Lidl lohnt sich (für Dieter Schwarz, Lidl-Besitzer und reichste Deutscher): Die widerlichste und ekligste „Werbung“, die ich seit langem gesehen habe

Altersarmut und Verelendung taugen in dieser Gesellschaft bestenfalls als Vorlage für rührselige Spendenappelle an die immer ärmer gemachte Bevölkerung.

Das gezielt und absichtlich herbeigeführte Elend, das der neoliberale Kapitalismus hierzulande mit Sanktionskrieg, Aufrüstung, Energiepreisexplosion und Sozialkürzungen noch verschärft, wird als unausweichlicher, naturgegebener Umstand hingestellt, dem man vielleicht mit ein paar milden Gaben und Brosamen mildern, aber jedenfalls nicht abschaffen kann.

Beim Spätdienst heute im Pflegeheim höre ich von den Bewohnern, dass sie ab Januar bis zu 800 Euro mehr für den Pflegeplatz zahlen müssen. Im Monat. Die Leute sind ratlos und fühlen sich wie Melkkühe, wie der letzte überflüssige Dreck behandelt. „Woher soll denn das Geld kommen? Meine Rente reicht doch nicht mal für den bisherigen Kostensatz aus…“, sagt eine Bewohnerin fassungslos.

Es ist Zeit, die Macht der Leute zu brechen, die von dieser Gesellschaftsordnung und von dieser Ökonomie profitieren. Staat und Kapital sind diejenigen, die den Laden zu unserem Schaden am Laufen halten und für ihre Profite und ihre Kriege uns in die Pflicht nehmen, uns arbeiten und darüber verarmen lassen. Es ist Zeit, den Laden selbst zu übernehmen.

Ein Brief von Lenin an Clara Zetkin

In dem Buch „Hertha Gordon-Walcher und der Traum von der Revolution“ wird ein Brief von Lenin zitiert, den dieser 1918 an Clara Zetkin schrieb, deren Vertraute und Sekretärin Hertha war. Hertha hatte einen Brief Zetkins für Lenin in den Kreml gebracht und dem russischen Revolutionsführer diesen übergeben.

Das Antwortschreiben Lenins zeigt, wie sehr die Oktoberrevolution zum damaligen Zeitpunkt in der Schwebe hing, wie erbittert der Widerstand der Bourgeoisie gegen ihre Entmachtung war, und mit welch gewaltigen Hindernissen sich die Bolschewiki konfrontiert sahen.

Neujahrswunsch

Ein weiteres Jahr, Freunde. ..

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In den letzten beiden Tagen sind mir zwei Zitate begegnet, in denen es um Dunkelheit geht. Das eine ist aus einem Gedicht von Steffen Mensching und ist dem Buch „Bittere Brunnen – Hertha Gordon-Walcher und der Traum von der Revolution“ vorangestellt. Es lautet:

„… In dieser dunklen Welt / findet Halt nur /der einen anderen hält“

Das andere ist von Bertold Brecht, zum Thema „Kann die heutige Welt durch Theater wiedergegeben werden?“ aus dem Jahr 1955:

„Weil nämlich ‑ im Gegensatz zur Natur im allgemeinen ‑ die Natur der menschlichen Gesellschaft im Dunkel gehalten wurde, stehen wir jetzt, wie die betroffenen Wissenschaftler uns versichern, vor der totalen Vernichtbarkeit des kaum bewohnbar gemachten Planeten.“

Das Dunkel ist die Blindheit für die Verhältnisse in der Klassengesellschaft. Und die ist seitdem noch mehr geworden; diejenigen, die es vertreiben wollen eher noch weniger. Da ist es wichtig, ein paar von denjenigen zu kennen, die das Dunkel, in dem die Gesellschaft immer noch gehalten wird, aufheben möchten.

Ich danke allen Facebookfreunden und -feinden (ja, denen auch) und den paar Freunden im echten Leben, dass sie es ein weiteres Jahr mit mir ausgehalten haben. Ich weiß, wie unangenehm das sein kann – schließlich muss ich diese undankbare Aufgabe jeden Tag selbst bewältigen. Und das ist nicht einfach, auch wenn’s meist unterhaltsam ist.

Selbst enge alte Freunde und Verwandte haben mir die Freundschaft gekündigt, weil ihnen die Penetranz, mit der ich versuche, Licht in die oben beschriebene Dunkelheit zu bringen, auf die Nerven geht, zu radikal, zu übertrieben oder zu unverschämt ist. Umso mehr freut mich die Verbindung zu Freunden, mit denen ich mich austauschen kann, deren Beiträge mich zum Nachdenken bringen und inspirieren. Ihr tragt dazu bei, dass ich diese Welt, ihre Dunkelheit und mich selber aushalten kann.

Ich hoffe, wir können 2024 damit weitermachen – und jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten dazu beitragen, dass die Dunkelheit dieses Zeitalters mitsamt der ihr zugrunde liegenden imperialistischen Gesamtverarsche vertrieben wird.

Im Reich der Geisterhunde

Nach den mysteriösen, wenn nicht belastenden Erlebnissen, die der Hund und ich in den letzten paar Monaten in den Oberkasseler Parks hatten – rätselhafte Aliens, die ich für Zeitreisende hielt und halte, hatten scheinbar bei jeder Begegnung das Raum-Zeit-Kontinuum manipuliert und uns in eine extra-temporäre Parallelrealität versetzt – gehen wir mittlerweile kontraindikativ direkt in die Parallelwelt, aber in eine unserer Wahl: ins Reich der Geisterhunde.

Dort fühlt sich mein vierbeiniger Freund am wohlsten; er wirkt nicht im Mindestens erschreckt oder verblüfft über die für den normalen Verstand ziemlich respekteinflößenden riesigen Geisterhunde („canes exspiravit“, so der magische Fachterminus).

Ich bin bei diesen Ausflügen nur der Begleiter, betrachte mir alles eingehend und mache mir innere Notizen über die erstaunlichen Erscheinungen in dieser Zwischenwelt. Es geht dort friedlich zu; offensichtlich entsprechen wohlgenährte Zufriedenheit und gemütliche Ruhe den Vorstellungen, die Hunde von einer idealen Welt haben.

Hört man mal ein Bellen oder Knurren, geht es in der Regel um erfreuliche und abwechslungsreiche Vorkommnisse, die unweigerlich immer mit Nahrungsaufnahme, Spiel oder Schlaf zu tun haben. Dies ist zweifellos eine Auswahl, die auch mir zusagt und so sehe ich wenig Veranlassung, meinem guten Kameraden mit dem schwarzbunten Fell den Wunsch abzuschlagen, recht oft diese Welt aufzusuchen.

Eine neue Welt

Das singuläre Ereignis, welches mehr als alle anderen weltpolitischen und geostrategischen Entwicklungen derzeit den Ablauf der Geschichte verändert, ist der Stellvertreterkrieg in der Ukraine, den die NATO gegen Russland führt (und „über die Bande“ damit auch gegen China).

Der Grund dafür ist, dass der Ukraine-Konflikt der Katalysator der neuen multipolaren Weltordnung ist, die die Jahrhunderte alte westliche Dominanz mit ihrer ungebrochenen Geschichte von Kolonialismus, Sklaverei, Eroberungsskriegen und ökonomischer Erpressung, ablöst.

Westlichen Kommentatoren – auch „marxistischen“ – ist das Ausmaß dieser unumkehrbaren globalen Kräfteverschiebung noch gar nicht richtig bewusst. Einer der hellsichtigsten Beobachter und Analysten ist der Brasilianer Pepe Escobar, der in diesem Beitrag für ZeroHedge die Entwicklungen skizziert:

„Die Fragmentierung der Weltwirtschaft polarisiert bereits die expandierenden BRICS 10 (ab 1. Januar unter russischem Vorsitz und ohne das mit der Dollarisierung liebäugelnde Argentinien) und die schrumpfende G7.

Der stellvertretende russische Außenminister Andrej Rudenko – eine Schlüsselfigur in Asien – bekräftigte in einem Gespräch mit TASS erneut, dass der wichtigste Antrieb für die Greater Eurasia Partnership (offizielle russische Politik) darin besteht, die Eurasische Wirtschaftsunion (EAEU) mit der BRI zu verbinden.

Während Russland ein sorgfältig austariertes Gleichgewicht zwischen China und Indien entwickelt, gilt derselbe Antrieb für die Entwicklung der INSTC, bei der Russland-Iran-Indien die wichtigsten Partner sind und Aserbaidschan ebenfalls zu einem wichtigen Akteur werden wird.

Hinzu kommen die erheblich verbesserten russischen Beziehungen zu Nordkorea, der Mongolei, Pakistan (einem BRI- und SCO-Mitglied) und ASEAN (mit Ausnahme des verwestlichten Singapur).

Die BRI ist, wenn es hart auf hart kommt, auf dem Vormarsch. Ich war gerade für drei Wochen in Moskau, Astana und Almaty und konnte mir von mehreren Quellen bestätigen lassen, dass die Züge in allen Verbindungskorridoren bis zum Anschlag gefüllt sind: über die Transsibirische Eisenbahn, über Astana bis nach Minsk und über Almaty nach Usbekistan.

(…)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass im andauernden, immer härter werdenden Krieg der Wirtschaftskorridore die Initiative bei Russland und China liegt.

Aus Verzweiflung und weil sie im Krieg der Wirtschaftskorridore nicht mehr als ein kopfloses Opfer ohne Optionen sind, greifen die EU-Vasallen des Hegemons darauf zurück, das „Follow the Money“-Drehbuch zu verdrehen.

Das (russische) Außenministerium hat das Einfrieren russischer Vermögenswerte – nicht nur privater, sondern auch staatlicher – durch die EU als reinen Diebstahl bezeichnet. Nun macht der russische Finanzminister Anton Siluanow unmissverständlich klar, dass Moskau auf die mögliche Verwendung der Einnahmen aus diesen eingefrorenen russischen Vermögenswerten symmetrisch reagieren wird.

Um es mit Lawrow zu sagen: Ihr konfisziert, wir konfiszieren. Wir alle konfiszieren.

Die Auswirkungen werden katastrophal sein – für den Hegemon. Keine Nation des Globalen Südens außerhalb des NATO-Staates wird „ermutigt“ werden, ihre Devisen/Reserven im Westen zu parken. Das könnte im Handumdrehen dazu führen, dass der gesamte Globale Süden das von den USA geführte internationale Finanzsystem verlässt und sich einer von Russland und China geführten Alternative anschließt.

Die gleichrangige strategische Partnerschaft zwischen Russland und China ist bereits dabei, die „regelbasierte internationale Ordnung“ an allen Fronten herauszufordern – indem sie ihre historischen Einflusssphären ausbaut und gleichzeitig aktiv riesige, miteinander verbundene Verbindungskorridore entwickelt, die diese „Ordnung“ umgehen. Das schließt einen direkten heißen Krieg mit dem Hegemon so weit wie möglich aus.“

https://www.zerohedge.com/geopolitical/escobar-russia-china-are-roll