Gelli-Print Workshop

Den Bildtransfer auf eine Gel-Druckplatte wollte ich immer mal mit den Pflegeheim-Bewohnern in unserer „Mal- und Kreativrunde“ machen. Das ist eine relative einfache (und deshalb beliebte) Technik im Mixed-Media-Bereich, um Fotos, Grafiken oder Texte direkt in einen Monodruck einzuarbeiten. Das Prinzip basiert darauf, dass die feuchte Acrylfarbe auf der Platte die Druckerschwärze bzw. den Toner des Papiers anlöst und das Motiv beim Abziehen auf der Platte zurückbleibt.

So weit, so simpel. Außer dass es gar nicht so simpel ist. Das Prinzip schon, das Material . Gelplatten, Farbwalzen, Acrylfarbe, Zeitungsausschnitte oder Laserausdrucke, sonstiger Kram (Blätter, Federn, Stoffe, Blasenfolie usw,) für Texturen hat man schnell zusammen. Aber man merkt schnell, dass die Sache nicht auf Anhieb so klappt, wie me+an es sich wünscht und vorstellt. Die Abfolge der einzelnen Schritte ist schwierig zu merken für Leute mit Rechts-Links- bzw. Vorher-Nachher-Schwäche, zumal man sich immer gewahr sein muss, dass das „Negativ-Bild“ auf der Gelplatte die gespiegelte Version von dem ist, was man auf dem Papier sehen will, das man bedruckt.

Außerdem wird in mehreren Farbaufträgen gearbeitet, zusätzlich kommt es auch noch darauf an, wie dick oder dünn der erste Farbauftrag ist derjenige, der es Bild umnehmen soll), wieviel Druck man beim Pressen des Bildes anwendet usw. Und mn bricht am besten ein Atelier, eine Werkstatt oder so etwas ähnliches. Farbwalzen und Gelplatten müssen gereinigt werden, Acrylfarb-Tuben oder Becher stehen und liegen rum,

Kurzum, man kann jede Menge Fehler machen. Also bin ich mal zu einem Gelli-Print Workshop bei Boesner gegangen. Viel schlauer bin ich jetzt nicht. Als Ergebnis der fünf Stunden Werkeln hab ich mitgenommen: Schnelle Erfolge gibt es eher nicht. Man muss sich an die Technik gewöhnen und den geeigneten Zugang zum Arbeiten mit Gelplattendruck selbst rausfinden – indem man experimentiert und sich häufig mit der Sache beschäftigt.