100 Jahre KPCh: Haß, Hetze und wertekriegerische Überheblichkeit aus dem Westen

Meine eigene individuelle kleine Presse- und Medienschau deutscher Meldungen über die 100-Jahr-Feier der CPC und die Ansprache des chinesischen Präsidenten macht mich sprachlos.

Das schiere Ausmaß an Haß, Hetze und wertekriegerischer Überheblichkeit, mit der der unglaubliche Aufstieg der Volksrepublik und die sehr sachliche und freundschaftliche Rede Xis kommentiert wird, erschreckt und läßt Schlimmstes befürchten.

Es wird deutlich, dass dieser Westen, dieser Imperialismus, in Form seiner Leitmedien und leitenden Politikern, ausschließlich in Kategorien der Konfrontation, der Konkurrenz und des Kampfes denkt.

Der Gegensatz könnte nicht größer sein – zwischen der (auf der Grundlage seiner historisch einmaligen Erfolgsgeschichte) ausgestreckten Hand Chinas und dem aggressiv feindseligen Kläffen der imperialistischen Meute, die angesichts des eigenen Niedergangs nichts anderes weiß als wütend und irrational um sich zu beißen.

Die verdiente Dagmar Henn hat sich die Mühe gemacht, ein paar der wertewestlichen Reaktionen zu sezieren: https://de.rt.com/meinung/120118-die-rede-und-die-propagandisten-was-deutsche-medien-aus-xi-jinpings-rede-machen/

Die Rede und die Propagandisten – Was deutsche Medien aus Xi Jinpings Rede machen

Klagelied der imperialistischen Politiker und Medien über China

Der Chines‘, zumal sein Staat,
ist ein schlimmer Autokrat;
Geld und Macht, modernste Waffen
sich erfolgreich anzuschaffen

Hat er leider hingekriegt
uns sogar im All besiegt
All dies aber bloß und nur
weil: BÖSE DIKTATUR!

Bei ihm herrscht nämlich das verkehrte
System, denn ohne unsre WERTE
die seit zweihundertfünfzig Jahren
Garanten unseres Wohlstands waren

– Also Sklaverei und Kriege
Kolonialismus, Bomben, Lüge,
Erpressung, Putsche und Sanktionen
und das Blut von zig Millionen –

ist vor allem eines klar:
Der Chines‘ ist die GEFAHR!
Man will uns dort nicht länger dienen
als lukrative Arbeitsbienen.

Volksrepubliks-Kriterium
ist nicht unser Imperium
sondern ein angenehmes Leben
für seine Leute (das sind viele!).

DAS können wir ihm nicht vergeben
und suchen schon mal Erstschlagsziele
um diesem frechen Asiaten
so richtig einen reinzubraten.

Geschichten die das Leben schrieb: Die Quallenfischer von Schönberg

Im Ostseebad Schönberger Strand existiert noch heute die alte Tradition einer Fischerei-Spielart, von der Außenstehende, insbesondere außenstehende Landratten, noch nie gehört haben:

Die Quallenfischerei.

Das schwer zu erlernende Handwerk wird nicht vom Vater auf den Sohn, sondern stets generationsüberspringend vom Urgroßvater auf den Urenkel vererbt – mit ein Grund, warum es lange ausgestorben schien. Schwer zu erlernen und zu beherrschen ist die Kunst des Quallenfischens schon deshalb, weil die glibberigen Ostseequallen (die nicht mit den stramm festkörperhaften Muskelquallen der Nordsee oder erst recht den gepanzerten Raubquallen um Island zu verwechseln sind) mit normalen Fischernetzen nicht zu erbeuten sind.

Nein, man muß hier auf das Geschick und die Erfindungsgabe des norddeutschen Menschenschlages zurückgreifen, um zu einem erfolgreichen Quallenfischer zu werden. Und das tut der norddeutsche Mensch: Urfischer Hein Moinsen, der mythologische Gottseibeiuns der Quallenfischer, wusste was er tat, als er – so die Sage – nach einem nächtlichen Gelage morgens früh um 4:00 seinen Kahn bestieg und auf die schimmernde Ostsee hinausfuhr.

Beseelt vom herben Landbier und etlichen Lagen Köhm brachte er einen großen Eimer an der Backbordseite des Bootes an. Sodann tauchte er eine Hand in das salzige Element, wedelte diese in langsamem, gleichmäßigem Rhytmus hin und her und sang spontan diese Verse:

„Qualle, Quällchen, schönes Glibbern!
Lass mich hier nicht lange dibbern*,
Kommt herbei, ihr kleinen Schleimer,
springt in meinen Qualleneimer!“

Was die Quallen dann auch taten. Lag es am norddeutschen Singsang des Urfischers? An seiner Verbindung mit den Elementen oder seiner Trinkfestigkeit? Bis heute jedenfalls ist nicht jeder zum Quallenfischer geeignet; auch manch Einheimischer kann im Wasser wedeln und die Quallenbeschwörungsverse singen bis die Flut kommt und keine Qualle springt in seinen Eimer.

Ist der Eimer aber voll und die Beute an Land gebracht, weiß nur die Quallenfischersfrau um das Geheimnis der schmackhaften Quallensuppe, die man hier im Norden auch „die Bouillabaisse des kleinen Mannes“ nennen würde, wenn man Französisch könnte.

*norddeutsch für „meckern, jammern, drängeln“

(Bilder: Einer der letzten Quallenfischer macht seinen Kutter klar und sticht in See)

Geschichten die das Leben schrieb: Sonnentage im Urlaub

Die Frau so (studiert die Wetter-App): “Also morgen und übermorgen, da werden wir unseren Arsch nur in die Sonne hängen! Da ist keine Wolke am Himmel!“

Ich (erschrocken, heimlich Pläne schmiedend für stundenlanges iPad-Daddeln in abgedunkelten Räumen, aber Zustimmung signalisierend): „Da gibt’s kein Pardon bei der Sonnung!“

Die Frau, zufrieden: „Nee. Genau.“

Auf dem Kalten Berg

登陟寒山道

寒山路不窮

谿長石磊磊

澗濶草濛濛

苔滑非關雨

松鳴不假風

誰能超世累

共坐白雲中

Besteigst du den Kalten Berg,
so nimmt der Weg kein Ende.

Entlang der Bäche aufgetürmt die Felsen,
die Flüsse breit, das Gras von Nebel bedeckt.

Das Moos ist rutschig, doch gab es keinen Regen,
die Kiefern singen, auch ohne Wind.

Wer kann lassen die Bande der Welt und
mit mir sitzen, inmitten der weißen Wolken.

(Han Shan)

„Niemand weiß, woher Hanshan stammte. Es gibt noch alte Leute, die ihn gekannt hatten: sie sagen, er wäre ein armer Mann gewesen, ein verrückter Geselle. Er lebte allein an einem Ort, genannt Hanyan, Kalter Felsen, siebzig Li westlich des Tangxing-Bezirkes von Tiantai. Oft stieg er hinunter zum Guoqing-Tempel, wo Shide lebte, der für den Speisesaal zuständig war. Manchmal bewahrte dieser Essensreste für Hanshan auf und verbarg sie in einem Bambusrohr. Hanshan kam dann und nahm sie mit. Langsam ging er den langen Gang entlang, rufend, lärmend und die Leute neckend, oder er sprach vor sich hin ins Leere und lachte. Einmal folgten ihm die Mönche und fingen ihn, um ihm eine Abreibung zu verpassen. Er blieb stehen, klatschte in die Hände, lachte eine Weile laut – Ha, Ha! – und entfernte sich dann.“

(aus dem Vorwort zu den Gedichten des Hanshan, von Lü Qiuyin, Leiter der Präfektur Tai)

Europäische Intellektuelle belehren China über den wahren Weg zum Sozialismus

„Die in 100 Jahren nationaler Emanzipation, existentieller Bedrohungen, zahlreicher Rückschläge, an Bürgerkriegskämpfen, zahllosen Diskussionen, etlichen Kursanpassungen, mehrfachen „Sich-selbst-neu-Erfindens“ und unendlichen Lernens hindurch gereifte KPCh hat die europäischen, US-amerikanischen und japanischen Kolonialismen sowie die Kuomintang-Soldateska überwunden; sie hat Hungersnöte, feindlich Interventionen, Isolations- und Sanktionsregime überstanden, die Entwicklung Chinas in schwierigen Phasen mehrfach neu ausgerichtet und ein Land geschaffen, dass völlig neue Wege geht, die die Menschheit so noch nie gegangen ist.

Einer solchen politischen Kraft (darf) man getrost zutrauen und zumuten, selbst definieren zu können, was für sie selbst und ihr Land „der richtige Weg zu. Sozialismus“ ist.

Da (bedarf) es keiner europäischen Intellektuellen, die selbst vielfach in der europazentrierten Denktradition von Staatssozialismus gefangen sind, die nun oft ebenfalls vor-urteilen, bevor sie verstehen und die glauben, besser zu wissen, was der „wahre“, „wirkliche“, „echte“ und „ideale“ Sozialismus für China wäre.“

https://www.amazon.de/Keine-Angst-vor-China-ver%C3%A4ndert/dp/3864892619