuft sich auf ein Vielfaches der Bezüge einer Verkäuferin, einer Pflegekraft oder eines Kellners.
Die Mehrheit dieser Zeitgenossen wird jeden Angriff auf ihr „Eingemachtes“ als Anschlag auf ein als selbstverständliches empfundenes Privileg wahrnehmen und ihren Status mit Zähnen und Klauen zu verteidigen suchen. Bzw. diejenigen politischen Kräfte unterstützen und ermächtigen, die die Kontinuität dieses schönen Lebens versprechen.
Der Film „The Big Lebowski“ (1998) von den Coen Brothers hat im Laufe der Zeit nicht nur Kult-Status erlangt, sondern eine Religion gestiftet, die den herkömmlichen Sekten in nichts nachsteht – ja, sie meiner Ansicht nach weit übertrifft:
„Dudeismus ist eine satirische Weltanschauung, die auf der Filmfigur “The Dude” aus dem Film The Big Lebowski basiert und eine entspannte, fatalistisch-entspannte Lebensweise propagiert. Inspiriert vom chinesischen Taoismus und den Gedanken Epikurs, fordert der Dudeismus dazu auf, “es leicht zu nehmen” (Take it easy) und sich dem Fluss des Lebens hinzugeben. Die Bewegung wurde 2005 gegründet und hat eine weltweite Gemeinschaft von registrierten Anhängern, die sich selbst als “Dudisten” bezeichnen. (…)
Ob Dudeismus als vollwertige Religion anzusehen ist, ist ungeklärt.Es gibt derzeit über 800.000 Benutzer, die sich auf der Dudeismus-Website als „Priesterinnen und Priester“ (offizielle Anhänger) registriert haben (…).
Die zentrale Schrift ist The Tao Dude Ching / The Dude De Ching (2009), in dem das Tao Te Ching mit Dialogen und Handlungssträngen aus dem Film The Big Lebowski verbunden wird.Es finden auch regelmäßige Treffen von Anhängern des Dudeismus (Dude / Lebowski Fests) statt.
Seit 2018 besteht die Website „Abide University“ mit dem Ziel, „vernünftige und pragmatische Ansätze zum guten Leben“ zu erarbeiten.“
Das hört sich insgesamt so solide an, dass auch ich mich ab sofort zum Dudeismus bekenne, natürlich in seiner kommunistischen Variante.
„Man muss dagegen arbeiten, man darf sich nicht aufgeben“, sagt mir ein Freund und Genosse, und meint es in aller Freundschaft und Solidarität.
Das klingt in den Ohren eines Menschen, der sich mit dem abmüht, was bürgerliche Psychologen Depression nennen, natürlich wie Hohn, da diese Appelle für ihn zu der Welt gehören, deren absolute und ultimative Sinnlosigkeit ihn erst in den Zustand befördert hat, in dem er steckt.
Einer meiner liebsten Sprüche stammt tatsächlich von der ehemaligen Chefin der evangelischen Großsekte, Margot Kässmann (die ihren Job verlor, weil sie besoffen Auto fuhr, dabei einen Unfall baute und damit „nicht mehr tragbar“ war als Vorsitzende der EKD). Sie kommentierte das Ganze mit dem Satz:
„Man fällt niemals tiefer als in Gottes Hand“.
Das ist ein Juwel der Weisheit; man muss nicht mal gläubig sein, um die Weisheit darin zu entdecken. Nichts Menschliches sollte uns fremd sein, gerade wenn wir uns als Kommunisten bezeichnen…
Anlässlich des Welttages des Hundes, der am heutigen 10. Oktober begangen wird (keine Ahnung, wer sich das wieder ausgedacht hat), begab ich mich mit meinem treuen Vierbeiner in die Düsseldorfer Innenstadt, um dort an einer Demonstration gegen Leinenpflicht und für mehr Tierliebe teilzunehmen. Oder so etwas ähnlichem. Die genauen Losungen und Parolen der Demo gingen irgendwie im Gebell der zahlreichen Tölen und Köter unter.
Das erstaunliche war jedoch der klaftertiefe Schlund, der sich inmitten der Düsseldorfer Einkaufspassage in der Innenstadt auftat und in den die Passanten reihenweise hineinstolperten und -stürzten. Am Grund des Schlunds standen von hämisch grinsenden Teufeln gewartete Kessel für die Unglücklichen, in denen die Gefallenen zu einer Art Hirsebrei verkocht wurden, der anschließend an grotesk muskulöse Höllenhunde verfüttert wurde. Scheinbar hatten also auch die Dämonen der Hölle ihren eigenen „Welttag des Hundes“.
Am Merkwürdigsten war allerdings die völlige Ignoranz der Wochenendeinkäufer und Spaziergänger, die allesamt gar nicht bemerkten, welche Gefahr da direkt vor ihren Augen lauerte und sie zu verschlucken drohte. Sie gingen alle ihren verschiedenen Geschäftigkeiten nach und selbst wenn einer von ihnen in den Höllenschlund fiel, registrierte es niemand und alles lief weiter wie gewohnt.
Zu Glück hatte mir irgendjemand ein Glas exzellenten Rotweines gereicht, so daß ich mir das Treiben einigermaßen entspannt anschauen konnte, ohne selbst Gefahr zu laufen, in diesen Schlund zu fallen. Mein Hund zerrte an der Leine und wollte erkennbar weg von dieser merkwürdigen Szenerie, die für seinen Hundeverstand eindeutig zu absurd und ungewohnt war, um sie in seiner gewohnten Weltordnung unterbringen zu können. Da es ja nun mal „Welttag des Hundes“ war und es keinen „free re-fill“ des bemerkenswert edlen Tropfens gab, beschloss ich, mit der U75 nach Hause zu fahren und das Gesehene zu vergessen.