Ein Loblied

Der Präsident

Wer setzt sich ein für Mensch und Vieh?
Wer kann Karate und Tai-Chi?

Wer kontert NATO-Perfidie?
Verachtet Baizuo-Mimimi?

Wer kämpft für Volksdemokratie?
Beseitigt Armut wie noch nie?

Wer ist nicht schwul, wer ist nicht bi?
Wer schützt uns vor der Pandemie?
Wer hat Gefühl und Phantasie?
Wer hält in Schach die Bourgeoisie?

Kurzum: wer ist denn nun wohl die-
ses kommunistische Genie
und baut den Sozialismus auf mit chi-
nesischen Merkmalen? Herr Xi!

Afghanistan bei Nacht: Eine poetische Annäherung

Der allerschlimmste Muselmann
das ist der böse Taliban!
Er betet nicht nur laut zum Allah
Er ist dabei noch balla-balla:

Statt uns vor Terror brav zu schützen
will er zuerst dem Landsmann nützen
indem er Yussufs und Abdullahs
streng überwacht mit seinen Mullahs

Auch ham die Weiber nichts zu lachen
(das würden wir zwar selbst so machen,
wenn wir nur könnten wie wir wollen)
Doch diese Talibänner sollen

Gefälligst woke und rainbow sein
sich an LBTQ erfreuen,
und generell bei diesen Sachen
drauf achten, es uns recht zu machen.

Auch kauft der Taliban nicht – wie die Saudis –
uns Waffen ab und neue Audis
und all die anderen Luxusgüter;
Er sieht sich als der Wahrheit Hüter!

Woran man gleich sieht, dass er spinnt;
Denn jeder weiß, dass WIR es sind,
die ihre Waffen und ihr Geld
zur Wahrheit machen in der Welt.

Doch schlimmstens ist der Taliban
im Bündnis mit dem Chinamann!
Wir hatten’s uns so schön gedacht:
Der Taliban kommt an die Macht,

Afghanistan bleibt Krisenherd,
es steigt das Heroin im Wert,
Und sonst ist auch noch nichts verloren
Denn beim Chinesen die Uighuren

Die kommen dank des Taliban
an richtig schöne Bomben dran!
Und dann kann Terror und so Sachen
Den Kommunisten Ärger machen.

Ach, alles ist nicht so wie’s scheint!
Im Weißen Haus Herr Biden weint –
die Pfleger haben ihm gesagt
dass keiner wegen Kabul klagt,

Und jetzt vergleicht man mit Vietnam
Die Amis in Afghanistan!
Nur eins kann Biden jetzt noch retten:
Am Nachttisch die Demenztabletten!

Geschichten aus dem Pflegeheim: die COVID-Impfung

Ich bin zweimal mit Biontech-Pfizer-Vakzin geimpft.

Grund: hauptsächlich Berechnung. Und die Arbeitsstelle im Pflegeheim. Hatte mir beizeiten gedacht, dass das Leben aufgrund der amtlichen Selektierung der Leute in Geimpfte und Ungeimpfte für Geimpfte einfacher wird. Auf der Arbeit ist es definitiv einfacher. Man kann auf die täglichen Tests verzichten und muss nicht den subtilen Druck spüren, sich „zum Schutz unserer Bewohner“ immunisieren zu lassen.

Außerdem hatte ich eine weitere Impfung (nach den zahlreichen Impfungen, die ich in der Kindheit und Jugend erhalten habe) auf die leichte Schulter genommen und mir gedacht „Wird schon nicht so schlimm sein, und ist allemal besser, als COVID weiterzugeben“ (gehabt hatte ich es schon, mit mildem Verlauf – hätte mir als Genesener sogar ganz offiziell die Impfung sparen können).

Wie sich herausstellt, wird man gar nicht immunisiert durch die Impfung. Man kann wohl trotz Impfung an COVID erkranken (wenn auch mit milderem Verlauf) und auch andere anstecken (hier sind sich die Mediziner anscheinend nicht ganz einig, ob die Infektiösität deutlich unter der von Ungeimpften liegt oder nicht).

Seit kurzem ist auf meiner Arbeitstelle wieder ein ganzer Wohnbereich in Quarantäne (zufällig „meiner“), weil sich eine zweifach geimpfte Kollegin infiziert hat. Soviel zur Immunisierung durch die Impfung.

Die PdL (Pflegedienstleitung) wirft in einer Ansprache an die Kollegen den Ungeimpften vor, sie würden Gesundheit und Wohl der Bewohner gefährden. Ein Kollege (ungeimpft, weil er kein nicht ausreichend getestetes Vakzin mit Notfallzulassung injiziert kriegen will) daraufhin: „Wenn Sie daran glauben, dass die Impfung immunisiert und man dann nicht mehr ansteckend ist, wo ist dann das Problem, wenn alle Bewohner geimpft sind?“

Die PdL weiß hierauf keine Antwort und stellt die provozierende Gegenfrage, was er denn machen würde, wenn eine Impfung für Pflegekräfte verpflichtend wäre.

Der Kollege so: „Dann würde ich mir wohl oder übel eine andere Arbeitsstelle suchen.“

Daraufhin PdL, zynisch: „Ja, und die warten da draußen alle auf Sie, Herr X….”

Ein halbes Jahr nach der zweiten Impfung beobachte ich einige Nebenwirkungen – hoffentlich keine Langzeitwirkungen – die mich aus heutiger Sicht davon abhalten würden, mich impfen zu lassen.

Meine ebenfalls mit Biontech geimpfte Frau berichtet von tw. denselben, tw. anderen Nebenwirkungen. Ähnliches hört sie von Arbeitskolleginnen.

Ich bin weder Impfgegner noch Impfbefürworter, denke aber mittlerweile, dass es zu leichtfertig war, mir mehr oder weniger gedankenlos – oder im Vertrauen auf die medizinische und wissenschaftliche Zuverlässigkeit und Notwendigkeit – dieses Zeug verabreichen zu lassen.

Je mehr ich die gesamte COVID-Situation betrachte, umso mehr drängt sich mir der Eindruck auf, dass es – gerade und besonders bei der Impferei – darum geht, ein paar Pharmakonzerne richtig reich zu machen. Der Inhaber/Gründer von Biontech ist inzwischen angeblich der zweitreichste Mensch Deutschlands.

Für die weitreichende Notstandsgesetzgebung, die im Zuge der COVID-Maßnahmen eingeführt wurde, scheint die Pandemie und der Seuchenschutz ein willkommener Anlaß gewesen zu sein, um im Zuge der allgemeinen kapitalistischen Krise die Insassen des deutschen Kapitalstandortes schon mal an eine verschärfte Gangart bei Überwachung, Kontrolle und bei der Schleifung aller möglichen bürgerlichen Rechte zu gewöhnen.

Zum Glück kann ich der Arbeitsstelle noch eine weitere Woche krankheitsbedingt fernbleiben (ich vermute Nebenwirkungen der Impfung und lasse das gerade ärztlich abklären). Den Lagebericht aus der Pflegeeinrichtung habe ich telefonisch von einer Kollegin erhalten.

Facebook-Kommentar zu einem rassistischem Posting

Dass die Schweiz deutsche Steuerhinterzieher und Finanzbetrüger zügig nach Norden abschiebt, hört sich für völkische Flachzangen so schön an, dass sie es als xenophoben Zweizeiler an ihre Facebook-Pinnwand schreiben und sich dabei vorstellen, wie ihre anders aussehenden Mitmenschen hierzulande – ganz wie in den guten alten Zeiten damals, vor 85 Jahren – behandelt werden.

Denn, mal ehrlich, kriminell sind die ja irgendwie alle, oder? Schon durch die Tatsache, dass sie hier sind!

Ach, die schlichte Welt völkischer Hohlbirnen…

Geschichten die das Leben schrieb: Sex und Verdienst

Morgens erscheint meine äußerst attraktive Gattin frisch gebadet, duftend und aufs Anmutigste bekleidet in der Küche und strahlt mich an.

Ich umarme sie und und bringe meine überwältigende Zufriedenheit mit ihrer Gesamterscheinung zum Ausdruck indem ich ihr spaßeshalber zuraune: „Du siehst toll aus! Schade dass wir keinen Sex mehr haben!“

In Wahrheit lässt unser diesbezügliches Treiben nichts zu wünschen übrig, auch wenn wir uns altersbedingt nicht mehr – wie vor dreißig Jahren, als wir uns kennenlernten – mehrmals am Tag der sexuellen Gymnastik unterziehen.

„Ach, Kay….“, seufzt sie gespielt resigniert.

Ich nehme den Ball auf und ergänze ihren angefangenen Satz: „Ach Kay, du bist doch jetzt in dem Alter, wo das nicht mehr gebraucht wird…“

Die Liebste muß grinsen und antwortet: „Gebraucht wird das schon. Aber das muß man sich VERDIENEN!“

Damit weiß ich jetzt, dass ich heute besonders guten Willen bei allen haushaltstypischen Tätigkeiten zeigen muss.

Das Loblied, das die Fans der westlichen Freiheit auf ihr Lieblingssystem singen, klingt wie die Grunzlaute eines Chores von Untoten, die mit ihrem Gekrächze zu beweisen versuchen, dass sie im Reich der Lebenden noch was zu melden haben.

Beim morgendlichen Den-Hund-zur-Betreuung-Fahren läuft im Radio wieder eine der Katastrophenmeldungen aus der globalen Hölle, in die der Imperialismus den Planeten verwandelt hat.

In Afrika sind kaum Leute gegen Covid geimpft, weil die reichen Länder ihren Pharmakonzernen das einträgliche Geschäft mit den Vakzinen nicht vermiesen wollen (Geschäft, das die Regierungen dieser Länder per Umleitung der den Bürgern abgezwackten Steuergelder in dreistelliger Millionenhöhe erst ermöglicht haben).

Irgendwelche Sozialorganisationen meinen nun, „man“ müsste den Milliardären, die während der Pandemie ihr Vermögen fett vermehrt haben, eine einmalige 99%ige Steuer auferlegen, damit Leute in Afrika und anderen Gegenden der imperialistischen Peripherie geimpft werden können.

Solche wohlmeinenden Aufrufe haben bekanntlich soviel Wirkung wie Appelle an Hyänen, sich doch bitte nicht um das Fleisch der Beutetiere zu streiten.

Plötzlich fällt es mir wie Schuppen aus den Haaren und das Gesamtbild der gegenwärtigen Welt(geist)-Lage liegt klar vor mir:

Der Kapitalismus hat all seine Strahlkraft verloren! In der heutigen Welt, in der klar zutage getreten ist, dass Kapitalismus vor allem Ausbeutung, Elend, Naturzerstörung und immensen Reichtum weniger auf Kosten der überwältigenden Mehrheit bedeutet, ist der SOZIALISMUS das erfolgreichere Konzept, eine menschliche Gesellschaft zu organisieren!

Die Ideologen des Kapitalismus, die immer noch das Lied von der Schönheit der kaiserlichen Kleider singen, beherrschen nach wie vor das Bewusstsein der Massen, die öffentliche und veröffentlichte Meinung und die politischen Eliten der imperialistischen Länder, aber sie vertreten eine Zombie-Ideologie:

Sie preisen eine gesellschaftliche Reproduktionsform, die ihren historischen Erfolg und den Vorsprung, den sie nur aufgrund jahrhundertelangem Kolonialismus, Sklaverei und ökonomischer Erpressung gehabt hat, verloren hat.

Angesichts der unbestreitbar effektiveren, humaneren, ökologischeren und inzwischen auch ökonomisch erfolgreicheren sozialistischen Gesellschaften wie in China wirkt das überkommene Loblied, das die Fans der westlichen Freiheit auf ihr Lieblingssystem singen, wie die Grunzlaute eines Chores von Untoten, die mit ihrem Gekrächze zu beweisen versuchen, dass sie im Reich der Lebenden noch was zu melden haben.

Ich glaube, es besteht doch noch ein wenig Hoffnung, dass der Imperialismus zu meinen Lebzeiten kollabiert. Oder irgendwann danach, mir auch egal.

Kapitalismus am Arsch: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Fans des Ausbeutersystems gleichen Süchtigen, die immer mehr von dem gleichen Stoff brauchen, um zu überleben:

„Bevor wir über staatliche Interventionen, Umverteilung, Verstaatlichung, Vermögensteuern und das, was sonst noch alles durch den Wahlkampf schwirrt, diskutieren, sollte es erst mal darum gehen, den Kapitalismus selbst zu verbessern. Da gibt es eine Menge zu tun.“

Vor allem gibt es eine Menge zu tun, weil immer mehr Leute darauf kommen, dass Kapitalismus („unser System“, wie der Autor liebedienert) eine ziemlich schädliche Angelegenheit ist:

„Tatsächlich ist die Unzufriedenheit mit unserem System ziemlich groß. Immerhin 43 Prozent der Bundesbürger sind sich unsicher, ob es nicht eine bessere Wirtschaftsordnung geben könnte als die Marktwirtschaft“

***Mehr Kapitalismus wagen***

In weiteren Meldungen:

***Entzugserscheinungen? Einfach die Heroin-Dosis erhöhen!***

***Verkehrstote? Höchstgeschwindigkeitsgrenzen abschaffen!***

***Mutige Lösung für Waldbrände in Südeuropa: Hubschrauberstaffel gießt Öl ins Feuer***

Geschichten aus dem Pflegeheim: drei Berichte aus der Praxis

In stationären Pflegeeinrichtungen gibt es die drei „Säulen“ Pflege, Soziale Betreuung und Hauswirtschaft. Wie es in der Sozialen Betreuung aussieht, egal ob als §53c-Betreuungskraft, Sozialarbeiter oder Kunstgeragoge, davon vermittelt dieser Chat-Protokoll ein realistisches Bild.

Der Austausch fand statt in einer internen Telegram-Gruppe von Kunstgeragogen. Die Veröffentlichung erfolgt mit Genehmigung der Beteiligten. Alle drei arbeiten in stationären Pflegeeinrichtungen. Einer davon bin ich; man wird erraten, welcher.

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Leute, ich muss mich mal wieder auskotzen…

Morgen habe ich eigentlich Dienst von 14-17 Uhr. Das ist ein guter Dienst, da Einzelbetreuung.. Da hat man Zeit für die Bewohner.

Nun bekam ich einen Anruf meiner Chefin, aufgrund von Urlaub und mehrern Krankmeldungen fehlen morgen Präsenzkräfte, also Hauswirtschaft und ich soll bitte einspringen. Von 7 bis 13.00 das heißt, Frühstück machen für alle, beim Ankleiden helfen, Betten frisch beziehen und Waschen, wenn sie eingenässt wurden, Mittagessen kochen (Sonntags gibt es immer besondere Braten mit Beilagen)…. 🥴 Jetzt hatte ich am Dienstag, Donnerstag und morgen den verhassten Präsenzdienst, der mich körperlich und seelisch komplett auffrisst 😒

Ich kann in der Nacht davor kaum bzw nur ganz schlecht schlafen, laufe dann beim Dienst extrem Vollgas – fast jedesmal, seit Februar, hatte ich dann einen kurzen Kreislaufzusammenbruch, weil ich so angespannt und nervös bin – und nach dem Dienst habe ich nur noch Schmerzen, dass ich es kaum noch aushalte und nachts kann ich dann jedesmal wieder nicht schlafen, weil ich wie ein kleines Kind dann übermüdet bin. Ich brauche nach diesen Küchendiensten jedesmal 2 bis 3 Tage bis ich wieder “rund” laufe. 😵

Ich weiß, es ist mein persönliches Problem damit, es ist ja nix schlimmes, aber für mich ist es schlimm, weil ich mir so einen Stress mache.

Wenn ich Essen kochen wollte, wäre ich Köchin geworden.

Wenn ich Reinigungskraft hätte werden wollen, wäre ich Putzfrau geworden.

Wenn ich jemandem den Po abwischen wollte, wäre ich Pflegekraft geworden.

Ich bin eine sehr gute Betreuerin.

Ich mache auch die anderen Arbeiten sehr gut, aber zu welchem Preis 😒

Ich will das nicht tun.

Das Haus ist aber toll und die Leute nett und jetzt hab ich mich auch schon an alles gewöhnt und kenne mich aus. Ich hasse Veränderungen.

Ich will nicht wieder wechseln. Aber so ists halt auch Mist 🙄

Diese Präsenzdienste kann ich auch nicht ablehnen, die sind im Hauskonzept drin. Eigentlich sind diese Dienste von 10.30 bis 16.00 wo man dann mit den Bwohnern gemeinsam die anfallende Hauswirtschaft macht, wie kochen, Backen, Wäsche machen. Morgen aber bin ich rein als Hauswirtschafterin tätig.

Künstlerisch arbeite ich in diesem Haus gar nicht. Nicht weil ich nicht darf, sondern weil ich komplett blockiert bin, den Kopf nicht frei habe, weil ich versuche im Alltag zu überleben. Aber auch meine eigene künstlerisch en Arbeiten leiden sehr und Kurse bzw kunstgeragogisches Arbeiten bleibt eh auf der Strecke durch Schichtarbeit und zu kurzfristigen Planungen

😒

Sorry, dass ich mich mal wieder hier auskotze….

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Liebe B.,

volles Mitgefühl von meiner Seite. Bin auch grad wieder unterwegs zum Wochenend-Küchendienst (Frühstück und Mittagessen), dazwischen muss ich noch ein Angebot unterbringen.

Die Überlastung ist so groß, dass man nur noch für die scheisse bezahlte Lohnarbeit lebt und die Zeit in der man nicht arbeiten gehen muss, nur für die Regeneration braucht.

Ich kann gar nicht sagen wie mich dieser Kapitalismus ankotzt.

Ich hab keine Kraft mehr das noch zweieinhalb Jahre durchzuhalten und versuche jetzt, früher aus dem Lohnsklavendasein rauszukommen – das gibt dann zwar Abzüge, aber bei meiner Armutsrente ist das auch schon egal…

Trotzdem KOPF HOCH und unsere Schützlinge nichts davon spüren lassen

LEBBE GEHD WEIDER (Dragoslav Stepanovic)

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Liebe B., lieber K,,

auch ich bin am Limit. Und das schon eine Weile. Ich weiß nicht, was ich stattdessen machen will… Ich kann mich oft auf Arbeit selbst nicht leiden, weil ich so gefrustet und schnell gereizt bin. Ich versuche die Arbeit zu schaffen und dann kommt etwas dazwischen. Und ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht.

Wir haben mehrere Bewohner, die sehr mobil sind: in anderen Betten liegen, aus dem Rollstuhl aufstehen, sich mit Stühlen fortbewegen und nach draußen verschwinden, wenn der Eingang offen ist. Dazwischen dann Personen, die nicht auf der Etage klingeln, auf die sie wollen, sondern zuerst winken, wenn sie mich sehen, dann an die Scheibe klopfen, wenn ich vorbeigehe… Wir sind immer Rezeption, wenn diese nicht besetzt ist…

Außerdem gibt es bei uns im Haus aufgrund von Kostenersparnissen eine Umstrukturierung und die Pflege muß wieder mehr hauswirtschaftliche Tätigkeiten übernehmen, war früher schon Mal so und kenne ich auch aus *****.

Am Mittwoch geht es los und die Pflegekräfte kotzen natürlich jetzt schon, weil sie generell unterbesetzt sind. Wir Betreuungskräfte unterstützen im Speisesaal, indem wir die Bewohner betreuen, Getränke einschenken etc. Für uns ist das freiwillig. Problem ist, das Urlaubszeit ist und nicht alle Kollegen da sind. Wir sind alle sehr gespannt…

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Nehmt nur mal diese drei Berichte von B., J. und mir.

Das ist die Situation in den Pflegeheimen, und mit jeder neuen Sparrunde und „Reform“ wird’s noch ein bißchen unerträglicher.

Selbst in konfessionellen Einrichtungen diktiert nicht der liebe Gott, sondern der allgegenwärtige Gott des Kapitalismus den Alltag: das Geld. Es muß „kosteneffizient gewirtschaftet“ werden, also wird gespart; nämlich vorrangig an den Personalkosten und z.b. an der Verpflegung für die Bewohner (in unserer Einrichtung unter 5,00 Euro am Tag pro Bewohner).

„Kann man nichts machen“, hört man von Kollegen und Chefs.

„Ist eben so“, sagen alle lebensklugen Zeitgenossen, die sich ganz realistisch mit den Sachzwängen der Marktwirtschaft auskennen.

JA, ist wirklich so – solange eine Mehrheit glaubt, dass kein anderes Leben möglich ist als eins, in dem die Mehrheit Dienst am Reichtum der Minderheit zu leisten hat.