
In dieser Welt läuft alles falsch. Die Brutalen herrschen, die Dummen regieren, Rücksichtslosigkeit und Inhumanität sind die Tugenden, die für das Fortkommen in der Konkurrenzgesellschaft verlangt werden.
„Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ sprach Adorno. Leider können wir nicht anders, als es zu versuchen. Leider – weil Adorno Recht hat und schon der Versuch zum Scheitern verurteilt ist.
Man braucht seine gesamte innere Kraft (sofern vorhanden), um in einer Welt des Wahnsinns, umgeben von bewusst- und machtlosen kapitalistisch konditionierten Untertanen, nicht selber irre zu werden.
Diese Perle aus meinem Skizzenbuch entstand an einem Vormittag in der „Tagesgruppe“, die wir eine Zeitlang für acht bis zehn demente Bewohner der Pflegeeintichtung eingerichtet hatten.
Die Texte sind von einer fast neunzigjährigen Rumäniendeutschen. Viel mehr sagte sie nicht, nur gelegentlich dies. Oft stand sie dabei auf und deklamierte die Sätze wie eine eindringliche Rezitation, fast wie eine Warnung. Dann setzte sie sich wieder hin und versank in der unergründlichen terra incognita ihres inneren Erlebens.