Ungelöste Kriminalfälle: Marlow und das Loch im Boden

Das versiegelte Buch, das sich wie aus dem Nichts über dem Opfertisch materialisierte, war von einem elektrisch leuchtenden Schimmer umgeben. Instinktiv wusste Marlow, dass es nicht nur das „Geheimnis des Inneren Kindes“ enthüllen würde, von dem die rätselhafte Kundin gesprochen hatte, sondern ihm auch Hinweise auf den noch immer ungelösten Fairbanks-Fall geben könnte.

Wenn er doch nur des Buches habhaft werden könnte; des Buches, das keine zwei Meter vor ihm leicht vibrierend in der Luft schwebte, aber durch einen volatilen Abgrund aus reiner Antimaterie geschützt war, der sich mit jedem Versuch, dem Buch nahezukommen, zwischen Buch und Näherkommenden schob. Es handelte sich um eine Art Loch im Boden, dessen Tiefe unauslotbar war und das direkt in die Hölle zu führen schien.

Marlow beschloss, sich zunächst einmal einen Scotch einzugießen, die Sache zu beobachten und dabei das weitere Vorgehen zu kontemplieren.

„Gegen Rechts“ bedeutet womöglich „Gegen die bisherige Rechtsordnung der BRD“

Ein Abgeordneter fragt und die Bundesregierung schweigt – und mauert: Die Beantwortung seiner Frage könne „das Staatswohl“ und die Arbeit der Geheimdienste beeinträchtigen.

Thema war die „Enthüllung“ des „Recherche-Netzwerks Correctiv“ über ein Treffen einiger Politiker und Ideologen des rechten Spektrums, die anschließend von der Regierung und ihren Medien nicht nur für die Mobilisierung von Hunderttausenden zu Aufmärschen „Gegen Rechts“ genutzt wurde, sondern zur Änderung bzw. Verschärfung einer Reihe von Gesetzen, die Meinungsfreiheit und Bürgerrechte betreffen. Außerdem zur Ankündigung von Maßnahmen gern abweichende Meinungen „unterhalb der Strafbarkeitsgrenze“, also der Einführung einer Art Gedankenpolizei, die Dissens zum Regierungsbanken im Vorfeld erkennen und bekämpfen soll.

Dagmar Henn hat mal wieder den Finger am Puls der Faschisierung:

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„Es geht tatsächlich um die Frage, ob eine Verschwörung zwischen Teilen der Bundesregierung, der Sicherheitsbehörden und halb journalistischer, halb geheimdienstlicher Strukturen wie Correctiv einen politischen Skandal inszeniert hat, um die Rechtsordnung der Bundesrepublik gravierend verändern zu können. (…)

Man könnte jetzt schon Wetten darüber abschließen, ob das, was mit der Correctiv-Nummer gestartet wurde, nicht tatsächlich ein Putsch war, der darauf abzielte, jede Möglichkeit einer politischen Richtungsänderung dauerhaft zu verhindern.
Wer sich dabei auch nur ansatzweise auf die Argumentation einlässt, es ginge schließlich nur gegen die AfD, verhält sich ähnlich naiv wie jene, die nach dem 28. Februar 1933 meinten, die Verfolgungsmaßnahmen richteten sich ja nur gegen die Kommunisten. Ein Bündel derartiger Maßnahmen meint immer alle, die nicht der Linie folgen. (…)

Der Grund, warum die simplen Fragen des Abgeordneten Holm auf keine, wirklich keine Art und Weise beantwortet werden können, ist, dass die Regierung der Bundesrepublik Deutschland auf zutiefst rechtswidrige Art und Weise und in der Absicht, die verfassungsmäßigen Rechte der deutschen Bevölkerung dauerhaft mindestens zu beeinträchtigen, wenn nicht abzuschaffen, unter Zuhilfenahme zwielichtiger Strukturen wie Correctiv eine Staatskrise fingiert hat.“

https://freeassange.rtde.live/meinung/199528-potsdam-correctiv-und-unbeantwortete-fragen/?fbclid=IwAR1lvl-MzjGCez3aHDbxcTC5RO94z-8UzgOO_zUm6dGZ2pjVhsKU8pw0b_o_aem_AVXMRlsJ8Qr36kDE0ukkUxTIiA8z-C6s0Io3kRQiu2klqRemyUKt-SJrWNrXIic0OMU

Ein Guter geht

Die Nachbarschaft trauert um Michael, den griechischen Betreiber der TRINKHALLE.

Der Krebs hat ihn dahingerafft, er war höchstens Mitte fünfzig. Michael hat sich um die trinkfreudige und zahlungskräftige Bewohnerschaft des Viertels verdient gemacht, indem er seinen Laden nach und nach zu einer hochkarätigen Weinhandlung ausbaute.

Sein Motto, ein Goethezitat, hing als Aufforderung an die Kundschaft im Fenster: „Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken“. Dabei war Michael höchst selten hinter dem Verkaufstresen zu sehen; diese profane Aufgabe überließ er drei oder vier bezaubernden jungen Frauen, die ihm über die Jahre als Mitarbeiterinnen treu blieben – offensichtlich zahlte er gut und war auch sonst ein freundlicher Geselle. Jedenfalls war er eine Institution in Oberkassel. Oft saß er auf den Stufen des Seiteneingangs und hielt Pläuschchen mit den Vorbeikommenden.

Jetzt fragen sich bange Anwohner, wer die elementar wichtige Funktion Michaels bei der Drogenversorgung des Stadtteils übernimmt. Zunächst aber wird ausgiebig getrauert; jeden Tag wächst das Blumen- und Kerzenarrangement vor den untypischerweise heruntergelassenen Rollläden.

Gleich vier Titelmeldungen über die Präsidentenwahlen in Russland: Der Neo-“Stürmer“ von der Elbe dreht völlig frei vor Wut und Häme über den Wahlausgang in Russland

Wenn die NATO-Medien so schäumen, muss Russland irgendetwas richtig gemacht haben: statt die Oppositionskandidaten zu wählen, haben die Russen einfach in überwältigender Mehrheit ihre Unterstützung des jetzigen Präsidenten und seiner Regierung zum Ausdruck gebracht.

Der als zukünftiger Russenchef NACH dem Regime Change vorgesehene Liebling des Westens und bekennende Rassist Nawalny hatte sich bekanntlich durch Tod der Aufgabe entzogen, die „Spiegel“ und NATO für ihn vorgesehen hatten, so dass wir jetzt gerade keinen Zugriff auf die russischen Wahlen hatten. Daraus ergibt sich von ganz alleine, dass es sich bei diesen „Wahlen“ folglich nur um solche in Anführungszeichen handeln kann: „Das sind natürlich keine Wahlen“, zitiert das Hamburger Fachblatt für Russenkunde handverlesene Putin™gegner unter den Exilrussen in Berlin.

Diese Figuren stellen in Russland selbst vielleicht 2-5 % der Wähler, werden dem westlichen Publikum aber von „Spiegel“ & Co als schweigende russische Mehrheit verkauft, die sich nur hier, in unserem Reich der Freiheit, zu Wort melden darf, während im moskowitischen Reich der Finsternis die brutale Diktatur des Autokraten Putin™ die Bürger irgendwie dazu zwingt, zu 87,9% für den Kremlherrscher zu stimmen.

Auf die schier unfassbar perfekte und umfassende Manipulation und Gehrinwäsche, die nötig ist, um die Wahlberechtigten durch die Bank ihr Kreuzchen beim Präsidenten machen zu lassen, geht der „Spiegel“ nicht weiter ein; für den deutschen Durchschnittsvolksgenossen reicht die Mitteilung, dass da hinten im Osten der FALSCHE gewählt wurde. Und das auch noch mit riesiger Mehrheit, was erst recht ein Beweis ist für die zutiefst undemokratische Natur dieser „Wahlen“.

Wären die Russen frei, so wie die Menschen bei uns, hätten sie ja einen anderen gewählt (posthum Nawalny wahrscheinlich), jedenfalls einen, der uns genehm ist und der Russland wieder wie in den goldenen Jelzin-Jahren zum Selbstbedienungsladen des westlichen Kapitals macht. Dass sie das versäumt haben, zeigt ja wohl, dass in Russland immer noch keine Freiheit herrscht.

Wie man bei diesem störrischen östlichen Menschenschlag eine Demokratie hinkriegt, die unseren Ansprüchen genügt, zeigt uns der „Spiegel“ weiter unten mit einem Bericht über die Aussagen der Regierungschefin eines baltischen Zwergstaates, die sich in dort typischer russophober Scharfmachermanier „Mad Macron“ anschließt und NATO-Truppen in der Ukraine nicht ausschließen will.

Die forsche Ingrida aus Litauen vertritt die westlichen Werte schon insofern aufs Sichtbarste, als sie eher wie ein Mann aussieht und dementsprechend großsprecherische Drohgebärden und Kampfrethorik aus dem Effeff beherrscht. Sie und ihre 2,8 Millionen Litauer (etwa die Hälfte der Einwohner der russischen Großstadt Sankt Petersburg) scheinen sich wohlzufühlen in der Rolle der Spitzmaus, die den Bären anquiekt und ihm Prügel androht.

So ist letztlich – trotz des nicht zu leugnenden Schauderns, die die Wiederwahl des blutbadenden Kremldikators beim Leser hinterlässt – dank der Einordnung des Vorgangs ins Gesamtbild der von Freiheit und Demokratie (und NUR von diesen!) garantierten Überschaubarkeit der Welt, der Seelenfrieden des deutschen Kleinbürgers mal wieder gerettet und er kann sich dem „Tatort“ oder seiner Familie widmen.

Ein leichtes Unbehagen bleibt allerdings, schließlich ist ja weiterhin der Putin™ im Kreml an der Macht und stört damit nicht nur unsere regelbasierte Ordnung, sondern will sie sogar ABSCHAFFEN. Unsere weisen und demokratischen Staatsmänner und -Frauen werden das aber, unter kennerischer Begleitung und Kommentierung durch „Spiegel“ & Co, im Auge behalten und uns geschickt durch die gefährlichen Gewässer der internationalen Politik steuern. Und nun zur Werbung.

„Wir haben einen russischen Präsidenten, der uns bedroht”

Zwei junge, hippe und extrem muntere Moderatoren veranstalten in einem “Tagesschau”-Podcast ein ‘Gedankenexperiment”. Viel experimentiert wird dabei allerdings nicht, und mit Denken schon gar nicht. Stattdessen betrachten die beiden Vertreter der Generation Z die nationalen Vorbereitungen auf den Krieg.

Der wird kommen, was irgendwie keiner so richtig gut findet, aber: „Man muss verstehen, dass es ernst werden kann und dass sich die Bundeswehr im Kriegsfall nicht um alles kümmern kann“, dass also ganz viel Eigeninitiative und planende Vorbereitung auf den „Ernstfall“ zu leisten ist. Das nationale WIR kommt den juvenil salbadernden Podcastern so geschmeidig über die Lippen wie der ganze Podcast an eine flotte Sendung des Jugendrundfunks aus den 1970ern erinnert.

Am Verstörendsten und Bizarrsten ist, wie sich die beiden fröhlich daherplappernden „Gen Z“-Vertreter – altersmäßig vermutlich irgendwo zwischen Anfang Zwanzig und Anfang Dreißig angesiedelt – die Sorgen der Herrschenden und deren Krieges gegen Russland zu eigen machen. Wie sie sich den Kopf des Kriegsminister zerbrechen über die Details eines „Ernstfalles“, dessen vermutete Unvermeidlichkeit Prämisse dieses Gedankenspiels ist. Sie nennen es Gedankenspiele für den Angriffsfall („Wir haben einen russischen Präsidenten, der uns bedroht“!) sie als a priori Gegebenheit nehmen.

„Angriffsfall“ ist das Wording der „Tagesschau“ als staatlicher Sendeanstalt einer Kriegspartei; dieser Angriffsfall, der natürlich Russland untergeschoben wird, wäre im sogenannten Ernstfall nichts anderes als die Reaktion Russlands auf einen Angriff durch die NATO.

Die  beiläufige bellizistische Indoktrination des Podcasts besteht in den scheinbar faktischen Erwägungen, welche Zivilschutzmaßnahmen im Falle des bevorstehenden Kriegsfalles zu treffen sind und ob und inwieweit „wir“, also der Staat, der diesen Kriegsfall erst herstellt, darauf vorbereitet sind. DASS der Kriegsfall eintritt, liegt irgendwie in der Luft und ist dann – mal wieder – auf jeden Fall klar die Schuld des Russen, denn: „Wir haben einen russischen Präsidenten, der uns bedroht.“

Soweit (und weiter garantiert nicht) stellt sich die Sache dar für Leute einer Generation, die nach 1990 geboren wurde und die in Form jugendlich daherzwitschernder Podcastmoderatoren ihren Altersgenossen und dem Rest des „Tagesschau“-Publikums erklären muss, dass vor 35 Jahren mal „ein Riss durch Europa“ ging und es eine „Grenze mitten durch Deutschland“ gab. Nein! Doch!! Oh….!!!

Mehr Reflexion ist nicht drin, mehr Nachdenken nicht erwünscht. Natürlich müssen die Moderatoren ablesen, was eine Redaktion ihnen aufschreibt; es bleibt aber zu befürchten, dass diese braven Jungdeutschen (die selber für ihren Podcast „recherchiert“ haben, indem sie z.B. Schutzräume in Berlin besichtigt haben) die Grenzen ihres Horizontes erstens überhaupt nicht sehen und dass diese zweitens definiert sind von der nie hinterfragten Eingebettetheit in das nationale Kollektiv, in dem es keine Klassen, sondern nur Chancen für individuellen Erfolg oder Versagen gibt; keine Herrschaft, sondern nur gutes oder schlechtes Regieren; keine Feinde außer denen, die die Regierung als solche definiert: „Wir haben einen russischen Präsidenten, der uns bedroht”.

Ein Podcast, der in seiner unbedarften Fröhlichkeit und sachlich-besorgten Bestandsaufnahme von niemals  hinterfragten Zuständen das Gruseligste ist, was ich seit langem hören musste..

Kriegsertüchtigung!

Es wird ernst! Die Bundesregierung will KRIEGSTÜCHTIGKEIT an der Heimatfront herstellen, denn schon wieder will uns der Russe™ angreifen oder jedenfalls seine fiesen autokratischen Ideen bis in unser freiheitliches Paradies ausbreiten. NICHT MIT UNS!

Ganz im Sinne von Wehrminister Pistolius hier ein paar praktische Life-Hacks, mit denn auch ältere, untrainierte und faulere Krieger sich dem Russen™ entgegenstemmen können.


Episode 1: Von Berlin bis zum Ural – der Sieg an der Ostfront braucht einen langen Atem!


Episode 2: Mit eiserner Disziplin dem Russen die Nachschublinien abschneiden!


Episode 3: Die Fake News und Desinformationskampagnen des Russen™ an der Wurzel bekämpfen und erbarmungslos den autokratischen Kremldiktator bloßstellen!