Geschichten aus dem Pflegeheim: Lasst Bilder sprechen

Die Lage in den Pflegeeinrichtungen ist momentan nicht einfach für die Bewohner (von den Mitarbeitern will ich gar nicht erst sprechen). Natürlich sehen alle die Nachrichten und wissen von den drastischen Einschränkungen; am meisten spüren sie es aber durch das Zutrittsverbot für Externe. Keine Angehörigen und Freunde mehr zu Besuch, keine Physiotherapeuten, keine Fußpflege, keine Friseurin, keine Auftritte von Musik- oder Tanzgruppen, kein Hospizdienst, keine Betreuer, keine Ehrenamtlichen.

Die Orientierten unter den Bewohnern fügen sich in die Situation; von manch einem hört man „Da haben wir schon schlimmere Zeiten mitgemacht!“ und Ähnliches. Mal sehen, wie das in ein paar Wochen sein wird.

Für die Dementen ist die Lage schwieriger. Sie verstehen nicht (oder kaum), warum jetzt plötzlich keiner mehr kommt. Dabei brauchen gerade die dementen Bewohner das am meisten.

Da eine meine wenigen Gaben in diesem Leben neben einem ausgeprägten sozialen Hau darin besteht, kleine Kritzeleien anzufertigen, nutze ich diese bei fast jedem Angebot, das ich im Rahmen des Sozialen Dienstes der Einrichtung durchzuführen habe. In Zeitungsrunden oder sonstigen Gruppenangeboten für die Orientierteren unter meinen Leuten ist das Coronavirus-Thema natürlich unvermeidlich. Hier wird nicht in die Tiefe gegangen, sondern einfach und anschaulich informiert, was die Maßnahmen der Regierung bedeuten (Bild 1).

Anders in der „Tagesgruppe Demenz“. Die neun leicht und mittelschwer demenzkranken Menschen hier können mit faktischen Informationen zu aktuellen Entwicklungen wenig anfangen. Am besten kommen Geschichten und Lieder an, und zumindest für die Zeit unseres Zusammenseins von Morgens bis Mittags will ich meiner Truppe gar nicht erst mit den Schauergeschichten der pandemischen Realität außerhalb der Einrichtungsmauern kommen.

Wir beschließen nach dem Frühstück, auf den Tischen Papier auszurollen und ein gemeinschaftliches Frühlingsbild zu malen. Von acht anwesenden Gruppenteilnehmern machen sieben auch mehr oder weniger engagiert mit, manche mit erkennbaren Abbildungen von Dingen wie Blumen, Bergen, Wolken, Sonne usw.., für andere ist alleine die Handhabung eines Stiftes schon Herausforderung und Leistung zugleich.

Frau H. malt mit Begeisterung kantige Strukturen, die Lageplänen oder Konstruktionszeichnungen ähneln und fragt mehrfach verwundert: „Was ist das denn jetzt? Ich weiß gar nicht, was das sein soll!“

Frau C. hält mit Erstaunen über sich selbst einen Stift in der Hand und beginnt, sachte und ohne viel Druck mit dem Farbauftrag. Sie malt da, wo ihre Hand hinreicht, und da sie im Rollstuhl sitzt, ist das die Tischkante. Nach fünf Minuten in denen ich mich anderen zuwende, sehe ich Frau C. wie sie immer noch malt und malt, mittlerweile aber auf der Armlehne ihres Rollstuhles. Noch eine Weile später malt sie mit denselben sanften, gleichmäßigen Strichen in der Luft.

Frau K., die beim Sprechen mit jedem Wort eines Satzes leiser und langsamer wird und die noch vor Ende des Satzes vergessen hat, was sie sagen will, malt ein paar winzig kleine Musterungen auf das Papier vor ihr. Sie gerät aber wohl mit dem Malen in eine ähnlich zeitlupenmäßige Verlangsamung wie mit dem Sprechen, ihre Hand wird immer langsamer, die Striche kürzer und schließlich bleibt die Hand auf dem Papier liegen wie eine Spieluhr, deren Antriebsmechanismus sich erschöpft hat.

Sie beobachtet das Geschehen aber interessiert, und so setze ich mich zu ihr. Wir erfinden eine kleine Frühlingsgeschichte, nämlich die von Rudi der Raupe, die ein frisches grünes Blatt gefunden hat und jetzt ihren Mordshunger stillen will. Da kommt von der anderen Seite Anton die Waldameise heran, ein ausgesprochen fieser Vertreter seiner Gattung, und will Rudi das Blatt streitig machen. Frau K. ist erfreut und lacht über den sympathischen Rauperich, aber auch etwas erschreckt über die gemeine Ameise. (Bilder 2 und 3)

Ende vom Lied: alle kriegen was ab, keiner kommt zu kurz, der Gerechtigkeit im Wald und auf der Welt ist mal wieder Genüge getan und alle sind bester Laune, als wir mit unserem großen gemeinsamen Frühlingsbild als Tischdecke den Mittagstisch eindecken.

Geschichten aus dem Pflegeheim: Vollsperrung

Nach dem Online-Gottesdienst winkt der Einrichtungsleiter mich und ein paar Pflege-Kollegen zu sich und zeigt uns den soeben eingetroffenen Erlaß der Bezirksregierung an die Pflegeheime im Rhein-Kreis Neuss: ab sofort vollständige Zugangssperre, Ausnahmen nur noch für ärztliches Personal. Verwandte dürfen nur noch bei akuten Sterbenfällen und dann nur unter Aufsicht hinein. Der Grund, so führt das Schreiben aus, ist die laxe Handhabung der bisherigen Regelung (Besucher-Zutritt für eine Stunde, nur auf dem Zimmer, nur mit Registrierung) durch die Einrichtungen im Kreis. Dadurch sei es in einem der Heime zu einer Masseninfektion gekommen; ähnliche Fälle wolle man mit der neuen Regelung vermeiden.

Auch hier also wieder derselbe Auslöser für weitreichende staatliche Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten: die menschliche Dummheit. Zumindest dient die Ignoranz und Borniertheit vieler Zeitgenossen als willkommener Vorwand für drastische Einschränkungen bis hin zur Ausgangssperre.

Der Einrichtungsleiter drückt seine Befürchtung aus, dass uns bzw. der Einrichtung das Schlimmste noch bevorsteht, da bis vor Kurzen mannigfache Ansteckungsmöglichkeiten bestanden haben, hausintern nach wie vor bestehen und durch die lange Inkubationszeit noch gar nicht absehbar ist, wer sich alles angesteckt haben könnte.

Die Einrichtung selber hat zwei Quarantäne-Fälle, der Soziale Dienst der Einrichtung besteht mittlerweile nur noch aus mir, da vier Kollegen erkrankt sind (an Grippe, angeblich/hoffentlich bloß). Wir versuchen, einen Minimalbetrieb für die jetzt schon vom Lagerkoller befallen Bewohner aufrecht zu erhalten und hoffen, dass wir die nächste Zeit irgendwie gut überstehen.

Auf dem Rückweg von der Arbeit fahre ich einen Umweg, um dem Geheimtipp einer Kollegin nachzugehen, nach dem in einem NORMA-Markt in einem bestimmten Neusser Stadtviertel noch Toilettenppier käuflich zu erwerben sei. Im Radio höre ich eine Meldung, die zum oben Ausgeführten passt wie Arsch auf Eimer: eine psychologische Studie hat gezeigt, das die Leute umso mehr horten (vor allem Klopapier), je uninformierter sie sind.

Im Klartext: je dümmer, desto scheiße. Ach ja: auch im NORMA gab’s kein Klopapier.

Geschichten aus dem Pflegeheim: Die Bundesmandarine

image

Rheinland und Karneval: eine Mischung, der man in diesem Landstrich im Februar unmöglich entgehen kann. Auch in der „Tagesgruppe Demenz“ steht heute, zwei Tage vor Altweiber, eine „Bunte Runde zu Fasching“ auf dem Programm. Allerdings schere ich mich um das ausgedruckte Programm so gut wie nie und mache mit den Leuten das, was mir gerade einfällt und was zur Tagesstimmung meiner Schützlinge passt. Auch die dementiellen Eigenarten meiner Runde erlauben ein großzügiges Vernachlässigen konventioneller Gewohnheiten und jahreszeitlicher Fest- und Feiertage – wobei andrerseits berücksichtigt werden muss, dass gerade solche Fixpunkte wie Fasching, Ostern, Weihnachten etc. wichtig sind für den Erinnerungs- und Orientierungsrahmen dementer Menschen.

Obwohl ich persönlich der Ansicht bin, dass der sparsam faschingsmäßig dekorierte Tagesgruppen-Raum genug Tribut an die Jahreszeit ist, mache ich eine Konzession an die Fünfte Jahreszeit und lese ein seniorentaugliches Jeckengedicht vor. Darin geht es um einen Dicken und einen Dünnen namens Hans und Franz, die ihre Hosen vertauscht haben. Aus der Geschichte entspinnt sich ein Gespräch am hinteren Ende der Tafel, zwischen Frau K. Und Frau C.

Die beiden Sitznachbarinnen sind beide ausgesucht freundlich, waren vormals offenbar eher feine Damen und behandeln sich gegenseitig mit Zuvorkommenheit und Höflichkeit. Frau K.s Wortfindungsstörungen sind so massiv, dass sie bereits in der Mitte jedes Satzes, den sie sagen will, den Faden verliert und die Worte nur noch immer leiser und immer unverständlicher aus ihrem Mund heraus taumeln lässt. Zum Schluß sitzt sie dann meistens mit offenem Mund und erstauntem Blick da, so als ob sie einem entschwindenden Geist hinterherschaut.

Frau C. dagegen beherrscht die Kunst der Täuschung über ihre Demenz in scheinbarer Vollkommenheit. Sie hat sich ein paar Floskeln angewöhnt, mit denen sie souveräne Gesprächsteilnahme simuliert – bei einer ersten Begegnung mit ihr durchaus erfolgreich. „Selbstverständlich“, „Allerdings“, Ja, natürlich“ oder „Das will ich meinen!“ sind ihre Standardsätze, mit denen sie nahezu jedes Gespräch bestreitet (was nicht heisst, dass sie nicht in der Lage ist, in gegebenen Situation durchaus entschieden ihren Willen zu bekunden, z.B. wenn es ums Essen geht).

Die beiden  Frauen haben scheinbar irgendein Detail des Jeckengedichtes mit ihrer persönlichen Geschichte in Bezug gebracht, und Frau K. erzählt ihrer Nachbarin, dass ihr Vater oder Vetter, der Soundso, ja auch bei der Bundesmandarine gewesen sei und dort… Woraufhin Frau K.s bis dahin schon sehr üppiger Redefluss abstirbt und die Zuhörer im Ungewissen lässt, welche Abenteuer der Verwandte auf hoher See alles bestanden haben könnte. Nicht so Frau C. Sie nickt verständnisvoll und sagt so etwas wie “Ja, klar, meiner auch. Da kann man ja auch nichts machen.“ Die unerschütterliche  Normalität, mit der sie auf Frau K.s verkümmernde Satzbauversuche antwortet, gibt Frau K. Wiederum das Gefühl, als vollwertige Gesprächspartnerin wahrgenommen zu werden, was ihr sehr gut tut (sehr oft bringen Pflege- und Betreuungskräfte nicht die Geduld auf, die nötig ist, um Frau K.s zeitlupenartigem Sprechstil zuzuhören, geschweige denn, um daraus etwas Sinnenhaftes zu entnehmen).

Die paar Satzfetzen reichen mir jedenfalls, um sogleich mein Flipchart in Aktion zu bringen und die fantastische Steilvorlage der „Bundesmandarine“ aufzugreifen. Aus Hans und Franz aus dem Jeckengedicht wird Großadmiral Hans-Franz von Kanz, der als Sohn ostelbischer Landjunker früh die Miltärlaufbahn einschlug und, ganz wie sein Vater und Großvater, bereits in jungen Jahren in der Reichs-, und später Bundesmandarine diente. Der Aufgabenbereich der Bundesmandarine ist klar definiert: sie beschützt die Weltmeere vor Piraten, Haifischen und den anderen Mandarinen und Orangen, die im Auftrag fremder Staaten auf See rumschippern. Genau besonders hat es die heldenhafte Bundesmandarine auf die Portemonnaie-Piraten von Panama abgesehen, die zwar nur im Panamakanal ihr Unwesen treiben, dafür aber ganz besonders perfide und diebisch sind und so gut wie jeder alten Dame Panamas schon mal den Geldbeutel geklaut haben.

An dieser Stelle unterbricht mich Frau H., die bis dahin mit aufmerksamem Schweigen und gebanntem Blick zugehört hat, mit dem Ausruf: „Wirklich? Ist das wirklich passiert?“ 

Hier tut sich ein grundsätzliches Dilemma für mich auf: einerseits will ich die Leute nicht mit erflunkerten Geschichten belügen, bzw. ihnen diese als Wahrheit verkaufen. Andrerseits lese ich ihnen auch Märchen vor, die mindestens genauso fantastisch sind. Zudem fragt Frau H. Nicht, weil sie den Wahrheitsgehalt der Piratengeschichte anzweifelt, sondern weil sie wissen will, ob diese Piraten wirklich so diebisch sind wie beschrieben. Immerhin hat sie ohne Umschweife die Existenz einer Bundesmandarine akzeptiert. Im Interesse der Kontinuität meiner Geschichte antworte ich also „Ja klar! Aber mittlerweile sorgt ja die Bundesmandarine für Ruhe und Ordnung dort unten!“, und DAS ist das, was Frau H. und die anderen hören wollen und was der Sache die Bedrohlichkeit nimmt.

Wir wenden uns wieder Hans-Franz von Kanz zu, der leider ein bißchen unterbelichtet ist, was aber nichts macht, da er dank seines adligen Stammbaums schon immer für einflußreiche Posten vorgesehen war. Jedenfalls hat er ein paar Sprachstörungen, die ihn immer die Sätze falsch aussprechen lassen – das kennen meine Leute ja gut von sich selbst. Wenn von Kanz zum Beispiel einen markigen Satz vom Stapel lassen will, kommen ihm die Worte ganz falsch aus dem Munde, und alle lachen dann. Da lacht auch meine demente Runde, denn den Spruch vom deutschen Wesen kennen sie natürlich alle im Original.

Großadmiral von Kanz aber merkt gar nicht, dass sein Wortsalat ihm subversive Aussagen in den Mund legt (meine Schützlinge auch nicht). Schon ist der Vormittag wieder vorbei und in der Kajüte unserer Tagesgruppe bringt der Maat das Pökelfleisch.

image

Geschichten aus dem Pflegeheim: Märchenstunde

Grimms Märchen sind gelegentlich herrlich absurd, so wie die Geschichte vom „Lumpengesindel“.

Darin zwingen Hähnchen und Hühnchen eine Ente, ihren Wagen zu ziehen, wobei sie unterwegs auf eine Steck- und eine Nähnadel treffen, die beide besoffen sind…

Die ganze Bande kehrt dann zur Nacht in einem Wirtshaus ein und Hähnchen und Hühnchen entpuppen sich als ausgebuffte Zechpreller.

Alles in allem genau das richtige Programm für einen weiteren munteren Vormittag in der „Tagesgruppe Demenz“! 

Geschichten aus dem Pflegeheim: Expertenstandard Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz

Interessant für alle, die mit dementen Menschen arbeiten.

Der neue Expertenstandard („Expertenstandard Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“) ist eine Art verbindliche Richtlinie zur Qualitätssicherung, die die Pflege und Betreuung von dementen Menschen bundesweit auf eine wissenschaftlich fundierte und an die Bedürfnisse der Betroffenen angepaßte Grundlage stellen soll.

Was in dem Werk drinsteht, bedeutet – theoretisch – nichts weniger als einen Paradigmenwechsel: weg von einer durchführungs-orientierten, hin zu einer person-zentrierten Pflege und Betreuung.

Demenz wird nicht mehr als medizinisches Problem betrachtet, sondern als Frage der Beziehungsgestaltung.

Soweit die Theorie.

Das Ganze liest sich teilweise hochgelehrt und kompliziert und wird in dieser Form von keinem in dem Berufsfeld tätigen Kollegen verstanden. In meiner Einrichtung bin/war ich vermutlich der einzige, der das Werk durchgelesen hat.

Das Problem ist, dass die durchaus positive und humane Vision dieses Expertenstandards das ziemlich exakte Gegenteil der Realität in den Pflegeeinrichtungen ist. Die Arbeitskräfte in diesem Berufsfeld müssen mit immer zu niedrigem Personalschlüssel, Arbeitsverdichtung, Niedriglohn (soweit es die Betreuung betrifft), ausufernder Bürokratie und Dokumentationswahn, und ständigem Geldmangel an allen Ecken und Enden zurechtkommen – wo da die Zeit und die Bereitschaft zu der von dem Expertenstandard geforderten Umorientierung zu Empathie, Beziehungsgestaltung, Zugewandtheit usw. herkommen soll, bleibt das Geheimnis der wohlmeinenden Verfasser des Werkes.

Wie Michael Schneider in seinem Vortrag (als Audio auf der Website eingebunden – Branchenkollegen kann ich nur empfehlen, sich das anzuhören) sagt:

„In einem auf Maximalgewinn getrimmten System kann das große Geld nur da verdient werden, wo am Personal gespart wird; also wird es dort verdient“

https://alzheimer.ch/de/wissen/bildung/magazin-detail/613/der-expertenstandard-koennte-als-satire-durchgehen

Geschichten aus dem Pflegeheim: In mir drin ist alles verhakt

Frau H. aus der „Tagesgruppe Demenz“ war schon öfters Thema dieser Geschichten; das liegt zum einen daran, dass ihre dementielle Veränderung von ihr selbst als verwirrend, bedrohlich und unverständlich erfahren wird, zum anderen daran, dass sie eine vergleichsweise artikulierte und resolute Person ist, die nicht hinterm Berg hält mit ihren Gefühlen und Eindrücken.

Seit geraumer Zeit beginnt jede Begegnung mit ihr mit einer Klage – oft aufgeregt, manchmal fast verzweifelt – über irgendein Unglück oder eine andere Begebenheit unerfreulicher Art, die ihr gerade widerfahren ist. Heute suche ich sie in ihrem Zimmer auf, um mich für die Zeit meiner arbeitsfreien Tage zu verabschieden und ihr ein paar schöne Feiertage zu wünschen.

„Ah, gottseidank dass du kommst!“ empfängt sie mich. „Hier ist alles durcheinander, ich weiß gar nicht, was jetzt schon wieder passiert ist!“. Ein kurzer Rundblick überzeugt mich, dass sie ihre innere Unordnung meint und nicht ihr aufgeräumtes Zimmer.

„Komm, wir gehen erst mal eine rauchen, dann kannst du mir erzählen, was los ist!“, biete ich ihr an, was sie dankbar annimmt (Ich duze Frau H. auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin, und weil es in vielen Fällen die beste, manchmal die einzige, Methode ist, um demente Menschen „zu erreichen“. Offiziell ist das Siezen aller Heimbewohner vorgeschrieben; die Heimleitung legt diese Vorschrift aus verschiedenen Gründen so streng aus, dass ich in Gegenwart der höherrangigen Vertreter der Einrichtung mich stets anstrenge, beim „Sie“ zu bleiben, um erneute ergebnislose Diskussionen über Sinn und Unsinn solcher Regeln zu vermeiden).

„Was ist bloß mit mir los?“, beginnt sie die Unterhaltung nach dem ersten Zug an der Zigarette. „Kannst du mir das sagen? In mir drin ist alles verhakt, ich weiß gar nichts mehr… Heißt das, dass es mit mir zuende geht? In meinem Kopf ist alles durcheinander, ich bin gar nicht mehr dieselbe Person, die ich früher war…“

In ihrer Schilderung spüre ich ihre Ehrlichkeit und überlege kurz, ob ich ebenso ehrlich sein soll und ihr was über Demenz erzählen soll, und dass ihr Krankheitsverlauf genau diese Symptome hervorbringt. Das würde sie aber nur noch mehr verwirren und deprimieren, und so wähle ich andere Worte: „Nee, es geht nicht mit dir zuende, M. (ihr Vorname)! Deine Erinnerungen geraten dir durcheinander und sind teilweise verschwunden, und manchmal fühlst du dich dann völlig verloren und weißt nicht mehr, wo und wer du bist. Aber deswegen bist du immer noch dieselbe Person! Das, was dich ausmacht, ist ja nicht in deinem Kopf, sondern hier drin“, wobei ich ihr mit dem Finger aufs Herz tippe.

Das mag zwar nicht wissenschaftlich korrekt sein, stimmt aber mit der Gefühlswelt der allermeisten Menschen, und derjenigen von dementen Menschen gewiß, überein. Frau H. ist erleichtert und seufzt tief: „Ja, ich hab gehofft, dass du mir das irgendwie erklären kannst… Wenn ich so durcheinander bin, schau ich immer dein Bild an und denk mir, dass du für mich da bist…“

Mit dem Bild meint sie die Grafik eines bunten, lustigen Tiefseewesens mit Kußmund, das ich ihr gestern anläßlich ihres 85. Geburtstages geschenkt habe. Dazu hab ich ihr gesagt, dass sie ein ebenso bunter Vogel wie die gezeichnete Kreatur ist und dass ich ihr wünsche, dass sie sich in der Einrichtung genauso wohl und zuhause fühlt, wie das bunte Meeresgeschöpf im tiefen Wasser am Boden des Ozeans.

Ich erfahre noch, dass ihre Kinder sie an Weihnachten abholen wollen und drei Tage mit ihr nach Hause fahren werden. Mit erstaunlicher Klarheit stellt sie fest: „Da müsste ich mich doch eigentlich freuen, aber das zieht mich nur runter. Das ist momentan zu viel für mich.“ Trotzdem freut sie sich darauf, vermischt aber im nächsten Satz schon wieder verschieden Realitäts- und Zeitebenen: „Die können mich ja jetzt holen; die Chefs hier haben mir gesagt, dass ich nicht mehr zur Schule muß, es ist alles geregelt. Ich muss nicht mehr in die Schule gehen! Und dann noch mein Vater! Der kommt auch; der hat sich jahrelang nicht gemeldet, nie durften wir den sehen und jetzt kommt der mit zu mir!“

Diese Vorstellung will ich ihr nicht nehmen und lasse sie darum unkommentiert, zumal ich weiß, dass Frau H. gerne mal ihren Sohn mit ihrem Vater verwechselt – und ihr Sohn kommt ja tatsächlich an Weihnachten und holt sie ab.

Ihr aufgewühlter emotionaler Zustand hat sich jedenfalls beruhigt und nach der Zigarettenpause begleite ich sie zurück auf ihr Zimmer. Sie drückt mir zum Abschied einen Kuss auf die Wange und hält mir noch eine rührende kleine Ansprache, in der sie mir schöne Urlaubstage wünscht und darum bittet, dass ich sie kurz anrufe, wenn ich gut nach Hause gekommen bin. Dass sie gar kein Telefon hat, spielt in diesem Augenblick keine Rolle; entscheidend ist das Interesse und die Fürsorge, die sie damit zum Ausdruck bringt.

Ich nehme sie nochmal in den Arm und hoffe, dass sie den sicher aufregenden Aufenthalt bei ihren Kindern gut übersteht. Obwohl sie ihre Kinder liebt und stolz ist auf die zwei Töchter und den Sohn, bedeutet jede Veränderung in der täglichen Routine zunächst mal eine Störung des gewohnten Ablaufes, eine Unterbrechung der geregelten Tagesstruktur, die für demente Menschen nötig ist. Vor allem eine Ortsveränderung kann Menschen, die weder zeitlich noch räumlich orientiert sind, in tiefe Unruhe und Verlorenheit stürzen. Auch bei ihren Kindern kann es Frau H. passieren, dass sie plötzlich jeden inneren Boden unter den Füßen verliert und sich vorkommt wie ein Außerirdischer, der auf einem fremden Planeten gestrandet ist.

Andrerseits ist die Weihnachtszeit mit ihren Ritualen, vertrauten Liedern, Gerüchen, Gedichten usw. ein mächtiger Erinnerungsanker im Gedächtnis auch dementer Leute. Ich versichere Frau H. noch einmal, dass sie sich wirklich freuen kann auf die paar Tage mit der Familie und hinterlasse eine strahlende und entspannte Bewohnerin, deren Welt vorerst wieder in Ordnung ist und die sich jetzt erst mal zum Mittagsschlaf in ihr Bett zurückzieht.

Geschichten aus dem Pflegeheim: Der Frühstücks-Gnom

In der “Tagesgruppe Demenz” gilt es jeden Tag aufs Neue, die Leute zu betreuen, indem man sie beschäftigt, unterhält, aktiviert – ohne sie dabei für dumm zu  verkaufen oder sie wie unmündige Kinder zu behandeln.

Demente Menschen haben vielleicht keinen normal funktionierenden Intellekt mehr, der jederzeit willentlich auf die gespeicherten Erinnerungsdatenbanken zugreifen kann, aber sie haben in der Regel einen guten Sinn für Humor und für absurde Komik. Darin sind sie wiederum Kindern ähnlich. Vielleicht weil die mentale Kontrolle – der steife Stock im Rücken, dessen Verschlucken das Erwachsensein einläutet – bei den einen noch nicht und bei den anderen nicht mehr vorhanden ist.

Heute kommen wir aus dem Nichts bzw. dem Stehgreif auf die merkwürdigen Formen und Figuren, die vor uns auf den Frühstückstellern liegen. Frau C., unser Neuzugang, sieht sich lange die beiden aufgeschnittenen Milchbrötchenhälften an, die ich mit Marmelade beschmiert und vor sie drapiert habe.

Ihr Blick wandert von den Brötchen zu mir und wieder zurück; sie scheint den Anblick in diesem Moment überhaupt nicht mit Essen und Nahrungsaufnahme zu verbinden. “Tja, Frau C.”, sage ich, plötzlich ebenso “entfernt” von dem normalerweise vertrauten Bild der Brötchen, “die sehen aus wie zwei Füße, die jeden Moment von dem Teller losspazieren werden…”

“Ja, genau!”, antwortet Frau C. und lacht.

“Marmeladenbrötchenfüße: da hat man nie mehr Hunger, weil man sich immer was abbeißen kann… außer man beißt zuviel ab, dann hat man keine Füße mehr!”, ergänze ich.

Das leuchtet der dementen Runde auf Anhieb ein und allgemeine heitere Zustimmung ist die Folge. Gegenüber von Frau C. sitzt Frau M., deren Essverhalten sozusagen Süd-indisch ist: sie isst grundsätzlich alles mit den Fingern und genießt dabei die Haptik des Nahrungsmaterials. Gerade hat sie zwei Bananenscheiben in ihren Früchtetee befördert und starrt in ihre Tasse. Die beiden Bananenscheiben starren zurück wie zwei Augen in einem roten Gesicht.

Frau M. weiß nicht so recht, was sie mit der Situation anfangen soll, ich aber weiß umso genauer, wie es jetzt weitergeht: meine Leute haben mir sozusagen den Weg gewiesen. Flugs ist das Flipchart aufgestellt, die Farben geholt und wir widmen den Vormittag einem Fabelwesen, das soeben spontan entstanden ist: Der FRÜHSTÜCKS-GNOM.

Da wir bislang nur Füße und Kopf haben, braucht unser Gnom noch einen Körper, für den sich die Kaffeekanne anbietet. Diese tropft leider, so daß sich eine Kaffeelache unter den Milchbrötchenfüßen des Gnomes bildet – ein Malheur, das für einige Erheiterung bei meinen Gruppenteilnehmern sorgt und das natürlich folgenschwere Auswirkungen auf die Milchbrötchen hat.

Allein das Wort “Lache” mit seinen zwei Bedeutungen bringt uns vom Hölzchen aufs Stöckchen und öffnet die Möglichkeit zu Wort- und Sprachspielen, die gerade bei dementen Menschen immer gut ankommen.

So geht es weiter mit wilden Geschichten über lebendig gewordenes Essen, die mich an meine Kindheit erinnern, als ich mit den Materialien auf dem Teller fantastische Welten erschuf, in denen Schlachten geschlagen, Abenteuer bestanden und außerirdische Landschaften erforscht wurden – bis meine Mutter mich mit einem ungnädigen “Spiel nicht mit deinem Essen!” zurück in die familiäre Realität brachte.

Meine demente Truppe – soweit sie nicht schläft (heute ist ein müder Tag) – ist jedenfalls bestens unterhalten, der Vormittag vergeht wie im Fluge und beim Mittagessen sind alle wieder wach. Frau C. allerdings ist immer noch auf einer anderen Umlaufbahn, was die Nahrungsaufnahme betrifft: sie rührt nichts an und wirkt, als ob nichts absurder sein könnte als auf Teller gehäufte Substanzen, die man sich in den Körper zu befördern hat.

image

Geschichten aus dem Pflegeheim: Nichts ist umsonst, auch der Tod kostet nicht nur das Leben

Als ich morgens zum Frühdienst komme, brennt am Empfangstresen eine Kerze. So weiß ich schon mal, dass wieder ein Bewohner gestorben ist. Etwas später erfahre ich, dass es sich um die seit etwa einem Monat ihrem Ende entgegensterbende Frau S. handelt; ganz bestimmt also eine Erlösung für die patente, humorvolle, voll orientierte Mittachtzigerin aus Pommern.

Jetzt beginnt erstmal ein bürokratisches und menschliches Tohuwabohu, das u.a. dem Sonntag geschuldet ist: da der Hausarzt am Wochenende nicht erreichbar ist, muß ein Bereitschaftsarzt den Tod offiziell feststellen. Dessen erste Frage am Telefon ist gleich: Wer bezahlt mir Anfahrt und Bescheinigung?

Da Frau S. lebende Verwandte hat, namentlich eine Tochter, ist diese gesetzlich verpflichtet, sich um die Bestattung zu kümmern. Die erste Reaktion der Tochter: Ich habe kein Geld, ich kann weder Arzt noch Bestattungsinstitut bezahlen.

Keiner hat sie informiert, dass sie Bestattungshilfe bei der Stadt beantragen kann (und dies auch gleich bei der Beauftragung dem Bestatter mitzuteilen ist). Hinzu kommt, dass der Bereitschaftsarzt, der die Krankengeschichte der Verstorbenen nicht kennt, sach- und fachgerecht „Todesursache unbekannt“ auf den Totenschein eingetragen hat, wodurch er zu einer Meldung an die Polizei verpflichtet ist, die wiederum erst nach Inaugenscheinnahme der Toten dem Bestatter das OK für den Abtransport geben wird.

Die diensthabende russische Pflegefachkraft des Wohnbereiches ist von der unübersichtlichen Situation überfordert und weiß nicht weiter, da sie ihre Vorgesetzte telefonisch nicht erreichen kann.

Ich gehe ins Zimmer von Frau S. und finde die Tote mit geöffneten Augen und Mund vor. Ihr die Augen zu schließen erweist sich allerdings als erfolglos, wohl weil sie schon mehrere Stunden tot ist. Ein Kollege hat mir jedoch einen Trick für diese Situation verraten: man legt dem Verstorbenen eine nasse Kompresse auf die heruntergedrückten Augenlider. Dadurch ziehen sich die Gefäße zusammen und die Augen bleiben verschlossen. Das probiere ich also aus, und siehe da: es funktioniert (zum Glück, bevor die Angehörigen eintreffen).

Dann nehme ich die Angehörigen in Empfang, informiere sie über das Prozedere und führe das hausinterne Abschiedszeremoniell für Verstorbene durch (mittlerweile kann ich Psalm 23 bald auswendig), an dem neben den Angehörigen auch Pflege- und Betreuungskräfte sowie einige Bewohner teilnehmen – Frau S. war äußerst beliebt bei allen und sorgte während ihres etwa anderthalbjährigen Aufenthalts für viel gute Laune und mancherlei Späße.

Eine Kollegin bringt anschließend, als wir das Drumherum besprechen, ihre Gefühle so zum Ausdruck: „Selbst beim Sterben geht’s nur ums Geld und um nichts anderes. Das kotzt mich so an…“

Geschichten aus dem Pflegeheim: die evangelischen Tabletten

Heute bin ich nicht in der Tagesgruppe Demenz eingeteilt, höre aber im Vorübergehen einen erregten Disput zwischen Teilnehmerin Frau M., deren dementer Geist sowohl Wach- und Traumzustand wie auch Erinnerung und Aktualität schwer auseinander halten kann, und einer Pflegekraft. Ich höre, wie die Kollegin Frau M. erklärt, dass man nicht so ohne Weiteres die Religion wechseln kann und „einmal evangelisch“ gleichbedeutend mit „immer evangelisch“ sei. Mal abgesehen davon, dass das natürlich Unsinn ist, sehe ich keine Veranlassung, mich einzumischen.

Etwas später helfe ich nach der Mittagszeit in der Tagesgruppe aus und registriere den aufgewühlten emotionalen Zustand von Frau M. Sie berichtet mir sofort und ungefragt, dass mal wieder einen unglaubliche Sauerei passiert sei, die sie sich aber keinesfalls bieten lassen würde, das wäre ja noch schöner; das sollten die ja versuchen, die würden schon sehen, mit wem sie sich da anlegen usw.

Da ich das gefüllte Pillendöschen an ihrem Platz stehen sehe (die Medikamente soll sie vor dem Essen nehmen), frage ich sie, was mit den Pillen ist.

„Das ist es ja!“ legt Frau M. los, „die wollen mich hier katholisch machen! Diese Pillen sind für Katholiken, aber ich bin evangelisch und das ändere ich auch nicht!“

Ich bin ganz Ohr und äußere Zustimmung: „Na klar, Frau M., keiner erwartet, dass Sie als Protestantin katholische Pillen schlucken. Soll ich mal losgehen und die evangelischen Pillen holen?“

Frau M. ist jetzt aber auf Krawall gebürstet und entschlossen, erstmal durch Widerstand zu zeigen, dass sie sich solche Machenschaften nicht gefallen lässt: „Nee, die können mich mal. Ich nehm jetzt gar nichts mehr!“

Stattdessen geht sie eine Zigarette rauchen und ist dank ihrer Standhaftigkeit der Katholisierung entronnen. Wenn’s doch immer so einfach wäre.

Geschichten aus dem Pflegeheim: Die Liebe zum Kommunismus zurückfahren

Experiment in der heutigen Zeitungsrunde: zusätzlich zur notorisch rechtslastigen NGZ (Neuss-Grevenbroicher Zeitung, ein erzreaktionäres schwarzes Blatt mit allerdings umfangreichem Lokal- und Sportteil) bringe ich einen Artikel aus der aktuellen “UZ” zum Vortrage.

Vorher weise ich darauf hin, dass es sich um eine sozialistische Wochenzeitung handelt, deren Inhalte ganz sicher als Gegenposition zu Blättern wie der NGZ zu werten sind. Ich lese einen Beitrag von Nina Hager aus dem Bereich “Positionen” vor, in dem es um die Grenzöffnung 1989 geht – ein Thema, das auch in der Einrichtung unvermeidlicherweise präsent war und im Rahmen der staatlichen Jubelorgien abgefeiert wurde.

Der Artikel selber ist eher harmlos, fast schon sozialdemokratisch anmutend, verweigert sich aber natürlich der geforderten DDR-Dämonisierung und lässt im Gegenteil den Wunsch nach dem Antifaschismus und der Friedenspolitik der DDR anklingen.

Dieser letzte Satz des Artikels (“.. ihre – der DDR – konsequente Friedenspolitik täten diesem Land – und nicht erst jetzt – mehr als Not.”) versetzt meine wackeren alten Antikommunisten allerdings stante pede in Rage.

“Also, das ist ja wohl das Letzte“ sch
naubt Herr T., seines Zeichens stolzer Ehemaliger der BRD-Bundeswehr. „Friedenspolitik? Dass ich nicht lache! Die sind doch 1968 in die Tschechoslowakei einmarschiert!”

Ich bin erstaunt, denn meiner Kenntnis nach war die NVA nicht an der Zerschlagung der tschechischen Konterrevolution beteiligt. Egal, da dies die letzte Meldung aus unserer heutigen Zeitungsschau ist, möchte ich die Runde versöhnlich beenden und verabschiede meine Truppe freundlich.

Auf dem Weg in seine Wohnbereich rollt Herr T. auf seinem Rollstuhl an mir vorbei, mustert mich kritisch von unten und bemerkt: “Also, mein Lieber, Ihre Liebe zum Kommunismus müssen Sie mal etwas zurückfahren!”

Ich muss lachen und antworte ihm “Das glaub´ich nicht, Herr T. Vor allem glaube ich, dass es nicht schaden kann, beide Seiten einer Geschichte zu kennen. Und was ihre Behauptung über die Beteiligung der NVA an den Ereignissen in der CSSR 1968 betrifft – das werde ich überprüfen..”

Eine kurze Google-Recherche erbringt dann das Ergebnis, dass, wie ich vermutete und zu wissen meinte, die NVA tatsächlich 1968 zwar in Alarmbereitschaft versetzt war, aber keine Soldaten im Nachbarland hatte. Den Ausdruck dieses Artikels aus der bestimmt nicht Kommunismus-verdächtigen “Zeit Online” (https://www.zeit.de/1994/34/allzeit-bereit) werde ich morgen mal Herrn T. überreichen.